ChristianMoosbr
3. Liga
Auf Anregung der Admins erstelle ich dieses neue Thema. Aktueller Anlass ist die Diskussion, die vor kurzem um die wohl feststehende Rückkehr von Uli Hoeness als Bayernpräsident entbrannt ist. Ferner die fast mit der Regelmässigkeit einer Turmuhr zu erwartende aggressive Positionierung von Rummenigge kurz vor Start der ersten Bundesliga, der sich mal wieder bemüssigt fühlt, moraltriefende Tickets an andere Vereine, respektive deren Fans zu verteilen. Einige User im Thread zur aktuellen ersten Bundesliga haben nicht zu unrecht angemerkt, dass es hierbei wieder mal nur um die Bayern zu gehen scheint, und man den betreffenden Thread sowieso eher für das Sportliche frei halten soll. Daher dieser gesonderte Thread, obwohl mir durchaus bewusst ist, dass es schon einige Threads zum Thema Sportpolitik gibt. Mein Vorschlag wäre, entsprechende Inhalte aus den anderen Threads künftig vielleicht zu bündeln, vielleicht hier. Wenn jemand etwas einfällt, wo das Ganze besser aufgehoben wäre, dann kann es auch gern verschoben werden. Ich will hier bestimmt nicht meinen eigenen Thread durchbringen. Ich rege aber an, ältere Threads, deren Zuordnung nicht mehr so richtig passt, z.B. "Die Pest ist angekommen" oder auch den bisherigen Hoeness-Thread, der sich auf den Steuerhinterzieher bezog (der er ja nun nicht mehr ist!) künftig eher in etwas Neuem aufgehen zu lassen.
Was ich noch in Richtung Bayern-Anhänger sagen möchte: Ich kann nicht richtig verstehen, wie man hier in der Gegend für sie sein kann, aber das ist nicht weiter schlimm, respektive eine reine Privatangelegenheit. Ich habe selbst sogar in bestimmten Spielzeiten mit den Bayern "sympathisiert", namentlich als Van Gaal deren Trainer war. Ich fand die Zeit mit Guardiola auch nicht uninteressant, wohl aber die Art, wie die Bayern selbst ihre Trainerlegende mit viel Tränendrüsensaft zuerst in den Himmel gehoben, und dann ziemlich kühl seine Autorität untergraben haben, irgendwie bezeichnend. Darum sollte es gehen, darauf sollte man als Fussballfan achten, denn für mich hat das Methode, was die da tun, und wie sie es den Leuten zu verkaufen versuchen. Dabei geht es aber im Prinzip nicht ums Bayern-Bashing, sondern allein darum, wie die mit ihrer Macht umgehen. Aber eigentlich sollte es überhaupt nicht spezifisch um die Bayern gehen, sondern darum, wie sich eine bestimmte Doppelmoral immer weiter ausbreitet. Angesichts dessen, dass wir in der aktuellen Spielzeit darauf blicken werden müssen, wie sich die Roten Bullen aus Leipzig wahrscheinlich ziemlich progressiv positionieren, muss man wohl damit rechnen, dass hier ein zweiter Pol des Moralaposteltums entsteht, der ab sofort regelmässig aus dem tiefen Osten der Republik dazwischenfunkt, wenn einer im Westen oder Norden ein Bäuerchen macht, und uns erklärt, dass dies in absehbarer Zeit das Ende erträglicher Verhältnisse für ganz Deutschland bedeuten wird.
Soviel noch: Ich glaube, man kann verschieden mit Leuten wie Rummenigge et al umgehen, sollte aber nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen. Leute, die Moralkeulen schwingen, haben meistens eine Absicht dahinter, und ein so viel beschäftigter Mann wie ein Fussballfunktionär telefoniert nicht nur dauernd mit der Presse, weil er noch mal sein Gesicht auf dem Titel einer Boulevardpostille sehen will. Moralkeulen haben immer mit Macht zu tun. Die Macht über die Stammtische führt zu realer Macht, das hat sich längst erwiesen. Deswegen ist es auch ein Problem, wenn man die Rückkehr von Uli Hoeness einfach unter den Oberbegriff "zweite Chance" stellt und abhakt. Klar steht ihm eine zweite Chance zu, aber er ist bereits reich und berühmt, und weiterhin höchst angesehen. Muss er unbedingt wieder Bayern-Präsi werden, er, ein Mann, den sein Sohn (Einvernehmlich in einem gemeinsamen Familieninterview) vor seiner Verurteilung öffentlich als einen Süchtigen charakterisiert hat? Ist das nicht wie die Rückkehr eines endlich kernsanierten Kneipenwirtes an die alte Wirkungsstätte? Mit der Begründung, dass der Typ halt so beliebt ist?
Ich bin mir ziemlich bewusst darüber, dass es eine zweischneidige Sache ist, Moralfragen aufzuwerfen, egal in welchem Bereich. Und es kommt sicher nicht darauf an, sich wie ein Priester oder Philosoph darüber Gedanken zu machen, ob das, was jemand tut, Sünde oder Schande, unethisch oder sonst etwas ist. Worum es einzig und allein gehen sollte, ist für mich, wenn man sich solche Vorgänge wie die hier kurz charakterisierten näher ansieht, was sie für die breite Öffentlichkeit bedeuten. Hier genauer für die Menschen, die sich leidenschaftlich für Fussball begeistern. Die vielleicht Kinder haben und das Gefühl, es wäre ganz gut für kleine Mädchen und Jungens, Fussball zu spielen. Möchten wir, dass Leute wie Rummenigge, Hoeness, Mateschitz, Rangnick, Tönnies, Kind und andere darüber mitbestimmen, welchen erzieherischen Auftrag sich der DFB selbst gibt? Sind das in der Tat die richtigen Garanten dafür, dass der Fussball nicht vor die Hunde geht?
Wie gesagt, es geht hier eigentlich nicht um die Personen persönlich, sprich als Privatleute. Sondern um die Zusammenballung von Macht, die sich selbst zu einer moralischen Instanz aufzuschwingen versucht.
Was ich noch in Richtung Bayern-Anhänger sagen möchte: Ich kann nicht richtig verstehen, wie man hier in der Gegend für sie sein kann, aber das ist nicht weiter schlimm, respektive eine reine Privatangelegenheit. Ich habe selbst sogar in bestimmten Spielzeiten mit den Bayern "sympathisiert", namentlich als Van Gaal deren Trainer war. Ich fand die Zeit mit Guardiola auch nicht uninteressant, wohl aber die Art, wie die Bayern selbst ihre Trainerlegende mit viel Tränendrüsensaft zuerst in den Himmel gehoben, und dann ziemlich kühl seine Autorität untergraben haben, irgendwie bezeichnend. Darum sollte es gehen, darauf sollte man als Fussballfan achten, denn für mich hat das Methode, was die da tun, und wie sie es den Leuten zu verkaufen versuchen. Dabei geht es aber im Prinzip nicht ums Bayern-Bashing, sondern allein darum, wie die mit ihrer Macht umgehen. Aber eigentlich sollte es überhaupt nicht spezifisch um die Bayern gehen, sondern darum, wie sich eine bestimmte Doppelmoral immer weiter ausbreitet. Angesichts dessen, dass wir in der aktuellen Spielzeit darauf blicken werden müssen, wie sich die Roten Bullen aus Leipzig wahrscheinlich ziemlich progressiv positionieren, muss man wohl damit rechnen, dass hier ein zweiter Pol des Moralaposteltums entsteht, der ab sofort regelmässig aus dem tiefen Osten der Republik dazwischenfunkt, wenn einer im Westen oder Norden ein Bäuerchen macht, und uns erklärt, dass dies in absehbarer Zeit das Ende erträglicher Verhältnisse für ganz Deutschland bedeuten wird.
Soviel noch: Ich glaube, man kann verschieden mit Leuten wie Rummenigge et al umgehen, sollte aber nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen. Leute, die Moralkeulen schwingen, haben meistens eine Absicht dahinter, und ein so viel beschäftigter Mann wie ein Fussballfunktionär telefoniert nicht nur dauernd mit der Presse, weil er noch mal sein Gesicht auf dem Titel einer Boulevardpostille sehen will. Moralkeulen haben immer mit Macht zu tun. Die Macht über die Stammtische führt zu realer Macht, das hat sich längst erwiesen. Deswegen ist es auch ein Problem, wenn man die Rückkehr von Uli Hoeness einfach unter den Oberbegriff "zweite Chance" stellt und abhakt. Klar steht ihm eine zweite Chance zu, aber er ist bereits reich und berühmt, und weiterhin höchst angesehen. Muss er unbedingt wieder Bayern-Präsi werden, er, ein Mann, den sein Sohn (Einvernehmlich in einem gemeinsamen Familieninterview) vor seiner Verurteilung öffentlich als einen Süchtigen charakterisiert hat? Ist das nicht wie die Rückkehr eines endlich kernsanierten Kneipenwirtes an die alte Wirkungsstätte? Mit der Begründung, dass der Typ halt so beliebt ist?
Ich bin mir ziemlich bewusst darüber, dass es eine zweischneidige Sache ist, Moralfragen aufzuwerfen, egal in welchem Bereich. Und es kommt sicher nicht darauf an, sich wie ein Priester oder Philosoph darüber Gedanken zu machen, ob das, was jemand tut, Sünde oder Schande, unethisch oder sonst etwas ist. Worum es einzig und allein gehen sollte, ist für mich, wenn man sich solche Vorgänge wie die hier kurz charakterisierten näher ansieht, was sie für die breite Öffentlichkeit bedeuten. Hier genauer für die Menschen, die sich leidenschaftlich für Fussball begeistern. Die vielleicht Kinder haben und das Gefühl, es wäre ganz gut für kleine Mädchen und Jungens, Fussball zu spielen. Möchten wir, dass Leute wie Rummenigge, Hoeness, Mateschitz, Rangnick, Tönnies, Kind und andere darüber mitbestimmen, welchen erzieherischen Auftrag sich der DFB selbst gibt? Sind das in der Tat die richtigen Garanten dafür, dass der Fussball nicht vor die Hunde geht?
Wie gesagt, es geht hier eigentlich nicht um die Personen persönlich, sprich als Privatleute. Sondern um die Zusammenballung von Macht, die sich selbst zu einer moralischen Instanz aufzuschwingen versucht.
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. Der Bezug zum Fred würde jedem Abiturienten in Bayern als Beispiel gereichen, wie man am Thema vorbeiredet.
)
(den echten 