Diskussion zu Regeln, Regelauslegung und Schiedsrichterentscheidungen

Dieses Thema im Forum "MSV Profibereich" wurde erstellt von CresTheBest, 14 August 2019 um 15:18 Uhr.

  1. CresTheBest

    CresTheBest Kreisliga

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    Dann setzen wir hier unsere Diskussion zu Schiedsrichterentscheidung etc. weiter.

    Ich versuche hier insbesondere aus Schiedsrichtersicht zu argumentieren.
     
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  2. MasterAuditor

    MasterAuditor Ribbenist

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    Klasse, vielen Dank für eine weitere Sicht auf die fast schönste Hauptnebensache der Welt! :jokes66:
     
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  3. Okapi

    Okapi 3. Liga

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    Da wünsche ich mir auch öfters die Antwort auf die IMMER wiederkehrende Kernfrage: "Woran hat et jelegen?" :nunja: ;)
     
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  4. CresTheBest

    CresTheBest Kreisliga

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    Gehe ich nach der Meinung der Spieler, die mir Woche für Woche gegenüber stehen, dann zu 95% am Schiedsrichter. ;)
     
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  5. timmi352

    timmi352 Landesliga

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    @CresTheBest , darf ich denn mal freundlichst fragen bis in welche Liga Deine Pfeife denn so erklingt ? ? ?
     
  6. Controller21

    Controller21 Kreisliga

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    Ich behaupte, die Aussage ist in vielen Fällen gar nicht so falsch. Ich habe selbst nur eine Handvoll Spiele in der Kreisliga gepfiffen, aber mich hinterher schon fast immer gefragt, ob meine „Linie“ das Spiel beeinflusst hat.

    Es ist doch oft so, dass eine Mannschaft an der Grenze des Erlaubten agiert. Frühe gelbe Karten verändern da schon maßgeblich die Zweikampfführung, andersherum kann eine großzügige Spielführung das Momentum eindeutig befeuern.

    Ich behaupte, das gilt genauso für unterschiedliche Bewertung von Zweikämpfen, die auch in den Profiligen sehr regelmäßig so stattfindet.
     
  7. CresTheBest

    CresTheBest Kreisliga

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    Ich bin Schiedsrichter bis in die Oberliga.
     
  8. DU59

    DU59 3. Liga

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    Videobeweis: Leiter Drees verteidigt die technische Hilfe...

    https://www.waz.de/sport/fussball/v...teidigt-die-technische-hilfe-id226768665.html

    (im Auszug)
    Trotzdem gab es im Supercup wieder große Aufregung. Bayerns Joshua Kimmich hatte Jadon Sancho auf den Fuß getreten,
    sah aber nur Gelb. Warum?


    Jochen Drees: Das kam durch einen Fehler im Ablauf zustande. Video-Assistent Robert Schröder hätte Schiedsrichter Daniel Siebert
    sagen müssen, dass dieser die Szene noch einmal auf dem Bildschirm überprüfen solle. Stattdessen hat er ihm die Szene nur mündlich
    beschrieben. Das war falsch. Aber Menschen machen Fehler. Wir werden daraus lernen....
     
  9. NielsS

    NielsS Kreisliga

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    Das Beispiel bestärk weiter meine Meinung, dass es für den Schiedsrichter verpflichtend sein sollte bei der Überprüfung die Szene erneut anzuschauen.
    Nicht auf mündliche Berichte verlassen sondern sich selbst ein Bild machen.

    Klar, dadurch vergeht in einem Spiel echt viel Zeit, aber wie man sieht sorgt der Videobeweis so nur für weitere Diskussionen durch sichtbare Fehlentscheidungen..
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2019 um 16:21 Uhr
  10. PSAUSDIN

    PSAUSDIN Bezirksliga

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    Dankeschön! Es hilft uns allen, auch mal eine andere Sicht auf das Geschehen zu bekommen. Und was ist besser, als das aus Sicht eines Fachmannes zu erfahren!
     
  11. Stadtmauer

    Stadtmauer 3. Liga

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    Warum wird ein Foul in der Bundesliga gepfiffen, welches der selbe Schiri so niemals International pfeifen würde?!
    Es liegt also wie so häufig am DFB und der DFL die für Deutschland eine bescheuerte Auslegung an den Tag legen und auch so das Spiel kaputt machen.

    Die Spieler wären ja doof, wenn die das nicht nutzen würden. Mit Fairplay muss ja ohnehin keiner kommen, das interessiert keine Sau .
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 August 2019 um 05:37 Uhr
  12. CresTheBest

    CresTheBest Kreisliga

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    Ich denke, das liegt an der spielerischen Qualität von Mannschaften. Das hatte ich bereits in einem anderem Beitrag beiläufig erwähnt. Lass uns das Beispiel noch extremer machen. SR pfeift Bundesliga und die Woche darauf 3. Liga. Die Tendenz in der höheren Klasse mehr laufen zu lassen ist immer da, weil der SR davon ausgeht, dass ein größerer Spielfluss (Weniger Unterbrechungen, weniger Foulpfiffe) den spielstarken Mannschaften (alle Mannschaften aus der 1. Liga gegenüber der 3. Liga) eher zugute kommt. Das nehme ich persönlich in der Junioren Bundesliga wahr. Dort wollen die Spieler kaum ein Foulspiel haben, obwohl sie gezogen umklammert oder getreten werden (im gewissen rahmen), weil sie sich trotzdem immer noch spielerisch lösen wollen/können.

    Aber um auf DFB, FIFA und UEFA Auslegung einzugehen. Du findest niemals ein Foulspiel, was zu 100% dem anderen gleicht. Ausserdem ist eben nicht nur die Einzelszene zu betrachten, sondern der SR zieht alle Begleitumstände in Betracht.
     
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  13. Stadtmauer

    Stadtmauer 3. Liga

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    Ich rede von Situationen in denen bei der kleinsten Berührung der Spieler zu Boden geht und der Schiri pfeift. Da ist es eher umgekehrt. Je höher die Klasse, desto schneller liegen die Leute auf dem Boden. Ausnahme Internationale Spiele, weil jeder weiß dass dort nicht so schnell gepfiffen wird.
     
  14. shanghai

    shanghai 3. Liga

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    Bleibe dabei:

    So lange wiederum ein Schiedsrichter entscheided, ob es des Videobeweises bedarf oder nicht und der Vorgang selber intransparent ist, ist es Quatsch.

    Zudem ist Mumpitz, wenn Entscheidungen verändert werden, mit denen niemand auf dem Platz und im Stadion ein Problem hatte.

    Der Videobeweis muss durch den Trainer eingefordert werden (max 2* pro Spiel), und dann zwingend visuell und öffentlich erfolgen, will sagen die entgültige Entscheidung anhand des relevanten Bildes öffentlich begründet werden - alles andere ist nur eine Verlängerung der Fehlerkette... .
     
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  15. CresTheBest

    CresTheBest Kreisliga

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    Ich denke, es ist zwingend notwendig, dass man sich auf eine gemeinsame Linie der Auslegung einigt.

    Das verstehe ich eben auch nicht. Der Prozess/die Auslegung/die Philosophie der SR scheint eine andere Sichtweise auf Entscheidungen erlangt zu haben. Eigentlich müssten die Regeln danach ausgerichtet sein, dass es Fussballtypisch (dem Spieler, Trainer, Zuschauer zuträglich) ist, sodass es keinen Unterschied zwischen Regelauslegung des SR und dem Problem des Stadions gibt. Allerdings liegt das nicht in der Hand der Schiedsrichter, sondern in deren Vorgaben und diese kommen auf lange Sicht immer vom IFAB.

    Ich denke, das würde in Zukunft auf die Schiedsrichterei wieder in ein besserer Licht rücken. Und zwar wenn die Entscheidungen bzw. Regeln vereinfacht / verständlicher werden.

    Aber ich weiß nicht, ob das heute noch möglich ist, da durch die Unsummen an Geldern auch eindeutige Entscheidungen gefordert werden. Diese eindeutigen Entscheidungen wird es aber eben nicht durch einfache / verständliche Regeln geben.

    Da beißt sich am Ende der Hund in seinen eigenen Schwanz.

    Einfache Regeln -> viel Auslegungsspielraum -> Unterschiedliche Bewertung von vergleichbaren Szenen
    Komplexe Regeln -> Wenig Auslegungsspielraum -> Nicht verständlich für Spieler, Trainer, Zuschauer

    Beide Szenarien führen am Ende zu Diskussionen und Unmut gegenüber den Regelhütern.
     
  16. zebrus

    zebrus Landesliga

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    Bei der letzten WM war doch deutlich zu sehen, wie gut der VAR funktionieren kann. Das war bis auf das deutsche Gespann eine Werbung dafür. Selbst Schiris aus Ländern über die man früher die Hände über den Kopf zusammen geschlagen hätte haben tolle Leistungen gezeigt.

    Warum wir das nicht hinbekommen, dafür gibt es aus meiner Sicht zwei Gründe:

    - Bei der WM bekommt man nach einem groben Bock die Pfeife abgenommen und fährt heim. In der BL kann man erst einmal ein bis zwei Jahre weiter rum murksen.
    - Ganz sicher gibt es eine Stallorder von den Ober-Manipulierern. Bayern zur Niederlage pfeifen ist das Karierende. Eine Tätlichkeit der Bayern ganz schnell mit gelb ahnden und nicht mehr kontrollieren, die Bewerbung auf die FIFA-Liste zu kommen.

    Früher waren unsere Herren in Schwarz hoch angesehen, heute freut man sich wenn bei der WM ein Schiri aus irgendeinem Zwerg-Staat auf dem Platz steht.
     
  17. MarZeRo

    MarZeRo Regionalliga

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    Aus meiner Sicht: Videobeweis wieder abschaffen.

    Ich habe den Nutzen in seiner bisherigen Form und Auswertung noch nicht erkennen können. Stattdessen gibt es mehr Theater und vor allem Verwirrung als vorher.

    Ob der Fußball auch die Sportart ist wo man den Videobeweis zielführend einsetzen kann? Für mich mindestens zweifelhaft, da es trotz definierter Regeln immer noch in bestimmten Situationen Auslegungsspielraum gibt. Anders als in anderen Sportarten, wo es klare ja/nein Entscheidungen gibt. Für mich ist der Videobeweis eh der nächste kapitalistisch heimlich Versuch irgendwann Werbepausen in den laufenden Spielbetrieb einzubringen und zu etablieren.

    Anders sehe ich das für die Torlinientechnik, die ich ausdrücklich begrüße.
     
  18. Neudorf

    Neudorf Bezirksliga

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    Das habe ich mir so manches Mal auch gedacht :-(
     
  19. Neudorf

    Neudorf Bezirksliga

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    Gute Idee, aber ob der Trainer das Maß der Dinge ist? Bei unserem Trainer hätte er die 2x schon nach 10 Minuten verwirkt :-) Und gerade beim Abseits hat der Trainer doch ein sehr schlechte Sicht, außer er steht genau auf der Linie seines Spielers, was ja nun auch nicht oft der Fall ist.
     
  20. Easy_R

    Easy_R Landesliga

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    Eine "objektive Gerechtigkeit" wird es auch im Fußball nie geben, mit oder ohne "VAR". Ja, ich weiß, "es geht um viel Geld", aber es bleibt Sport mit echten, also fehlbaren Menschen. Man kann sich über "offensichtliche" Fehler aufregen, aber daneben gibt es viel mehr Situationen, die je nachdem ganz unterschiedlich beurteilt werden - und das vielleicht sogar mit gleichem Recht. Ertragen wir's.
     
  21. shanghai

    shanghai 3. Liga

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    Ja der Trainer ist die entscheidende Instanz und ich bin mir dabei sicher, gerade TL würde damit genau so professionell umgehen, wie mit anderen entscheidenden Dingen: Er würde diese Karte nur ziehen, wenn sie ihm wichtig wäre - alles andere, was sich da am Feld abspielt, ist sein persönliches Gesundheitsmanagement, das man mögen kann oder auch nicht ;).

    Wem die Sicht des Trainers nicht reicht, der setzt sich noch vier Leute mit Funkkontakt auf die Tribüne und man interveniert, wenn 3 aus 5 dafür sind.

    Fast noch wichtiger ist aber die Transparenz der Entscheidung - aktuell werden Dinge entschieden, für die man den Bildschirm auf den Kopf stellen kann, und man begreift sie nicht. Es ist der Videobeweis, dass heist eine Revision auf Basis von sichtbarem Material, und es wäre im Zeitalter hauswandgroßer Videowände einfach, die entscheidende Einstellung auch den Zuschauern zur Verfügung zu stellen.
     
  22. Tobias

    Tobias Ich bin schon einer!

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    Hier mal meine Einschätzung zum nicht gegebenen Elfmeter gegen Stoppelkamp:
    Ein nach Videostudium klarer Elfmeter. Stoppelkamp wird zwar oben bearbeitet aber ursächlich für den Sturz ist eine minimale Berührung unten am Fuß. Selbst der Kommentator bei Magenta hat sie in der Wiederholung nicht wahrgenommen. Die Berührungen oben reichen für mich persönlich nicht, das Beinstellen unten aber sehr wohl. Der SR hat den leichten Tritt meines Erachtens nicht sehen können, da er aufgrund des schnellen Konters zwar in der Vertikalen nah dran war, aber das Spielfeld noch nicht in der Diagonalen durchquert hatte und so einen unglücklichen Blickwinkel hatte.
    Für mich also durchaus nachvollziehbar, dass er weder auf Strafstoß noch auf Schwalbe entschieden hat. Schade!

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