Jede Minute zählt ... 90., Nachspielzeit, Abfiff

shanghai

3. Liga
Im Rahmen des "Jede Minute zählt..." - Projektes:

Bitte hier die Dramen der letzten Minuten und Sekunden, die Angst, die Triumphe, die Niederlagen.

Datum, Spiel und Minute hinzufügen (wo möglich!).

Anmerkungen, Korrekturen etc. zu Posts bitte per PN an die OriginalautorIn, so dass diese/r die Korrekturen ggf. einarbeiten kann.
 
Dieses Finale des Spiels habe ich bis heute nicht vergessen.

Unsere Aufstiegssaison 90/91

So 16.12.90 15:00
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MSV Duisburg -
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VfL Osnabrück 2:1 (0:1)
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Wedaustadion (Duisburg)
8.000 Zuschauer
Schiri: Dieter Birlenbach (Hattenheim)
Igler (9.) 0:1
Notthoff (88.) 1:1
Beyel (90.) 2:1

Viele Zuschauer waren schon früher gegangen, ich nicht. :D
 
Die gefühlte letzte Sekunde...

Samstag, 1. Februar 2014 - 15:30 Uhr - MSV Duisburg : RB Leipzig 2:1

Die Zebras warfen in den Schlussminuten nochmal alles nach vorne. Nach einer Flanke von Aycicek zwang Wolze den MSV-Schlussmann zu einer Parade, dieser musste allerdings nicht eingreifen, der Ball verfehlte das Tor knapp.
In letzter Minute gelang den Meiderichern dann doch noch der späte 2:1-Siegtreffer! Aycicek schlug einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld, Bajic leitete per Kopf weiter auf Feisthammel, der wiederum auf Onuegbu ablegte. Und der „King“ schob aus wenigen Metern zum viel umjubelten Last-Minute-Siegtreffer ein!

Warum gerade der Siegtreffer in der 90. ?
Sicherlich auch, weil es gegen RB ging. Da macht Gewinnen besonders viel Spass.

Aber eigentlich weil man die Mannschaft zu diesem Tor getragen hat. Zunächst gab es einen Vorstoß der verpuffte, aber zu einer Ecke führte. Die komplette Nord inkl. der Kurven und sicherlich auch viele im restlichen Stadion standen auf. Gemeinsam feuerte man die Mannschaft an. Gemeinsam trieb man die Mannschaft zum Tor und zum Sieg.

Toller Moment, den ich gerne immer und immer wieder miterleben möchte.
In dem Moment gab es nur alle Fans gemeinsam, die Mannschaft, das Tor, der Sieg - nur der M S V.
Einfach genial der Moment.
 
Samstag, 1. Februar 2014 - 15:30 Uhr - MSV Duisburg : RB Leipzig 2:1

Ich weiß noch genau den Sportschaukommentar zum 2 : 1

"Und jetzt wird das hier ein eskalativer Nachmittag!!!"
 
12. Februar 2017: Heimspiel gegen Münster

Ich muss zugeben: Ich war nicht da. Ich habe es nicht vor Ort miterlebt. Und so ist es der Ausruf eines Skyreporters, der sich mir ins Hirn gebrannt hat, in dieser 95. Minute am 12. Februar 2017:

Schnellhaaardt!!!!

Und obwohl ich nicht da war, ich kann mich kaum an Momente erinnern, die mir tiefer gingen, als diese Sekunden. Da ist zunächst Dauschs Ecke die einen weiten Bogen um das Tor ziehend hoffnungslos ins Nirvana zu segeln scheint. Doch Stani hat den Braten gerochen, und läuft frühzeitig aus dem Zentrum hinter den zweiten Pfosten zurück. Dort schraubt er sich gefühlte 4 Meter hoch köpft das Ding zurück in den Strafraum. Ein Münsterraner nimmt den Ball auf und scheint zu klären - aber er klärt präzise auf den bei ca. 27 Metern im Rückraum wartenden Schnellhardt. Schon in der Annahme ist klar, dass der genau verstanden hat, dass in dieser 95. Minute genau das jetzt oder nie passieren muss, dass es nur dieser eine Ball sein kann - und so lässt er nur kurz abtropfen und dann kommt dieser Strich von einem Schuss, zigtausend Augenpaare sehen den Ball durch die Luft rauschen, vorbei an Freund und Feind - und dann schlägt er satt ein im Lattenkreuz - die Zeit steht still - um sich in einer einzigen Explosion der Freude zu entladen!

Schnellhardt entsteigt der anschließenden Jubeltraube mit einer fetten Schramme unter dem Auge, vermutlich von seinem Torwart der ihn packen will als es den Torschützen anderweitig schon umreißt - und ihm so die zarten Handschuhe einmal mitten durchs Gesicht zieht... [emoji6]

Freude kann weh tun [emoji6]

Davon abgesehen ist dieser Schuss vielleicht die Geburtsstunde eines neuen großen MSV-Teams, das sich eben nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lässt, das bedingungslos gegen hält, arbeitet, einfach will - und eben kann.

So oder so ist es ein Moment für die Ewigkeit!
 
Zuletzt bearbeitet:
02.12.2023 - Heimspiel MSV VfB Lübeck, 92. Minute

Es ist Dezember und auch die Stimmung bei MSV frostig wie schon lange nicht mehr. Die Mannschaft quält sich durch eine Saison, die primär dazu gemacht zu sein scheint, die unendliche Leidensfähigkeit der MSV-Fans in nochmals neue Regionen zu treiben. Gefühlt 47 Formationen in 16 Spielen haben unter 3 Trainern nicht wirklich funktioniert - man ist abgeschlagen Letzter, und das verdient.

Doch da: Unter der Woche trotzt die Truppe den ambitionierten Saarbrückern, die im Pokal gerade die Bayern bezwungern haben, im Nachholspiel auf einem zünftigen Kartoffelacker ein im wahrsten Sinne des Wortes dreckiges 0 : 0 ab - und entzündet damit eine erste winzige Hoffnungsfunzel.

Nun ist es Samstag: 91 Minuten mühen sich die Jungs schon vor 8000 Unentwegten gegen die direkten Abstiegskonkurrenten aus Lübeck. Vieles sieht passabel aus - aber ein Tor will einfach nicht fallen - schlimmer noch: Ein reguläres Tor Niklas Kölles wird wegen Abseits aberkannt und man entrinnt in der Folge zwei Mal nur ganz knapp einem erneuten Gegentreffer, einem erneuten Rückstand - soll es diese Saison einfach nicht sein?

Die Mannschaft sagt: Doch, es muss!, und marschiert. Noch einmal wird das Herz in die Hand genommen. Kapitän Mai spürt dabei zunehmend die gemachten Meter. Es ist ein gequälter Kampf, vielen Unsauberkeiten - aber es ist ein Kampf.

Noch einmal erzwingt eine scharfe Hereingabe Feltschers eine Ecke.

Pusch oder Pledl? Pusch!

Im Strafraum das übliche Gedrängel - Pusch hebt den rechten Arm, läuft an und zieht die Kugel sauber Richtung erster Pfosten. Da steht Knoll bereit, wird aber übersprungen: Vom Kopf des Lübeckers geht der Ball steil nach oben und in weitem Bogen Richtung zentraler, hinterer 16er, wo der Lübecker Velasco mutterseelenalleine wartet, sich vorbereitend, den Ball endgültig klären zu können. Doch der MSV will jetzt einfach die Entscheidung. Aus dem Rückraum kommend, stielt sich Pledl an den nur nach oben schauenden Lübecker heran und hat so unerwartet von Hinten kommend das bessere Timing: Er gewinnt den Kopfball und noch einmal geht das runde Leder nach norne Richtung 5er.

Lübeck versucht abermals zu klären, aber statt nach weitem Ausholen volley in die Umlaufbahn gejagt zu werden, prallt der Ball vom Knie des Verteidigers nur unkontrolliert in flachem Bogen wieder gen Strafraummitte. Genau da steht der gerade 19 gewordene Castaneda - zwei Lübecker stürzen sofort auf ihn zu, doch er schaltet am schnellsten, bringt den linken Fuss auf den Boden - der Ball springt schräg vor ihm auf und Castaneda nimmt ihn leicht verdreht mit Rechts direkt als Volley, Dropkick oder was auch immer es war - die Welt steht ganz kurz still - gefühlt unendlich langsam fliegt der Ball durch die beiden Lübecker hindurch und an Stierlin vorbei - um dann tatsächlich unhaltbar in den rechten Winkel des Lübecker Tores einzuschlagen - Ausnahmezustand: In der Kurve, in Wohnzimmern und Kneipen vollzieht sich eine tausendfache emotionale Explosion, Schreien, Weinen, Tanzen, Umarmen. Ey wie geil, ey wie lang war das her, so ein Moment, so ein absolut geiler Moment: DANKE!!! WEITER!
 
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