Zebrastreifenblog – Früher Cheftaktiker Goethe kommentiert

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Kees Jaratz

Manchmal lohnt sich die Erinnerung an lang zurück liegende Erkenntnisse. Johann Wolfgang von Goethe etwa hat über viele Dinge nachgedacht. Manche seiner Einsichten fasste er in knappen Versen zusammen. Ewige Gestalt wollte er seinem Geist geben. Seine Interessen waren weit gestreut. In den unzähligen Abhandlungen über sein Werk blieb allerdings sein Interesse für Fußball wenig beachtet.

Vielleicht liegt es an der bildhaften Sprache, mit der er über taktische Zusammenhänge schrieb. Vielleicht liegt es aber auch an der mangelnden Quellenlage zum deutschen Fußball in den Anfangsjahren. Von dem wird behauptet, erst in den 1870er Jahren sei er durch englische Arbeitsimmigranten und Unternehmer nach Deutschland importiert worden.

Goethes erster fußballtaktischer Kommentar ist dagegen schon für das Jahr 1819 dokumentiert. Zweifellos lässt sich erkennen, dass schon in seiner Gedichtsammlung West-östlicher Divan grundsätzliche taktische Fragen thematisiert werden. Denn Johann Wolfgang von Goethe wusste schon damals um die Grenzen des Ballbesitzfußballs. Deshalb sind seine Verse gleichsam auch ein Kommentar zum 4:2-Sieg des MSV gegen den SC Verl.



In früher handschriftlicher Fassung ist noch zu lesen „Wird breit und nicht spielstark. Wahrscheinlich hat er den Vers wegen des Rhythmusses angepasst. Dass er im positiv gemeinten Gegenbild aber mit den Pisé nur flächig wirkende Mauern in die Fußballwelt holt, irritiert, fehlt doch der visionäre Blick auf die Offensive im Bild des geschlagenen Quarks.

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