Yike
27.09.2006, 15:14
Niederlage für die Polizei
Gericht gibt nach Razzia Festgenommenem Recht
Andreas Kopietz
Wegen des Einsatzes gegen Hooligans in der Friedrichshainer Disko "Jeton" hat die Polizei jetzt vor Gericht eine Niederlage eingesteckt. Die Festnahme eines 36-Jährigen war rechtswidrig, beschloss das Amtsgericht Tiergarten.
Dessen Rechtsanwalt Bert Handschumacher kündigte gestern "umfangreiche Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche" gegen das Land Berlin wegen Feiheitsberaubung und Körperverletzung an. Im Vorfeld eines Oberligaspiels 1. FC Union gegen BFC hatten in der Nacht zum 21. Mai 2005 Polizisten die Disko an der Frankfurter Allee gestürmt. Von den 158 Festgenommenen waren nur zwölf als Gewalttäter bekannt.
Mehr als 20 Gäste wurden bei der Razzia verletzt, Unbeteiligte über Stunden festgehalten. Sie verklagten danach die Polizei. So hatte sich der 36-Jährige, der jetzt vor Gericht Recht bekam, widerstandslos festnehmen lassen. Obwohl von ihm keine Gefahr ausging - sein Nasenbein war gebrochen - habe die Polizei ihn nicht freigelassen, so das Gericht. Sie hätte trotz des schwierigen Einsatzes eine Einzelfallprüfung vornehmen müssen. Die Polizei wollte sich dazu gestern nicht äußern. (kop.)
Berliner Zeitung, 27.09.2006
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/590066.html
Schön, dass so ein Prozess auch mal bis zum guten Ende gefochten wurde.
Gericht gibt nach Razzia Festgenommenem Recht
Andreas Kopietz
Wegen des Einsatzes gegen Hooligans in der Friedrichshainer Disko "Jeton" hat die Polizei jetzt vor Gericht eine Niederlage eingesteckt. Die Festnahme eines 36-Jährigen war rechtswidrig, beschloss das Amtsgericht Tiergarten.
Dessen Rechtsanwalt Bert Handschumacher kündigte gestern "umfangreiche Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche" gegen das Land Berlin wegen Feiheitsberaubung und Körperverletzung an. Im Vorfeld eines Oberligaspiels 1. FC Union gegen BFC hatten in der Nacht zum 21. Mai 2005 Polizisten die Disko an der Frankfurter Allee gestürmt. Von den 158 Festgenommenen waren nur zwölf als Gewalttäter bekannt.
Mehr als 20 Gäste wurden bei der Razzia verletzt, Unbeteiligte über Stunden festgehalten. Sie verklagten danach die Polizei. So hatte sich der 36-Jährige, der jetzt vor Gericht Recht bekam, widerstandslos festnehmen lassen. Obwohl von ihm keine Gefahr ausging - sein Nasenbein war gebrochen - habe die Polizei ihn nicht freigelassen, so das Gericht. Sie hätte trotz des schwierigen Einsatzes eine Einzelfallprüfung vornehmen müssen. Die Polizei wollte sich dazu gestern nicht äußern. (kop.)
Berliner Zeitung, 27.09.2006
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/590066.html
Schön, dass so ein Prozess auch mal bis zum guten Ende gefochten wurde.