Zebrastreifenblog

Dieses Thema im Forum "Blogs rund um den MSV" wurde erstellt von Omega, 11 April 2009.

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  1. Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Tabellenrechner-Prognose nach dem 23. Spieltag gegenüberstellen. Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht. Hoffen wir, dass bei den Zebras dort schnell das Pluszeichen steht und bei den anderen Mannschaften das Minuszeichen. Da ich bei den nächsten drei Spieltagen Niederlagen einkalkuliert habe, besteht die Hoffnung, dass das bald geschieht. Bei meinen ersten Ergebnisprognosen dieser Saison habe ich sehr gut gelegen. Die einzige Abweichung passt perfekt zum Nichtabstiegsplan für den MSV.



    11. Erzgebirge Aue 29 (13. mit 34 P) + 3

    12. SpVgg Greuther Fürth 29 (11. mit 40 P) +/- 0

    13. Dynamo Dresden 27 (12. mit 36 P) +/- 0

    14. SV Darmstadt 98 26 (15. mit 31 P) +/- 0

    15. FC Magdeburg 22 (14. mit 31 P) +/- 0

    16. MSV Duisburg 20 (16. mit 31 P) +/- 0

    17. FC Ingolstadt 19 (17. mit 30 P) +/- 0

    18. SV Sandhausen 17 (18. mit 22 P) – 3



    Prognose nächster Spieltag​

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  2. Beim Einloggen in den web.de-Account zog ein Teaser des Qualitätsmediums der Fußballberichterstattung an mir vorbei mit einem Wort, das mich schmunzeln ließ. Denn das Wort sollte mächtig Wind machen über einen der besten Windmacher in der Windmacherbranche, also eine wirkliche Windmacher-Legende. Mir war ganz unbekannt, dass die Handbücher für Contentmanagement und Clickbating unter Neururer, Peter neben „Experte, der“ auch „Legende, die“ verzeichnen.

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  3. Entspannt gehe ich dem Wochenende entgegen. Denn mein Tabellenrechner erinnert mich, eine Niederlage gegen Regensburg habe ich beim Klassenerhalt eingerechnet. Schon ein Unentschieden brächte weitere Sicherheit, an einen noch größere Erfolg denke ich aus altem Aberglauben nicht öffentlich nach.

    Doch die Zebras haben eine besondere Chance. Denn jeder wird auf dem Platz vor allem die zweiten Bälle im Blick haben. Ob auf Pressekonferenz oder im Spielerinterview der Kampf um die zweiten Bälle ist ein Leitmotiv in den O-Tönen. Thorsten Lieberknecht weiß auf der Pressekonferenz, es werde ein intensives Spiel gegen ein Team, das die meisten Zweikämpfe führe. Sowohl offensiv als auch defensiv werde es viel Spiel auf den zweiten Ball geben. Es klingt bei ihm so, als läge die Verantwortung für die Spielweise mehr bei Jahn Regensburg.

    Hört man im folgenden Jahn-Torwart Phillip Pentke, klingt das allerdings so, als sei der MSV für diese Zweite-Bälle-Kämpfe verantwortlich, er meint, andere Attribute als im Spiel gegen Heidenheim seien gefordert. Er sieht viel Kampf voraus, viel Einsatz, da ginge es viel um zweite Bälle.


    Wenn alle so die zweiten Bälle im Blick haben, könnten doch vielleicht Cauly Souza oder Harvard Nielsen so einen unbeachteten ersten Ball elegant verarbeiten, ihn sich selbst vorlegen beim schnellen Lauf in den Strafraum und sicher ein Tor erzielen. So ein erster Ball liegt auch viel freier auf dem Rasen. Wenige Spieler erhalten in seiner Nähe die Chance um so einen ersten Ball zu kämpfen. Richtet ihr anderen eure Aufmerksamkeit auf all die zweiten Bälle, damit einer der Zebras ganz in Ruhe sich um so einen ersten Ball kümmern kann.

    Außerdem muss ich noch darüber nachdenken, ob der in Regensburg so besonders beachtete „Lucky Punch“ wirklich eine breite Brust macht. So ganz komme ich bei dieser Einschätzung gedanklich nicht mit. Lucky – heißt das nicht „glücklich“? Vielleicht hilft auch diese Konzentration der Regensburger Aufmerksamkeit auf besondere Zebra-Attribute, ihren Blick auf die ersten Bälle zu vernachlässigen.

    Bäffs Jahn-Lied gefällt mir übrigens sehr: „Und verliern wir mal 0:3, dann gibts nit lang a blöde Jammerei. Am Samstag drauf 0:2 verlorn, dann sagn mer, jetz ist schon besser word’n.“

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    1. Ein gerechtes 1:1-Unentschieden im Spiel von Jahn Regensburg gegen den MSV Duisburg zeigt auch, warum die Heimmannschaft oben in der Tabelle steht und die Zebras unten. Gerade deshalb lässt das Unentschieden in Duisburg die Zuversicht zurückkehren gegen spielstärkere Mannschaften auch Punkte erringen zu können.
    2. Das Spiel war in der Schlussphase für Anhänger der Zebras wieder einmal gesundheitsbedrohlich. Vom zu hohen Blutdruck ganz zu schweigen, drohten Knochenbrüche den anderen Anhängern des MSV im Ostende um mich herum. Die Barhocker, auf denen sie saßen, hätte ich kurz vor dem Schlusspfiff fast weggetreten. Als die Zebras den Ball nicht aus dem Duisburger Strafraum rausbekamen, standen diese Barhocker mir bei meinen Befreiungsschlägen aus der Ferne doch sehr im Weg.
    3. Felix Wiedwald hat die Situation schließlich für die Mannschaft und uns alle geklärt. Zuvor schon hatte er zwei- oder dreimal (?) mit großartigen Reflexen todsichere Chancen der Regensburger zunichte gemacht. Bei undurchsichtigen Situationen im Strafraum hat er wahrscheinlich laut „Leo“ gerufen und „Jetzt lasst mich mal alleine machen. Lasst die endlich schießen.“ Wahrscheinlich hat er abends in Duisburg noch reihenweise allen möglichen fallenden Kram lässig aufgefangen. Und auch den Führungstreffer der Regensburger zum 1:0 hätte er bestimmt verhindert, wenn der Ball nicht durch einen in die Schussbahn rutschenden Spieler der Zebras abgelenkt worden wäre.
    4. Trotz der Vorteile für Regensburg in der ersten Halbzeit war die Führung des Jahn nicht unbedingt erwartbar. Den kontinuierlichen Druck auf das Duisburger Tor gab es nach der Anfangsphase nicht mehr. Doch in den ersten zehn Minuten des Spiels war der Qualitätsunterschied der Mannschaften offensichtlich. Die Defensive des MSV wurde ein ums andere Mal überwunden.
    5. Der MSV überstand die Anfangsphase und versuchte vor allem mit langen Bällen selbst ins Spiel zu kommen. Chancen ergaben sich keine. Cauly Souzas Schuss nach einem schnellem Umschaltspiel war für mich zu ungefährlich, um als wirkliche Chance durchzugehen. Im Grunde war dieser Abschluss bezeichnend für die Offensivkraft der Mannschaft. Es fehlte im und rund um den Strafraum fast immer die Präzision bei Pässen, Ballverarbeitung und Schüssen.
    6. Entsprechend sahen die wenige Kontermöglichkeiten in der ersten Halbzeit bei Balleroberungen im Mittelfeld aus. Kam ein Spieler in Ballbesitz, legte er ihn sich zu weit vor.
    7. So wirkte der MSV in der ersten Halbzeit spielerisch unterlegen.
    8. Nach der Pause änderte sich das Bild, weil die Zebras aus langen Bälle in die Spitze halblange Bälle machten. Die Mannschaft entwickelte ein sicheres Kombinationsspiel aus der eigenen Hälfte heraus. Sie ließen die Regensburger laufen und gaben ihnen das Gefühl vergeblich pressen zu wollen.
    9. Dieses sichere Kombinationsspiel, manchmal gegen ein Pressing bis an die eigene Torauslinie, beeindruckte. Sowohl Gerrit Nauber als auch Tim Albutat erwiesen sich immer wieder als nervenstark und ballsicher. Wenn hier die Vorwärtsbewegung im Blick ist, darf die Defensivleistung in der zweiten Hälfte nicht vergessen werden. Enis Hajri hatte ausgewechselt werden müssen. Doch Gerrit Nauber strahlt wieder jene Sicherheit und Ruhe aus, die wir in der letzten Saison von ihm kannten. Er gibt einem U19-Spieler wie Vincent Gembalis den Rückhalt für dessen Leistung.
    10. Der Qualitätsunterschied beider Mannschaften zeigt sich in der zweiten Halbzeit dadurch, dass die Spielkontrolle durch den MSV kaum Torchancen schaffte. Mit ähnlicher Überlegenheit schufen die Regensburger jedes Mal sehr große Torgefahr. Den Zebras fehlte einmal mehr in der Spitze die Sicherheit des Zusammenspiels. Die nötige sehr schnelle Ballverarbeitung gelingt einfach nicht präzise genug.
    11. Der Ausgleich zuvor war durch einen Elfmeter gefallen. Der Torwart der Regensburger war in den eigenen Verteidiger und John Verhoek gesprungen, hatte zu fausten versucht und traf Verhoek am Kopf. Der Schiedsrichter pfiff Foul. Kevin Wolze zeigte sich nervenstark und verwandelt den Elfmeter sicher. Es war ein wichtiges Tor, nicht nur weil damit nach dem Abpfiff der Punkt gesichert wurde, sondern auch weil es den Aufwand der Mannschaft belohnte. Solch eine Belohnung für ein mutiges Kombinationsspiel kann weitere Stabilität bringen.
    12. Bei Angst vor dem Abstieg befragen Sie den Tabellenrechner von Kees Jaratz. Da ich die Ergebnisse für den MSV so schlecht wie möglich bei gleichzeitigem Klassenerhalt prognostiziert habe, befindet sich der MSV mit dem Unentschieden in Regensburg nun schon einen Punkt im Plus. Morgen werdet ihr sehen, wie gut das aussieht.

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  4. Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Tabellenrechner-Prognose nach dem 23. Spieltag gegenüberstellen.

    Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht und die mit der weiteren Prognose sich dann ergebende Platzierung.

    Hoffen wir, dass bei den Zebras vor dem Pluszeichen bald noch eine höhere Zahl steht und bei den anderen Mannschaften vor dem Minuszeichen. Bei meinen ersten Ergebnisprognosen dieser Saison habe ich bislang gut gelegen.

    10. Erzgebirge Aue 32 (13. mit 34 P) + 5; 12. mit 39

    11. Arminia Bielefeld 31 (9. mit 42 P) +/- 0; 9. mit 42

    12. SV Darmstadt 98 29 (15. mit 31 P) + 2; 14. mit 33

    13. SpVgg Greuther Fürth 29 (11. mit 40 P) +/- 0; 11. mit 40 (+ Nachholspiel)

    14. Dynamo Dresden 27 (12. mit 36 P) +/- 0; 13. mit 36 (+ Nachholspiel)

    15. FC Magdeburg 22 (14. mit 31 P) – 2; 16. mit 29

    16. MSV Duisburg 21 (16. mit 31 P) + 1; 15. mit 32

    17. SV Sandhausen 20 (18. mit 22 P) +/ 0; 18. mit 22

    18. FC Ingolstadt 19 (17. mit 30 P) +/- 0; 17. mit 30



    Prognose nächster Spieltag​

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  5. Es gibt einen Versuch in Duisburg, meine Sammlung Heimatlied – Sektion Duisburg institutionell zu unterstützen. Oder sagen wir, ich nehme diesen Musikwettbewerb mal als institutionelle Unterstützung. Ich meine, momentan wird erneut zu einem Wettbewerb rund um Duisburg-Lieder aufgerufen. Ich weiß allerdings nicht, ob es dieselben Veranstalter sind. Letztes Jahr kooperierten Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg mit der Gitarrenschule Peter Bursch, und das Ganze nannte sich „Ich bin DU!“ oder „Ich und meine Stadt Duisburg“.

    Die Zielgruppe des Wettbewerbs hatte sich erweitert. Zunächst waren vornehmlich Kinder und Jugendliche angesprochen. Die Teilnehmerliste im Jahr 2018 aber zeigte, gestandene Musiker der Duisburger Szene hatten sich ums Heimatlied – Sektion Duisburg gekümmert. Philipp Eisenblätter war mit seinem auch in meiner Sammlung schon aufgenommen Duisburg-Lied dabei und hat gewonnen. Anna Maria Schroeter hat nach ihrer Duisburg-Hymne eine Ballade zur Stadt aufgenommen und wurde zweite. Das Lied finde ich leider nicht in einer Version im Netz, die ich hier einbinden kann; auf der oben verlinkten Seite ist es zu hören. Die drittplatzierten Die Krauses mit ihrem von Punk bestimmten Sound habe ich bereits vorgestellt. Ebenfalls schon vorgestellt Platz vier: Exemplarischer Lebenszyklus eines Duisburgers von Max und Florian

    Fehlt Platz fünf mit Ich bin DU von Frank Reuter. Er versucht im Text mit einem realistischen Blick auf die Gegenwart Duisburgs die Probleme der Stadt anzureißen. Der Anblick tue oft weh, Verfall an allen Ecken, doch die Stadt gebe niemals auf. Die Stadt werde niemals untergehen und Duisburger werden immer zu ihr stehen. Denn zu Heimat fällt Frank Reuter nur Duisburg ein. Stimmlich kommt er in dem Lied an seine Grenzen, was die Musik, die überhaupt nicht von einer Gitarre bestimmt wird, in Richtung Liedermacher-Sound zieht.


    Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

    Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

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  6. Gestern Abend tauchte folgender Clip in meiner Netzblase auf. Ich gebe zu, der Text ist mehr was für die Säle des Karnevalhumors. Holzhammer und dicker Pinsel lassen aber auch schmunzeln im Zusammenspiel mit zusammengeschnittenen Werbeclipbildern von Fast-Food, Snack und Co. Kann man mit in den Tag starten, wenn ihr weiter zu Youtube klickt.

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  7. Wenn Dauerregen Rasen durchweicht, ist das Leben unberrechenbar. Freitags machen Fußballer mit Zweitligagehältern aus unteren Ligen die Spielfläche unbespielbar. Samstags wird das anstehende Spiel der Zebras schon früh abgesagt. Daraufhin sehen wir Ticketverkäufer im Zebra-Shop im Gespräch mit enttäuschten MSV-Fans.

    Wir wissen nicht, was die freundlichen Ticketverkäufer in dem Fall empfehlen, aber wir im Zebrastreifenblog empfehlen bei Spielausfall und Aufregungsmangel am Wochenende: Weg mit der alten Fußballergepflogenheit des Abstiegskampfs, wir schauen nur auf uns. Fiebert mit den Gegnern der Abstiegskonkurrenten des MSV mit und erlebt Niederlagentrauer und Siegesfreude so, als sei es ein Spiel des eigenen Vereins gewesen.

    Schimpft auf dämliche Hamburger, die früh 2:0 führen und am Ende gegen Darmstadt dennoch 3:2 verlieren. Seid entsetzt über die Leistung vom FC St. Pauli, der in Sandhausen 4:0 verliert und der den Abstiegskonkurrenten der Zebras über die Maßen stärkt. Sorgt euch sofort auch vor dem nächsten Spieltag, weil die Paulianer im nächsten Spiel gegen die Zebras wahrscheinlich alles daran setzen werden, sich zu rehabilitieren und den Anschluss an die Spitze nicht vollends zu verlieren.

    Seid einigermaßen zufrieden mit dem Unentschieden von Magdeburg in Dresden. Für Magdeburg wird das erst ein wirklichker Erfolg, wenn Siege dem folgen. Gleichzeitig eröffnet das Unentschieden aber auch die Hoffnung, Dresden könnte trotz Trainerwechsel wieder an alte Misserfolge anknüpfen und in den weiteren Wochen den Abstiegskandidatenkreis endlich erweitern.

    Aber durchlebt auch am Sonntag ein Wechselbad der Gefühle mit dem SC Paderborn, der gegen Ingolstadt zunächst lange Zeit 0:1 zurückliegt, ehe innerhalb kurzer Zeit Ausgleich und Führung fallen. Jubelt beim entscheidenden dritten Tor in Paderborn mit und freut euch riesig über die Niederlage der Ingolstädter, die damit auf dem letzten Platz der Tabelle bleiben.

    Und früher gab es statt Spielausfälle andere Probleme, bei denen statt Ticketverkäufer Tankwarte, Lebensmittelhändler und hier Luis Trenker Hilfe wussten, aber von einem Schmerzmittelanbieter regelmäßig unterbrochen wurden.

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  8. Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Tabellenrechner-Prognose nach dem 23. Spieltag gegenüberstellen.

    Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht und die mit der weiteren Prognose sich dann ergebende Platzierung.

    An diesem Spieltagssamstag sind meine Prognosen komplett daneben gegangen. Noch hat das keinerlei Auswirkungen auf den Klassenerhalt des MSV, wenn die Vereine sich in der kommenden Zeit wieder mehr an meine Prognosen halten. Mehr Sicherheit brächte allerdings auch ein ebenso unerwarteter Sieg des MSV an einem Spieltag, wie er den Tabellenkeller-Mannschaften am Samstag gelang. Hoffen wir darauf und dass bei den Zebras vor dem Pluszeichen eine große Zahl steht, auf jeden Fall größer als die der Abstiegskonkurrenten.



    10. Arminia Bielefeld 34 (9. mit 42 P) + 2; 9. mit 44

    11. Erzgebirge Aue 32 (13. mit 34 P) + 5; 12. mit 39

    12. SV Darmstadt 98 32 (15. mit 31 P) + 5; 13. mit 36

    13. SpVgg Greuther Fürth 32 (11. mit 40 P) + 3; 10. mit 43 (+ Nachholspiel)

    14. Dynamo Dresden 27 (12. mit 36 P) – 2; 14. mit 34 (+ Nachholspiel)​

    15. SV Sandhausen 23 (18. mit 22 P) + 3 ; 18. mit 25

    16. FC Magdeburg 23 (14. mit 31 P) – 1; 16. mit 30

    17. MSV Duisburg 21 (16. mit 31 P) + 1; 15. mit 32 (+ Nachholspiel)

    18. FC Ingolstadt 19 (17. mit 30 P) +/- 0; 17. mit 30

    Prognose nächster Spieltag​

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  9. Letzte Woche war Kinostart für den Film Trautmann, hier zum kurzen Wikipedia-Eintrag des Films. Gesehen haben ich den Film noch nicht. Die bei Wikipedia zitierte Spiegel online-Kritik ist mäßig.

    Den Torwart Bert Trautmann – hier bei Wikipedia – kannte ich schon als Kind und auch mit ihm lernte ich die sonderbaren Verhältnisse kennen, in denen Menschen sich miteinander befinden können. Als Kind begreift man schnell, eine gute sportliche Leistung gehört zu den Dingen des Lebens, bei denen man sich ohne Ansehen vom Alter nicht nur gemeinsam begeistern kann. Die Meinung des Kindes wird sogar auf eine andere Weise gehört, als bei den meisten anderen Dingen, für die man sich selbst als Kind interessiert.

    So kannte ich bald Namen von Fußballspielern. Die Erwachsenen fanden einzelne gut und sie waren auch deshalb gut, weil sie in der deutschen Nationalmannschaft erfolgreich spielten. Sie waren erfolgreich für uns. Ich lernte, dass Uwe Seeler und Gerd Müller unsere Tore machten. Ich lernte, dass Franz Beckenbauer elegante Pässe spielte, und ich lernte, dass Helmut Haller und Karl-Heinz Schnelliger auch für uns spielten, obwohl ich sie aus dem Bundesligaalltag nicht kannte. Beide spielten in Italien. Als Fußballer der Geschichte tauchten auch immer wieder mal Fritz Walter, Helmut Rahn oder Toni Turek auf. Ich kannte sie nur aus Unterhaltungssendungen mit Peter Frankenfeld oder Heinz Schenk, die mich die meiste Zeit langweilten. Alle gehörten aber dennoch zu uns.

    Und dann gab es noch diesen Bert Trautmann, bei dem ich nicht genau wusste, ob er wirklich zu diesem Uns gehörte oder nicht. Seine Geschichte kannte ich durch wiederholtes Erzählen, bei der die Anerkennung unüberhörbar war. Nach der Kriegsgefangenschaft in England blieb er dort leben. 504 Spiele machte er für Manchester City. Mit Genickbruch spielte er das Pokalfinale für Manchester City zu Ende. Er war in England ein Fußballheld. Was aber war er für uns? Einerseits schien das Erzählen von seiner Leistung ihn zu einem von uns zu machen, aber in meinem Fußballalltag tauchte er nicht auf und konnte deshalb nicht wirklich einer für uns sein. Die Verwirrung hielt nie lange an. Es gab genügend Fußballer, bei denen die Verhältnisse ganz klar waren. Am klarsten waren sie für mich natürlich bei den Zebras.

    Gedächtnis der Nation ist eine Oral History Projekt, das kontinuierlich wächst. Eine Vielzahl von Stimmen unterschiedlichster Menschen wird zum eigenen Leben befragt. Nicht nur Prominente werden befragt, auch wenn ich heute auf die Interviews mit Bert Trautmann hinweise. Das wirkliche Leben in eigener Anschauung ist für mich immer wieder fasznierend anzuhören. Die Clips sind außerhalb von Youtube nicht freigeben. Ihr müsst also weiterklicken. Es lohnt sich.

    Britische Kriegsgefangenschaft I​


    Britische Kriegsgefangenschaft II​


    Das Pokalfinale​


    Fußballkarriere in England​

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  10. 10. März
    FC St. Pauli – Hamburger SV 0:4​

    16. März
    SV Sandhausen – FC St. Pauli 4:0​

    29. März
    FC St. Pauli – MSV Duisburg ?:?

    Ich hoffe gerade, dass in St. Pauli morgen kein Hamburger so recht weiß, wie dieses Spiel wieder seinen Verlauf hatte nehmen können. Dann bräuchten die Pauli-Fans Trost, und wer kann ihnen den besser bringen als Hans Albers, der in der Großen Freiheit Nr. 7 eines der ewig gültigen deutschen Trostlieder sang. Ach, was wäre es schön, diesen Refrain als Chorgesang aus der Gästekurve zu hören.


    Beim ersten Mal da tut’s noch weh, da glaubt man noch, dass man es nie verwinden kann. Doch mit der Zeit, so peu a peu, gewöhnt man sich daran.


    Als kleine Anmerkung zudem: Zwar ist das Lied 1944 entstanden, doch wirkte es trotz der ähnlichen Aussage im Text wie in Zarah Leanders „Davon geht die Welt nicht unter“ nicht als Durchhaltelied der Nazipropaganda. Im Gegenteil, der Film kam nicht in deutsche Kinos. Die im Reeperbahn-Milieu gezeigten Menschen entsprachen nicht dem, was die Nazis als gute Deutsche in die Öffentlichkeit gebracht haben wollten.

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  11. Wenn keine Tore in einem Spiel fallen und wir dennoch nicht gelangweilt sind, muss in diesem Spiel etwas zu erleben gewesen sein, für das sich der Fußball in seiner schon immer vorhandenen Weise lohnt. Das Spiel vom MSV Duisburg beim FC St. Pauli war das komplette Gegenmodell zum Fußball als Unterhaltungsprodukt. Es war ein Spiel für die Anhänger dieser zwei Mannschaften auf dem Platz. Es war ein Spiel ohne viele Torgelegenheiten. Es war ein Spiel voller Fehler, über die wir uns ärgern konnten. Es war ein Spiel, in dem wir dennoch immer wieder neu auf ein Tor hoffen konnten, ein Tor aus dem Nichts, wie es nun einmal im Zufallssport Fußball geschehen kann.

    Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber dass mich dieses Spiel gepackt hat, macht mich für sämtliche Super-Hyper-Mega-Fantasie-Ligen mit irgendwelchen Super-Hyper-Mega-Stars als Zielpublikum ungeeignet. Gerade habe ich gelesen, die Generation der 20-30jährigen empfindet das aufgesplittete Fußballangebot als attraktiv. Ich weiß nicht, wer die Umfrage gemacht hat. Wahrscheinlich waren es die, die mit dem Unterhaltungsangebot Fußball nicht nur Geld verdienen wollen, sondern getreu dem Leitgebot unserer Welt Umsätze steigern und Profite maximieren wollen. Was mit einem Zufallssport nur unter erschwerten Bedigungen geschieht. Es sei denn, man kontrolliert immer mehr die Zufälle. Bei Klub-WM jedenfalls denke ich an Zirkus oder Wrestling und nicht mehr an einen Wettbewerb.

    Der eine Punkt auf St. Pauli ist für mich ein Erfolg. Ich gehöre nicht zu der doch zahlreichen Anhänger-Fraktion, die mangelnden Mut beklagt und die vergebene große Chance auf drei Punkte bedauert. Ich habe keinen mangelnden Mut gesehen. Im Gegenteil, wenn ich diese Mannschaft in den letzten Spielen sehe, wie sie sich aus der eigenen Defensive mit kurzen Pässen ins Mittelfeld spielt, ob gegen starkes Pressing oder halbherziges Anlaufen, dann bin ich immer wieder vom Mut dieser Spieler beeindruckt. Da sehe ich, wie aus Mut Sicherheit geworden ist. Natürlich gab es im Verlauf des Spiels zwei bis drei Ballverluste auf dieser Strecke, die mich in Schockstarre fallen ließen. Aber diese verlorenen Bälle führten in diesem Spiel zu keinen großen Chancen der Hamburger.

    Ich weiß, die Forderung nach mehr Mut bezieht sich auf das Offensivspiel. Doch mehr Offensivkraft bedeutet weniger Stabilität in der Defensive. Dieses Risiko muss in den Spielen gegen Ingolstadt und Sandhausen eingegangen werden. Gegen St. Pauli war dieses Risiko fehl auf dem Platz.

    Die wirklich großen Chancen für St. Pauli hatte es nur in den ersten sechs Minuten gegeben. Einen Dreischritt haben wir gesehen von einer großen Chance über die sonst vom freien Alex Meier im Schlaf verwandelte Chance hin zum Billardball, der bei nur minimal veränderten Abprallwinkeln am Nauber- oder Wiedwaldkörper ins Tor getrudelt wäre. Damit war der Druck auf das Duisburger Tor aber fast schon vorbei. Danach gewannen die Zebras ihre Sicherheit und versuchten sich selbst im Spiel nach vorne.

    Vor dem Tor von St. Pauli wurde das dann eine übersichtliche Angelegenheit. Der Ball kam einfach nicht in die Spitze zu John Verhoek. Wenn es Torgefahr gab, entstand sie durch Dribblings aus dem Mittelfeld heraus. Meist war es Cauly Souza, der sich beim Zug Richtung Tor versuchte. Sein Schuss ging auch an den ausgestreckten Arm von St. Paulis Defensivmann. Natürlich gab es schon genügend Elfmeterpfiffe in solchen Situationen. Der MSV bekam diesen Elfmeter nicht. Schiedsrichter nutzen Entscheidungsspielräume. Wahrnehmung ist individuell. Als Erklärung für die Entscheidung gab es wohl die Nähe des Verteidigers zum Schützen. Nun ja, diese Distanz war nicht wirkich nah, aber auch nicht deutlich weit. Wir Menschen legen Regeln aus, zum Nachteil des MSV in diesem Fall.

    In der zweiten Halbzeit habe ich im Grunde genommen nur auf das Glückstor des MSV gehofft und das Glückstor St. Paulis befürchtet. Zwar versuchte St. Pauli mehr Druck zu entfachen. Es gelang ihnen nur nicht. Zwei Schüsse blieben das Ergebnis. Einmal war es noch gefährlich, doch Felix Wiedwald reagierte stark. Den zweiten Schuss brauchte er nur aufzunehmen. Ein freier Schuss genau auf Mann nehmen wir gerne.

    Als Ahmet Engin für John Verhoek eingewechselt wurde, hoffte ich kurz auf die etwas andere Spielweise des MSV vor dem Strafraum. Harvard Nielsen war in die Mitte gerückt. Er ist wendiger als Verhoek, aber bei hohen Bällen natürlich weniger präsent. Doch Engin konnte sich am Flügel kaum durchsetzen. So kam es gar nicht erst zu Kombinationsversuchen mit Nielsen oder anderen Spielern vor dem Strafraum. Gefährlich wurde es für St. Pauli nicht mehr. Hans Albers mit seinem Trostlied musste nicht hervorgeholt werden.

    In meinem Tabellenrechner war eine Niederlage verzeichnet. Der MSV ist nun einen weiteren Punkt im Plus. Wir wissen aber alle, entscheidender sind die Spiele gegen Ingolstadt und Sandhausen.

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  12. Am nächsten Samstag kommt im Rahmen der Duisburger Akzente mein Lese- und Hörstück „Wie jetzt?! Wirklich wirklich?“ im Ruhrorter Lokal Harmonie zur Aufführung. Als ich den Text für das Programmheft schreiben musste, war mir die Form der Veranstaltung noch nicht ganz deutlich. Nun wird etwas zu sehen sein, was bei Opern konzertante Aufführung heißt oder bei Drehbüchern Readings. Es ist mehr Theaterstück geworden als O-Ton-Collage. Zusammen mit zwei Gästen werde ich den Text von „Wie jetzt?! Wirklich wirklich?“ lesen. In der Pressemitteilung sieht das so aus:

    Die Welt verändert sich immer schneller. Wir spüren, schon morgen wird unser Alltag ein anderer sein. Angst vor zukünftiger Entwicklung findet viele Anlässe. Eine gute Zeit für Utopien. So lauten Buchtitel auf den Bestsellerlisten gegenwärtig „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“, „Alles könnte anders sein“ oder „Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für eine digitale Gesellschaft“. Doch der Mensch störte in früheren Utopien. Er musste immer erst erzogen werden für die erdachten idealen Welten. Hat sich das geändert? Auf der sitzen drei Menschen. Hier ist eine frühe Utopie verwirklicht. Denn die Figuren machen, was der Erzähler will. Die drei Menschen sprechen miteinander. Sie werden unterschiedliche Rollen annehmen. Sie suchen das Mögliche in den Utopien der Gegenwart. Sie streiten sich. Sie finden zueinander. Sie sind abhängig von ihrem Publikum. Ralf Koss macht sein Lese- und Hörstück „Wie jetzt?! Wirklich wirklich?“ zu einer Begegnung der Bestseller-Utopien mit der Duisburger Wirklichkeit. Denn auch Duisburger wissen, wie für die Zukunft gehandelt werden muss. Ihre Stimmen werden zum kommentierenden Chor. „Wie jetzt?! Wirklich wirklich?“ erzählt von dem, was möglich und nötig ist. Es erzählt vom drohenden Scheitern und vom Mut, weiter zu machen.​

    Wie jetzt?! Wirklich wirklich? – Ein Lese- und Hörstück von Ralf Koss
    Ort: Lokal Harmonie, Harmoniestraße 41, 47119 Duisburg-Ruhrort
    Zeit: Samstag, 6. April 2019, 16.00 Uhr
    Eintritt frei. Hutveranstaltung​

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  13. Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Tabellenrechner-Prognose nach dem 23. Spieltag gegenüberstellen.

    Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht und die mit der weiteren Prognose sich dann ergebende Platzierung.

    An diesem Spieltag hat der MSV erneut einen Punkt auf meine ursprüngliche Rechnung gut gemacht. Von den drei Mitkonkurrenten liegt Sandhausen nun auch deutlich über meiner Prognose. Allerdings hatte ich den Verein weit abgeschlagen gesehen, so dass die zwei Siege den MSV in der Endabrechnung noch nicht gefährden. Nun aber sollten sie in Sandhausen sich besser wieder an meine Vorhersagen halten. Ingolstadt und Magdeburg bleiben unter meiner Prognose. Der Sieg der Dresdner in Aue gestern verhindert das weitere Ansteigen des Minuskontos, so dass meine Hoffnung der Verein könnte auch noch unten reinrutschen wohl enttäuscht wird.

    10. Arminia Bielefeld 35 (9. mit 42 P) + 3; 9. mit 45

    11. Erzgebirge Aue 32 (13. mit 34 P) + 4; 12. mit 38

    12. SV Darmstadt 98 33 (15. mit 31 P) + 5; 13. mit 36

    13. SpVgg Greuther Fürth 33 (11. mit 40 P) + 1; 11. mit 41 (+ Nachholspiel)

    14. Dynamo Dresden 31 (12. mit 36 P) +/- 0; 14. mit 36 (+ Nachholspiel)​

    15. SV Sandhausen 26 (18. mit 22 P) + 6 ; 17. mit 28

    16. FC Magdeburg 24 (14. mit 31 P) – 1; 16. mit 30

    17. MSV Duisburg 22 (16. mit 31 P) + 2; 15. mit 33 (+ Nachholspiel)

    18. FC Ingolstadt 19 (17. mit 30 P) – 3; 18. mit 27

    Prognose nächster Spieltag​

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  14. Schon oft habe ich hier davon gesprochen, dass das Ruhrgebiet nur dann nach außen hin Strahlkraft gewinnt, wenn es auch im Inneren Interesse für das Geschehen in allen seiner Städte entwickelt. Gerade mit der Kultur wird das Ruhrgebiet ja stets nach außen hin als Einheit gezeigt. So steht mein Hinweis heute nicht nur für die Veranstaltung selbst sondern auch für eine nötige Haltung zur Ruhrstadt. Eine neue Veranstaltungsreihe zur Literatur in Dortmund sollte auch Thema in Duisburg sein.

    Siebenmal im Jahr hält im Dortmunder Jazzclub domicil der 1. Wortklub Dortmund Einzug. Der Dortmunder Autor und WDR-Moderator Thomas Koch konzipiert und moderiert die Abende. In einem Jazzklub heimische Live-Musik wird ebenfalls zu hören sein. Am morgigen ersten Abend spielt das Sergej Gorlukowitsch Sextet.

    Wenn eine Veranstaltung 1. Wortklub Dortmund heißt, klingt der Fußball sofort an. So liegt es nah einen Abend auch mit jenem Thema Fußball zu gestalten. Die Autorin und Journalistin Birgit Schönau sowie der Schriftsteller und Kunstprofessor Klaus Theleweit werden zu Gast sein.

    Birgit Schönau berichtet seit Jahren für Süddeutsche Zeitung und Die Zeit über Italien im Allgemeinen und den italienischen Fußball im Besonderen. Klaus Theleweit hat sich in seinem Buch „Tor zur Welt“ Gedanken darüber gemacht, wie der Fußball zivilisatorisch wirkt und wie er Menschen hilft einen Zugang zur Wirklichkeit zu finden. Mit Thomas Koch sprechen beide also an diesem Abend über Fußball.

    In Duisburg wäre der Eintrittspreis von 25 Euro an der Abendkasse für eine solche Veranstaltung wahrscheinlich sehr ambitioniert. In Dortmund scheint es ein anderes Publikum zu geben. Ein renommierter Jazzklub als Veranstaltungsort spielt dabei wahrscheinlich ebenso eine Rolle wie die Stadt selbst mit ihrem wirtschaftlichen Erfolg in den letzten Jahren.

    Ort: domicil, Hansastraße, Dortmund
    Einlass: 18:30 Uhr
    Eintritt: 25 €
    Eintritt VVK: 23 € (inkl. Gebühren)
    Ermäßigung: 50%
    Mit einem Klick zur Programmankündigung auf der Seite vom domicil, und der 1. Wortklub Dortmund ist auch auf Facebook zu finden.

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  15. Am Samstag hatte mein Lese- und Hörstück „Wie jetzt?! Wirklich wirklich?“ um 16 Uhr Premiere im Lokal Harmonie in Ruhrort. Ich hatte mir darüber Gedanken gemacht, welche Bedeutung Utopien für uns haben. Ist dieser Widerspruch auflösbar? Ich formuliere etwas als ideale Vorstellung eines Lebens und weiß zugleich, was ich hier formuliere ist so weit weg von der Gegenwart, dass es eben utopisch ist. Eine Utopie, so verstanden, wird nie erreicht. Dieses Denken bezieht sich auf eine geistige Strömung von Utopie-Entwürfen. Wie gehe ich damit im Alltag um? Was ist mein konkretes Handeln?

    Als ich zum Soundcheck fuhr, lag der MSV 1:0 zurück. Ich konnte wegen der Premiere nicht einmal zur ersten Halbzeit ins Stadion fahren. Ich habe also von dem Spiel nichts gesehen. Kurz vor Beginn des Stücks stand die 4:2-Niederlage gegen Ingolstadt fest und auch über den MSV legte sich sofort das Utopische. Wie soll jetzt noch der Klassenerhalt gelingen? Diese Niederlage brachte mir den Abstieg nahe. Etwas Schlimmes war geschehen. Dieses Gefühl machte sich in mir breit, und ich hatte Mühe, mir diese Schwere nicht anmerken zu lassen. Kurze Zeit später applaudierte das Publikum, als wir die Bühne betraten und ich war drin in meinem Drei-Personenstück. Die Schwere war verschwunden. Das Utopische stand im Raum.

    Wenn ich über das Spiel lese, erkenne ich den MSV dieser Saison. Anfällig in der Defensive und abschlussschwach. Soll ich die Ausfälle von Bomheuer und Nauber beklagen, wenn Joseph Baffoe in der Innenverteidung spielentscheidende Fehler macht? Ich lese von vergebenen Großchancen von Moritz Stoppelkamp und John Verhoek. Über mangelnden Einsatz wird sich im MSVPortal so gut wie nicht beschwert. Die Elfmeterentscheidung wird von einigen heftig kritisiert. Es scheint einmal mehr dieses Zusammenspiel aller niederlagenträchtigen Faktoren gewesen zu sein. Immer wieder wurde das diese Saison wirksam. Es ist zum Verzweifeln.

    Für mein Stück habe ich viele Duisburger befragt, wie die beste aller Welten für sie aussehe. Tatsächlich gab es Menschen, die von gerechten Gesellschaften der Zukunft sprachen, von einem großen Wir dieser Welt, und die sich weigerten, diese Bilder utopisch zu nennen. Solch eine Haltung brauchen wir jetzt im und rund um den MSV. Es gibt nichts anderes als weiterzumachen. Manchmal geschieht Wunderbares.

    Am Samstagabend hat die 1. Herrenmannschaft vom Deutzer TV in der 1. Regionalliga am letzten Spieltag den Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft. Die Mannschaft hatte in Salzkotten zur Halbzeit mit 26 Punkten zurückgelegen und das Spiel noch mit 96 zu 89 gewonnen. Das ist die andere Mannschaft meines Herzens, aus dem Verein, der meine sportliche Heimat ist. Dieser Klassenerhalt einer vollkommenen Amateurmannschaft in einer Liga, in der die Etats fast aller anderen Mannschaft mindestens vier- bis fünfmal so hoch sind, in einer Liga, in der Berufsspieler aus dem Ausland eingekauft werden, ist eine großartige Leistung. Vielleicht überträgt sich die Aura dieses Erfolgs auf den anderen Verein meines Herzens.

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  16. Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Tabellenrechner-Prognose nach dem 23. Spieltag gegenüberstellen.

    Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht und die mit der weiteren Prognose sich dann ergebende Platzierung.

    Gut, dass ich den Tabellenrechner schon nach dem 23. Spieltag angeworfen habe. So bleibt mir mit der Prognose von damals zumindest noch die Hoffnung auf den Relegationsplatz. Zwar steht der MSV unten in der Abschlusstabelle noch auf Platz 17. Doch das Torverhältnis gegenüber Ingolstadt ist nicht so viel schlechter, als dass es nicht aufgeholt werden könnte.

    Allerdings entsteht diese Hoffnung beim Blick auf die alte Prognose nur durch angestrengtes Verdrängen der Gegenwart. Nutzte ich den Tabellenrechner jetzt, käme ich wahrscheinlich fürs gute Ende in erhebliche Gewissensnöte. Ich müsste den Lauf von Sandhausen und Magdeburg verdrängen. Ich müsste weitere mögliche Punktgewinne von Ingolstadt verdrängen. Vor allem aber müsste ich mein gesamtes Wissen über Offensiv- und Defensivmöglichkeiten des MSV dieser Saison verdrängen.

    Ich hoffe nur noch auf glückliche Zufälle; Bälle, die von alleine ins Tor rutschen, weil eine plötzliche Windboe durchs Stadion fegt. Ich hoffe auf Stürmer der Gegner, die immer wieder ihren Mannschaftskameraden im Weg stehen und zusätzliche Körper für unsere Abwehr abgeben. Solche Dinge. Und ich hoffe auf einen Geist des Fußballs, der plötzlich in die Mannschaft fährt und jene Qualität weckt, die bislang meist geschlummert hat. Kann alles passieren. Die Welt ist voller Wunder.



    9. Arminia Bielefeld 38 (9. mit 42 P) + 3; 9. mit 45

    10. SpVgg Greuther Fürth 37 (11. mit 40 P) + 1; 11. mit 41

    11. VfL Bochum 35 (10. mit 41 P) +/- 0 10. mit 41

    12. Dynamo Dresden 33 (12. mit 36 P) +/- 0; 14. mit 36

    13. SV Darmstadt 98 33 (15. mit 31 P) + 5; 13. mit 36

    14. Erzgebirge Aue 32 (13. mit 34 P) + 4; 12. mit 38

    15. SV Sandhausen 27 (18. mit 22 P) + 7 ; 18. mit 29

    16. FC Magdeburg 27 (14. mit 31 P) +2; 15. mit 32

    17. FC Ingolstadt 22 (17. mit 30 P) +/-0; 16. mit 30

    18. MSV Duisburg 22 (16. mit 31 P) -1; 17. mit 30 (+ Nachholspiel)

    Prognose nächster Spieltag​

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  17. Die Fußballzeitschrift Zeitspiel widmet sich vierteljährlich einerseits historischen Themen, andererseits geht es um den Fußball „auf seinem Weg in die Gegenwart“ abseits von „Bundesliga und Champions League, WM und EM“. Hier geht es zur Seite der Zeitschrift. Hier geht es zur Beschreibung des Projekts auf der Seite von Hardy Grüne, einem der Herausgeber.

    Gestern nun erreichte mich von der Facebook-Seite der Zeitschrift unten stehender Aufruf, den ich teilen möchte. Denn diese Suche nach einem gelingenden Fußball abseits des Kommerz passt zu einem grundsätzlichen Thema, das die Gesellschaften der Gegenwart immer mehr beschäftigen wird. Das Nachdenken über die Zukunft bedeutet nämlich auch ein Nachdenken über die Form des Wirtschaftens in der Gegenwart, ein Nachdenken über Konsum und Nachhaltigkeit, ein Nachdenken darüber, wie Menschen sich gemeinschaftlich und sinnhaft fühlen können, ohne dass sie immer mehr Ressourcen verbrauchen. Für mich gehört der Fußball als Unterhaltungsbetrieb in die große Schublade Konsum.

    Es ist interessant, welche Gegenmodelle zum Fußball als Unterhaltungsbetrieb entwickelt werden, da das ja innerhalb des Systems Fußball mit seinen Verbänden geschieht. Für mich ist die Frage, ob und wie das gelingen kann angesichts von Widersprüchen zwischen Hoffnung auf Erfolg und den daraus entstehenden Zwängen durch das System.

    Hier also der Aufruf von Zeitspiel:


    In der kommenden Ausgabe #15 wollen wir uns im Leitartikel „Überleben im Turbokapitalismus II“mit dem Zustand des Fußballs unterhalb der Kommerzebene beschäftigen. Dabei wollen wir nicht nur jammern und stöhnen über all das, was vermeintlich „schlecht“ läuft, sondern vor allem schauen, wo es schon anders (besser) läuft und wie der Fußball eine überlebensfähige Zukunft bekommen kann.
    Und da kommt Ihr ins Spiel: Zum einen suchen wir Vereine vorzugsweise ab 3. Liga bis 6. Liga, aber auch bis hinunter bis auf Kreisebene, die bereits neue Wege beschreiten. Die sich herausgelöst haben aus einem sich selbst verschlingenden Geldsystem und den Fußball und das Vereinsleben unter zeitgemäßem Rahmenbedingungen in den Vordergrund gerückt haben. Die nicht mehr um jeden Preis aufsteigen wollen sondern stattdessen darauf achten, sich nicht selbst ständig in Insolvenzgefahr zu bringen. Die zeitgemäße Nachwuchsarbeit betreiben, denen es gelingt, ihre Mitglieder für sich zu begeistern.
    Gilt das für Euern eigenen Verein? Oder kennt ihr Vereine, bei denen das so ist? Dann gebt uns gerne einen Hinweis.
    Zum anderen wollen wir von Euern Visionen, Utopien und Hoffnungen hören. Wie kann der Fußball im Jahr 2030 aussehen? Schickt uns kurze Statements, die wir sammeln und im Heft präsentieren. Dabei darf es sowohl um den „großen“ Fußball gehen als auch auf den in der Kreisklasse oder im Nachwuchsbereich.
    Reclaim the game!

    Wir freuen uns auf Eure Beiträge unter redaktion (at) zeitspiel-magazin.de

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  18. Als ich die Fahrkarte für den ICE nach Berlin gekauft habe, hatte ich es mir so ausgemalt. Niederlage gegen den FC längst abgehakt. Das eine entscheidende Spiel gegen Ingolstadt gewonnen. Ich fahre zwischendurch mal nach Berlin, höre mir was an, damit ich Jugendlichen irgendwelche Zertifikate ausstellen kann, die ihnen irgendwelche Chancen eröffnen sollen im Wettlauf mit der Konkurrenz, die ebenfalls mit irgendwelchen Zertifikaten bei Arbeitgebern auf der Matte stehen. Das Zertifikatspatt. Samstag dann Unentschieden beim Lieblingsauswärtsgegner Paderborn. Die Welt sah gut aus.

    Jetzt werde ich gleich im ICE sitzen. Ich werde auch das Nachholspiel gegen den FC nicht sehen können und ich kann nicht glauben, dass sich an den Möglichkeiten der Zebras in einem Spiel ein Tor zu erzielen, etwas ändern wird. Allenfalls glaube ich daran, es ändert sich an den Möglichkeiten ein Tor zu verhindern mit der Rückkehr von Gerrit Nauber wieder etwas. Doch selbst dazu braucht es gegen einen Gegner wie den 1. FC Köln zusätzliches Glück. So viel Glück benötigt der MSV für den Erfolg. Ich seufze.

    Eine weitere Hürde sei aufgetaucht. so nennt Thorsten Lieberknecht zudem den Sieg der Magdeburger gegen Hamburg. Wenn man dieses Bild genau weiterdenkt, gibt es ja nicht mal die Möglichkeit, sich an dieser Hürde zu versuchen. Genau das ist das Problem des MSV. Es tauchen immer mehr Hürden auf, die nicht mal mehr eingerissen werden können. Die stehen einfach da, als seien sie vorsichtshalber aufgestellt.

    Dennoch kann ich einen Abstieg noch nicht akzeptieren. Ich suche nach Hoffnung, nach Ablenkung und habe die Bläck Fööss mit einem ihrer nicht so bekannten Lieder gefunden. Ein Stück aus dem Jahr 1993, ein schönes tröstendes Stück für einen FC in der Niederlage. Beim Gedanken daran komme ich mir vor wie auf einer Wallfahrt nach Lourdes. Ich glaube nicht an Wunderheilung. Aber da ich gerade dran vorbeikomme, es schadet ja auch nichts, wenn man nicht dran glaubt, sich alles ansieht und versucht, die verbleibende Zeit auf angenehme Weise zu verbringen. Und wenn das Wunder doch passiert, um so besser. Es wäre schön, wenn die Kölner heute so im Tag wären wie Tommy Engel, der in so einem Fall dann in die Badewanne geht. Für den Tross aus Köln würde ich alle Badewannen sogar höchstselbst einlaufen lassen.

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  19. Als ich gestern das erste Mal überhaupt auf den Ticker schauen konnte, führten die Zebras 2:1. Kurzer innerer Jubel, dann Blick auf die Uhr, dann rechnen und feststellen, oh je, noch eine halbe Stunde. Sofort runterkommen, hieß die Devise. Ich verbot mir jede Freude.

    Mein Freund in Berlin lud den Ticker neu, und ich stutzte. Was war mit dem Ticker los? Nichts war über die zweite Halbzeit zu lesen und ich bekam einen Vorgeschmack von jener Enttäuschung, die ich mir mit dem Freudeverbot hatte ersparen wollen. Mir war sofort klar, es gab keinen Ticker-Ausfall. Das Spiel war wegen des Zuschauerandrangs später angepfiffen worden. Keine halbe Stunde Spielzeit für den FC, das Spiel zu drehen, noch eine Viertelstunde mehr. Verzweifelt versuchte ich meiner Hoffnung Herr zu werden, was schwierig ist, wenn man nichts über das Spiel weiß außer dem Ergebnis.

    Nach dem 2:2 kurz nach dem Wiederanpfiff fiel, habe ich es nicht mehr ausgehalten, mich dem Spiel zu stellen. Ich konnte weder ZebraFM hören noch zumindest den Ticker hin und wieder aktualiseren. Ich konnte mir nur das Endergebnis ansehen. Bei diesem 4:4 mit der besonderen Torfolge weiß ich nicht, ob es nicht sogar gut für mich gewesen war, nicht im Stadion dabei gewesen zu sein. Mein Blutdruck macht mir in letzter Zeit wieder zu schaffen. Für die Gesundheit ist so ein Spiel sicher eine Belastung. Andererseits welche Emotionen setzt diese Torfolge frei. Wie bewegend muss das Stadionerlebnis gewesen sein. Ohne Frage, diese Begegnung vom MSV gegen den 1. FC Köln gehört zu den Spielen, über die immer wieder gesprochen wird.

    Wir Anhänger werden uns noch öfter an dieses Spiel erinnern, wenn am Ende der Saison doch noch der Klassenerhalt möglich wäre. In meinem Tabellenrechner sieht es wieder gut aus für den MSV. Damit es so bleibt, muss nur Sandhausen endlich begreifen, dass die letzten Erfolge nur ein Zwischenhoch gewesen sind. Samstag geht’s weiter. Ein Lieblingsauswärtsgegner wartet. Ich hoffe, die Parderborner wissen, welche Rolle die Fußballgeschichte für sie bereit hält.

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  20. Mit dem MSV dieser Saison könnten wir den Anfang von Sammy Drechsels 1955 erschienenem Jugendbuchklassiker 11 Freunde müsst ihr sein für die Duisburger Gegenwart adaptieren. Dazu muss man wissen, die Klasse von Heini Kamke, dem in Berlin lebenden Helden des Buches, hat einen neuen Lehrer. Um seine Schüler für Mathematik zu begeistern, nutzt er moderne pädagogische Methoden. Er gibt ihnen Rechenaufgaben mit einem praktischen Nutzen für deren Leben. Er lässt sie Fußballtabellen erstellen anhand von fiktiven Ergebnissen der Mannschaften Berlins.

    Für das 11 Freunde müsst ihr sein in der Duisburger Gegenwart beschäftigte sich die Klasse allerdings gerade mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Denn der MSV dieser Saison eignet sich als hervorragendes Fallbeispiel für anspruchsvolle statistische Anwendungen und Prognosen. Unser Duisburger Lehrer stellte seine Schüler vor folgendes Wahrscheinlichkeitsproblem: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Torchance, wenn der MSV ein Gegentor hinnimmt? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Torerfolg bei einer Zahl x von Torchancen in Abhängigkeit von einer Zahl y von Gegentoren? Anders herum könnte man natürlich auch fragen. Die Rechnung wäre einfacher. Wie hoch ist die Wahrscheinlichlichkeit von Gegentoren bei einer Zahl x von Torchancen?

    Ihr seht, was offensichtlich ist, könnte auch mathematisch belegt werden. Je mehr Torchancen der MSV sich erspielt, desto mehr Tore erzielt der Gegner. Der MSV dieser Saison braucht viele, viele Torchancen, um aus dem Spiel heraus ein Tor zu erzielen. Da Tore zum Ende der Saison im Abstiegskampf immer notwendiger werden, weil Unentschieden nicht ausreichen, muss sich die Mannschaft entsprechend offensiver orientieren. Dann kann der Gegner gerne auch mal viele Tore schießen.

    Der MSV verliert gegen den SC Paderborn mit 4:0. Endlich hatte ich wieder ein Spiel sehen können, wenn auch nicht in Paderborn, wenn auch erst ab der zehnten Spielminute ungefähr. Es gab vor allem in der ersten Halbzeit genügend Torchancen vom MSV. Diese vergebenen Chancen unterstreichen aber nur den Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften. Die jeweiligen Bälle auf das Tor verlangten vom Torwart zweimal (?) eine besondere Leistung. Doch ein Torwart ist auch dazu da, dass er hin und wieder schwierige Bälle abwehrt.

    Das Spiel erinnerte mit der Geschwindigkeit der Paderborner Offensive an das Pokalspiel. Sobald der Ball auf den linken Flügel kam, mussten wir uns vor einem Gegentor sorgen. Sobald der MSV sich in die Paderborner Hälfte spielte, hoffte ich zwar auch auf Torgefahr, doch die einzelnen Spielaktionen wirkten unklarer, dadurch fast immer langsamer. Fast immer musste nachgebessert werden bei der Ballverarbeitung. Wenn das nicht geschah, wurden Pässe und Schüsse nicht präzise genug. Für die Defensive war das Paderborner Spiel oft zu schnell. Die Paderborner handelten tororientiert, während die Zebras ihnen noch Raum ließen für das Spiel um den Strafraum herum. Selbst wenn der MSV ein oder zwei Tor erzielt hätte, die Paderborner hätten gewusst, sie machen eines mehr.

    Fazit: 11 Freunde müsst ihr sein kann ich immer noch allen Eltern als Lektüre für ihre Kinder empfehlen. Im Meidericher Kanon des literarischen Fußball hat es seinen Ehrenplatz mit der ersten Besprechung eines Kanon-Buchs überhaupt. Im 11 Freunde müsst ihr sein der Duisburger Gegenwart wäre ein Mathematiklehrer mit einem MSV-Beispiel allerdings eine pädadogische Niete. Wenn man nur den wahrscheinlichen Misserfolg seines Vereins berechnen kann, entwickeln die MSV-Fans unter den Schülern doch eine Abneigung gegen Wahrscheinlichkeitsrechnung und rasseln durch jede Prüfung. Der Relegationsplatz könnte übrigens immer noch drin sein.

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  21. Alten Traditionen folgend werde ich bis zu endgültigen Entscheidungen über das Schicksal des Vereins unserer Zuneigung die Wirklichkeit und meine Tabellenrechner-Prognose nach dem 23. Spieltag gegenüberstellen.

    Vor der Klammer stehen die aktuell erreichten Punkte. In der Klammer stehen prognostizierte Platzierung und Punkte am Ende der Saison. Hinter der Klammer steht jene Punktezahl, die bislang von meiner Prognose abweicht und die mit der weiteren Prognose sich dann ergebende Platzierung.

    Reinhard Mey sang vor vielen Jahren einmal, es gibt keine Maikäfer mehr. Wir könnten dieses frühe Zeugnis des Umweltschutzes abwandeln und singen, es gibt keine Lieblingsauswärtsgegner mehr, zumindest in einer Saison mit großer Abstiegswahrscheinlichkeit. Trotz der hohen Niederlage des MSV hoffe ich weiter auf den Relegationsplatz, weil die letzten drei der Tabelle mit kleiner Abweichung vom MSV sich an meine Prognose halten. Wenn Magdeburg und Ingolstadt jeweils einen Punkt weniger als von mir erwartet holen und der MSV einen Punkt mehr, bekommen wir die Chance zum Klassenerhalt gegen den Drittliga-Dritten. Ohne Sieg gegen Sandhausen ist auch diese Hoffnung dann vorbei.



    9. Arminia Bielefeld 39 (9. mit 42 P) + 3; 9. mit 45

    10. VfL Bochum 38 (10. mit 41 P) +/- 0 10. mit 41

    11. SpVgg Greuther Fürth 37 (11. mit 40 P) + 1; 11. mit 41

    12. SV Darmstadt 98 36 (15. mit 31 P) + 7; 13. mit 38

    13. Dynamo Dresden 33 (12. mit 36 P) – 1; 14. mit 35

    14. Erzgebirge Aue 32 (13. mit 34 P) + 4; 12. mit 38

    15. SV Sandhausen 30 (18. mit 22 P) + 9 ; 15. mit 31

    16. FC Magdeburg 27 (14. mit 31 P) +/-0; 16. mit 31

    17. FC Ingolstadt 23 (17. mit 30 P) +/-0; 17. mit 30

    18. MSV Duisburg 23 (16. mit 31 P) – 1; 18. mit 30

    Prognose nächster Spieltag​

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  22. Nach den ersten anhaltenden Niederlagen unter Thorsten Lieberknecht hatte ich gehofft, den unten stehenden Vierzeiler nicht als erfüllte Prophezeiung veröffentlichen zu müssen. Ich habe dieses kurze Gedicht, ein paar Tage nach der Entlassung von Ilia Gruev geschrieben. Mir war die Statistik über die Wirkung von Trainerentlassungen auf den Erfolg einer Mannschaft zu präsent gewesen. Laut der Statistik gibt es nämlich keinen Einfluss von Trainerentlassungen in Krisenzeiten auf das Erreichen des Saisonziels einer Mannschaft.

    Ich hatte trotzdem in Der neue Trainer gehofft, „Statistik sind die Fälle, wir aber sind der Fall“. Mir waren also Worte für ein zweites optimistischeres Gedicht eingefallen. Nun ist es aber an der Zeit, das andere Gedicht zu veröffentlichen. Die letzte Zeile lässt allerdings offen, ob im Frühsommer des Mai nicht zumindest etwas geschehen sein wird, wozu es nicht gleich so eine richtige Wende braucht, sondern nur eine etwas bessere Verwertung der Torchancen.



    Typischer Jahreszeitenlauf

    Der Sommer tränkte uns mit Zuversicht.
    Der Herbst spricht: „Trainer neu! Tabellenende!“
    Des Winters dennoch Nachverpflichtungspflicht.
    Der Frühling bringt noch immer keine Wende.​

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  23. Zu Beginn der Saison habe ich auf zehn Jahre Zebrastreifenblog zurückgeblickt. Ich überlegte zugleich, wie ich in diesen Räumen weiterschreiben kann. Denn ich möchte mit meinen Spielberichten, so es irgend geht, über den Sport hinaus ins wirkliche Leben führen. Ich hatte das Gefühl, das meiste schon gesagt zu haben. Diesem Gefühl war ich immer öfter begegnet. Allerdings war dieses Gefühl einem blinden Fleck geschuldet. Diesen Schluss konnte ich nämlich nur deshalb ziehen, weil ich dachte, in diesen letzten zehn Jahren hätte ich sämtlichen möglichen Arten eine Saison mit dem MSV zu erleben erlebt. Wir sind zusammen mit dem MSV an Aufstiegen gescheitert. Wir sind aufgestiegen. Dem Verein war sogar die Lizenz entzogen worden. Wir sind in diesen zehn Jahren abgestiegen. Also, alles erlebt in den letzten zehn Jahren.

    Seit gestern weiß ich, das stimmt nicht. Es fehlte ein Saisonverlauf mit den dazugehörigen Gefühlen in der Sammlung des Zebrastreifenblogs. Es fehlte die Saison, in der ich niemals eine wirkliche Zuversicht auf den Klassenerhalt habe entwickeln können. Ich musste mich zu dieser Zuversicht immer wieder neu überreden. Denn die Mannschaft alleine gab mir die Zuversicht nicht. Nach dem 2:2-Unentschieden gegen Sandhausen kann ich mich zu nichts mehr überreden. Gut, dass wir Ostern feiern. Da bleibt dann immer noch der Glaube an ein Wunder. Darauf lasse ich mich ein. Die Auferstehung des MSV liesse sich dann auch über die Saison hinaus weiterglauben, wenn wir das alle nur missionarisch genug erzählen. Die Geschichte könnte für wahr gehalten werden. Ob zukünftige Generationen auf die Speichermedien der Gegenwart zugreifen können, steht noch lange nicht fest.

    Ein Sieg gegen Sandhausen musste her. Sandhausen ging 1:0 in Führung, ohne zuvor irgendwelche Anstalten gemacht zu haben, sich dem Tor des MSV gefährlich zu nähern. Das Tor war absehbar gewesen. In dieser Zone, knapp vor dem Strafraum verteidigt der MSV die ganze Saison über nicht gut. Die Paderborner haben ihr Führungstor auch aus diesem Schussfeld erzielt. Die Zebradefensive lässt dort den Gegenspielern zu viel Raum. Dort in dieser Zone geschieht der Wechsel zwischen Raumabdeckung und Mannorientierung. Das gelingt nicht gut. Ein Schuss, ein Treffer.

    Auf der Gegenseite gelingen ähnliche Schüsse, weniger platziert. Vielleicht unter größerem Verteidigerdruck? Aus der Ferne ließ sich das nicht erkennen. Der Sandhausener Torwart hält. Nach dem Rückstand ist den Zebras die Verunsicherung anzumerken. Doch die Sandhausener nutzen das nicht aus. Sie bleiben bei ihrer defensiven Ausrichtung. Sie machen keinen Druck auf das Duisburger Tor. Der MSV fängt sich zwar, doch es entsteht nicht der Eindruck auf dem Spielfeld, die Mannschaft wolle sich mit Macht gegen die Niederlage wenden. Auch der MSV bleibt vorsichtig. Die Wege in die Spitze sind zugestellt. Die Mannschaft wirkt hilflos.

    Nach dem Wiederanpfiff deuten sich zwar Chancen an, dennoch entfaltet sich keine Stimmung des Aufbäumens. Lässt sich das als planvolles Vorgehen begreifen? Das ist schwer zu verstehen, denn im Verlauf der Saison konnten wir mit solcher Spielweise nur wenig Erfolg erzielen. Erfolg gab es im Aufbäumen gegen mögliche Niederlagen, wenn mutiger gespielt wurde. Das ist ein Eindruck ohne Beleg durch Zahlen. Stimmt das? Sandhausen erzielt derweil das zweite Tor aus dem Nichts. Plötzlich pfeift der Schiedsrichter Elfmeter. Wir auf der Gegenseite wissen nicht warum. Der Abstiegt wirkt besiegelt.

    Die Einwechslung von Joseph-Claude Gyau verstärkt den nun entstehenden Druck auf das Sandhausener Tor. Zunächst hat er selbst die Chance zum Abschluss, doch er spielt den klassischen Pass zur Seite, allerdings katastrophal ungenau. Im zweiten Anlauf bedient er Harvard Nielsen als Strafraumstürmer, der den Anschlusstreffer erzielt. Schnelle Drehung auf der Stelle, Abschluss. Das Tor hatte er sich verdient. Er strahlt diesen Willen aus, sich mit Niederlagen nicht abzufinden. Das hat nicht nur damit zu tun, wie er in den Zweikampf geht. Da kommt mehr hinzu.

    Von nun an zwingen die Zebras die Sandhausener Spieler immer wieder zu Fehlern. Die Ausbeute bleibt zu gering. So viele Ecken, so wenig Gefahr. Zudem verspringt Ahmet Engin der Ball nach einem perferkt herausgespielten Konter. Welch ein Aufstöhnen geht durch das Stadion. Was für eine todsichere Chance! Diese Chance ist im Entstehen so klar zu erkennen. Idealer lassen sich Laufwege nicht zeigen als an diesem Konter. Idealer kann ein Ball nicht im richtigen Moment abgespielt werden. Immer ist noch ein Mann mehr frei als Sandhausener defensiv bereit stehen. So muss ein Konter gespielt werden, damit der letzte Offensivspieler den Ball nur noch in eine Ecke des Tores einschieben muss. Nicht Ahmet Engin. Vergeben. Aufstöhnen.

    Der Ausgleich fällt erst in der 88. Minute durch Kevin Wolze, der sich beim Elfmeter erneut nervenstark zeigt. Ein Handspiel eines Sandhausener Spielers war der Grund für den Elfmeterpfiff. In den vier Minuten Nachspielzeit bleibt der Druck hoch. Der Siegtreffer fällt nicht mehr. Die Niederlage hätte alles festgeschrieben. Nach diesem Unentschieden bleibt tatsächlich noch Wunderglaube möglich. Ein Wunder mit Auswirkungen schon heute in Regensburg und Bielefeld. Auch das Wirken eines Wunders brächte übrigens für die Saisonsammlung im Zebrastreifenblog ein neues Exemplar.

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