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Zebrastreifenblog

Dieses Thema im Forum "Blogs rund um den MSV" wurde erstellt von Omega, 11 April 2009.

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  1. Omega

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    Gesellschaftstheorie mit Jürgen Klinsmann

    Gestern morgen wurde im großen Interview mit Jürgen Klinsmann in der Süddeutschen Zeitung vor dem Spiel der Bayern in Barcelona auch die 1:5-Niederlage gegen Wolfsburg am letzten Samstag noch einmal zum Thema. Dass Klinsmann nach diesem Spiel für die öffentliche Kritik an seiner Person die Spieler mit in die Verantwortung nehmen will, wurde auch in folgender Bemerkung noch einmal deutlich:

    Was in Wolfsburg stattfand, war aber doch nichts anderes als ein Spiegelbild der Gesellschaft, verbunden mit der Frage: Inwieweit versuche ich auch selbständig Lösungen zu finden? Es ist für die Spieler in ihrem heutigen Umfeld enorm schwer, gegen innere Widerstände anzugehen: Überall nur Loblieder, Schulterklopfer und Berater, die Geld mit ihnen verdienen wollen.

    Was genau in Wolfsburg dieses Spiegelbild gewesen sein soll, wurde in diesem Interview nicht ganz klar. Der Satz hängt etwas rätselhaft in der Luft. Ich nehme an, Jürgen Klinsmann versteht die anschließende Frage als zentralen Inhalt seines Spiegelbildes, auch wenn er es so formuliert, als komme diese Frage zu irgendetwas anderem hinzu. Er appeliert also an die Selbstverantwortung jedes einzelnen. Frage dich nicht, was die Mannschaft für dich tun kann, sondern frage dich, was du für die Mannschaft tust.

    Das ist die eine Botschaft, die immer wieder gesagt werden muss. Die Wirklichkeit ist natürlich komplizierter. Deshalb darf eine andere Botschaft nicht verschwiegen werden, und die verweist auf Jürgen Klinsmann zurück, weil es um die Organisation dieser einzelnen Spieler geht. Wenn ich mir das Spiel des gestrigen Abends in Erinnerung rufe, so bleibt mir vor allem ein Bild und das sind perfekt aufeinander abgestimmte Bewegungen der Mannschaft Barcelonas. Dank dieser Bewegungen konnte die statisch wirkende Defensive der Bayern mit großer Sicherheit überwunden werden.* Diese Statik hat aber nur zum Teil mit dem Einsatzwillen jedes einzelnen zu tun, gleichzeitig ist sie auch das Ergebnis von gemeinsamer Arbeit, also einem sozialen Tatbestand. Das ist banal, aber wir sehen, im Fußball ist es nicht anders als im richtigen Leben. Immer geht es um die Lösung von Problemen, um Verantwortung jedes einzelnen und um die Frage, welche Möglichkeiten sich diesem Einzelnen in Abhängigkeit vom Handeln anderer für die Verwirklichung seiner Lebensvorstellungen bieten. Und das Ausrichten dieses Handelns auf ein gemeinsames Ziel braucht Koordination von außen.

    Posted in Halbzeitpausengespräch Tagged: FC Bayern München, Jürgen Klinsmann [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Mitten in Meiderich - Folge 11

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

    Wenn ich immer wieder auch an das erste Versprechen von “Mitten in Meiderich” erinnere, den Versuch des Aufstiegs zu begleiten, so geschieht das inzwischen weniger aus kritischem Impuls heraus als aus dem Wunsch, damit weiterhin auf die Entstehensbedingungen hinzuweisen. Denn diese Bedingungen geben Auskunft über den Gehalt dessen, was man zu sehen bekommt. Die Frage, ob wir einem Produkt aus dem Celebrity-Genre begegnen oder einer journalistischen Doku, entscheidet sich lange vor dem Dreh und die Macher haben diese Entscheidung nicht alleine in der Hand.

    Die Niederlage gegen Mainz zeigt nun erneut, dass der Blick aufs Alltagsgeschäft für “Mitten in Meiderich” nur als flüchtiger möglich ist. Diese Folge nach der Niederlage steht nicht wie geplant seit Dienstagnachmittag im Netz, sondern erst seit dem Mittwochmorgen. Ich vermute, das kommt nicht von ungefähr. Wahrscheinlich sind sich die Macher der Doku im Verlauf des Produktionsprozesses immer bewusster über die Grenzen ihres Produkts geworden. Die Niederlage besitzt samt der damit verbundenen Emotionen sehr viel erzählerisches Gewicht und stört den Blick auf die harmlosen Gegebenheiten des Alltagsgeschäfts, die wir bislang zu sehen bekommen haben. Also muss eine Form gefunden werden, die die Niederlage auf ebenso harmlose Weise integriert. Die Lösung des Problems scheint länger gedauert zu haben als geplant.

    Es lag dann nahe, den Haarschnitt Peter Neururers aufzugreifen. Zudem wird ihm Gelegenheit zu einer Standard-Bewertung des Spiels gegeben. Dagegen geschnitten ist das Alltagsgeschäft Rasenpflege im Stadion, ein kleiner Einblick ins Training vor dem Spiel und die Beschäftigung mit dem zu dem Zeitpunkt noch wirksam vermuteten Glücksritual Kartoffelsalat und Bockwürstchen. Viel mehr gibt es über Folge 11 nicht zu sagen. Es ist der Kontrast zwischen all dem, was über das große Thema Niederlage nicht gezeigt werden kann und dem Möglichen, der hier wirkt und die Folge so unbedeutsam erscheinen lässt.

    Noch einmal, die wirkliche Beschäftigung mit der Verarbeitung der Niederlage kann so zeitnah nicht im Interesse des Vereins und der Mannschaft sein.* Zu viel Unruhe könnte das nach sich ziehen. Ich habe den Eindruck, die Macher bewegen sich inzwischen innerhalb der Grenzen des Möglichen auf einem zufrieden stellenden Niveau. Im Fall der Niederlage aber erweisen sich diese Grenzen als so eng, dass das Gezeigte nicht mehr von Belang sein kann. Weil die Doku nicht in die Tiefe geht, herrscht ein Ungleichgewicht zwischen der Bedeutung des Spiels für den Verein und dem was wir an Allerweltsgeschichte in 4 Minuten 48 Sekunden zu sehen bekommen. Natürlich hat es seine Berechtigung zu zeigen, wie so ein Rasen im Stadion in Ordnung gehalten wird. Das Interessante wäre aber jetzt etwas ganz anderes.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Doku-Soap, Medien, Mitten in Meiderich, Peter Neururer, Rasenpflege, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Gibt es eine Descensumphobie?

    Sieht man Leistungen von Fußballspielern zum Ende einer Saison hin, kann schon mal der Gedanke auftauchen, wie schmal der Grat doch ist zwischen der Angst als überlebensnotwendigem Grundgefühl des Menschen und der als behandlungsbedürftig erkannten Phobie. Noch habe ich nirgendwo so etwas wie Descensumphobie als medizinische Klassifizierung der Abstiegsangst gefunden. Allerdings muss ich auch zugeben, die eigentliche Abstiegsangst ist im Gegensatz zu Phobien ja meist wohl begründet. Doch wenn ich den Bericht vom Spiel des FC Augsburg gegen den FC Ingolstadt lese, kommt es mir so vor, als wandele* ein Spieler des FC Ingolstadt auf oben genanntem* Grat gerade ein zweites Mal.

    Necat Aygün ist nämlich einer der Spieler in der Vereinsgeschichte des MSV Duisburg, an die sich die sich die meisten Zuschauer trotz seiner wenigen Einsätze sofort erinnern. Denn von den insgesamt acht Spielen für den MSV geriet sein erstes im Februar 2006 zum Desaster. Auf Betreiben des damals neuen Trainers Jürgen Kohler war Aygün in der Winterpause der* Saison 2005/2006 von der SpVgg Unterhaching für eine Ablösesumme von 750.000 Euro als einer der besten Verteidiger der 2. Liga verpflichtet worden. Die Rückrunde begann, der AbstiegsKAMPF war noch fern, auch wenn* die Tabellensituation für den MSV nicht günstig aussah. Gleichwohl gab es am Spieltag zuvor einen 1:0-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart zu verbuchen. Nun erwartete der MSV als 16. der Tabelle am 4. Februar den Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern. Tatsächlich schien der Verein weiter Punkte sammeln zu können. Das 1:o schoss Markus Kurth in der 40. Minute. Es folgte in der 62. Minute das 2:0 durch einen von Mihai Tararache verwandelten Elfmeter. Jürgen Kohler wollte in der 73. Minute die Abwehr verstärken und wechselte Necat Aygün für Dirk Lottner ein. Allerdings führte dieser Wechsel innerhalb von neun Minuten zum Ausgleich. Nach sechs Minuten Spielzeit hatte Aygün am Rand des eigenen Fünfmeterraums seinen ersten Ballkontakt. Er entschloss sich den ihn bedrängenden gegnerischen Stürmer trotz der Nähe des eigenen Tores auszuspielen und verlor den Ball. Nur wenige Stürmer lassen sich in dieser Tornähe die sich dann eröffnende Chance entgehen.* Halfar machte da keine Ausnahme. Zwei Minuten später lässt sich Aygün an fast derselben Stelle vom selben Spieler überlaufen und ermöglicht ihm so den Ausgleich.

    Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt. Drei Monate später hatte sich Jürgen Kohler als großer Irrtum des vertrauensvollen Walter Hellmich erwiesen. Und Aygüns Vertrag wurde trotz dieser Anfangsbürde bis 2009 verlängert, ohne dass er jemals wieder eine Chance hatte, irgendwoanders als in der Zweiten Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Schließlich bot sich ihm zu Beginn 2008 in Ingolstadt, dem damaligen Regionalligisten mit Aufstiegsambitionen, eine Perspektive.

    Nach dem erfolgten Aufstieg droht dort nun der direkte Wiederabstieg und eine Geschichte scheint sich zu wiederholen:

    Necat Aygün war für den FC Ingolstadt stets die 1,92 Meter große Symbolfigur für Zweikampfstärke und Zuverlässigkeit. Der Dazwischenhauer vom Dienst. Doch dann rutschte Ingolstadt auf den Relegationsplatz ab. Seitdem ist der 29-Jährige ein Beispiel dafür, wie der Kampf gegen Abstieg und um Arbeitsplatz aus gestandenen Prachtburschen ganz schnell wackelige Zauderbubis machen kann. Eindrucksvoll zu besichtigen war das am Freitag im Bayernderby im Augsburger Rosenaustadion.



    19. Minute: Aygün glänzt an der Strafraumgrenze durch Abwesenheit. 23. Minute: Aygün rutscht plötzlich aus. Augsburgs Angreifer Imre Szabics durfte beide Male unbehelligt auf Torwart Lutz zulaufen - und schoss ihn zweimal an.

    Die Stürmer in Liga 2 treffen nur nicht so gut wie damals Halfar.


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    Saison 2008/2009 - 26. Spieltag FSV Mainz 05 (H)

    Mir hat die Niederlage vom Freitagabend nicht die Sprache verschlagen. Ich komme nur erst heute an den Schreibtisch in Köln, nachdem ich noch einen weiteren Tag “tief im Westen, wo die Sonne verstaubt”, verbracht habe. So fügt sich das Zustandekommen dieses Textes nahtlos an das Spielgeschehen vom Freitagabend an. Nichts drängte, kaum etwas musste schreibend verarbeitet werden, es war wahrscheinlich die am wenigsten bewegende Niederlage, die ich seit langer Zeit miterlebt habe. Meine innere Unruhe verpuffte am frühen Freitagabend innerhalb kürzester Zeit, und ein Spiel nahm seinen Lauf, das bis ungefähr zur 70. Minute jede Emotion im Keim erstickte.

    Zunächst habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr trotz aller vorherigen gegenseitigen Beruhigungsversuche bei der Einordung der Wichtigkeit des Spiels einen leicht nervös wirkenden MSV gesehen, der nur schwer ins Spiel fand. Mainz wirkte zu Beginn wacher, konzentrierter und entschlossener. Diese Entschlossenheit konnte natürlich leichter eine Mannschaft zeigen, die sich ihres perfekten Verteidigungsspiel sicher ist. Die Bewegung ohne Ball ist zudem allemal leichter zu bewerkstelligen als die mit dem Ball. Und wenn dann in der Vorwärtsbewegung der gegnerischen Mannschaft die Balleroberung klappt, gibt es die Spielräume für den eigenen Angriff. Es sah also so aus, als seien die Mainzer bereit, mit sehr großer Laufbereitschaft einiges für das erwünschte Ergebnis zu tun. Doch nach etwa 16 oder 17 Minuten war der MSV endlich im Spiel angekommen. Ein Gleichgewicht war für ein paar Minuten hergestellt. Bis dahin hatte es auf beiden Seiten keine wirklich zwingenden Aktionen gegeben, und dann folgt ein Strafstoß, der diesem Spiel im Ungefähren mit leichtem Übergewicht der Mainzer völlig entsprach. Auch dieser Strafstoß ergab sich von unserem Platz aus gesehen aus keiner sehr gefährlichen Aktion. Da sah ich eher ein langsames Stolpern nach einem wenig dynamischen Antritt des Mainzer Stürmers. Der Grund für das Stolpern: ein ungelenker Ausfallschritt von Brzenska. Eigentlich eine überschaubare Gefahr. Der Pfiff erfolgt dann, und auch in dem Moment ist die Stimmung noch allerorten unaufgeregt. Auf dem Spielfeld kaum Empörung, auf den Rängen erst allmähliches Begreifen, es geht um einen Elfmeter. Dann die Frage, war das wirklich ein Elfmeter? Man kann es nicht glauben, aber womöglich ist doch was dran. Dumm und ärgerlich.

    Ein platzierter Schuss folgt, Starke hält sogar fast noch. Und dann? Ist das Resignation, was da in der Luft liegt? Es bleibt ja eigentlich noch genügend Zeit. Doch das Tor kommt genau in dem Moment, als die Spielweise des MSV ein wenig zufriedener stimmte und man zu hoffen begann, die Mannschaft könne wider des ersten Eindrucks doch noch ein Mittel finden, dem so disziplinierten und einsatzbereiten Verteidigungsspiel der Mainzer etwas entgegenzusetzen.

    Denn der Druck auf die Mittelfeldspieler war immens hoch und das blieb so in der ersten Hälfte. Wieder einmal gab es deshalb fast nur die die langen, hohen Bälle auf Kouemaha. Und einmal mehr blieb diese beschränkte Taktik erfolglos. Bodzek, den ich gegen Freiburg noch so hoch gelobt habe, war im Spiel nach vorne völlig überfordert. Was verständlich ist, wenn man sieht, welche Schwierigkeiten schon die technisch versierteren Spieler des Vereins aller Vereine wie Ben Hatira oder Makiadi dieses Mal hatten, den Ball überhaupt nach einem Anspiel zu behaupten. Ein Anspiel vom Mitspieler? Konnte immer nur gerade eben angenommen werden, denn der nächst stehende Mainzer Gegenspieler störte ununterbrochen. Augenblicklich kamen aber ein weiterer Mainzer Spieler hinzu und schließlich noch ein dritter. Ein Verteidigungsspiel dieser Perfektion habe ich in der Saison noch bei keinem Gegner gesehen.

    In der zweiten Hälfte zogen sich die Mainzer mehr zurück. Dennoch gelang es dem MSV nicht, einen ergiebigen Druck aufzubauen. Es blieb bei Einzelaktionen ohne wirkliche Torgefahr. Auch in diesem Spiel sollten die eingewechselten Sandro Wagner und Marcel Heller das Angriffsspiel beschleunigen. Der schnelle Sprint reicht aber nicht aus, wenn mehr als ein Gegenspieler zu übersprinten ist. Dann braucht es Kombinationsspiel.

    Schließlich gab es da um die 70. Minute herum diesen Heller-Sprint in den Strafraum, bei dem er zu Boden ging und der Elfmeterpfiff ausblieb. Erst von dem Moment an war mehr Biss im Spiel, erhitzte sich die Atmosphäre in der Mannschaft und auf den Rängen. Mit einem Mal gab es zumindest die Hoffnung auf ein zufälliges Tor, das erst bei solch einer Stimmung wahrscheinlicher wird. Es sollte aber nicht so sein, und im Grunde zeigte dieses Spiel die Grenzen dieses MSV vollkommen auf.

    Jeder der Spieler auf dem Feld war für sich bemüht und gegen die stets zustande kommende Übermacht der Gegenspieler im Moment der Ballannahme überfordert. So wird der Siegeswille gelähmt. Und wenn selbst Standardsituationen ohne jegliche Gefahr bleiben, kommt die Niederlage näher und näher, je verzweifelter man versucht, sich dagegen zu stemmen. Da schieben sich alte Fehler in den Vordergrund. Starke etwa mit dem altbekannten Zögern beim Herauslaufen auch in unbedrängten Situationen. Es schien, als ob sich alle neu erworbenen Automatismen wieder verloren hatten und häufig ein störendes Denken für den Bruchtteil eines Moments der nächsten Spielaktion vorausging.



    Inzwischen ist es schon Abend geworden, und eigentlich hatte ich den heute morgen begonnenen Text mit dem Abschied vom Aufstieg beenden wollen. Dann blieb mir keine Zeit mehr und nun gibt es die restlichen Ergebnisse des heutigen Spieltages, die es immer noch möglich scheinen lassen, den dritten Platz zu erreichen. Natürlich wünsche ich den Aufstieg, aber diese Mannschaft braucht so viel mehr Qualität im Spielaufbau für das Bestehen in der 1. Liga, dass ich mich frage, woher nehmen? Nüchtern und kühl haben die Mainzer das Spiel gewonnen. So nüchtern und kühl geht mir jetzt auch diese Frage im Kopf herum. Bis ich spätestens am Morgen des Ostersonntags wieder zu spekulieren beginne. Hat Peter Neururer seinen Freund Jörn Andersen eigentlich eine Locke mitnehmen lassen?

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    Zur Beruhigung denke ich an Nicky Adler

    Normalerweise gebe ich ja hier einen Einblick in meine Gefühlswelt nur dann, wenn das mich beschäftigende Spiel schon stattgefunden hat. Ein bisschen Mehrwert über das reine Fantum hinaus sollte nämlich aus meiner Sicht so ein Text schon haben. Dass ich allmählich unruhig werde, muss man doch wahrscheinlich niemandem, der heute Abend ins Stadion geht, erzählen. Es sind noch 5 Stunden* und 15 Minuten bis zum Anpfiff, noch 2 Stunden 45 Minuten sind es, bis ich aufbreche, und in 2 Stunden 44 Minuten werde ich ein drittes Mal kontrollieren, ob ich meine Eintrittskarte eingesteckt habe. Nur das jetzt zu schreiben, genügt meinen Ansprüchen nicht, schließlich kennen wir als Anhänger des Vereins aller Vereine alle die Bedeutung des heutigen Spiels. Aber irgendwas muss ich jetzt tun. Wie schon Tom Starke in “Mitten in Meiderich” sagte, nein, das ist kein Endspiel. Es ist eben nur sehr wichtig. Ja, doch, wirklich wichtig. Aber auch wenn wir verlieren sollten, ist noch alles drin. Es wäre aber besser, wir verlieren nicht. Daher ist es schon wirklich ganz wichtig. Ein … nein, das Wort haben wir nicht, kein Sechs-Punkte-Spiel. Das wäre jetzt zu wichtig. Aber irgendwie fast ein Vier-Punkte-Spiel? Eben ein bisschen mehr als wichtig.

    Voraussichtlich wird Peter Neururer endlich auch mit dem Publikum zufrieden sein. 17.500 Karten sind schon verkauft. Da sollten es dann nun gegen Mainz 05 die schon gegen Freiburg anvisierten 20.000 Zuschauer werden. Es zieht mich also gedanklich alles nach Duisburg, dabei muss ich vorher noch in Köln ein Mittagessen kochen und eine Mail gibt es auch noch zu beantworten. Irgendwas zum Ablenken wäre nicht schlecht, auch wegen des Mehrwertes hier. Deshalb will ich ab jetzt bis gleich immer mal wieder über den Zweijahresvertrag für Nicky Adler nachdenken. Nicky Adler muss ja im Training sehr gut sein. Kann das jemand bestätigen? In einem Spiel dieser Saison habe ich nicht einmal im Ansatz sehen können, was seine Qualitäten sind.* Ein Mann für die Zukunft, heißt es und Bruno Hübner sagt, er habe Pech gehabt in letzter Zeit. Bei solchen Sätzen bleibt in einem Verein wie dem MSV Duisburg immer nur die Hoffnung, dass die Voraussagen der Verantwortlichen sich tatsächlich auch einmal bewahrheiten. Hat das nun gelangt als Mehrwert? So eine Frage? Ein anderer beruhigender Gedanke ist übrigens der Spielstand von 2:0 nach 88 Minuten.

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    Hat jemand die Unterschrift von Bruno Soares gesehen?

    Es ist keine große Sache, weil der Ausgang des Ganzen schon seit einiger Zeit immer wieder als sehr wahrscheinlich beschrieben wird. Doch gibt mir die Berichterstattung über die mögliche Verpflichtung von Bruno Soares die Gelegenheit mal wieder auf die nicht unerhebliche Frage hinzuweisen, wie erfahre ich von der Wahrheit eines Geschehens und aus welchen Informationen setzt sich unser Umgang mit der Wirklichkeit zusammen? Gestern meldete RevierSport den Vollzug der Verpflichtung, dagegen lese ich bei der NRZ mit Meldung vom selben Tag, die Unterschrift stehe kurz bevor. Dem Artikel selbst ist indirekt zu entnehmen, der “Medizincheck” fehle noch. Es sind etablierte Medien, die etwas schreiben, was offensichtlich gleichzeitig nicht stimmen kann. Dank des Internets sehe ich nun beide Meldungen ein und stehe vor der Aufgabe, wenn mich die Wahrheit wirklich interessiert, beim MSV selbst nachzufragen. Denn auf der Seite des Vereins gibt es keinerlei Informationen. Was ja wiederum einen ersten Hinweis darauf gibt, dass der NRZ wohl mehr zu trauen ist. Letztliche Gewissheit gibt aber nur das direkte Gespräch.

    Den Aufwand in dieser Sache so weit zu treiben, scheint mir jetzt ein wenig übertrieben. Mir dient dieses Geschehen nur als Beispiel, gerade weil die Folgen dieses nicht geklärten Geschehens auf das eigene Leben so gering einzuschätzen sind. Man kann darüber nachdenken, ohne sich aufzuregen - außer man hielte Soares für den Garanten des Wiederaufstiegs. Man kann also anhand dieses Beispiels überlegen, welche Quellen der Information man grundsätzlich für sich erschließt, um gewappnet zu sein, wenn ein Geschehen für das eigene Leben einmal wirklich wichtig ist. Diese Quellen müssen im vorhinein erschlossen werden, weil man bewerten muss, wie vertrauenswürdig diese Quellen sind. Dieses Vertrauen erwächst aber und ist nicht von Anfang vorhanden. Etablierte Medien werden natürlich weiterhin immer einen Vertrauensvorschuss erhalten. Doch im Netz ist ja auch eine Art Gegenöffentlichkeit entstanden, die diesen etablierten Medien Fehler nachweist und andere Wahrheiten kennt. Wahrheit scheint demnach immer zersplitterterter, denn nicht immer geht es um so leicht zu überprüfende Informationen wie die, ob eine Unterschrift geleistet wurde oder nicht. Häufig fließt die eigene Posititon im Geschehen in die übermittelte Information mit ein. Also muss man in Erfahrung bringen, wer da spricht. Das kennt man zum Teil aus alten übersichtlichen Zeiten, als die polititische Ausrichtung von Tageszeitungen etwa noch klar erkennbar war. Im Internet hat sich diese mögliche Färbung einer Wahrheit weiter vervielfältigt.

    Wahrscheinlich mache ich mir darüber gerade deshalb ein paar Gedanken, weil ich sehe, wie mein Sohn beginnt, dem Wissen im Internet zu vertrauen. Das lernt er gleichsam nebenbei in der Schule, wenn er Hausaufgaben aufbekommt mit dem Hinweis, sich dazu im Internet zu informieren. In seiner Schule gibt es anscheinend so gut wie kein Bewusstsein darüber, dass dort Wahrheit und Information nicht einfach gefunden werden kann, sondern vorher bewertet werden muss. Von jedem einzelnen selbst, und zwar angesichts eines Überflusses an Information. Man entschuldige diesen kleinen Ausflug in die Medienerziehung und -kritik, aber manchmal liegt mir etwas auf der Seele, für das der Fußball plötzlich als Katalysator beim Schreiben wirkt.

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    Mitten in Meiderich - Folge 10

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

    Vielleicht denkt sich hier mancher Mitlesende längst schon, kann der Mann denn nicht einmal zufrieden sein? Da zieht er die Grenzen für das Mögliche schon recht eng und hat trotzdem an jeder Folge etwas auszusetzen. Das war bislang so - ich erinner aber auch an die Ausnahme nach Folge* 3 - und ich hoffe, ich habe meine Unzufriedenheit immer nachvollziehbar machen können. Nun aber die Folge 10 und natürlich ahnt Ihr schon längst, der Mann kann auch zufrieden sein. Rundum gelungen ist nämlich diese Folge, und ich möchte daher noch einmal auch auf die Produktionsbedingungen hinweisen. Es hat schon Vorteile, wenn nicht ein Spieltag vom Wochenende unbedingt hinein muss bis Dienstag in die nächste Folge. Es hätte schon große Vorteile, wenn der Clip erst Donnerstag erschiene und etwas mehr Zeit bliebe für die Produktion.

    Dann könnten vielleicht öfter kleine Geschichten gefunden werden wie die um Tom Starke und die Besetzung der Torwartposition der Mannschaft. Marcel Herzog kommt dabei auch zu Wort, aber kein anderer Spieler stört die Einheit dieser Folge. Dass nach und nach die einzelnen Spieler des Kaders in den Mittelpunkt einer Folge gerückt werden, zeichnet sich ja längst ab. Doch das bietet sich nur dann an, wenn es gelingt, die Persönlichkeit dieser Spieler etwas zu zeigen. Oder aber der Spieler hat eine interessante Geschichte aus seiner Laufbahn zu erzählen. Im besten Fall kommt beides zusammen.

    In dieser Folge ist das so, weil es mit der Auseinandersetzung um die Besetzung des Stammtorwarts während der Hinrunde einen konfliktträchtigen Hintergrund für das Starke-Portrait gibt. Wir sehen also, wie Tom Starke als der wahrscheinlich stärkste Zweitliga-Torwart vorgestellt wird. Peter Neururer sagt das, der Kommentator auch. Man scheut aber keinesfalls den Blick auf den Konflikt und lässt Marcel Herzog zu Wort kommen, nachdem seine Qualitäten von Peter Neururer ebenfalls in höchsten Tönen gelobt wurden. Durch sein Statement zeigt Marcel Herzog erneut, dass er nicht nur ein sehr guter Torwart ist, sondern auch auf beeindruckende Weise für seine Angelegenheiten eintreten kann. Es zeugt von großer persönlicher Reife, wie sachlich er seine Unzufriedenheit mit der Situation ausdrückt und gleichzeitig die eigene Leistung mit in Erinnerung ruft. Was für eine professionelle Einstellung steht dahinter! Sie macht verstehbar, wieso die Verantwortlichen im Verein auch Marcel Herzog so sehr loben.

    Wenn “Mitten in Meiderich” erst einmal abgedreht ist, kann man übrigens ein Special zusammenschneiden. Das heißt dann, “Auto fahrende Fußballprofis”.* Denn auch Tom Starke sehen wir im Interview auf dem Weg irgendwohin. Das kommt wahrscheinlich daher, dass nicht allzu viel zusätzliche Zeit der Profis für die Produktion aufgewendet werden soll. Sehr schön ist dann auf dieser Fahrt zu hören, wie das Spiel gegen Mainz einerseits sehr wichtig ist, dann aber kein Endspiel und schließlich könnte es vielleicht doch den Charakter eines K.o.-Spiels annehmen. Was zeigt uns das? Ein Fußballprofi braucht bei der Vorbereitung auf ein Spiel auch große geistige Beweglichkeit, um die Wertung der Dinge kontinuierlich seiner aktuellen Befindlichkeit anzupassen. Das ist ein ständiges Schwanken zwischen Verdrängung und Steigerung des Ehrgeizes. Eine wahrscheinlich sehr schwierige Leistung der Psyche und je perfekter ein Profi das Ausbalancieren hinbekommt, desto konzentrierter wird er im Spiel sein. Folgt man den Aussagen Tom Starkes, sehe ich deshalb seiner Leistung gegen Mainz mit sehr großer Zuversicht entgegen.

    Wir sehen Tom Starke und Marcel Herzog auch beim Torwart-Training, was uns nicht nur das Wissen zu ein paar Übungseinheiten bescherrt, sondern auch beweist, im Fußball haben traditionelle Männerbilder unserer Gesellschaft weiterhin ihren Platz. Torwart-Trainer Manfred Gloger bevorzugt jedenfalls die derbe Ansprache und auch seine O-Töne zur Leistung von Tom Starke machen ihn zu einer sehr originellen Person dieses Vereins. Schon immer fiel uns Manfred Gloger durch seinen sehr individuellen Laufstil auf, wenn er vor den Spielen den Torwart eintrainiert. Nun hat er zudem eine Stimme bekommen, und ich weiß, in welchen Worten er über den Fußball spricht. Ich erkenne da eine Unverwechselbarkeit, die an einen Fußball anderer Tage erinnert, an einen Fußball ohne Interviewtraining für Profis. Ich wage zu behaupten, Manfred Gloger ist ein unentdeckter Schatz des Vereins aller Vereine. Im Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit sollten sich die Verantwortlichen einmal Gedanken über Manfred Gloger machen. Und ich weiß natürlich von der Paradoxie dieses Vorschlags und dem möglichen Zynismus, der sich daraus ergibt, die authentische Haltung eines Menschen zu instrumentalisieren. Da geraten wir jetzt ganz schnell zu einem anderen Thema, über das sich das Nachdenken immer auch lohnt. Das aber soll erst dann geschehen, wenn es nötig ist und ich sehe nun lieber voller Vorfreude dem Freitag entgegen, wenn Manfred Gloger in seiner unnachahmlichen Art auf unsere Plätze hinter dem Tor zutraben wird, um dort Tom Starke für einen hoffentlich grandios heraus gepielten Heimsieg warm zu spielen.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Doku-Soap, Manfred Gloger, Marcel Herzog, Medien, Mitten in Meiderich, Tom Starke, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Bilic weiß sich seines Glückes zu erwehren

    Über die derzeitige Orientierungslosigkeit beim FC :kacke: 04 haben sich ja inzwischen allerorten die Sportjournalisten mit staunendem Unverständnis und Kritik geäußert. Heute komme ich erst dazu auf jenen Satz vom :kacke:-Vorstandsvorsitzenden Josef Schnusenberg hinzuweisen, der den einen Teil des Problems in aller Kürze zusammenfasst.

    Etwas unglücklich, weil in einer Mischung aus indirekter Rede und Zitat, heißt es in der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende: “Ein Kanditat sei im Visier, doch ´er weiß noch nichts von seinem Glück. ´” Das ist die eine Wurzel des Geschehens, eine Trainersuche im Bewusstsein, für ein Ehrenamt im deutschen Vereinswesen den Kandidaten finden zu müssen.

    Das erinnert doch sehr an all die Vereine des Breitensports, in denen kurz vor Ende der Saison sich meinetwegen der U16-Trainer daneben benimmt und deshalb plötzlich die gesamte Mannschaft sich aufzulösen droht. Deshalb wird schnelle Rettung gesucht, und wer wird angesprochen? Der U14-Trainer! Wo sich im Breitensport die meisten seufzend breit schlagen lassen, zumindest noch die drei Monate bis zum Ende der Saison das Training zu übernehmen, erwehrt sich U14-Trainer Slaven Bilic seines Glücks und bleibt lieber ausschließlich bei seinen Leuten.

    Die andere Wurzel des Geschehens ist offensichtlicher und ruft Spott hervor. :kacke:-Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies sieht sich anscheinend in derselben Liga wie ein Roman Abramowitsch, dem Gus Hiddink beim FC Chelsea, als es nicht lief, zur Seite sprang. Der erfolgreiche Unternehmer Tönnies fühlt sich offensichtlich ganz in seinem Element. Krisen werden gelöst, indem man zupackt. Da zeigt sich wahrscheinlich jene Persönlichkeit, die aus ihm einen erfolgreichen Unternehmer der Lebensmittelbranche gemacht hat. Wenn nun aber strategische Entscheidungen getroffen werden müssen, stehen ihm diese Eigenschaften in der Unterhaltungsbranche Fußball womöglich im Weg.

    Dieses Phänomen kennen wir ja in Teilen auch aus Duisburg, wo Walter Hellmich den Verein ja immer wieder wie seine Unternehmensgruppe zu leiten versuchte. Es ist das Schicksal solcher Männer wie Tönnies und Hellmich, Nürnbergs Roth fällt mir gerade auch noch ein, dass die Qualitäten ihrer Persönlichkeit in Zeiten großer Not des Vereins stets gebraucht werden. Vor allem denke ich da an Entscheidungen, alleine, schnell und mutig zu treffen und gleichzeitig keine Grenzen des Möglichen zu sehen.* Wenn der Krise aber das Tagesgeschäft folgt, drohen genau diese Qualitäten die Stabilisierung des Erreichten zu verhindern.

    Wo das in :kacke: noch hinführt, werden wir sehen. In Duisburg sieht es zurzeit so aus, als habe Walter Hellmich mit der gleichzeitigen Verpflichtung von Peter Neururer und Bruno Hübner es nun tatsächlich geschafft, etwas loszulassen, was bei seinem ersten Antreten beim Verein aller Vereine noch dringend nötig gewesen ist. Für die Struktur des Vereins kann das nur von Vorteil sein.

    Posted in Fußball und Kultur, Saison 2008/2009 Tagged: Clemens Tönnies, FC :kacke: 04, Josef Schnusenberg, Organisationspsychologie, Unternehmensführung, Walter Hellmich [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Gestern vor 43 Jahren

    Als moderner Mensch mit verschiedenen Identitäten führe ich auch ein Leben in der Printwelt. Manchmal nun macht sich als Teil dieser Identitäten etwas bemerkbar, was anscheinend tief geht und wenig veränderbar zur Persönlichkeit jeder der Identitäten gehört. Heute kann ich mit einem Tag Verzögerung einen Blick auf diesen Teil meiner Persönlichkeit gewähren, der die Leser hier wahrscheinlich wenig verblüffen wird, der aber genauso wahrscheinlich vor allen bei den MSV-Fans großes Verständnis und vielleicht sogar leises Vergnügen hervorrufen kann.

    Unlängst sammelte ich nämlich für mein Alter Ego der Printwelt allerlei Rekorde, von denen ich mir zunächst vorstellte, sie sollten unserer Hauptstadt Berlin zu Stolz und innerer Größe verhelfen. Dann aber kitzelte mich die Macht des Guerilleros. Denn ich nahm einen Rekord in die Liste auf, der nun weniger die Hauptstadt schmückt als Duisburg und jenen Fußballverein, dem ich mich seit langer Zeit verbunden fühle. Der hieß damals noch Meidericher SV und besiegte Tasmania Berlin in Berlin während der Bundesliga-Saison 1965/66 mit 9:0. Angesichts der überschaubaren Rekordereignisse von überregionaler Bedeutung beim Verein aller Vereine werden die meisten hier Lesenden wohl wissen, dabei handelt es sich um den bis heute höchsten Auswärtssieg der Bundesliga-Geschichte. Am 26. März spielte der MSV in Berlin, und wie es der Zufall will, fiel gestern beim Blättern in einem meiner Fußballbücher mein Blick auf Datum und Ergebnis. Länderspielpausen des Ligaalltags müssen ja irgendwie überbrückt werden, und an das Ergebnis erinnere ich deshalb gerne, nicht zuletzt auch um das Ruhrpott-Vergnügen gegenüber der Hauptstadt zu teilen.

    Posted in Historie Tagged: MSV Duisburg, Rekord, Tasmania Berlin [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Wer wie Fredi Bobic Arbeit sucht, braucht ein dickes Fell

    Als Fredi Bobic erfolgreich war, hatte ich mich als aktiver Sportler schon seit Jahren dem Basketball zugewendet und Fußball hieß für mich, die Gegengerade im Wedau-Stadion aufzusuchen. Deshalb lag es mir nicht nur als MSV-Fan völlig fern, davon zu träumen, wie Fredi Bobic vor dem gegnerischen Torwart aufzutauchen und als ein Eckpunkt des Stuttgarter “Magischen Dreiecks” den Ball ins Tor zu zaubern. Heute nun aber denke ich: mal wie Fredi Bobic sein, und dann nämlich auf den Tisch hauen, das ist bestimmt nicht schlecht. Wann sonst wird einem Arbeitssuchenden schon mal so zugehört, wenn er beginnt, von seinen schlechten Erfahrungen mit all den ignoranten Arbeitgebern zu erzählen. Schließlich gibt es nicht wenige, die wie der Chef bei Hannover 96, Martin Kind, auf eine Bewerbung nicht mal mit einem kurzen Standardbrief reagieren. Viele Arbeitgeber sitzen eben nun doch schon seit einiger Zeit am längeren Hebel. Doch wenn man als Fredi Bobic einmal ein berühmter Fußballer war, gibt es zumindest immer einen Journalisten beim Sportinformationsdienst, der seine Meldungen schreiben muss und ein offenes Ohr für den Ärger über solches Verhalten von Arbeitgebern hat. Doch! Das sorgt für eine ausgeglichene Psyche, so ein Dampfablassen, und man weiß es nicht, ob diese öffentliche Stellungnahme nicht doch auch ein ganz kleines Bisschen dazu beiträgt, an grundlegende Regeln der Höflichkeit zu erinnern. Auch oder eher gerade auf einem rauhen Arbeitsmarkt bedarf es zivilisierter Umgangsformen. Fredi Bobic hat natürlich einen weiteren Vorteil, zuguterletzt weiß der Mann, wohin er sich wenden muss. Schließlich hat man irgendwann auch einfach die Nase voll von all der Ignoranz in dieser Welt und dann ist es wunderbar, wenn es da den guten Kumpel aus alten Zeiten gibt. So einen kann man unverblümt fragen, ob er nicht was weiß … von einem Job, und wenn er mal was hören sollte, dann … Und manchmal sagt der Kumpel sogar sofort: “Du kommst gerade richtig!”

    Posted in Fußball und Kultur, Fundstücke, Spieler damals und heute Tagged: Arbeitgeber, Arbeitslosigkeit, Fredi Bobic, Martin Kind, Moral, Stellenmarkt [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Selbstbewusstsein muss man zeigen

    Diese Meldung von der Vertragsverlängerung Olivier Veigneaus lese ich nicht nur gerne, weil sich allmählich auch für eine mögliche weitere Zweitliga-Saison Kontinuität innerhalb des Mannschaftsgefüges abzeichnet. Mir gefällt das Selbstbewusstsein, dass die Verantwortlichen nach Bekanntwerden von Veigneaus Gesprächen mit Fürth gezeigt haben. Gegenüber einem solchen Konkurrenten darf man in die Offensive gehen. Da war das öffentliche Sich-Ärgern von Peter Neururer wahrscheinlich wieder einmal ein Zeichen dafür, dass der Mann die Mechanismen der Branche sehr gut einzuschätzen weiß. Wenn das Ganze auch noch in Absprache mit Bruno Hübner geschehen ist, der in diesem Fall dann wohl den “good guy” gespielt hat, wächst bei mir allmählich die Hoffnung, der Schulterschluss beider vor ihren eigenen Vertragsverhandlungen entstand aus dem Gefühl heraus, gemeinsam gut arbeiten zu können und sich bei dieser Arbeit zu ergänzen. Mal sehen, wie es weitergeht. Diese zwei Unterschriften fehlen ja noch.

    Posted in MSV Duisburg, Saison 2008/2009, Unausgesprochene Regeln Tagged: MSV Duisburg, Olivier Veigneau, Spielervertrag [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Fußball als die Hoffnung auf das ewige Leben

    Es ist die Botschaft des Osterfestes, an die mich das Auswärtsspiel des MSV Duisburg beim* FC St. Pauli gemahnt. Gestern, am späten Abend noch spürte ich diese traurige Beklommenheit, die den Körper durchdringt und dem Leben eine lastvolle Schwere gibt. Das Geschehen, das dieses Gefühl weckt, wirkt nach einiger Zeit schon nicht mehr bildmächtig und erst wenn man sich der Schwere seine Gefühle gewahr wird, überfällt einen dieses Geschehen erneut als Erinnerung, verbunden mit einem kurzen Aufbäumen gegen die Wahrheit dieser Erinnerung und dem dann folgenden Sich-Ergeben in das Unausweichliche. Dann ist dieser intensive Moment des frischen Schmerzes wieder da und bei aller Verdrängung, die das Weiterleben erst ermöglicht, erfüllt einen erneut diese Lähmung, das Nicht-Glauben-Wollen und die Ohnmacht gegenüber dem Schicksal. Wir sind wieder dem Tod begegnet. Ich darf das so schreiben. Ich bin so alt, dass ich dieses Gefühl nicht nur vom Fußball her kenne. Der Fußball gewährt uns nur auf eine leichter ertragbare Weise jene Ausblicke auf das Unausweichliche und stärkt damit gleichzeitig den Glauben an das ewige Leben. Denn heute Morgen spüre ich, wie die Lebendigkeit in mich zurückkehrt. Ich feiere den zweiten Tag des Osterfestes. Ich feiere die Auferstehung. Das ist keine Blasphemie, sondern reiner Glaube an das ewige Leben. Es ist ein sehr irdischer Glaube, weil er durch das Wissen vom nächsten Spiel befeuert wird und notfalls hilft der Blick auf die nächste Saison.

    Erlebt habe ich das Spiel als Konzentration auf entscheidende Momente. Ein Osterbesuch war es dieses Mal, der es mir unmöglich machte, das Spiel mit Marco Röhlings Reportage zu verfolgen. Ein kurzer Blick auf den Live-Ticker in jener Minute, als das Führungstor für den FC St. Pauli fiel, als mein Anfang des Spiels und als Beginn einer insgesamt vielleicht zweiminütigen Achterbahn-Fahrt der Gefühle. Der nächste Blick auf den Live-Ticker erfolgte nämlich gegen halb vier, vor dem Aufbruch zum Osterspaziergang in der Zündorfer Groov. Der Ausgleich! Die Hoffnung auf mehr, weil ich von überlegenerem Spiel des MSV gegen die kämpferischen Paulianer lese. Die Parkplatzsuche dann bei den bekannten anderthalb Minuten Schlussreportage auf WDR 2. Mein Jubel und meine Freude, als ich den Ton des Reporters höre. Ohne Genaues zu wissen, weiß ich bei diesem Ton eines, der MSV führt. Gebannt folge ich der Erklärung und entspanne mich fast, weil der Reporter ebenfalls ganz entspannt beginnt, das Spiel zusammenzufassen. Und dann plötzlich sein alarmierter Ruf, noch einmal Gefahr. Das geht alles rasend schnell, und schließlich seine Feststellung mit fragendem Unterton. Elfmeter!? Ich fasse es nicht. Vergleichbar einem Unfallschock. Kurz nur die Hoffnung, vielleicht hält Starke. Dann ist es vorbei. Wie gelähmt sitze ich im Auto und weiß nicht mehr, wie ich in diese Parktasche hineingekommen bin. Großes Bedauern der Familie um mich herum. Wenigstens das. Ein paar Blicke aber auch, in denen ich erkenne, da versteht einer nicht, was mich bewegt, weiß aber pietätvoll zu schweigen. Es folgt der Spaziergang zur Minigolfanlage. Aus der bedrückten Stimmung bin ich erst für einige Zeit herausgekommen, als der bei uns weilende französische Austauschschüler feststellt, er habe seine Brille verloren. In dem Moment geht “Lebbe” erst mal weiter. Denn nun musste gehandelt werden. Die Bedrückung kehrte zwischendurch wieder zurück. Trauern dauert, und Schreiben hilft in dem Fall mindestens genauso viel wie das redende Bearbeiten des Erlebten mit Leidensgenossen und die kurze Aussicht auf das ewige Leben.

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    Mitten in Meiderich - Folge 12

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

    Dem Projekt “Mitten in Meiderich” begegne ich in jeder Woche von Neuem grundsätzlich mit Wohlwollen. Das sollte trotz meiner Kritik hoffentlich deutlich geworden sein. Ich wollte mich auch mit weniger zufrieden geben als dem, was die Macher der Doku am Anfang versprochen hatten. Doch auch innerhalb dieser immer wieder genannten Grenzen möchte ich etwas sehen, was ich nicht kenne und was am besten mir zudem etwas über den Fußball beim MSV erzählt. Nach dieser Folge habe ich aber nun zum ersten Mal gedacht, hätte ich mir nicht vorgenommen zu jeder Folge etwas zu schreiben, wäre ich bei der nächsten Folge sicher nicht schon am Dienstag am PC.

    In Folge 12 erfahre ich weder über den Fußballbetrieb beim MSV etwas noch lerne ich einen der Spieler näher kennen. Zwar wurde mit Olivier Veigneau eine Art B-Promi-Beitrag eines Boulevardmagazins nachgestellt, Thema: der Franzose und das Essen, doch blieben diese Bilder so klischiert und so vorhersehbar, das hätte jeder andere MSV-Spieler mit den ähnlichen Sätzen zu Currywurst, Ratatouille im Duisburger Hof oder eigenen Kochkünsten auch sein können. Ein Rentner wurde dann am Rand des Trainingsgeländes vor dem Spiel gegen St. Pauli um seine Meinung gebeten, und die hat er natürlich gewohnt rentnermäßig putzig zum Besten gegeben. Und schließlich haben wir am Anfang eine Impression zum deutschen Schlager in der Umkleidekabine auf dem Trainingsgelände und zwischendurch Peter Neururer, der sattsam bekannte Sätze formuliert über den Wert eines Spielers, in diesem Fall Veigneau, und die Möglichkeit am Ende doch noch auf Platz zwei oder drei zu landen.

    Manchmal macht sich außerdem das fehlende* Konzept im Sinne einer langfristigen Dokumentation doch wieder störend bemerkbar, wenn die Perspektive innerhalb der Folge schwankt und plötzlich die vermeintliche Tagesaktualität in den Vordergrund rückt. Das Thema Vertragsverhandlung und Veigneau war längst abgehandelt, jedes Wort dazu war überflüssig.

    Nach Folge 11 dachte ich, die Belanglosigkeit der dort zu sehenden Inhalte hätte etwas mit der Niederlage gegen Mainz zu tun. Heute beginne ich zu fürchten, es fehlt der lange Atem der Macher sehenswerte Inhalte zu finden bis zum Ende der Saison. Da gehen die Ideen aus. Dabei gibt es noch genügend Spieler im Kader, die noch nicht im Zentrum einer Folge standen. Gleichzeitig will ich das gar nicht schreiben, macht sich doch leichter Aberglaube bei mir bemerkbar. Zwischen Form und Inhalt solcher medialen Produkte gibt es ja immer Wechselwirkungen. Nein, der lange Atem darf nicht fehlen, weder bei der Doku noch beim Verein aller Vereine, denn noch sind Punkte in sechs Spielen zu vergeben.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Doku-Soap, Medien, Mitten in Meiderich, Olivier Veigneau, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Die Erstkommunionskinder vom MSV Duisburg

    Wenn ich jetzt von einer Erstkommunionfeier in Paderborn zu erzählen beginne, bedeutet das keineswegs, dass das Spiel vom MSV Duisburg gegen TuS Koblenz hier nur am Rande interessiert. Ganz im Gegenteil, beim obligatorischen Essen im Restaurant konnte ich etwa auf der Toilette das 1:0 bejubeln. Auf der Toilette deshalb, weil dort WDR 2 vor sich hindudelte und die Schwingungen des Jubels im Stadion mich anscheinend so erreichten, dass ich genau zur Verkündung der 1:0-Führung diese Toilette betrat. Unnötigerweise! Einfach nur, um mal Pause vom Tafelgespräch zu machen. Da ich nicht rauche, gebe ich in solch einem Fall einer notwendigen Auszeit gerne vor, ich gehe mal eben … Jeder hat da Verständnis.

    Den enttäuschenden weiteren Verlauf habe ich dann einmal mehr nur am Live-Ticker bei der zweiten Kommunionfeier mitbekommen, zu der wir ebenfalls eingeladen waren. Man sieht, unsere Verbindungen nach Paderborn sind nicht nur zahlreich sondern die katholische Kirche dort hat noch einigen Einfluss auf das alltägliche Leben. Über den Live-Ticker-Text als Puffer zwischen dem Geschehen und meinem Erleben bin ich heute allerdings recht froh, wenn ich lese, wie enttäuschend das Spiel gewesen ist.

    Ich möchte hier keine religiösen Gefühle verletzten, aber anscheinend haben die Zuschauer im Stadion und ich gestern in Paderborn etwas ähnliches gesehen. Bei der einen Kommunionfeiern war ich nämlich in der Messe und hatte den Eindruck, einem Geschehen beizuwohnen, bei dem nicht alle Teilnehmer so genau wussten, was da ihre Aufgabe ist und wie sie selbst als Persönlichkeit für das abstrakte Ziel des Geschehens einzustehen haben. Ob es nun um “die letzte Chance für den Aufstieg” (Peter Neururer) oder um den “Beginn einer neuen Gemeinschaft mit Gott und der Kirchengemeinde” (Paderborner Pastor) geht, beides verlangt neben der inneren Haltung auch das Wissen um Abläufe. In der Kirche habe ich jedenfalls viel Aufregung gesehen und stetes Bemühen aller Beteiligten. Dennoch scheiterten sowohl Kinder als auch zusehende Erwachsene an der Aufgabe, sich sowohl auf den von der Kirche vorgesehen religiösen Wert der Feier zu konzentrieren als auch sicher die verlangten rituellen Handlungen zu erfüllen. Der Pastor fühlte sich sogar in der Pflicht, als eine Art Einpeitscher des richtigen Glaubens aufzutreten und erinnerte eindringlich an den Sinn der Kommunionfeier. Es gab einen in den Kirchenbänken ausgelegten Ablaufplan der Messe mit dem schriftlich festgehalten Sinn der Feier als Motto. Alles das nutzte nur bedingt und in der gemeinschaftlichen Feier rückten immer die einzelnen Kinder in den Vordergrund und achteten Erwachsene nicht auf die Abläufe der Gemeinschaft. Ganz zu schweigen vom weltlichen Eventhaften, das als Atmosphäre über die Feier zog.

    So kommt es mir vor, als sei ich gestern doch bei der Niederlage anwesend gewesen. Nach dieser Niederlage von Planungssicherheit zu sprechen, scheint mir aber völlig unpassend zu sein. Planungssicherheit heißt für mich etwas mehr als die Gewissheit, der MSV Duisburg spielt in der nächsten Saison erneut in der 2. Liga. Zur Planungssicherheit gehört für mich auch ein professioneller Umgang mit der Niederlage, sich sachlich anzusehen, wo die Verantwortlichen des Vereins stehen, was sie sich wünschen und wie das zu erreichen ist. Die heutige Berichterstattung über die Zukunft von Peter Neururer beim MSV Duisburg lässt mich allerdings Böses ahnen. Was ich als Bericht aus dem Verein lese, vermittelt den Eindruck, dass nun nicht sachlich die Zukunft beredet wird. Wieder werden die Sachfragen mit allerlei Nebenbemerkungen gewürzt, die Rückschlüsse auf persönliche Befindlichkeiten lassen. Diese persönlichen Befindlichkeiten von Walter Hellmich und Peter Neururer scheinen die Professionalität des weiteren Ablaufs zu bedrohen. Wo Bruno Hübner dabei positioniert ist, wird nicht ersichtlich. Schweigen wollen wir darüber, wie die Vertragsverlängerung bislang in der Öffentlichkeit dargestellt wurde. All das bereitet mir Sorge und ich merke eine leichte Gereiztheit. In solche einem Zustand beginne ich jeder Meldung vom MSV Duisburg zu misstrauen. Denn eins und eins ist in diesem Verein manchmal aus irgendeinem mir unersichtlichen Grund doch drei.

    Posted in MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: MSV Duisburg, TuS Koblenz [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Ganz Deutschland wartet auf Christoph Daums schwulen Fußballprofi-Kumpel

    Nach Ostern sind hier ein paar Dinge aufgelaufen, weil ich kaum an den Schreibtisch kam. Austauschschüler fremder Länder bereichern den Alltag zwar, sind ohne Unterstützung durch die Schule in den Ferien aber auch betreuungsintensiv. So komme ich erst jetzt zu der Meldung im Kölner Stadt-Anzeiger der letzten Woche, dass Christoph Daum die Gruppenbesetzung des Kölner “Come together Cups” ausgelost hat. Dieses Fußballturnier wird von dem “schwulen Fußballclub Cream Team Cologne” organisiert und soll die “Integration ALLER Minderheiten” befördern. So eine schwul-lesbische Eigeninitiative ist in Köln seit langem mehrheitsfähig, interessiert Jahr für Jahr ein größeres Publikum und bot Christoph Daum noch einmal die Gelegenheit, jene Haltung zu Schwulen zu bekräftigen, die er öffentlich wirksam wahrgenommen wissen will.

    “Für mich ist Homosexualität Normalität”, sagte Christoph Daum, und das klang anders als jene Sätze aus einer TV-Dokumentation vom letzten Jahr, mit denen er sich zwischen Kinder- bzw. Jugendschutz und Klischees über die Sexualität von Homosexuellen verheddert hatte.* Schon damals reagierte er auf die Kritik von unterschiedlicher Seite mit Verweisen auf seine schwulen Bekannten.

    “Schwule sind für mich ganz normale Kumpels. Ganz Deutschland wartet auf den ersten schwulen Fußballer”, fügte er hinzu und meinte damit eigentlich einen sich outenden Profi-Fußballer, den er, wenn er zu ihm käme, unterstützen würde. Ganz Deutschland? Nun ja, das lassen wir mal dahin gestellt, aber ich glaube, die Bedingungen, unter denen diese mögliche Unterstützung geschehen kann, sollte man sich mal näher ansehen.

    Wenn ich nämlich an meine eigenen Erfahrungen im Mannschaftssport unter Männern denke, wird man beim Reden über Schwulsein in der Männerwelt des Sports sehr schnell auch über männliche Körperlichkeit reden müssen. Wer jemals als Mann längere Zeit in einem Mannschaftssport aktiv gewesen ist, kennt diese Momente nach dem Spiel in den Umkleidekabinen oder unter der Dusche mit kleineren Spötteleien auf der Grundlage von Klischees über Schwule. Das hat ganz oft weniger mit Ressintements gegenüber schwulem Leben zu tun als mit der Unsicherheit gegenüber Intimität und Körperlichkeit unter Männern. Es hat mit den im männlichen Selbstbild verankerten Möglichkeiten zu tun, wie sich Männer nackt begegnen können, im besonderen Fall dort, wo der Wettbewerbsgedanke gerade noch lebendig gewesen ist. Es geht um Entblößung, sich verletztlich zeigen und den Möglichkeiten, das alles ohne Scham auszuhalten. Humor spielt dabei keine kleine Rolle. Wenn Christoph Daum also einen schwulen Profifußballer innerhalb seines Kaders unterstützen wollte, würde ich ihm raten, den betreffenden Fußballer in seinem Sinn für Witz und Humor zu bestärken. Weil Umkleidekabinen und der Fußballplatz ein halbprivater Raum sind, gelten hier andere Regeln als beim Reden in der Öffentlichkeit. Da nutzen Tabus wenig, weil das Reden über Schwulsein meist ein Symptom für etwas anderes ist. Dieses Andere wird sich einen Ausdruck suchen, und es wäre nicht nur für den Erfolg der Mannschaft besser, dass so etwas nicht verdeckt geschieht.

    Dass diese Unterstützung im Mannschaftskreis noch die einfachere Aufgabe wäre, versteht sich von selbst. Für einen sich outenden Profifußballer wäre es die Herkulesaufgabe, dem Publikum in dessen düstersten Momenten zu begegnen. Da bräuchte die Unterstützung von Christoph Daum ein wenig Unterstützung vom DFB. Und selbst dann müsste so ein bekennender schwuler Profifußballer schon eine ziemlich dicke Haut haben, wenn man sieht, was trotz aller Anti-Rassismus-Kampagnen farbige Spieler immer wieder hören müssen. Dennoch haben Christoph Daums öffentlich Sätze natürlich ihren Sinn. Sie sind Ziegelreihen in einer Brandmauer gegen diskriminierenden Schwachsinn und das sogar ungeachtet der Frage, was man sonst so von Christoph Daum hält.

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    Mitten in Meiderich - Folge 13

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

    Kritisch wollte ich “Mitten in Meiderich” begleiten und über die Zeit merke ich, wie mir mein Schreiben immer mehr zu einer Art Weiterbildung in Sachen Medienkompentenz gerät. Das geschieht, weil ich mich in der Rolle des tadelnden oder lobenden Kritikers unwohl fühle. Denn gleichzeitig macht sich der Fan in mir immer wieder bemerkbar und will jedem kritischen Wort Einhalt gebieten. Schließlich gefällt es mir als Fan zunächst ungeachtet aller Qualität, dass der MSV Duisburg überhaupt Aufmerksamkeit von einem Fernsehsender erhält. Indem ich also auf Entstehenszusammenhänge verweise und Gezeigtes, wann immer es geht, eher einordne als werte, entgehe ich einerseits dem inneren Konflikt ein wenig und gebe andererseits den Zuschauern damit hoffentlich Mittel an die Hand, Produktionen ähnlicher Art besser einzuordnen.

    Für den so entstehenden “Baukasten zur Medienkompetenz” (Anfragen bitte unter “Kontakt”) ist diese Folge mit ihren 4 Minuten und 55 Sekunden ein gelungenes Beispiel für Etikettenschwindel. Denn aus der beabsichtigten Dokumentation ist unter der Hand Tagesjournalismus geworden, der sich vor allem die Zukunft von Peter Neururer beim MSV Duisburg zum Thema gemacht hat. Mancheiner mag nun denken, warum hat er nun daran wieder etwas auszusetzen, wo er doch die ganze Zeit einfordert, die Doku müsse den Alltagsbetrieb beim MSV Duisburg zeigen? Diese Unstimmigkeiten und Schwierigkeiten nach der Niederlage gegen Koblenz zwischen Vereinsführung und Trainer sind doch ein gelungenes Beispiel für den Alltagsbetrieb.

    Das stimmt grundsätzlich, doch in dem Clip missfällt mir die Perspektive des Gezeigten und das liegt einmal mehr daran, dass den Machern meist das dokumentarische Bewusstsein für ihr Produkt fehlt.* Und damit wären wir wieder beim Thema Medienkompetenz. Von einer Dokumentation, sei die einzelne Folge auch noch so kurz, erwarte ich mehr als Verlautbarungsjournalismus. Folge 13 ist aber nichts anderes als der Versuch der im Betrieb des MSV beteiligten Hauptpersonen, Walter Hellmich und Peter Neururer, sich ein gutes Bild in der Öffentlichkeit zu schaffen. Diesen beiden Personen räumen die Macher den Platz ein, um unhinterfragt ihre Positionen darzustellen. Dazu kommen ein paar Standard-O-Töne von Spielern zu Spielwertung und dem Ausblick auf die Zukunft. Dieser Clip ist wie ein Standardnachrichtenbeitrag der Tagesschau, der den Menschen das Gefühl von Sicherheit gibt. Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.

    Auch von einer Mini-Doku erwarte ich etwas anderes. Und nun kommt der entscheidende Moment in Sachen Medienkompetenz. Die Form, in dem wir über die Wirklichkeit erfahren, bestimmt den Inhalt mit. In diesem Fall verleiht das Format Dokumentation dem Gezeigten eine überdauernde Wahrhaftigkeit, die sich in den Aussagen von Walter Hellmich und Peter Neururer aber nicht findet. Sowohl Walter Hellmich als auch Peter Neururer positionieren sich in dem Clip für die zukünftigen Verhandlungen. Die Wahrheit ihrer Worte ist gefärbt durch Interesse und Taktik. Ihre deutlichen Worte darf man in diesem Clip, selbst wenn man zugesteht, dass beide sie für wahr halten, zu diesem Zeitpunkt nicht glauben. Der Überbau Dokumentation macht sie wahrer als sie zu diesem Zeitpunkt sein können. Im Format* Tagesjournalismus wären sie als Momentaufnahme sofort richtig einzuordnen.

    Wenn die Macher ihren Anspruch vom Anfang ernst nehmen würden, hätten sie selbst diese Einordnung in diesem Fall vorgenommen. Es bewahrheitet sich wieder, dass die Macher ihre eigene Position innerhalb der Produktion, ihr Verhältnis zum Thema und damit die Perspektive ihrer Berichterstattung immer wieder neu suchen. Das Bewusstsein über diese Position aber bestimmt die Qualität der Bilder. Vielleicht haben die Zuschauer ohnehin längst dieses Versprechen der dokumentarischen Form aus dem Blick verloren und nehmen die Dinge wie sie sind. Wenn sich für mich wie von selbst ein “Baukasten zur Medienkompetenz” entwickelt, können sich bei den anderen Zuschauern ihre Erwartungen an die Doku doch ebenfalls den Gegebenheiten angepasst haben.

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    Das Ergebnis eines Männergesprächs

    Auch wenn die Bedeutung des Vier-Augen-Gesprächs für die Entwicklung des Fußballs irgendwann einmal genauer untersucht werden müsste, aus der jüngsten Vergangenheit lassen sich erste Erkenntnisse gewinnen. So wies uns ein bekannter Zeitzeuge auf Verfallserscheinungen dieser Kulturtechnik hin, als unlängst die interessierte Öffentlichkeit gebannt das Oktober-Gespräch zwischen Joachim Löw und Michael Ballack erwartete.

    Lothar Matthäus kennt man ja als einen sentimentalen Hüter der Vergangenheit, und so überrascht es nicht, wie er das Vier-Augen-Gespräch früherer Zeiten als große fußballerische Errungenschaft preist.* Mit Teamchef Franz Beckenbauer traf sich der damalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft mindestens einmal pro Woche zu einem vertraulichen Gespräch, so berichtete Lothar Matthäus im Oktober 2008 gegenüber Eurosport und wird schwärmerisch zitiert: “Da ging es um die Mannschaft, die Taktik, die Aufstellung. Davon ist nichts nach außen gedrungen. Es war ein klassisches Vier-Augen-Gespräch”. Dagegen muss in der Gegenwart Verfall festgestellt werden. Zwar dringt noch immer nichts nach außen, aber Joachim Löw und Michael Ballack trafen sich allein zur Krisenbewältigung. Von Klassik keine Spur mehr. Denn offensichtlich ging es nicht um das nächste Länderspiel, sondern um die Hierarchie der Institution Nationalmannschaft.

    An all das erinnere ich, weil sich ein Vier-Augen-Gespräch auch Walter Hellmich und Peter Neururer erlaubten. Zu aller Überraschung wurde danach die Verlängerung des Vertrags von Peter Neururer per Handschlag verkündet. Die Unterschrift Peter Neururers soll heute folgen. Nun frage ich mich, ob wir hier das Ergebnis eines klassischen Vier-Augen-Gesprächs Matthäusscher Deutung sehen oder wir eher an die Löw-Ballack-Variante denken müssen. Letzteres wäre mir natürlich nicht so lieb und ich hoffe sehr, dass Walter Hellmich und Peter Neururer heimliche Virtuosen des Konfliktmanagements sind. Hoffen darf man ja immer und es wäre doch zu schön, wenn entgegen all diesem äußeren Anschein die Inhalte nicht alleine zum Hierarchie bestätigenden Zweck gesprochen wurden.

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    Das Geheimnis des Vier-Augen-Gesprächs

    Überraschung! So hieß es ja, als vorgestern verkündet wurde, Peter Neururer habe nun doch den Vertrag mit dem MSV Duisburg verlängert. Bislang konnte ich mir über die Perspektive dieser Vertragsverlängerung noch gar nicht so richtige Gedanken machen, weil mich immer noch beschäftigte, wie ein Gespräch unter zwei so Ich-zentrierten Persönlichkeiten wie Walter Hellmich und Peter Neururer wohl ausgesehen hat. Ich muss zugeben, es stellten sich da keine Bilder des Bemühens um Verstehen ein. Immer wieder hörte ich im Geiste, wie starke Aussagen aufeinander prallen. Gegenseitiges Fragen kam in diesem von mir vorgestellten Gespräch nicht vor. Irgendwann habe ich mich mit der Erklärung begnügt, dass ich die Beteiligten ja nur durch deren öffentliches Auftreten kenne. Was, wie wir wissen, nicht alle Dimensionen der Persönlichkeit eines Menschen erfahrbar macht. Heute aber lese ich etwas, was* zu meinen Vorurteilen über diese Welt passt. Das Vier-Augen-Gespräch sah ein weiteres Augenpaar, nämlich das von Bruno Hübner. Nun wiederum passt alles zusammen. Was ich von Bruno Hübner im öffentlichen Auftritt erfahre, macht ihn zum idealen Moderator einer solchen Situation. Er wirkt wie jemand, der eher zuhört, als dass er vorschnell eine Meinung kund tut. Seine Sätze klingen fast immer abwägend und nehmen Bezug auf das vorher Gesagte. Keine Selbstverständlichkeit! Wegen seiner Zurückhaltung nach der anscheinend etwas vorschnellen Verkündigung der Vertragsverlängerung war er angesichts der jüngsten Entwicklung in seiner Position öffentlich nicht festgelegt. So bleibt mir die Erkenntnis, Vier-Augen-Gespräche sind von Nutzen, wenn die sozialen Positionen der Beteiligten nicht erst verhandelt werden müssen. Bei komplizierteren Situationen ist es nicht schlecht, zwei weitere Augen dabei zu haben, die das Vertrauen der anderen zwei Augenpaare besitzen.

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    Das neue Verhältnis zum Spiel

    So fühlt sie sich also mal wieder an, diese interesselose Neugier auf das Spiel. Beißender Ärger oder großer Jubel sind der stillen Zufriedenheit gewichen, als ich zum Ende der ersten Halbzeit mir kurz den Live-Ticker durchlese und mich danach endlich einmal wieder an Marco Röhling bei Radio DU erfreuen konnte. Ich lese also von der sicheren Führung des MSV Duisburg. Zudem wecken gelbe Karten und die Verletzten bei mir die Vorstellung von ruppiger Zweitligawelt, aber auch von Ungeschicklichkeiten der Spieler und der damit verbundenen Verletzungsgefahr. Letzteres ist nicht ein unfreundliches Vorurteil gegenüber den technischen Fähigkeiten und der Körperbeherrschung der Spieler auf dem Platz, sondern eine Reiz-Reaktions-Kette Pawlowscher Art, die sich in mir über die letzten Jahre hin verfestigt hat und nur durch eine lang andauernde Gegenkonditionierung durch mehrmonatige Beobachtung von sehr gutem Kombinationsfußball durch den Verein aller Vereine wieder aufhebbar ist.

    Der MSV gewinnt also, Peter Neururer ist mit der zweiten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden und Nicky Adler zeigt anscheinend endlich einmal auch im Spiel, weshalb er neulich einen Vertrag unterzeichnen durfte. Dumm, dass ich das nicht habe sehen können. Ich hoffe, seine Leistung wiederholt sich im nächsten Heimspiel.

    So geht es also ruhig ins Wochenende, gleich werde ich noch einmal in die Gerüchteküche hineinschauen. Mal sehen, welche herumschwirrenden Namen da gerade wieder zu schmackhaften Gerichten vorbereitet werden.* Da frage ich mich, ob ich nicht auch einmal das Gefühl genießen möchte, der Urheber eines einzigartigen Gerüchtes zu werden. Sich unsterblich machen mit dem sicheren Wissen aus einer vertraulichen Quelle zur bevor stehenden Neuverpflichtung eines gestandenen Mittelfeldspielers, der angesichts der Wirtschaftskrise und des fast tödlichen Autounfalls eines nahen Freundes erkannte, dass Geld nicht alles im Leben ist. Glücksgefühle wie beim Aufstieg nach einer langen Zweitliga-Saison machen so ein Leben nämlich auf eine ganz andere Weise reicher als es mit Geld jemals möglich wäre.

    Posted in MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: MSV Duisburg, Nicky Adler, RW Ahlen [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Eine moderne Angst? Der Minderwertigkeitsverlust

    Man kennt Peter Neururer als einen Mann, der sich jeder einzelnen seiner Fähigkeiten und Eigenschaften sehr sicher ist. Eine dieser Eigenschaften war ihm allerdings in seiner ganzen Karriere keine Rede wert. Es blieb Bernd Bemann vorbehalten,* in diesem Artikel über den MSV in der Rheinischen Post auf jenen lange verschwiegenen Persönlichkeitszug hinzuweisen:

    An Minderwertigkeitsverlust leidet der Fußball-Lehrer nun wirklich nicht.

    Ich mag solche schiefen Sätze. Sie sind komisch, überraschend und bringen das Denken in Gang. Denn wenn man sich nur diesen laut Google im deutschsprachigen Raum einzigartigen “Minderwertigkeitsverlust” ansieht,* sollte man ja geradezu hoffen, dass er möglichst bald eintreten wird. Aber wenn das dann Leiden nach sich zieht, wird das wohl nie was mit Peter Neururer und dem dauerhaften Erfolg. Wie gesagt, manchmal enthüllen solch schiefe Sätze eine zweite Wahrheit des Gemeinten, eine Wahrheit, die vom Unbewußten gespeist wird. Danke, Bernd Bemann! Ganz ernst gemeint. Und ich hoffe natürlich auf den ganz schnellen Minderwertigkeitsverlust. Keine Frage.

    Posted in Fundstücke Tagged: Peter Neururer, Sprache, Stilblüte [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Großstadtfans im Kleinstadtstadion

    Es ist Zufall, dass ich an zwei Wochenenden nacheinander empörte Erzählungen über Polizeigewalt gegen Fußballfans höre und lese. Letztes Wochenende, am Kommunionssonntag in Paderborn, war nämlich auch das zu dem Tag vorletzte Heimspiel des SC Paderborn gegen den 1. FC Union Berlin immer noch ein Thema, weil nach diesem Spiel die Polizei die Berliner Fans eingekesselt hatte, anscheinend wahllos Pfefferspray einsetzte und die Gewalt eskalierte. Schnell gegoogelte Berichte gibt es journalistisch hier und blogwärts hier.

    Heute lese ich nun vom Gewaltnachspiel für viele MSV-Fans, die in Ahlen waren. Nicht nur die zahlreichen Kommentare ergeben ein etwas anderes Bild gegenüber dem Polizeibericht, auch hier findet sich eine Art Gegendarstellung zur offiziellen Sicht der Dinge. Gleichwohl gibt es auch Kommentare, in denen zu allererst mehr Selbstkritik bei den Fans gefordert wird.

    Das große Thema der Diskussion scheint aber die Verhältnismäßigkeit der Polizeigewalt zu sein. Gewalt ist nämlich eine viel kompliziertere Sache als es ihr sichtbarer Ausdruck nahe legt. Wenn man Gewalt aus einer Gruppe heraus unterbinden will, geht das nicht mit Kollektivmaßnahmen, wenn die Gewalttäter in der Gruppe eine Minderheit sind.* Solch eine Maßnahme provoziert vielmehr die Solidarisierung der unbeteiligten Mehrheit mit der Minderheit.

    Ich war nicht vor Ort, aber wie es an jedem Spieltag zwei Tore auf dem Spielfeld gibt, kommen ohne Frage immer auch Fans zum Spiel, für die Randale jederzeit im Bereich des Möglichen liegt. An manchen Tagen vielleicht sogar so sehr, dass ohne diese Gewalt dieser Tag ein verlorener Tag für sie wäre. Dass sie für diese Gewalt dann immer einen Grund nennen können, legitimiert im Gegensatz zur Meinung vieler Kommentatoren des oben verlinkten Artikels gar nichts. Mit solcher Gewalt setzt sich die Polizei seit Jahren auseinander.

    Angesichts des zufälligen Zusammentreffens beider Polizeiaktionen in der Provinz kommt mir aber der Gedanke, dass es dort in der Provinz weniger um Gewaltverhinderung ging als um die Behauptung von Macht und symbolischer Territorialherrschaft. Bei solchem Aufeinandertreffen von Großstadtverein und Kleinstadtverein unterhalb der Bundesliga scheint es oft auf beiden Seiten Haltungen und Selbstbilder zu geben, die der Gewalt förderlich sind. Selbst wenn die Polizisten selbst nicht aus der Kleinstadt kommen, sie kommen vielleicht aus der Region und handeln stellvertretend für den Stolz der Region. Da geht es nicht einfach darum, zu verhindern, dass irgendwelche Idioten Steine schmeißen oder Busse demolieren. Da geht es darum, Fremden dafür zu bestrafen, dass sie die Ruhe vor Ort stören. Umgekehrt gibt es bei den Fans nicht selten Hochmut und Arroganz gegenüber der Kleinstadt. Die dort lebenden Menschen werden belächelt und über die Gegebenheiten dort macht man sich lustig. Als ich in der Aufstiegssaison 2006/2007 zu dem vorentscheidenden Spiel mit in Paderborn war, begegnete ich dieser unerträglichen und eigentlich nicht minder provinziellen Arroganz in fortwährenden Spötteleien über die dortigen Verhältnisse. Auf so etwas muss eine Einsatzleitung der Polizei achten, um bei solchen Spielen von Großtstadt gegen Kleinstadt deeskalierend wirken zu können. Und da die Polizisten der Einsatzleitung ja wohl meist in der Kleinstadt zu Hause sind, ist das ein Problem.

    Posted in Fußball und Kultur, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: 1. FC Union Berlin, Fans, Gesellschaft, MSV Duisburg, Polizei, RW Ahlen, SC Paderborn [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Mitten in Meiderich - Folge 14

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist …

    Der Tagesjournalismus hatte in Folge 13 Einzug in das als Mini-Doku angekündigte Format von “Mitten in Meiderich” gehalten. Das setzt sich nun mit einem nächsten Clip fort, der bereits letzte Woche, am Donnerstagabend, ohne weitere Zählung in die Doku-Folgen eingereiht wurde. Die Vertragsverlängerung von Peter Neururer wurde zur “Doku Breaking News”. Das Zerfasern des Inhalts erhält nun also eine gleichsam folgerichtige Entsprechung bei der Präsentation der Doku. Allmählich denke ich daran, meinen Einleitungstext umzuschreiben.

    Soll ich es noch einmal sagen? Der Grund für dieses Ausfransen des Formats ist der Verzicht auf die starke Idee, auf die alle Folgen hin ausgerichtet sind. Weil* ein Leitinstrument für das Erkenntnisinteresse fehlt, gerät mit der Zeit und unter dem Produktionsdruck nicht nur jedes beliebige Bild mit dem Oberbegriff “MSV Duisburg” zum potentiellen Sendematerial, sondern auch die tagesaktuellen Meldungen werden zum Wert an sich für die Macher. Da wir uns ohnehin im Graubereich hin zur PR bewegen, ist aus der Mini-Doku eine Art Zebra-TV mit Sendefenster auf der DSF-Seite geworden.

    Auch in Folge 14 kreisen die Macher vor allem um Peter Neururer. Erst ist nochmals die Vertragsverlängerung Thema samt neuerlichen Trainingskibietze-als-des-Volkes-Stimme-O-Töne zur allgemeinen Lage, dann sehen wir den boulevardesken Mittelteil “Harley-Fahren ist das große Hobby von Peter Neururer”, um schließlich bei nichtssagenden Statements von Spielern über Ziele des Vereins zu landen.

    Die Macher haben anscheinend endgültig Abschied von jedem dokumentarischen Interesse genommen und sehen stattdessen den Fünf-Minüter der sonntäglichen ZDF-Sportreportage in noch weicher gespülter Form als leuchtendes Vorbild für ihr Produkt. Solche O-Töne etwa, wie ich sie heute gehört habe, schreibe ich im Schlaf, falls Nachwuchsfußballer beim Interviewtraining Textvorlagen brauchen. Die Zukunft vom MSV? Wir wissen, der Verein will in die 1. Liga, und wir sehen, wie alle alles dafür tun. Und es ist gut, dass Peter Neururer nun weiter dabei ist. Ach, und die Saison ist noch gar nicht zu Ende? Lasst doch Peter Neururer noch was dazu sagen, der nimmt kein Blatt vor den Mund. Aber auch der O-Ton von Peter Neururer hätte in meinem Script gestanden. Es sind noch fünf Spiele und der MSV hat nicht vier Punkte Rückstand auf den Dritten in der Tabelle. Drei besser platzierte Mannschaften wollen auch Dritter werden.

    Wollten die die Macher nochmal ein bisschen an den Aufstieg erinnern? Sollte schließlich vor langer Zeit mal das Thema der Doku sein, der MSV und sein Versuch wieder aufzusteigen. Und da ist die stets nahe liegendste Frage, geht noch was? Auf den Fan als Zuschauer kann man bei solchen Fragen auf jeden Fall zählen. Denn welcher Fan hört nicht gerne aus des Trainers Munde, was er ohnehin zwar weiß, was aber immer noch die heimliche Hoffnung einfärbt? Ist schließlich der Trainer, der erst realistisch die Lage klärt und dabei ohne wirklich etwas zu sagen, doch vage etwas Zukunft aufscheinen lässt. Wie gesagt, Medienprofi ist Peter Neururer auch, und es deutet sich an, die Macher der Doku wissen, wen sie zur Not fragen müssen, damit noch irgendwas geht. Für sie selbst und weniger für den Verein aller Vereine.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Doku-Soap, Medien, Mitten in Meiderich, Peter Neururer, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Von Trainerwissen und dem Berufsethos der Profifußballer

    “Peter Neururer fehlt beim MSV die Spannung”, so titelt “DerWesten” vorgestern einen Artikel, in dem von der Unzufriedenheit des Trainers mit seiner Mannschaft berichtet wird. Als Ersatz für die im Montagsspiel gegen SpVgg Fürth ausfallenden Kouemaha und Tarache bietet sich anscheinend kein Spieler richtig an. Es fehlt an Anstrengungsbereitschaft, so verstehe ich Peter Neururers Kritik.

    Ich denke ja gerne darüber nach, was mir solche Meldungen über den eigentlichen Informationswert hinaus alles erzählen. Und da sehe ich als erstes einmal mehr, wie sehr Peter Neururer die Medien und die Öffentlichkeit in seine Arbeit als Trainer einbindet. Ob er sich mit Medienwirkung und Massenpsychologie auch theoretisch auseinandersgesetzt hat oder ob er rein intuitiv vorgeht, vermag ich natürlich nicht zu sagen, aber es scheint mir ganz offensichtlich zu sein, dass für die Wirksamkeit des Trainings von Peter Neururer dessen Wissen über den Umgang mit Medien ebenso wichtig ist wie sein Wissen über Konditionstraining oder die Übungsformen zu Technik und Taktik. Medien sind demnach für Peter Neururer nicht nur einfach Übermittler von Nachrichten. In der Art, wie und welche Informationen er weitergibt, zeigt sich sein Bewusstsein darüber, dass Medien mit der Informationsübermittlung gleichzeitig Einfluss auf die Wirklichkeit nehmen und sie formen.

    Mir fällt jetzt kein anderer Trainer ein, der so viel Mut besitzt als Einzelperson, andere würden vielleicht Chuzpe oder Frechheit schreiben, es zu versuchen, Medien für die eigenen Interessen zu nutzen; Interessen, die in Peter Neururers guten Zeiten in einem Verein mit den Interessen dieses Vereins zusammen fallen. Mut nenne ich das deshalb, weil diese Medien vertreten durch die Journalisten selbstverständlich eigene Interessen haben und auch diese Interessen gehen über die reine Vermittlung von Informationen hinaus.

    Außerdem erfahre ich durch diesen Bericht etwas darüber, dass für einen Profifußballer Fußballspielen Arbeit heißt. Man kann die von Peter Neururer vermisste Anstrengungsbereitschaft nämlich auch so deuten, in dem Moment, wo es im mittelständischen Unternehmen keine großen Umsatzziele mehr gibt und wo Zukunfstsvisionen ins nächste Jahr verschoben werden, in dem Moment ist das Berufsethos jedes einzelnen Angestellten gefragt. Man kann es auch so verstehen, dass die Unterhaltungskünstler, Sparte Profifußball, noch nicht das Selbstverständnis von Schauspielern, Artisten oder Musikern haben. Das sind jetzt flüchtige Gedanken und wahrscheinlich komme ich später nochmals drauf zurück. Die Basketballer von den Harlem Globetrotters oder Wrestler gehören ja weitaus mehr zu den Schauspielern als zu Sportlern, Fußballer im Niemandsland der Tabelle gehören anscheinend nirgendwo mehr hin. Fühlen sie sich selbst verpflichtet, eine gute Show zu bieten? Das hielte ich für angemessen. Aber ich glaube, so weit sind sie noch nicht diese Angestellten des Unterhaltungsgewerbes. Ihre Motiviation beziehen hauptsächlich aus der Frage nach Sieg oder Niederlage. Mich interessiert das sehr, welchen Einfluss die Entwicklung des Fußballs auf das Selbstverständnis der Sportler hat. Das jedenfalls wird auch angestoßen, durch diesen Artikel. Später kontinuierlich mehr dazu.

    Posted in Fußball und Kultur, Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Berufsethos, Medien [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Griechische Hallensportfankultur

    Wenn ich jetzt von Fankultur rede, meine ich vor allem die ungeschriebenen Regeln, wie Fans die eigene Mannschaft unterstützen wollen oder sollen. Schließlich müssen sich die Einzelnen zur Masse finden. Dabei geht es nicht anders zu als in anderen Teilen unserer Gesellschaft. Es gibt Moden der Anfeuerungsrufe. Es gibt das Establishement und diejenigen, die Veränderung wollen. Es gibt Entscheider. Über die Jahre ist aber eins immer gleich geblieben. So eine Fankultur beschränkt sich in Deutschland auf den Fußball. Bei den populären Hallensportarten verhalten sich Fans auch bei größter Freude gebändigter.* Zivilisatorische Regeln besitzen für Hallenfans größere Kraft, Ausnahmen bestätigen hier nur diese Regeln.

    Um so beeindruckender ist es für einen deutschen Zuschauer, wenn Fans in einer Halle sich so verhalten als befänden sie sich bei einer Freiluftveranstaltung. Vor zwei, drei Jahren habe ich in Düsseldorf einmal* bei einem Basketballspiel das Spektaktel gesehen, das Fans von Panathinaikos Athen veranstalten. Und vielleicht hat der ein oder andere vor dem Wochenende mitbekommen, welche Sorgen die Ordnungskräfte in Berlin umtrieben, weil dort beim Final Four, einer Art Championsleague-Endrunde des Basketballs, im Halbfinale Olympiakos Piraeus und Panathinaikos Athen aufeinander trafen. :kacke: gegen Dortmund in verschärfter Form. Das Spiel war ungemein spannend, und die Fans waren beeindruckend laut. Der Blick auf die griechische Hallensportfankultur erinnert daran, wie Vorurteile das Leben begleiten.* Was wir sehen, wirkt fremd und vertraut zugleich. Etwas wie die griechische Hallensportfankultur findet sich in Deutschland, wenn überhaupt, nur in Fußballstadien. Bei youtube gibt es unzählige andere Clips unter den Stichworten Basketball, Olympiakos, Panathinaikos. Wie gesagt, beindruckend und manchmal auch gefährlich.

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    Posted in Halbzeitpausengespräch Tagged: Basketball, Fankultur, Final Four 2009, Olympiakos Piraeus, Panathinaikos Athen [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Saison 2008/2009 30. Spieltag - SpVgg Greuther Fürth (H)

    Vor ein paar Tagen noch habe ich mir Gedanken über das Berufsethos von Fußballspielern gemacht und wie die Motivation von Profifußballern für ihren Berufsalltag von der Frage nach dem großen Saisonziel abhängig ist. Meine Überlegungen hatten einen leicht scheltenden Unterton. Deshalb wäre es eigentlich gerecht, auch ein paar kritische Wort zu meiner anfänglichen Haltung beim gestrigen Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth zu finden. Als ich im Stadion ankam, war auf den Stehplätzen jedenfalls viel Platz und mir fehlte jegliche innere Anspannung, die mich bislang in dieser Saison noch vor jedem Spiel eingeholt hat. Was mir wiederum deutlich macht, wie sehr auch meine Konzentration im Stadion durch die Bedeutung von Sieg oder Niederlage bestimmt wird.

    Was mich gestern Abend als Fan bestimmte, war trotz Peter Neururers öffentlichen Worten zur Motivation seiner Spieler auch in der Mannschaft zu spüren. Greuther Fürth war in den ersten zwanzig Minuten jene Mannschaft, der anzumerken war, sie wollten etwas erreichen. Der MSV war zwar bereit das zu verhindern, viel mehr wollten sie aber auch erstmal nicht. Denn das hätte bedeutet, sich mehr anzustrengen, als sie es zu diesem Zeitpunkt taten. Nach vorne ging also nicht viel, hinten wackelte es zunächst sogar zweimal, weil der Garant für Sicherheit Markus Brzenska leicht patzte. Erst nachdem sich Änis Ben-Hatira am linken Flügel um die 19. Minute herum durchsetzte und gefährlich in die Mitte passte, geriet das Spiel in ein Gleichgewicht ohne viel Torgefahr auf beiden Seiten.

    Was aber wieder einmal auffiel, der Gegner zeigte das bessere Kombinationsspiel. Wenn die Fürther den Ball eroberten, schloss sich sofort druckvolles Passspiel nach vorne an. Beim MSV ist dieses Passspiel weiterhin gehemmt. Sicher, es gibt ein funktionierendes Konterspiel mit Pässen in den Raum, wenn in der Abwehr der Ball erobert wird. Aber nach dem Ballgewinn im Mittelfeld fehlt für den schnellen Ballvortrag Mut und Sicherheit, um auch bei der dann vorhandenen engeren Deckung im Kurzpassspiel den Ball Richtung gegnerisches Tor zu bewegen. Die nach vorne sprintenden Spieler laufen dann meist vergeblich, weil fast immer die Geschwindigkeit aus dem Spiel herausgenommen wird und der Pass auf gleicher Höhe erfolgt.

    In der zweiten Hälfte war ich dann genauso wie die Spieler bereit, den Sieg zu wollen. Natürlich kann es sein, wie in Zeitungsberichten vermutet wird, dass Peter Neururer laute Worte fand, aber wenn ich mein eigenes Erleben betrachte, brauchte es auch das Spiel selbst, um den Ehrgeiz zu entfachen. Erst im direkten Vergleich wird Wettkampfinstinkt geweckt und wenn man Glück hat, führt bis dahin der Gegner noch nicht.

    So kam der MSV mit dem deutlichen Willen, das Spiel zu gewinnen aus der Kabine. Die Führung durch den Freistoß von Änis Ben-Hatira war deshalb nicht unverdient. Auch wenn die Spielsituation vor dem Freistoß eine komödiantisch anmutende Einlage brachte. Sandro Wagner trieb den Ball parallel zur Strafraumgrenze, wollte stoppen und rutschte aus. Glücklicherweise übernahm Ben-Hatira den Ball und fiel fast augenblicklich an fast gleicher Stelle ebenfalls um. Dieses Mal allerdings durch ein Foul verursacht.

    Dass für Ben-Hatira nicht kurz danach erneut ein Tor zu verbuchen war, liegt am Linienrichter. Ben-Hatira eroberte sich den Ball in der Fürther Hälfte in der Nähe der Mittellinie und sah, dass der Fürther Torwart Loboué weit vor dem Tor stand. Es folgte ein präzise gelupfter Schuss und zunächst sah es so aus, dass Loboué den Ball zwar mit Mühe, doch vor der Linie fangen konnte. Doch durch das schnelle Zurücklaufen hatte Loboué anscheinend zu viel Schwung, um sofort zu stehen. Das drohende Stolpern versuchte er mit Rückwärtsschritten ins Tor hinein zu verhindern.* Dabei behielt er den Ball in den Händen. Kurzum, von rechts hinter dem Tor aus war Loboué mitsamt Ball hinter der Linie. So deutlich, wie es deutlicher nicht sein kann.

    Natürlich wollten die Fürther den Ausgleich und boten dem MSV deshalb mehr Raum im Angriff. Raum, der für Kombinationsspiel genutzt wurde. Man merkte, der MSV wollte das Spiel kontrollieren. Weite Pässe auf Sandro Wagner wie der vor dessen Tor zum 2:0 blieben die Ausnahme. An zwei gute Chancen der Fürther kann ich mich noch erinnern. Vor allem bei einem Weitschuss, halb verdeckt, war es verblüffend, wie schnell Tom Starke in der linke Ecke seines Tores auf dem Boden lag und das Anschlusstor so verhinderte. Auch wenn die Fürther noch drei neue Leute brachten, kontinuierlich druckvoll war ihr Spiel nicht mehr. Zum einen stand die Abwehr vom MSV sehr sicher, zum anderen gelang es der Mannschaft immer wieder, den Ball über längere Zeit in den eigenen Reihen zu halten und dann gefährlich vor das Fürther Tor zu kommen.

    Das Ausmaß vom Fanjubel hat mich nach dem Spiel dann doch etwas überrascht. Das hatte tatsächlich Anklänge von Aufstiegsfreude. In solch ausgelassener Stimmung war ich dann doch nicht, zumal ich es wie Tina halte und Energie brauche, um den Impuls des Rechnens zu unterdrücken. Allerdings kann ich es nicht verhindern, dass mir zurzeit ein Wort immer wieder durch den Kopf geht: Restprogramm.

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    Zuerst der Blick auf die Nachrichtenwirklichkeit

    Aachen verliert Anschluss an Tabellenspitze.

    Kölner Stadt-Anzeiger, 4.5.2009​

    … Damit wahrt der MSV Duisburg seine minimalen Chancen auf den Aufstieg.

    Gedächtniszitat, WDR 2 Nachrichten, 4.5.2009* 23:00 Uhr​

    Welcher Verein steht wo in der Tabelle? Eine Antwort wird sich erst sehr spät in einer Saison auf die Zahlen beschränken. Vorher ist jede Antwort immer auch eingefärbt von Psychologie. Besonders, wenn wir uns nur um Schlagzeilen kümmern.

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    Mitten in Meiderich - Folge 15

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist …

    Nach den Wochen der Enttäuschungen hat sich die Stimmung beim MSV Duisburg wieder aufgehellt. Der Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth am Montagabend gibt den letzten vier Spieltagen die Perspektive Aufstieg als winzige Hoffnung zurück. Was für den MSV gut ist, hilft auch “Mitten in Meiderich”. In Folge 15 konzentrieren sich die Macher wieder auf das eigentliche Geschäft des MSV und seiner Spieler, den Fußball. Stilistisch bleibt man aber auf dem sicheren Terrain des gebauten Beitrags einer Sportsendung. Das Dokumentarische klingt zwischendurch manchmal etwas an, kann aber wahrscheinlich wegen des Zeitdrucks bei der Produktion stilistisch nicht durchgehalten werden. Der Tagesjournalismus hilft dann mit Bildern von Pressekonferrenz und den O-Tönen von Fans.

    Die Frage, wie es mit Änis Ben-Hatira weitergeht, bildet eine thematische Klammer für die Folge. Am Anfang kommt Ben-Hatira selbst zu Wort, kurz vor Ende Bruno Hübner. Ben-Hatira weiß nichts genaues und scheint Spielball fremder Mächte zu sein, weil er vorgibt, gerne bleiben zu wollen. Bruno Hübner rät ihm zu bleiben und weist Ben-Hatira auf diese Weise indirekt Mitspracherecht und Verantwortung bei der Entscheidung zu. Die zwei Stimmen sind interessant, weil sie Widersprüche des Vertragsgeschäfts aufzeigen; weil sie uns zumindest verraten, öffentliches Reden beschreibt immer nur die Oberfläche eines Geschehens, dahinter gibt es eine andere Wirklichkeit. Wir werden von dieser Wirklichkeit nichts erfahren, dennoch brauchen wir die Oberfläche nicht mehr zweifellos glauben. Neben Ben-Hatira klingt die Zukunft auch durch die ausgebliebene Vertragsverlängerung von Heiko Scholz an. Auch da gibt es unter der Oberfläche der Nachricht ein Geschehen, das indirekt erzählt wird. Ein Fan bedauert, und “Heiko Scholz schweigt”. Was uns doch etwas Enttäuschung vermuten lässt.

    Zwischen diesen Bildern zur Personlplanung wird die Hoffnung bei Fans in unterschiedlichen O-Ton-Facetten gezeigt. Zudem hat Peter Neururer mit seinem Statement auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Fürth das letzte Wort. Die Mannschaft will alles tun, um die winzige Chance auf den Aufstieg möglichst lange zu behalten. Das nur hat man selbst in der Hand, und wie wir alle wissen, ist man ansonsten abhängig von den Ergebnissen der anderen Vereine.

    Angesichts der letzten mich enttäuschenden Folgen bin ich also dieses Mal mit einer durchwachsenen Folge ganz zufrieden. Es gab nach meinem Geschmack zu viele O-Töne der Fans, mir kommt das vor wie der sichere Pass nach hinten im Spiel des MSV. Da will ich lieber Bilder aus den Katakomben des Stadions sehen. Denn dort haben die Macher ja anscheinend eine Dreherlaubnis, und die Fans und die Sprüche kenne ich zur Genüge. Ich bin selbst einer. Der Blick auf verschwitzte Fußballer nach einem Sieg bleibt mir auf den Rängen aber normaler Weise verwehrt.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Änis Ben-Hatira, Doku-Soap, Medien, Mitten in Meiderich, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Das sieht doch gut aus!

    Was für Perspektiven! Mit vier Blogs über den MSV Duisburg nimmt der Verein aller Vereine den Spitzenplatz in der 2. Liga ein. Deshalb mein Vorschlag an den DFB: Allmählich anfangen über neue neue Kriterien für Auf- und Abstieg nachzudenken. Vorstellbar wäre, die von der Mannschaft erreichten Punkte mit der Anzahl der Blogs zu multiplizieren und zum Ergebnis die Anzahl der in der Spielwoche erschienen Beiträge zu addieren. Der Dank gilt “Fritten, Fußball & Bier” nicht nur für die Recherche sondern auch für das als Fan des MSV seltene Hochgefühl an der Spitze einer Tabelle zu stehen.

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    Programmhinweis: TV

    Wer heute Abend um 20:15 Uhr nach dem dann hoffentlich vollbrachten Sieg in Frankfurt die gute Stimmung lieber mit Freunden beim Bier teilen will, sollte sich den Rekorder, analog oder digital, programmieren. Im dritten Programm des WDR läuft dann nämlich der erste Teil einer zweiteiligen Dokumentation über die Anfänge des Profifußballs im Nordrhein-Westfalen der 60er Jahre. “Als Arbeiterjungs Profifußballer wurden …” ist der Titel der Dokumentation, deren erste Folge “Für´n Appel und ´n Ei” heute zu sehen ist. Die zweite Folge heißt “Gesunde Härte” und wird am 15.5. gesendet.

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    Vor dem Spiel zum besseren Menschen werden

    Eigentlich wollte ich gerade von ein paar widersprüchlichen Gefühlen vor dem Spiel gegen den FSV Frankfurt schreiben. Dann ließ ich mich aber von dem Gedanken verführen, vielleicht ein wenig kulturgeschichtlichen Puderzucker drüber zu streuen und bin nun völlig vom Weg abgekommen. Überkam mich doch das Interesse für die Kulturgeschichte der Selbstbeobachtung und wurde beim Googeln stattdessen in die Tiefen von Persönlichkeitsformung und Soft-Skill-Perfomance geführt, weihevoller Ton der jeweiligen Seiten inklusive.

    Deshalb singt nun mit mir kurz das Loblied der Selbstbeobachtung und werdet bessere Menschen! Hallelujah, hallelujah! Ob inneres Wachstum für ein erfülltes Leben oder zweckorientierte Leistungssteigerung der sozialen Kompetenzen, alles ist möglich, wenn ihr euer Verhalten und die innersten Gefühle dabei nur ganz genau betrachtet. Tolle Manager könnt ihr werden oder jahrelang auf nur einem Bein stehende Yogis. Beobachtet euch selbst und der Himmel auf Erden wird euch gewiss sein. Allerdings sei euch auch gesagt, egal, wozu ihr euch entschließt, kostenlos ist dieses irdische Glück nie zu erlangen. Denn wer seiner selbst sehend werden will, braucht Anleitung durch die erleuchteten Meister der Selbstbeobachtung.

    Sie schreiben Bücher und geben Kurse und lassen mich wissen, auch ich kann vor einem Auswärtsspiel bei der Beobachtung meiner widersprüchlichen Gefühle zum MSV Duisburg noch sehr viel lernen. Mit ihrer Hilfe kann ich frei werden vom Bangen um den Auswärtssieg, weil Änis Ben-Hatira nicht antreten kann in Frankfurt. Ben-Hatira, der erste jener Spieler, die im Spiel gegen Fürth eindeutig zeigten, ich will hier gewinnen. Ich kann aber auch frei werden von meinen Sorgen um den unbedingten Willen zum Aufstieg. Ich kann es dann hinnehmen, dass es Momente in der Saison gibt, in denen die vielfältigen Wünsche der beteiligten Personen nicht mehr alle in eine Richtung gehen und es völlig unmöglich wird, vorauszusagen, welche Kräfte im Verein und in der Mannschaft sich gegenseitig aufheben, ganz zu schweigen davon, welche die Oberhand behalten. Sie werden mir beibringen, meine Sorgen sind nicht selbst verschuldet durch unsteteten Charakter sondern wohl begründet. Denn im modernen Fußball hat eine Frage wie die folgende selbstverständlich ihre Berechtigung. Gibt es bei allem öffentlichen Reden von winziger Hoffnung auf den Aufstieg nicht vielleicht auch einzelne Menschen, vielleicht gar Fraktionen beim MSV Duisburg, die den* Wunsch haben, der Verein möge ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga verbringen? Mancher Spieler hat es in der Zweiten Liga bequemer für gleiches Geld, mancher Offizielle möchte gerne mehr Vorbereitung auf eine Erstliga-Saison als es nunmehr möglich ist? So viele Fragen am Ende der Saison, so viele Gedanken und so viel Selbstbeobachtung, bei der ich immer merke, die Hoffnung bleibt, egal welcher Zweifel kitzelt und schon höre ich mitten in dieser Selbstbeobachtung von Ferne Marco Röhlings Stimme beim Torjubel. Ein Tor für den MSV! Erleichtert stelle ich fest, auch ohne die Bücher und Kurse bin ich in Selbstbeobachtung schon so gut, dass ich erkenne, bislang ist das nur ein Traum. Die Wirklichkeit beginnt in einer Stunde.

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    Was ist schlimmer?

    Ich überlege gerade, was schlimmer ist, “ein ganz erbärmliches Zweitligaspiel” (Marco Röhlings Fazit beim Schlusspfiff) im Stadion zu sehen oder im Web-Radio am PC zu hören. Eine Antwort fällt mir da nicht leicht. Heute sage ich, wahrscheinlich ist das Hören schlimmer. Denn hier, in Köln, bin ich alleine, habe im Gegensatz zum Stadion niemanden neben mir stehen, mit dem ich diesen Ärger teile. Erlebe nichts anderes, als den Raum, in dem ich mich ohnehin die meiste Zeit meines Lebens aufhalte. Ich spüre, wie dieses Spiel in meinem Körper wirkt, Marco Röhling hat da einen Anteil, aber natürlich ist der Hauptgrund vor allem jene intensive Erinnerung an all die Heimspiele ähnlicher Qualität, wie sie Marco Röhling gerade geschildert hat. Bei diesem Spiel verschwindet sogar die Frage für mich, vernichtet diese Leistung auch noch die winzige Hoffnung auf den Aufstieg. Wenn ich Marco Röhling höre, will ich bei allem Versagen wenigstens eine Zusammenfassung des Bemühens hören. Die gab es nicht. Ich bin eher ärgerlich als enttäuscht und merke immer wieder, das nehme ich persönlich, wenn dieser Mannschaft kein unbändiger Wille anzumerken ist. Das war ja anscheinend bis etwa zur 70. Minute der Fall. Alle je gesehenen Spiele ähnlicher Qualität werden in diesem Moment wieder lebendig in mir. Gott sei Dank,* das wird morgen wieder vorbei sein. Reden hilft! Sogar in diesem Fall.

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    Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!

    Gestern der Besuch in Duisburg bei Muttern mit kurzem Blick in die NRZ, bei dem ich meine Vorüberlegungen zum Freitagspiel auch durch den Print-Kollegen von Marco Röhling bestätigt sah. Nicht alle am Spiel Beteiligten hatten offenbar die selben Interessen. Da erweist sich dann der Fußball der Gegenwart als so anders als der Fußball der 60er, wie er etwa in der Doku am Freitagabend zu erleben war. Da erweisen sich heute viele Fußballer eben in erster Linie als Arbeitnehmer, die von ihrem direkten Vorgesetzten gerade zum Ende einer Saison hin besonders motiviert werden müssen.* Was häufig dann misslingt. Da fühlt sich etwa ein Makiadi eben nicht mehr wie in den Anfangstagen der Bundesliga seinem Verein besonders verbunden. Woraus sich früher dann die selbstverständliche Verpflichtung zur Leistung ergeben hat. Oder auch das* mögliche Malocher-Schicksal ist nicht mehr so präsent. Da geht es nicht mehr um sozialen Aufstieg. Der ist geschafft. Das führt mich natürlich wieder zu einem meiner Lieblingsthemen, dem Selbstverständnis heutiger Fußballprofis. Darüber werde ich demnächst noch was schreiben, wenn ich mehr Zeit habe. Denn das Selbstverständnis eines Unterhaltungskünstlers anderer Sparten kann sich ein Makiadi eben nicht so einfach zum Vorbild nehmen. Auch wenn ich es als Zuschauer manchmal gerne so hätte. Leistung im Fußball beruht aber auf komplexeren Gegebenheiten als die wiederholbare Leistung eines Artisten oder Schauspielers. Das soll hier für heute erst einmal genügen.

    Denn gestern habe ich auch mit den Berichten, wie etwa hier, vom ersten Aufsteiger in der 3. Liga schon wieder einen Blick nach vorne geworfen. Spätestens in dem Moment wurde jeder Ärger vom Vortag durch Vorfreude beiseite geschoben. Und diese Vorfreude muss nicht mal die schönste Freude bleiben, wenn die Wirklichkeit das Ausgedachte doch auch einlösen kann. Also, der Vorsatz steht, dort in der nächsten Saison dabei zu sein.

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    Fremdsprachenunterricht aus gegebenem Anlass

    Noch besser hätten sich FSV Mainz 05, SpVgg Greuther Fürth und 1. FC Nürberg gestern nicht an den von mir und etlichen anderen letzte Woche am Kicker-Tabellenrechner sorgsam ausgearbeiteten Ablaufplan der restlichen Saison halten können. Dies ist um so mehr zu loben, als der MSV Duisburg am Freitagabend seinen Teil der notwendigen Arbeit gar nicht erst geleistet hat. Deshalb möchte ich diesen letzten Spieltag für uns MSV-Fans retten und uns zu Weltgewandtheit und internationaler Small-Talk-Fähigkeit verhelfen. In ferner Zukunft könnten wir ja vielleicht bei einer der internationalen Aufgaben des MSV Duisburg einmal wieder mit jenen Fans zusammenkommen, die nicht des Deutschen mächtig sind. Dann aber schnell an die heutige Lektion “Idiomatische Redewendungen” erinnert!

    Aus gegebenem Anlass wenden wir uns einer oft anwendbaren Weisheit zu, die da lautet: Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär.

    Im Englischen haben wir mehrere Möglichkeiten der Übersetzung:

    Pigs might fly if they had wings.
    (Wörtlich: Schweine könnten fliegen, wenn sie Flügel hätten.)

    If ifs and ands were pots and pans there’d be no work for tinkers.
    (Wörtlich: Wenn wenns und unds Krüge und Pfannen wären, gäbe es keine Arbeit für Kesselflicker.)

    Für das Französische ist mir nur eine Übersetzung geläufig:

    Avec des si on pourrait mettre Paris en bouteille.
    (Wörtlich: Mit wenns könnte man Paris in eine Flasche füllen.)

    Übersetzungen in weitere Sprachen sind jederzeit willkommen.

    Posted in Halbzeitpausengespräch, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: 1. FC Nürnberg, FSV Mainz O5, MSV Duisburg, Sprache, SpVgg Greuther Fürth [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Alte MSV-Geschichten durch die Vereinsbrille Preußen Münsters gesehen

    Die folgende Geschichte zeigt einmal mehr, wie kompliziert manchmal das Leben ist. Bei der Wirtschaftszeitung “Handelsblatt” arbeitet mit Thomas Knüwer ein Journalist, der unter dem Namen “Indiskretion Ehrensache” auf der Web-Seite seiner Zeitung einen der populären deutschen Blogs schreibt. Häufig geht es ihm dort um Medienthemen, um das, was gemeinhin Web 2.o genannt wird und die seiner Meinung nach notwendigen Veränderungen im Journalismus, die etwa die Blog-Welt hervorruft. Darüber hinaus zeigt er sich aber immer wieder auch mit seinen privaten Interessen. Wenn man längere Zeit bei ihm mitliest, bleibt es einem nicht verschlossen, Thomas Knüwer ist Fan von Preußen Münster.

    Als solcher Fan erinnerte er nun neulich an aufregende Zeiten seines Vereins und stellte diesen Beitrag mit der Frage ins Netz, “War der MSV Duisburg bestechlich?. Er verweist dabei auf einen Artikel, der bei “westline” erschienen ist und an die zwei Oberliga-Spielzeiten 1987/88 und 1988/89 erinnert. In einem der wenigen Kommentare zu dem Beitrag klingt bereits jene Frage an, die auch ich an Thomas Knüwer stellen würde. Wenn man bei “westline” nachliest, müsste der Titel seines Blogbeitrags eigentlich lauten: “War Preußen Münster bestechlich und machte der MSV Duisburg das Angebot, sich bestechen zu lassen?” Eine Antwort auf die Frage habe ich nicht. Im Gegensatz zur Behauptung bei “westline” habe ich in Duisburg noch nie von Bestechungsvorwürfen gegenüber Hertha BSC gehört. Die muss es in Duisburg dann wohl in Kreisen geben, in denen ich nicht verkehre. Und dass ein Verteter des MSV Duisburg in der folgenden Saison an Preußen Münster mit der Frage nach Geld herangetreten ist, hat dieses damalige Vorstandsmitglied natürlich in Duisburg auch nicht lauthals verkündet. Diese alte Geschichte wäre also eine ausgezeichnete Übung in Sachen investigativer Journalismus. Ehrgeizige, junge Kollegen hervorgetreten!

    Die Wahrheit des Geschehens liegt also im Dunkeln. Was dem Blog-Beitrag von Thomas Knüwer nicht sofort anzumerken ist. Ihm ist es natürlich anzurechnen, dass er darauf hinweist, er sei Vereinsmitglied von Preußen Münster. Dennoch macht das den Blog-Beitrag in meinen Augen nicht weniger problematisch und zwar nicht, weil ich als Fan vom MSV Duisburg meine, den Verein verteidigen zu müssen, sondern weil Thomas Knüwer verschiedene Haltungen des Schreibens vermischt. Er selbst würde das wahrscheinlich als Errungenschaft des Bloggens ins Positive kehren, ich aber sage, das ist ein Verlust an journalistischem Standard. Schließlich agiert er nicht als Privatperson auf der Seite des Handelsblatt. Er schreibt als vom Handelsblatt angestellter Journalist. Es ist das aufklärerische Pathos des Journalismus, das er in dem Beitrag anzapft. Es ist das Gewicht der Institution Journalismus, die seiner Frage überhaupt Wert verleiht. Diese Frage aber bezieht sich auf eine verkürzte Darstellung des Geschehens. Sein Recht auf Verkürzung bezieht er gleichzeitig aus seinem Schreiben als Fan und Blogger.* Sicher, er gibt Gelegenheit, zumindest die Quelle zu überprüfen. Diese leichte Überprüfung hätte es ohne Web 2.0 nicht gegeben. Dennoch bleibt dieses Unterschreiten eines journalistischen Standards.

    Er weicht also journalistische Regeln im Blog auf, während er gleichzeitig durch das Medium “Handelsblatt” als Journalist wahrgenommen wird. Nun kann er sagen, seine Leser sind klug genug, den Blogger und den Print-Journalisten auseinander zu halten. Doch einerseits gibt es da die Zeit des Lesers. Nicht jeder Leser hat die Zeit die in den Raum gestellte Frage in den Zusammenhang des gesamten Geschehens zu bringen. Die Seite vom “Handelsblatt” aber besitzt einen Vertrauensvorschuss und damit auch der bloggende Handelsblatt-Journalist Thomas Knüwer, der diesen Vertrauensvorschuss für eine doch einseitige Darstellung eines Geschehens nutzt. Er unterfüttert zudem die den MSV anklagenden Worte mit allgemein gehaltenen, moraliserenden Vorwürfen gegenüber dem DFB, bei denen er auf breite Zustimmung hoffen kann. Was es noch schwieriger macht, die Wahrheit seines Beitrags aufzudröseln. Man sieht also, bei allem Web-2.0-Enthusiasmus über die Möglichkeiten des einzelnen öffentlich zu wirken, die journalistische Grundregel ein Geschehen so umfassend wie nötig und möglich zu schildern, sollte auch beim Bloggen gelten, besonders dann, wenn der Blog als Teil des traditionellen Mediums Zeitung funktioniert.

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    Von der Hoffnung, dass die Psychologie alles erklärt

    Seit dem letzten Spieltag denke ich auch an die nächste Saison. Das habe ich nicht beschlossen, das ist geschehen. Als Trost hat sich das eingestellt, nachdem der Verein aller Vereine derart willenlos seine winzige Möglichkeit auf den Aufstieg aus den Händen gegeben hat. Und nun kriege ich diese Gedanken an die Zukunft nicht mehr aus dem Kopf. Das ist seit heute sehr unangenehm. Das Leben im Hier und Jetzt wäre einfacher. Dann müsste ich mich nicht sorgen um die Qualität dieser Mannschaft. Dann müsste ich mir keine Gedanken darum machen, wie es Peter Neururer gelingen soll, dieser Mannschaft, wahrscheinlich zudem ohne ein bis drei der bisherigen Stammspieler, ein* schnelles und sicheres Kurzpasssspiel beizubringen. Dann müsste ich mir keine Gedanken darum machen, wie der Anspruch “eine schlagkräftige Mannschaft” zusammen zu bringen ist mit der Leistung jener Spieler, die ich heute in Duisburg habe sehen müssen. Denn die meisten dieser von mir gesehenen Spieler werden in der nächsten Saison wieder auf dem Platz stehen.

    Was für ein Desaster! Gab es in dieser Saison ein schlechteres Spiel der Mannschaft als in der ersten Halbzeit gegen Rot-Weiß Oberhausen? Auch wenn ich schlechte Leistungen gerne schnell vergesse, das glaube ich eigentlich nicht. Was gab es für den MSV auf der Habenseite? Eine geschenkte Chance! Der Oberhausener Torwart schießt nach einer Rückgabe den eigenen etwa 20 Meter vor ihm stehenden Mann an. Den Richtung Oberhausener Tor zurückprallenden Ball kann Sahan* aufnehmen und vergibt diese Chance, ohne wirklich gefährlich gewesen zu sein. Das war alles, was der MSV Duisburg in der ersten Halbzeit nach vorne hin aufzuweisen hatte.

    Wann habe ich das letzte Mal ein Spiel gesehen, in dem die Spieler beider Mannschaften derart häufig nicht wussten, wo der zwischen ihnen herumtitschende Ball gelandet ist. Das Sinnbild der ersten Halbzeit ist der im Getümmel sich verwirrt umschauende Fußballer. Ein Mahnmal der Hilflosigkeit. Ein bisschen weniger hilflos waren dann die Oberhausener, auch wenn man vor allem im Abschluss erkennen konnte, warum diese Mannschaft gegen den Abstieg spielte. Im Spiel gegen den MSV war es aber abzusehen, dass sie wahrscheinlich zu einem Tor kommen könnten. Die Angriffe wurden schnell vorgetragen und kamen zumindest in die Nähe des Tores vom MSV. Zudem brachte jede Ecke der Oberhausener Gefahr. Wie war nochmal das Eckenverhältnis in der ersten Halbzeit? 6:1 für Oberhausen? Ich weiß es nicht mehr genau. Über den Führungstreffer für RWO konnte ich mich schon gar nicht mehr richtig aufregen.

    War die Auswechslung von Olcay Sahan in der Halbzeitpause richtig? Marcel Heller als Totalausfall hätte für mich eigentlich viel früher ersetzt werden müssen. Hat er einen einzigen erhaltenen Pass wenigstens mit dem Rückpass in den eigenen Reihen halten können? Bei jeder Bewegung von ihm mit Ball nach vorne konnte sich jedenfalls die MSV-Abwehr auf den nächsten Oberhausener Angriff einstellen. Das gab dem Spiel des MSV natürlich gewisse Sicherheit. Aber was greife ich einen Stürmer heraus, genauso könnte man die Unsicherheiten in der Verteidigung nennen. Olivier Veigneau deutete in der ersten Spielminute mit zwei Fehlern auf der Außenbahn die zu erwartende Qualität an. Die Innenverteidung ließ sich da nicht lumpen und lud die Oberhausener Stürmer immer wieder mal zum Kopfballspiel ein. Von herumtitschenden Bällen im Mittelfeld war schon die Rede.

    In der zweiten Halbzeit konnte man dann zumindest Bemühen feststellen. Aber jeder, der selbst einmal Mannschaftssport betrieben hat, weiß, wie schwer es ist, sich als einzelner dem Sog nach unten zu widersetzen, wenn das Spiel selbst zu keiner Sicherheit verhilft. Man sah den Einsatz der meisten Spieler, doch der einzige Plan, den es gab, war Dorge Kouemaha einmal mehr mit hohen Bällen zu versorgen. Das klappte nur in Ansätzen, auch wenn ihm dann der Ausgleich gelang.

    Ich wiederhole mich, wenn ich feststelle, die Spielanlage des MSV ist zu langsam. Soll das Spiel anders als über die hohen Bälle in die Spitze geführt werden, wird der Ball zu lange von einzelnen Spielern im Dribbling gehalten. Es fehlen sichere Laufwege für das Kurzpassspiel. Denn das wurde gerade in diesem Spiel ganz deutlich. An der Abwehr der Oberhausener hat das nicht gelegen, dass so ein schnelles Passspiel nicht zustande kam. Sie haben weder sehr dicht hinten gestanden, noch war ihr Abwehrverhalten perfektioniert.

    Ich komme nun in die Lage auf die Psychologie solcher Spiele als Erklärung für das Unvermögen des MSV Duisburg zu hoffen. Nur so lässt sich der Blick nach vorne ertragen. Auch wenn es mir als Zuschauer zum Ende einer Saison hin nicht gefällt, so kann ich mir wenigstens sagen,* die Psyche der Angestellten im Profifußball braucht tatsächlich das große Ziel, um als Mannschaft geschlossen eine gute Leistung zu zeigen. So kann ich mir sagen, das Können der einzelnen Spieler ist vorhanden. Sie müssen nur irgendwie dran kommen an ihr Können. Peter Neururer, bis zum August haben Sie Zeit, den Spielern bei der Suche zu helfen.

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    Mitten in Meiderich ? Folge 16

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist …

    Wie wir wissen, hatte “Mitten in Meiderich” am Dienstag zum Zeitpunkt des ersten Netzauftritts der Folge 16 starke Konkurrenz. Das Spiel in der MSV-Arena ließ die Klick-Zahlen für diese Folge sicher später als sonst die gewohnten Höhen aufweisen. Denn wahrscheinlich machten es die meisten Zuschauer der Doku doch wie ich, die real erfahrbare Wirklichkeit ging vor. Eine Entscheidung, die ich im übrigen trotz aller im Nachhinein damit verbundenen ärgerlichen Gefühle nie in Zweifel zöge.

    Zum Ende der Saison hin scheinen die Macher das Dokumentarische völlig aufgegeben zu haben. Womöglich ist sowohl ihnen als auch dem Verein als Akteur nicht klar gewesen, was es wirklich bedeutet, einen dokumentarischen Blick auf den Alltag beim MSV zu gewähren. So bleiben Macher und MSV Duisburg auf der sicheren Seite, und auch diese Folge lehnt sich in ihrer Machart jetzt deutlich an die Standardbeiträge der Sportsendungen öffentlich-rechtlicher Anbieter an.

    Den thematischen Schwerpunkt der Folge finden die Macher mit dem Blick auf einen Fan. Über den MSV selbst wird so gut wie nichts mehr erzählt. Hier gibt es Versatzstücke aus der TV-Berichterstattung* über einen Fußballverein, der sich in enttäuschter Stimmung befindet. Das sind Standardbilder und -O-Töne vom ärgerlichen Trainer, von ratlosen Spielern und ein resumierender zweiter Fan als Stimme des Volkes.

    Dennoch ist die Folge nicht belanglos, weil der im Zentrum stehende Willy B. – ich kürze seinen Namen mal im naiven Aufbegehren gegen Datensammelei ab – Willy B., also, ist in seinem sehr speziellen Sammelfieber und der aufscheinenden akribischen Ordung seines Fantums ein besonderer Fan. Nicht jeder Fan hat einen Archiv- und Reliquienraum für sein Interesse. Und nicht jeder Fan kauft sich Panini-Bilder in vierfacher Ausführung, weil er vier verschiedene Möglichkeiten sieht, sie zu sammeln. Mit und ohne Unterschrift, einmal ins Sammelheft eingeklebt und einmal nicht eingeklebt. Die Macher erzählen also weniger eine Geschichte über den MSV Duisburg als dass sie einen Ausschnitt des Menschseins vorstellen.

    Am Rande dieser Geschichte über den Fan Willy B. erfährt man aber indirekt dennoch auch etwas über die Wirklichkeit beim MSV. Denn zum Gespräch mit dem Fan hatte sich Tobias Willi bereit erklärt. Das ist kein Zufall und hat mit seiner Persönlichkeit zu tun, die wiederum Einfluss auf seine Berufsauffassung hat. Auf eine andere Weise als Peter Neururer kann Tobias Willi den Machern der Doku jede Folge retten. Stellt ihn vor die Kamera, lasst ihn reden, egal über was,* und ihr bekommt mit Sicherheit sendefähige Bilder. Ohne dass irgendetwas über den MSV erzählt wird, hält er durch sein Auftreten im Clip den MSV-Alltag präsent. Denn tatsächlich ist er einer der wenigen Spieler, die beim öffentlichen Auftritt nicht alleine als Repräsentanten ihrer selbst wirken, sondern auch als Repräsentanten des Vereins. In Tobias Willis Haltung spürt man die Verantwortung des Profifußballers gegenüber den Fans und den Zuschauern, gegenüber denjenigen, ohne die das Berufsfeld Profifußball nicht existieren würde.

    Eins muss ich noch zugeben, allmählich überkommt mich nach dem Ansehen einer Folge eine gewisse Lustlosigkeit, mich ans Schreiben zu begeben. Unbegründete Pauschalurteile sind ganz schön verführerisch. Anscheinend sitzen die Fußballer des MSV Duisburg, die Macher von “Mitten in Meiderich” und ich alle in einem Boot. Serienarbeit ist nämlich schwer. Besonders wenn man meint, schon alles einmal durchlebt zu haben und nun nicht mehr genau weiß, wo es noch hingehen soll. Das als Trost vor allem an die Macher von “Mitten in Meiderich”.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Doku-Soap, Fantum, Medien, Mitten in Meiderich, Tobias Willi, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Das Verfallsdatum von pädagogischen Mitteln

    Gestern kam unser Sohn nach Hause und erzählte, der Mathematiklehrer habe die letzte Arbeit zurückgegeben. Diese Mathematikarbeit der siebten Klasse war sehr schlecht ausgefallen, was der Mathematiklehrer anscheinend persönlich nahm. Mein Sohn berichtete jedenfalls weiter, wie sehr er sich in Rage geredet* hätte und androhte, die nächste Arbeit werde noch schwerer. Mein Sohn war über die Reaktion seines Lehrers empört. Dazu muss man wissen, seine Klasse ist eigentlich eine leistungsstarke Klasse. Es herrscht dort also eine Atmosphäre vor, in der gute Noten einen Schüler in den Augen seiner Mitschüler nicht zum Außenseiter machen. Zudem muss man wissen, der Mathematiklehrer richtet immer wieder auch moralische Appelle an die Schüler und verlässt schon mal wütend die Klasse, wenn er meint, die Kinder hätten sich nicht angemessen verhalten.

    Die Reaktion meines Sohnes auf die pädagogischen Mittel seines Mathematiklehrers machten mir mit einem Mal deutlich, warum mir die Überschrift des NRZ-Artikels, “Peter Neururer knallt die Tür zu”,* nach dem Spiel gegen RWO bis heute immer wieder mal durch den Kopf geht. Einerseits, so muss ich zugeben, entspricht dieses Verhalten meinem Bedürfnis als Fan, dem Ärger über die Spielweise der Mannschaft einen Ausdruck zu geben. Dennoch hat mich gleichzeitig etwas am Verhalten Peter Neururers gestört. Bis gestern habe ich vor allem gedacht, das sei womöglich eine Frage der Persönlichkeit. Ich könnte mir jedenfalls nicht vorstellen, Türe knallend aus einer Mannschaftskabine rauszulaufen. Wenn ich aber nun meinen Sohn erzählen höre, weiß ich, hinter meinem Unbehagen steckt mehr.

    Solch eine pädagogische Maßnahme wie der moralisch unterfütterte Beziehungsabbruch gegenüber dem Kollektiv wirkt auf den Pädagogen zurück. So ein Verhalten greift die pädagogische Beziehung in ihrem innersten Kern an. Deshalb nutzt sich solch eine Maßnahme ab. Die “Schüler” werden ihre Persönlichkeit vor solch einem Verhalten schützen wollen, gerade wenn sie sich selbst als eigentlich leistungsstark erleben. Natürlich hinkt der Vergleich zwischend den Mathematikschülern und den hoch bezahlten Fußballlern, doch mein Unbehagen rührt genau aus dieser Sorge um die Bedrohung des pädagogischen Verhältnisses zwischen dem Fußballlehrer Peter Neururer und seiner Mannschaft. Vielleicht zeigt sich mit diesem so zwiespältigem pädagogischen Mittel ja ein Grund für den nicht sehr dauerhaften Erfolg von Peter Neururer mit seinen Mannschaften.

    Es versteht sich von selbst, entgegen solcher Sorgen wünsche ich natürlich, dass für Peter Neururer beim MSV Duisburg alles anders wird und seine Arbeit, egal mit welchen Mitteln, fruchtet. Schließlich machen Kinder auch heute weiterhin Abitur, obwohl gerade Gymnasien in einer gegenüber den 70er Jahren so völlig veränderten Gesellschaft zu den wenigen Orten gehören, wo man das Gefühl bekommt, die Zeit ist stehen geblieben.

    Posted in Fußball und Kultur, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Pädagogik, Peter Neururer [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Seltene Gefühle in der MSV-Arena

    Das Vorhaben steht schon seit einiger Zeit fest. Am nächsten Wochenende wird zweimal in Richtung Duisburg gefahren. Natürlich bleibt es beim Stadionbesuch zum Saisonabschluss des MSV Duisburg am Sonntag, wo der Fußball nur noch am Rande interessiert und eher das Mittel für gute Laune mit Freunden sein wird. Dann ist da aber der Freitagabend mit dem Rückspiel um den UEFA-Cup der Frauen am selben Ort.* Dieser Freitagabend wird anders werden. Denn nach dem 6:0-Sieg des FCR 2001 Duisburg gegen Swesda Perm wird das Spiel selbst zwar auch nicht mehr große Spannung hervorrufen, guter Fußball könnte dennoch zu sehen sein und eins ist auf jeden Fall gewiss, in der MSV-Arena werden Gefühle in der Luft liegen, die man dort sonst nur selten kennt. Sicher wird es schwer für die Spielerinnen, das Spiel nicht nur als notwendige Pflicht vor der Kür des Feierns anzusehen und ich bin gespannt, wie das so ist mit der Motivation angesichts einer wahrscheinlich doch großen Kulisse. Denn die hohen Vorverkaufszahlen für das Spiel machen eines auch deutlich, der Wunsch, den Erfolg der Fußballerinnen vom FCR 2001 Duisburg zu sehen, spiegelt eine Stimmung in Duisburger wieder. Ich frage mich nun, ob das eher die Sehnsucht der vom Erfolg wenig verwöhnten Stadt nach Anerkennung ist oder ob ein Gefühl des Aufbruchs weiteren Antrieb erhält. Wahrscheinlich schließt das eine das andere nicht aus.

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    Befreit und zwischenzeitlich altbekannt

    So kann das also immer wieder sein, wenn die eine Mannschaft ihre letzte Chance nutzen will und es für die andere Mannschaft um etwas geht, was nicht von vornherein ganz eindeutig ist. Mit dem Blick auf die* Leistung in den letzten Spielen des MSV war jedenfalls wenig über das Auftreten der Mannschaft in Kaiserslautern vorherzusagen. Aber anscheinend ging es für die Spieler doch auch um so etwas wie Stolz. Die pure Lust am Gewinnen konnte* wieder entdeckt werden.

    Uns als MSV-Fans kommt das natürlich ganz bekannt vor, dieser völlige Leistungsinbruch vom 1. FC Kaiserslautern, wie ich es gestern von Marco Röhling erzählt bekam und heute etwa bei “Der Westen” zu lesen ist. Da bin ich angesichts des Sieges und des Spielverlaufs hin- und hergerissen zwischen meinen Gefühlen. Nichts bleibt als stabiler Zustand. Da stellt sich keine grundsätzliche Zufriedenheit ein, weil sich gleichzeitig immer noch dieses “zu spät” bemerkbar macht.* Andererseits ist die Hoffnung auf die nächste Saison endlich gestärkt worden und ich fühle mich bestätigt, die MSV-Spielstärke mit Hilfe der Psychologie zu erklären.* Das Können der Spieler ist also vorhanden. Sandro Wagner kann auch als MSV-Stürmer das Kopfballspiel. Die erfolgreiche Ecke gehört in den DVD-Zusammenschnitt mit erfolgreichen Spielszenen für die zukünftige Saison. Ich kann mich an eine gefährliche Ecke dieser Mannschaft überhaupt nicht mehr erinnern. Dieses Kopfballtor von Sandro Wagner nach einer Ecke ist eine Sensation.

    Allerdings spüre ich auch leisen Missmut, so etwas letzte Woche gegen Rot-Weiß Oberhausen nicht gesehen zu haben.* Außerdem ist da das Wiedererkennen altbekannter Zumutungen, wenn ich an die drei Gegentore innerhalb von elf Minuten denke. Da wirkt ab der 66. Minute eine 4:0-Führung für einen Sieg des MSV nicht hoch genug. Dieses Gefühl gleicht übrigens eher einem selbstgerechten* Nörgeln. Was ich mir aber durchgehen lasse, da mir die meisten der vergangenen Ängste und Sorgen um notwendige Punkte noch immer sehr lebendig sind.

    So bahnt sich jetzt ein einigermaßen versöhnlicher Saisonabschluss an mit einer hoffnungsfrohen Sommerpause. Für mich wird jedenfalls eins deutlich, diese Mannschaft braucht Sicherheiten in der Spielanlage, wenn sie einmal nicht sofort erfolgreich ist. Das wird die Hauptarbeit für Peter Neururer bei der Vorbereitung auf die nächste Saison.

    Posted in MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: 1. FC Kaiserslautern, Sandro Wagner [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Indianer kennen heute Schmerzen

    Die zweite Folge der TV-Dokumentation “Als Arbeiterjungs Profifußballer wurden …” habe ich nur zur Hälfte sehen können. Ich hatte das Aufnehmen vergessen und schaltete den Fernseher in dem Moment ein, als historische Filmszenen der 60er dem damaligen Fußballlaien mit dem angemessenen historischen Kommentar die Härte des Fußballspiels erläuterten. Das erinnerte mich an ein Thema, das im Königsblog Torsten Wieland unlängst aufgegriffen hatte.

    Die gezeigten Spielszenen machen einen Zuschauer des modernen Fußballs auf deutschen Boden sprachlos. Da knallen Körper aufeinander, Beine erhalten schmerzhafte Tritte und die Spieler stehen kurz danach oder augenblicklich wieder auf den Beinen. Sie bewegen sich vorsichtig mit schmerzverzerrtem Gesicht und versuchen ihrem Körper die gewohnte Leistungsbereitschaft wieder abzugewinnen. Nur manchmal kommt der Masseur gerannt mit einem Fläschchen in der Hand.

    Zu dem unsäglichen Liegenbleiben ohne Grund hat Torsten Wieland schon alles Notwendige gesagt. Es gibt aber einen interessanten weiteren Aspekt, der mir bei dem Vergleich des Verhaltens von Fußballern beim Foulspiel damals und heute in den Sinn kommt. Es gibt da nicht nur mit dem Zeitschinden eine Art Mode des Umgangs mit der Situation. Schmerz, so habe ich den Eindruck, wurde früher auch anders gefühlt.

    Aus der medizinischen Forschung ist ja bekannt, die feststellbare körperliche Ursache von Schmerzen reicht für den medizinischen Befund nicht aus. Die psychischen Prozesse der Verarbeitung erst bestimmen, wie der Schmerz des vermeintlich objektiven körperlichen Zustands vom Betroffenen wahrgenommen wird und damit seine Lebensqualität einschränkt. Mir scheint es offensichtlich zu sein, dass in der Vergangenheit Fußballspieler Schmerzen auf andere Weise psychisch verarbeitet haben als es bei Fußballspieler heute geschieht.* Das hat soziale Ursachen, die zum einen meiner Meinung nach im Männerbild unserer Gesellschaft zu suchen sind. Natürlich müssen Männer immer noch in der Tendenz ein wenig mehr aushalten als Frauen, aber das Weinen von Jungen ist bei den Eltern der Gegenwart inzwischen nicht mehr ganz so verpönt. Der Indianer kennt deshalb auch den Schmerz und darf darunter leiden.

    Zum anderen prägte die Professionalisierung des Fußballs das Bewusstsein für den Wert der Gesundheit eines Körpers. Damit meine ich auch den Geldwert. Sowohl der Verein als zeitweiliger Eigner dieses Körpers als auch der Spieler selbst bildeten erst im Verlauf dieses in den 60er Jahren einsetzenden Prozesses ein differenziertes Interesse an der möglichst langfristigen Gesundheit des Körpers aus. Je deutlicher aber ein Fußballer einen Begriff davon hat, dass die Ausübung seines Berufes von der Gesundheit seines Körpers abhängt, desto feiner wird die Wahrnehmung von Schmerz.

    Wenn ein Fußballspieler heute also nach einem Foul auf dem Boden liegen bleibt, leidet er manchmal tatsächlich mehr als seine Vorgänger beim gleichen Foul. Ganz häufig aber nervt er auch tatsächlich nur mit seinem Bedürfnis den Laienschauspieler in Sachen Leiden zu geben.

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    Mitten in Meiderich ? Folge 17

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist …

    Das große Ziel ist nicht mehr zu erreichen, aber zum Ende der Saison hin wird noch einmal alles gegeben, so könnte ein Fazit für Folge 17 von “Mitten in Meiderich” lauten. Bei Fußballern heißt das dann, sie spielen befreit auf. Dieses Mal besitzt der als Doku vorgegebene Reportage-Beitrag auch mehr erzählerische Substanz, weil die Hälfte des Clips Olcay Sahan als Hauptfigur zeigt und in dem was Sahan sagt und wie die Kamera sein Gesicht einfängt, man einen für diese kurzen Minuten tiefen Einblick in die Persönlichkeit Sahans erhält.

    Zunächst gibt es aber einen kurzen Rückblick auf das turbulente Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Tom Starke schildert seine Eindrücke, Peter Neururer findet wieder einmal launige Worte und Christian Tiffert zeigt sich zum dritten Mal hintereinander als ein Spieler, der etwas zu sagen hat und sich hinter keiner der vorgefertigten Sprachhülsen der Branche versteckt. Abgerundet wird das Ganze durch einen kurzen Blick in die Kabine, wo gerade herumgefrotzelt wird. Entspannung allerorten.

    Für die Bilder mit Sahan geht es erst ins Auto, dann in den Landschaftspark Nord, wo Spieler und Journalist den Hochofen besteigen. Da soll die repräsentative Industriekulisse des Ruhrgebiets als belebendes Bildmoment wirken für das Gespräch mit dem “Düsseldorfer Jung”. Man erkennt in Sahans tastenden Sätzen über seinen Platz in der Welt auch die Konzentration seines Denkens auf den Fußball. Er spricht über seinen Traum Nationalmannschaft aus, was er wirklich denkt und ich hoffe sehr, dass ihm das niemals von irgendwelchen kleingeistigen Idioten zum Vorwurf gemacht wird. Es berührt sehr, wieviel Kraft ihm offensichtlich seine Familie gibt und wie durch die Weise seines Erzählens die tiefe Dankbarkeit für die Unterstützung seines Vaters deutlich wird.

    Diese als Reportage angelegte Folge ist deshalb gut, weil ich ich die meisten Bilder und O-Töne nicht vorhersehen konnte. Sie hat mir etwas gezeigt, was ich noch nicht wusste. Das ist meine Erwartung an eine Reportage. Ich hoffe auf eine ähnliche Spielfreude der Macher zum Saisonabschluss.

    Posted in Medien, MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Christian Tiffert, Doku-Soap, Medien, Mitten in Meiderich, Olcay Sahan, Web-TV [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Programmhinweis: Erwin Kostedde im RevierSport-Interview

    In einer Zeit als häufige Vereinswechsel noch die Ausnahme waren, machte Erwin Kostedde bei insgesamt zehn Vereinen Station. Für mich hinterließ er am ehesten bei Kickers Offenbach tiefere Spuren. Beim MSV Duisburg gab er in der Saison 1967/68 sein Bundesliga-Debut und blieb nur ein Jahr. Die Gründe dafür reißt er im RevierSport-Interview mit Ralf Piorr kurz an. Es ist kein langes Interview. Dennoch erfährt man einiges über den nicht einfachen* Werdegang Erwin Kosteddes und über die Zeit ab Ende der 60er Jahre, in der ein farbiger Fußballspieler noch die Ausnahme ist.

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    UEFA-Cup, 28.112 Zuschauer und Duisburg im Wohlgefühl

    Wenn ein Endspiel in Hin- und Rückspiel zerfällt und es schon im ersten Spiel einen deutlichen Sieger gegeben hat, steckt das zweite Spiel voller Unwägbarkeiten. Da gibt es den Ehrgeiz des Verlierers, sich nicht noch einmal zu blamieren. Da gibt es den Erwartungsdruck des Siegers auch vor heimischen Publikum zu glänzen. Da wirkt die Vorfreude auf den schon ausgestellten Pokal. Da gibt es eine Zuschauerkulisse, die zwar bereit ist, sich aufs Spiel zu konzentrieren, die aber dennoch für kleine Ablenkungen wie La-Ola-Wellen empfänglich ist. Kurzum, das Spiel selbst war gestern Abend keine große Offenbarung.

    Zwar setzte der FCR 2001 Duisburg die gegnerische Mannschaft aus Perm zunächst immer wieder unter Druck, doch kleine Abstimmungsschwierigkeiten im Angriffsspiel ließen keine zwingenden Chancen entstehen. Das Zusammenspiel wirkte etwas gehemmt. Perm verteidigte mit Einsatz und die wenigen Angriffsbemühungen der Mannschaft bereiteten der Duisburger Verteidigung zunächst kaum Mühe. So fiel der Führungstreffer für Perm etwas überraschend. Danach wirkten die Duisburgerinnen wie übereifrige Gastgeber auf einer Party, die um das Wohl der Gäste besorgt sind und in ihrem Übereifer mal hier ein Glas umstoßen und mal dort jemanden auf den Fuß treten. Nach diesem ersten Treffer hat trotz des Ausgleichs kurz vor dem Halbzeitpfiff im Angriffsspiel nicht mehr viel zusammengepasst. Immer wieder wurde das Spiel in den freien Raum versucht und die Mitspielerin dabei nicht gefunden. Die Spielerinnen wollten nicht nur die Feier zum Erfolg, sie wollten auch den Sieg dazu. Doch mangelte es an diesem Tag an der Abstimmung des FCR 2001 Duisburg in Strafraumnähe. Obwohl der Ball in der zweiten Halbzeit von den Duisburgerinnen immer wieder druckvoll in die gegnerische Hälfte gebracht wurde, langte es nicht zum Führungstreffer. Perm wollte mit gut vorgetragenen Kontern sogar den Spaß erheblich verderben. Das Unentschieden war ein gerechtes Ergebnis. Schließlich hatten beide Mannschaften ihre Chancen in der zweiten Hälfte.

    Am Ende war es gestern weniger ein Fußballabend als ein Abend zum Feiern. 28.112 Zuschauer waren ins Stadion gekommen und sorgten für einen neuen Zuschauerrekord bei Vereinspielen im europäischen Frauenfußball. Zu diesen Zuschauern zählten natürlich Menschen, die mit dem Verein verbunden sind. Um bei einem Frauenfußballspiel solch hohe Zuschauerzahlen zu erreichen, müssen aber auch Menschen kommen, die sich sonst selten Frauenfußball live ansehen.Viele Kinder und Jugendliche waren gekommen, viele ältere Menschen und viele Paare. Vor allem die älteren Zuschauer, so glaube ich, kamen als Duisburger ins Stadion und haben den Pokalerfolg des FCR 2001 Duisburg als besonderes Ereignis in ihrer Stadt wahrgenommen. Sie wollten dabei sein, wenn Duisburg stolz auf sich ist.

    Durch diese andere Zusammensetzung des Publikums entstand eine völlig andere Atmophäre in der MSV-Arena und auf dem Weg dorthin als bei den Spielen des MSV Duisburg. Der hohe Hinspielsieg des FCR 2001 Duisburg trug selbstverständlich ebenfalls zur beschwingten und leichten Atmosphäre im Stadion bei. Vielleicht mag der ein oder andere bei vielen Zuschauern wieder das Gute-Laune-Publikum erkennen, mir dagegen fällt das Bedürfnis von Menschen nach identitätsstiftenden Ereignissen auf und die Tatsache, wie sehr sich ein Publikum des Männerfußballs auf den Verein ausrichtet und nicht auf die Stadt, in der der Verein beheimatet ist.

    Habe ich schon geschrieben, dass auch ich es genossen habe, dabei gewesen zu sein und diese Feierstimmung erlebt zu haben? Was für eine Entwicklung zwischen jenem Tag Ende der 70er als ich auf einer Bezirkssportanlage in Kasslerfeld mein erstes Frauenfußballspiel gesehen habe. Das Wagnis mit dem Endspiel in die MSV-Arena zu gehen, hat sich gelohnt. Das war ein gelungener Abend für den FCR 2001 Duisburg, aber auch für die Stadt selbst.

    Posted in Saison 2008/2009 Tagged: FCR 2001 Duisburg, UEFA-Cup der Frauen [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Gewählt zum Spieler der Saison: Tom Starke

    Gestern, kurz vor dem Aufbruch nach Duisburg zum UEFA-Cup-Endspiel der Frauen kommt die Nachricht vom MSV Duisburg herein. Mit einem knappen Vorsprung vor Cedrick Makiadi und Markus Brzenska wurde Tom Starke von den Fans zum “Spieler der Saison” gewählt. Ist er vielleicht eher der “Spieler der Rückrunde”? Auf der Linie war er ja schon immer sehr gut, doch erst in der Rückrunde hat er auch den Fünfmeterraum als Ort des Torwartsspiels für sich entdeckt. Zu diesen verbesserten Leistungen kommt hinzu, dass er nach den Niederlagen keine Ausflüchte suchte, sondern die Mannschaft in die Verantwortung nahm. Bei seinen öffentlichen Statements schwang immer auch die Perspektive der Zuschauer mit. Es wirkte sehr glaubhaft, dass ihn diese schlechten Leistungen sehr ärgerten und dass er seine Mannschaftskollegen mit seinen Aussagen in die Pflicht nehmen wollte.

    Die Hinrunde kannn jedenfalls keinen maßgeblichen Einfluss auf die Stimmabgaben für ihn genommen haben. Da war er sowohl wegen seiner Leistung umstritten als auch später wegen seiner Reaktion auf den Verlust des Stammplatzes unter Rudi Bommer. Seine öffentlichen Äußerungen wirkten wenig sympathisch und schon gar nicht professionell. Was ihn zunächst für die Fans sogar zum Buhmann machte, als Peter Neururer ihm wieder den Vorzug gegenüber Marcel Herzog gab. Doch anscheinend haben Eindrücke zur Leistung der letzten Wochen letztlich die Grundlage gegeben. Wenn es nur um diese Leistung ginge, hätte ich Marcus Brzenska an erster Stelle gesehen. Wahrscheinlich langte es für den Sieg nicht, weil er in der Öffentlichkeit sonst wenig wahrgenommen wurde. Über die gesamte Saison hin war er meiner Meinung nach aber jener Spieler, der am konstantesten sein Können zeigte.

    Posted in Saison 2008/2009, Spieler damals und heute Tagged: Markus Brzenska, Spieler der Saison, Tom Starke [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Von passgenauer Gegenwehr beim Saisonabschluss

    An diesem Fazit komme auch ich nicht vorbei, es war ein versöhnlicher Saisonabschluss. Da brauche ich gar nicht origineller sein wollen als Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann bei der NRZ oder Tina in ihrem Blog. Es hatte sich schon in Kaiserslautern angedeutet und setzte sich vor allem in der ersten Halbzeit gegen den Vfl Osnabrück fort. Wenn es nur um das Tagesergebnis geht, lässt es sich wohl angenehm spielen.

    Der Zusammenhang von Leistungsvermögen und Angst, einen Fehler zu begehen und damit etwas Großes zu verspielen, scheint mir beim MSV Duisburg für die Niederlagen oder mühseligen Unentschieden in den letzten Wochen offensichtlich zu sein. Ähnlich muss es dem Vfl Osnabrück gestern gegangen sein. Merkte man dieser Mannschaft doch nicht an, dass sie die kleine Hoffnung auf die direkte Rettung am Leben erhalten wollte. Alleine ein kurzes Aufbäumen nach dem Anschlusstreffer war zu erkennen, doch auch da verpuffte nach fünf Minuten jegliche Energie. Die Körpersprache vieler Osnabrücker Spieler ließ schon in der ersten Halbzeit erkennen, dass sie ihre inneren Widerstände ans körperliche Limit zu gehen nicht überwinden konnten. Denn das hätte geschehen müssen, weil der MSV in der ersten Halbzeit voller Spielfreude kombinierte. Man sah Spielzüge über mehrere Stationen und konnte sich an ansehlichem Fußball freuen. Maicon machte das Spiel des MSV sicherer und unberechenbarer im Vergleich zu vielen Auftritten der Mannschaft in der Rückrunde. Natürlich muss man auch bedenken, es gab Freiräume, die die Spitzenmannschaften nicht gelassen hatten. Makiadi machte nicht nur wegen seines Tores deutlich, warum er zu den besseren Spielern der 2. Liga gehört, wenn er im Dribbling nacheinander gegen vier, fünf ihn körperlich hart angehende Gegenspieler den Ball behauptete. Und auch wenn Tinas Fragen zu Sandro Wagner gerade für die zweite Halbzeit ihre Berechtigung haben, dennoch zeigt er sich zum Ende der Saison hin verbessert. Den größten Fortschritt hat er wohl beim Timing seines Kopfballspiels gemacht. Die Abwehr stand letztlich gegen diesen Osnabrücker Sturm sicher, dennoch gab es immer mal wieder leichte Unsicherheiten, die von stärkeren Mannschaften ausgenutzt worden wären.

    Und damit komme ich zu einer vielleicht überraschenden Wende. Denn trotz dieses sicheren Sieges in überzeugender Spielweise war auch in diesem Spiel zu erkennen, warum diese Mannschaft den Aufstieg nicht geschafft hat. Den Gedanken hatte ich in der zweiten Halbzeit, als die Chancen des MSV reihenweise vergeben wurden. Man erkannte dankenswerter Weise, die Spieler wollten dem Publikum etwas gönnen. Die Angriffe sollten mit schönen Toren abgeschlossen werden. Dazu luden die Osnabrücker fast schon ein und genau das schien die Stürmer zu überfordern. Sie hatten zu viel Platz, um den gewohnten Zweikampf aufzunehmen und gleichzeitig zu wenig Platz, um den gewünschten spielerischen Zauber zu entfalten. So kam es zum Verstolpern, verspätetem Abspiel und ungenauem Schuss. Ich stelle das nur fest und mecker darüber nicht. Für mich ist es ein Hinweis darauf, dass die spielerische Klasse der einzelnen Spieler nicht ausreicht, um in jedem Spiel die richtige Entscheidung zu treffen. Zur Klasse einer Mannschaftsleisung* trägt aber die Summe der richtigen Entscheidungen nicht unwesentlich bei. Ich meine gar nicht, die alte Trainermaßgabe, wir müssen dem Gegner unsere Spielweise aufzwingen. Mir geht es darum, dass die Spieler des MSV ihre spielerischen Möglichkeiten nur dann zur Entfaltung bringen können, wenn die Spielstärke des Gegners passgenau auf die aktuelle Befindlichkeit der Mannschaft trifft. Einige Spieler scheinen sich ihrer Möglichkeiten nicht so sicher zu sein, so dass ihre Angst vor Fehlern sie gegen starke Mannschaft hemmt. Dagegen lassen schwächere Mannschaften ihnen häufig zu viele Optionen für ihr Spiel.

    So, das war es also, wir können nach vorne gucken, uns mit unübersichtlichen Anstoßzeiten beschäftigen und Fernreisen zu Auswärtsspielen planen. Osnabrück kann ich leider nicht allzu viel Glück wünschen in der Relegation, weil mir Paderborn als kommender Zweitliga-Gegner sehr viel besser in persönliche Reisepläne passt. Paderborn als Ort von Familientreffen und Auswärtsspielbesuch an einem einzigen Wochenende, der Gedanke gefällt mir jedenfalls immer wieder sehr gut.

    Posted in MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Cedrick Makiadi, Maicon, MSV Duisburg, Sandro Wagner, VfL Osnabrück [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Mitten in Meiderich ? Folge 18

    Was bisher geschah … “Mitten in Meiderich” ist die Mini-Doku über den MSV Duisburg. In der ersten Folge hieß es noch, wir begleiten den MSV bei dem Versuch, doch noch aufzusteigen. Die einzelnen Folgen aber sind bislang nicht mehr auf diese starke Grundidee hin ausgerichtet. Einen längeren Erzählfaden gibt es nicht. Das Serielle der Doku baut fast ausschließlich auf die äußere Form der Präsentation und dem unkonkreten Thema “MSV Duisburg”. Deshalb braucht eine jede Folge eigentlich eine einzelne starke Geschichte mit Anfang und Ende.* Wirklich gefunden werden diese Geschichten bislang nur im Ansatz. Deshalb bieten die Folgen ein kunterbuntes Allerlei, das manchmal etwas beliebig wirkt. In diesen Grenzen gewährt “Mitten in Meiderich” in den besseren Momenten den Blick aufs Tagesgeschäft, der angesichts des Formats natürlich immer etwas flüchtig ist. Doch Anfang April hat die Niederlage des MSV Duisburg gegen Mainz 05 Spuren in der Doku hinterlassen. Flüchtige Blicke auf das Tagesgeschäft sind offensichtlich nur möglich, wenn Zuversicht im Verein und bei den Machern vorhanden ist. Nach kurzzeitiger Orientierungslosigkeit machte man die einzelnen Folgen der beabsichtigten Doku dann zur Kurzreportage der üblichen Sportberichterstattung …

    Mit der 18. und letzten Folge von “Mitten in Meiderich” sollten auch meine medienkritischen Betrachtungen eigentlich ein Ende finden. Die neu eingerichtete DSF-Seite aber lässt mich überlegen, ob ich nicht demnächst noch so was wie Webseiten-Kritik betreibe, den Auftakt könnte dann die Bewertung der DSF-Seitengestaltung sein. Fehlen mir auf der ersten Seite für die TV-Tipps am Rand doch die deutlichen Grenzen der jeweiligen Themen, für die die Bilder als Anreißer funktionieren sollen. “Mitten in Meiderich” verliert auf diese Weise, weil es zu wenig als eigenständiges Format wahrgenommen wird.* Die als Mini-Doku angekündigte Serie dann auch noch mit dem Portrait von Peter Neururer zu bebildern, halte ich bei aller Mediengewandtheit des Trainers für unpassend, schließlich soll es ja um mehr als um diesen Trainer gehen. Das weist im Übrigen einmal mehr auf Entscheidungsprozesse hin, die die Intensität des Nachdenkens über das Format offenbaren. Bei der Navigation ist “Mitten in Meiderich” auch eine Hierarchieebene nach unten gerutscht, und ich frage mich, ob die Technik noch nicht ganz sicher funktioniert, weil ich keinen Link zur einzelnen Folge erhalte, sondern nur zum Gesamtmenü von “Mitten in Meiderich”. Ihr müsst euch also gegebenenfalls von hier aus selbst auf der Seite durchklicken.

    Genug der Anmerkungen zur DSF-Seite und nun zur Folge 18, die fast ausschließlich aus Interview-Schnipseln zusammengeschnitten ist. Peter Neururer hadert noch einmal mit den Schiedsrichterentscheidungen in den Spielen gegen Mainz und St. Pauli, sieht Verstärkungsbedarf auf allen Positionen mit Ausnahme des Torwarts und telefoniert. Der “Boss”, namentlich Walter Hellmich, zieht das Fazit “Saisonziel nicht erreicht”, glaubt an Verpflichtungserfolge Bruno Hübners, sieht den MSV in der kommenden Saison im Anwärterkreis für den Aufstieg und telefoniert. Bruno Hübner erläutert die Stärke der 2. Liga in der nächsten Saison, sieht den MSV im Favoritenkreis, falls die Leistung der Rückrunde wiederholt werden kann und telefoniert.

    Wir erfahren also, die Führungsebene ist immer für den Verein im Gespräch mit der Welt. Sie arbeiten noch an der erhofften Zukunft, während die Spieler schon das Trainingsgelände verlassen, um in den Urlaub zu fahren. Inhaltlich erfahren wir nichts Neues aus der Führungsebene und der kleine Bewertungsunterschied über die Aussichten des MSV in der nächsten Saison zwischen Walter Hellmich und Bruno Hübner verschwindet bei näherem Hinsehen. Bruno Hübner schränkt seine Bewertung “Favorit” ein, indem er die Leistung der Rückrunde als Voraussetzung ansieht. Das entspricht ungefähr dem “Anwärterkreis” von Walter Hellmich, der sich anscheinend nach den großen Worten vor der letzten Saison nicht mehr allzu weit aus dem Fenster lehnen will. Wenn er seiner Wertung Anwärterkreis ein “mehr nicht” beifügt, so spricht hier das gebrannte Kind. Der Anspruch oben mitzuspielen bleibt aber bestehen.

    Dazu bedarf es noch Neuverpflichtungen und Vertragsklarheit, so bei Markus Brzenska, der auch noch einmal in die Kamera sagen darf, er fühle sich beim MSV wohl und wolle bleiben. So steht am Ende von “Mitten in Meiderich” nicht der Blick hinter die Kulisse sondern auf die Köpfe von Entscheidungsträgern und -spielern mit ihren gewohnten Worten der Verlautbarung, wie sie in der üblichen Sportberichterstattung als Hintergrundbericht gern gesendet werden. Wenn es einem nur um das Erscheinen des* MSV in einem öffentlich wahrgenommenen Medium geht, reicht das. Für den Anspruch eine Dokumentation sein zu wollen, ist es zu wenig. Anstatt mich nun weiter zu wiederholen, schließe ich mich lieber den Worten des Kommentators* an, hoffe auf die von Walter Hellmich prophezeite erfolgreiche Arbeit Bruno Hübners und freue mich ebenfalls schon ein wenig auf die nächste Saison.

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    Mitten in Meiderich ? Abspann

    So ganz habe ich mich von “Mitten in Meiderich” noch nicht verabschiedet.* Das Serielle solcher Formate berührt doch das zutiefst menschliche Bedüfnis nach der Rhythmisierung des Lebens. Wenn ich mir vorstelle, am nächsten Dienstag keinen neuen Clip über den MSV Duisburg mehr zu sehen, fühle ich diesen leichten Stich eines Verlustes. Ich fühle ihn, obwohl ich zum Ende der Saison eher unzufrieden als zufrieden war und sogar meine Lust über die jeweilige Folge zu schreiben keineswegs stabil vorhanden war. Dennoch, das weiß ich jetzt schon,* mir wird in Zukunft das Sehen der Videoclips und genau dieses Schreiben fehlen. Gefühle des Abschieds können schillernd sein.

    “Mitten in Meiderich” gewährte mir nicht nur die kurze, unterhaltsame Pause vom Alltag. Unterhaltsam deshalb, weil auch als gerecht empfundenes* mildes Ärgern unterhält. Das ist meine Perspektive als Fan und es ist offensichtlich, dass meine Ansprüche als Fan durch das Serielle der Form vollauf bedient waren. Einmal in der Woche ein paar bewegte Bilder vom Verein meines Interesses. Das ist gut, egal ob sie jedes Mal mir etwas wirklich Interessantes zeigen. Sie bieten auf jeden Fall Anlass, mich mit etwas zu beschäftigen, was sehr fest mit meinem Leben verbunden ist.

    Darüber hinaus habe ich durch “Mitten in Meiderich” aber auch die Gelegenheit erhalten, meine eigenen Vorstellungen von gelungenen Dokumentationen auf vielfältige Weise zu durchdenken und damit zu schärfen. Sowohl für den MSV-Fan in mir als auch für mich als Nutznießer einer Art Self-Made-Weiterbildung musste aber erst einmal jemand etwas schaffen, das mein Fühlen berührte und mein Denken anstieß. Im Selbstverständnis von Kultur- oder Medienkritik wird das als gegeben vorausgesetzt und gilt als nicht weiter erwähnenswert.* Hier aber sei den* Machern von “Mitten in Meiderich” auch noch einmal ausdrücklich gedankt. Denn selbst wenn die einzelnen Folgen sich in ihrer Qualität sehr unterschieden, eines war jederzeit spürbar: den Machern lagen die Inhalte am Herzen und ihnen ging es nicht nur um das Erfüllen eines Jobs.

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    Ein Qualitätsbeweis? SC Freiburg sucht gerne Verstärkung beim MSV

    Ob Cedrick Makiadi noch mit Armin Veh gesprochen hat, wie es seine Absicht nach dem letzten Spiel für den MSV Duisburg war? Ich kann es mir nicht vorstellen, so schnell wie jetzt der Vertragsabschluss von ihm mit dem SC Freiburg verkündet wurde. Nachdem die Freiburger mit Mohamadou Idrissou schon einmal mit der Verpflichtung eines Stürmers vom MSV Duisburg zufrieden sein konnten, sind sie laut Sportdirektor Dirk Dufner jetzt auch von den “spielerischen Fähigkeiten” des nächsten MSV-Stürmers überzeugt. Zumal Makiadi als erfolgreicher Stammspieler nach Freiburg wechselt und Idrissou bei seinem Wechsel in der Winterpause 2008 zwar in der Hinrunde dieser letzten Bundesliga-Saison des MSV 2007/2008 auch regelmäßig zum Einsatz kam, er in der damaligen Zeit aber eine Formkrise durchlebte. Unvergessen sein Platzverweis beim Auswärtsspiel gegen Bayern München kurz vor Ende des Spiels, als man nicht wusste, ob sein Nachtreten gegen Oli Kahn dem ganzen Frust über die eigene Leistung geschuldet war oder ob nur den nicht bewusst angestrebten Höhepunkt jenes damaligen Unvermögens darstellte. Das letzte Spiel der Hinrunde wurde damit zum letzten Spiel Idrissous für den MSV Duisburg. Die Enttäuschung über diesen Auftritt Idrissous in München hat Rudi Bommer, wir erinnern uns, damals noch Trainer, anscheinend in die Winterpause mitgenommen und nicht mehr überwunden.

    Makiadi kommt da mit einem anderen Selbstbewusstsein nach Freiburg und braucht für seine zukünftigen Bundesligaeinsätze nicht erst aufgebaut zu werden. Trotz seiner Tore beim MSV halte ich Makiadis Erfolg in Freiburg aber für keinen Selbstläufer. Dazu spielte er mir nicht konstant genug auf hohem Niveau als Teil des Mannschaftsgefüges. Solch eine Leistung hängt natürlich wiederum von den Nebenleuten ab, und deshalb ist die Prognose über die zukünftige Leistung immer mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden. Fußball ist nun mal ein Mannschaftssport und die Zusammenstellung einer Mannschaft bestimmt, wie sich das Potential eines Spielers entfaltet. Spielte Makiadi mit Sicherheit auch in der 1. Liga für Freiburg konstant auf hohem Niveau, hätte er in dieser vergangenen Saison für den MSV nicht gespielt. Dann wäre er so gut, dass er für den Verein aller Vereine nicht erschwinglich gewesen wäre. Man sieht, Fußball ist ein kompliziertes Geschäft.

    Posted in MSV Duisburg, Saison 2008/2009 Tagged: Cedrick Makiadi, Mohamadou Idrissou, MSV Duisburg, SC Freiburg [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

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    Hilfloses Hoffen

    Nach dem Ende einer Saison im Fußball der Gegenwart fühlt sich der Fan stets zurück geworfen auf das Grundvertrauen in die sportliche Leitung seines Vereins. Das ist eine Prüfung. Auch wenn es angesichts von Nervosität auf Fanseite anders aussieht, wird hier nicht der Fan in Sachen Gelassenheit geprüft, sondern den Sportdirektor in Sachen Vertrauen. Denn je unruhiger der Fan Spekulationen der Presse über mögliche Spielerwechsel in alle Richtungen wahrnimmt, desto weniger Vertrauen hat sich die sportliche Leitung bis dahin erarbeitet.

    Einem Fan bleibt aber nichts anderes als dieses Grundvertrauen, um abzuschätzen, in welche Richtung sich sein Verein entwickeln wird. Werden Spieler gehalten oder gar verpflichtet, mit denen die erhofften sportlichen Ziele erreicht werden können? Auf Worte darf man in dieser Branche nichts mehr geben, auf Verträge nur unwesentlich mehr. Zumindest wenn es um den Durchschnittsberufsfußballer ohne überragendes Spielvermögen geht. Zu viele Einflußgrößen lassen einen solchen Mann zum Spielball aller möglichen Mächte werden. So ein Spieler kann sich nicht entscheiden, es gefällt mir hier oder dort zu spielen.

    Über die Zukunft des Abwehrspielers Markus Brzenska etwa, Arbeitnehmer beim BVB Borussia Dortmund, verhandeln die Sportdirektoren Michael Zorc und Bruno Hübner, als ob Brzenskas Meinung nicht das entscheidende Kriterium ist. Brzenska sagt, er wolle beim MSV Duisburg bleiben, wohin er eine Saison lang ausgeliehen war. Weil ich aber nur diesen sehr oberflächlichen Teil des Geschehens kenne und nun in den Medien erfahre, die Verhandlungen seien gescheitert, bleibt mir nur das Grundvertrauen, Bruno Hübner habe das Richtige getan. Um das Geschehen zu bewerten, fehlen mir nicht nur entscheidende Informationen, darüber hinaus kann ich die Stellungnahmen aller Beteiligten in der Öffentlichkeit nicht als Wahrheit lesen. Solche Stellungnahmen sind Teil des Verhandlungsspiels und dem kann sich Markus Brzenska nicht entziehen, selbst wenn er es ehrlich gemeint hat. Ich brauche also Grundvertrauen in das Wirken der sportlichen Leitung, weil ich eine wohl begründet Meinung zum aktuellen Geschehen gar nicht besitzen kann. Ich brauche Grundvertrauen in die Arbeit des Sportdirektors meines Vereins. Die Führungsebene des MSV Duisburg hat mir allerdings in den letzten Jahren nur wenig geholfen, dieses Grundvertrauen zu festigen. Deshalb fühle ich mich ein wenig hilflos, wenn ich auf die Verpflichtungserfolge von Bruno Hübner hoffe.* Was anderes bleibt aber nicht. Ein blödes Gefühl.

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