Von hochpreisigen Rum und analytischen Gesprächen

Dieses Thema im Forum "Andere Sportarten" wurde erstellt von Boris, 9 Mai 2016.

  1. Boris

    Boris Soziale Unruhe

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    Um unseren Vergnügungshorizont bewusst, voll zu erweitern, ging es am vergangenen Sonntag mit Fanatics-Erlebnisausflüge zum vorletzten Auswärtsspiel der laufenden Saison nach Sandhausen. Wie zu jeder Exkursion fiel der Startschuss auch diesmal wieder am Wedaustadion, wo wir -nicht mal das erste Bier offen- anlässlich des bunten Treibens direkt vor die Wahl gestellt wurden. Nach kurzer Abstimmung entschied dann eine knappe Mehrheit in letzter Instanz sich aber doch gegen einen Bummel über den Trödelmarkt und bestieg den Bus, der mit den gewohnten 12 Minuten Verspätung und einer Rundfahrt quer durch die Wedau irgendwann auch an der A3 ankam. Zur Freude aller Mitfahrer gesellte sich hinter uns nach und nach ein kleiner aber feiner Autokorso hinzu, der sicherlich nicht schlecht gestaunt haben muss, als wir bereits nach 32 Kilometern in Ohligs wieder raus sind. Bis dahin ein fantastischer Anblick. Danke an alle Autofahrer. :jokes66:

    Die Fanatics Stammbesatzung dann endlich komplettiert, reichte man sich bereits bei Kilometer 63 im hinteren Busteil im Minutentakt Frühstücksbuffet und hochwertigen Rum durch die Reihen, ehe das auch als Wanderzirkus bekannte Businterieur, bereits nach weiteren hundert Kilometern am ersten Marktplatz der Sensationen kampierte, an dem trotz preisgünstiger Sanifairanlagen unsere Darsteller lieber die anliegende Flora und Fauna als Manege zu begriffen wussten. Nach einem kurzen Stimmungscheck über den halben Rastplatz zur Vorderseite und den anderen anwesenden Zebras, ging der Höllenritt mit Kerstin Ott, die kurz hinter Tübingen zustieg und für uns in einer Dauerschleife live performte auch gleich weiter. Die Temperatur im Bus stieg langsam an und auch die Stimmung erreichte bald den Siedepunkt, als die Fraktionen Bündnis 90% und die Grünen mit lustigen Mitbringsel aus den Nachbarländern für heitere Stimmung bei der restlos begeisterten Busbesatzung sorgte.

    Pünktlich und zumindest ohne technische Panne kam man schließlich eine gute Stunde vor Spielbeginn in Ackerhausen an, wo uns von Inzucht gezeichnete Eingeborene der oberrheinischen Tiefenbene bereits erwarteten, um uns und die Meute der anderen handverlesenen 12 Busse sowie die schier unglaubliche Anzahl PKW blauweißer Herkunft zum Stadion zu geleiten. Tolles Setting. Weiter positiv zu erwähnen ist der schnuckelige aber geräumige Gästeblock und Vorplatz (hallo Paderborn) und die rasche Abfertigung beim Einlass. Negativ dagegen, der ewig lange Fußmarsch durch komplett Sandhausen. Zum Spiel gibt es eigentlich nicht mehr viel zu erzählen, das haben die meisten ja gesehen. Von Sandhausen wurde zur Intro ein bisschen gezündelt, was bislang in einschlägigen Foren noch dementiert wird. Ansonsten war es zwischen allen Beteiligten stets eine Begegnung auf Augenhöhe, welche im Großen und Ganzen schnell zu Gunsten der Gäste durch M. Wildberg entschieden war, der in der 12. Minute mit einer traumhaften Hereingabe eines Hellen, das trotz der nur 3 Umdrehungen wirken konnte, alles klar gemacht hat. Hut ab für diesen Einsatz. Die Stimmung auf Duisburger Seite war trotz Echo mit Abstimmungsproblemen beispiellos gut, während man von den Gastgebern 90 Minuten nicht mal sowas wie einen Torjubel vernahm. Kommt halt in der besten Familie vor. Ansonsten auf allen vier Tribünen ein fabelhaft blauweißes Bild. So machen Heimspiele Spaß. Der traditionell kurze Smalltalk nach dem Spiel, fiel aufgrund des angekündigten Sandhausener Blocksturms aus Sicherheitsgründen aus, weswegen es direkt in Polizeieskorte durch den bayrischen Wald zurück zum Acker ging. Dabei müssen Kollege Wildberg und sein Kameramann leider verloren gegangen sein. Wer weiß, ob, wie und wann die beiden zurückgekommen sind, bitte kurze Rückmeldung an mich. Aber die zwei freigewordenen Plätze im Bus sollten nicht das einzige Highlight der Rückreise sein:

    Ziel des Kutschers am heutigen Tage war es insgeheim nämlich, den Burger King anzufahren, der von allen 426 Filialen in Deutschland die dünnste Personalbesetzung und gleichzeitig die längste Queue für uns parat hatte. Das eine schließt das andere halt nicht aus. Gesagt, getan, gefunden. So wurde aus einer kurz angesetzten Rast direkt ein luxuriöser Zwei-Stunden-Aufenthalt, in dem man neidvollen SMS und Drohanrufen aus den anderen Bussen ausgesetzt war. Was für ungönnerische Hater. Erste Verschwörungstheoretiker sprachen sogar von Vetternwirtschaft zwischen Busunternehmen und Franchisenehmern. Natürlich hätte man aus Gründen der Zeit- und Ärgerersparnis auch in Limburg raus oder zurück nach Geiselwind fahren können. Aber wer will schon unnüchtern den Abend zuhause verbringen?

    Der Rest der Fahrt wurde wieder dazu genutzt, in hochanalytischen Gesprächsrunden unter 4 Augen neue Techniken für gesunden Schlaf und einen ausgewogenen Biorhythmus auszuarbeiten. Die Frage wann der Punkt erreicht ist, an dem bei schlafenden eh schon gereizten Mitfahrern das Nervenkostüm reißt, braucht von unserer Seite aus derzeit auch nicht weiter geklärt werden.


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    Mit dem bis auf die Toilette ausgebuchten Bus ging es...

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    …vorbei an tschechischen It-Girls...

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    ...und masturbierenden LKW-Fahrern…

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    …bis der erste Rastplatz zur Ausnahmezone erklärt wurde.

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    Unter der Schirmherrschaft von Graf Prozentualis...

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    ...vertrieb man sich die Zeit mit spannenden Geschicklichkeitsspielen für jung und alt.

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    Flutlichtderbys waren schon immer was besonderes.

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    Da sich einige trotz Ratschlag nicht eingecremt haben, schützte man sich halt mit einer blauen Plane vor der Sonne.



    Und zu guterletzt noch die 10 häufigsten Gründe woran Sie erkennen, dass Sie mit Fanatics-Tours fahren:

    10. Sie kaufen sich bequemerweise im Voraus gleich 3 Schachteln Kippen, stellen dann aber fest, dass Sie im Nichtraucherteil sitzen

    9. Das Klo ist genau am anderen Ende des Busses und der Weg dorthin ein Spießroutenlauf

    8. Darf doch im ganzen Bus geraucht werden, sitzen Sie neben der einzigen Person die unter asthmatischen Beschwerden leidet

    7. Nachdem Sie schon eine halbe Stunde mit voller Blase und schmerzverzerrten Gesicht fürs Klo anstanden, teilt ihnen ihr Vordermann mit, dass dieses nun vollgelaufen ist

    6. In der Regel immer kurz nach der letzten Raststätte

    5. Die Klimaanlage ist grundsätzlich defekt oder lässt sich nicht abstellen

    4. Ihre Sitzreihe befindet sich zwischen den beiden Reihen mit dem höchstmöglichen Asifaktor im Bus von dem Sie profitieren können

    3. Letzterer macht sich nach den ersten 100 km am Geruch sowie den Jägermeister-Flecken auf Ihrer hellen Kleidung bemerkbar

    2. Auch wenn Sie sich vorgenommen haben nüchtern zu bleiben, die Opafraktion wird Sie spätestens ab Kilometer 217 zu Hochprozentigen zwingen​

    Und Platz 1 der 10 häufigsten Gründe woran Sie erkennen, dass Sie mit Fanatics fahren: Im Bus gibt's nichts umsonst, höchstens eine Dusche warmes Bier in der Tiefschlafphase.

    Die aber mit Schmackes.

    Boris
     
  2. Generation Blue

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    Also alles zwischen Reihe 1 und ganz hinten :D geiler Bericht, krankes Stück du. Auf ein Neues :jokes66:
     
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  3. Andi

    Andi MSVPortal-Team Mitarbeiter

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  4. MasterAuditor

    MasterAuditor Ribbenist

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    OPPA, TU MA KASSETTE! :musik:



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    Ich habe schon weniger unterhaltsame Sonntage verbracht... 1 Dank an alle Beteiligten geht raus :jawoll:
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 Mai 2016
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  5. Stadtmauer

    Stadtmauer 3. Liga

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    Irgendwann, irgendwann einmal spielen die Zebras International ohohohoooo! Und wenn wir durch die Länder ziehen, wird Europa vor uns niederknien ohohohoooo!

    http://vocaroo.com/i/s1BFeoKuFJFN
     
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  6. hdsoftail666

    hdsoftail666 Bezirksliga

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    Hach, ich liebe Auswärtstouren, der Bericht macht direkt wieder Bock drauf :happy:

    ...und kuhles Eisenpimmel Leibchen, da beweist jemand Geschmack!:cool:
     
  7. Boris

    Boris Soziale Unruhe

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    Nicht zu vergessen das Lied mit der Trompete. Wer das auch immer auf seinem Smartphone hatte: Danke für diesen Ohrwurm. :mad:

     

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