Yike
04.01.2007, 11:07
Die Sportfreunde haben einen neuen Vorstandsvorsitzenden, der so ungefähr das Gegenteil eines gewissen Herrn Rathke darstellen dürfte. Noch unerfahren im Profi-Fußball, kein Anzugträger sondern ein "Mann des Volkes" und anscheinend sehr motiviert.
Hier ein Artikel aus der WP über ihn.
Liest sich echt nicht schlecht. Bin gespannt ob er seine Ankündigungen wahr macht und sich öfters mal auf den Stehplätzen aufhält um was von "den Fans" mitzukriegen.
"Ich bin kein Frühstückspräsident"
"Siegen. 15 Jahre lang arbeitete er als Sportjournalist, jetzt wechselte er die Seiten. Offiziell am 1. Januar 2007 tauschte Christoph Hansen den Platz auf der Pressetribüne der Sportfreunde Siegen gegen den Chefsessel des Vorstandsvorsitzenden ein.
Es ist mehr als ein Job-Wechsel, es ist ein Wechsel der Perspektive. Jetzt sieht sich der 43-Jährige den Fragen der ehemaligen Kollegen ausgesetzt. Und auch der Blick in die Kamera ist noch nicht so öffentlichkeitswirksam wie bei so manchem erfahrenen Vereinschef. Doch eines will Christoph Hansen vom ersten Arbeitstag an vermeiden: sich verstellen und verbiegen zu müssen.
Und dazu zählen auch Äußerlichkeiten. So hängt über dem Stuhl keine Anzugsjacke, sondern ein lässiges, zu Jeans kombinierbares Jacket. Die Frage nach dem Vereinschef im Anzug beantwortet er, doch schon recht medienwirksam, so: "Ich will zeigen, dass wir hier beim Fußball sind und nicht beim Golf oder Tennis. Hier muss man sich nicht verkleiden. Mit dem Anzug zum nächsten Jugendtraining oder in die Kurve zu den Fans? Da wäre ich sicher overdressed."
"Wenn der ausfällt, der auf dem Platz die Linien zieht, dann mache ich auch das"
Christoph Hansen passt nicht so recht ins Bild eines Anzug tragenden Repräsentanten eines Fußball-Proficlubs, er legt wert auf einen anderen Fokus als den, den seine Vorgänger Holger Rathke und Hans-Dieter Blecker hatten. "Ich komme vom Fußball, von ganz unten. Vom Platz, als Spieler, als Betreuer, später als Jugendtrainer, als Jugendleiter. Und dahin will ich auch wieder zurück. Ich will wissen, was dem Mann im Kassenhäuschen der Verein bedeutet, oder was die Fans empfinden. Man wird mich in der Fan-Kurve sehen, beim Training nicht nur der 1. Mannschaft und sicher auch schon Mal auf den Stehplatzrängen. Und dass ich das hier so sage, ist keine Masche, so verstehe ich Fußball. Auch als Vorstandsvorsitzender."
Was ein Fußball-Fan emfindet, das konnte Hansen bei der Fußball-WM erleben, bei sieben Spielen war er dabei. "Da war ich Fan, kein Funktionär. Also Zugfahrt, Tickets, Unterkunft, alles selbst organisiert. So wie der Sportfreunde-Fan das auch macht."
Tief einsteigen will er in das Vereinsleben der Sportfreunde, dass er bislang nur aus dem Blickwinkel des Journalisten kannte. "Ich werde die Nähe zu allen Leuten im Verein und im Umfeld suchen. Ich will mit allen reden, viele Gespräche führen - und vor allem hinhören, zuhören. Ich bin wirklich kein Frühstückspräsident, der die Außendarstellung sucht. Ich verstehe mich als Angestellten und Arbeiter des Vereins. Und wenn dann derjenige ausfällt, der die Linien auf dem Platz zieht, dann mache ich auch das."
Während er vom Selbstverständnis seines Jobs erzählt, meldet sich am Telefon Landrat Paul Breuer, um ihm eine gute Hand zu wünschen. Und als ob er das vergessen habe, legt der neue Sportfreunde-Chef im WR-Gespräch nach: "Der Kontakt zum Kreis, zur Stadt und zu den Sponsoren ist natürlich sehr wichtig."
Im Chef-Sessel in der zweiten Etage der Geschäftsstelle an der Leimbachstraße, über ihm der Journalisten-Wandkalender für 2007, bekennt er: "Natürlich gehe ich mit dem neuen Job auch ein Risiko ein, aber ich hoffe, dass ich dem Anspruch gerecht werde. Und ich werde mich an meinen Aussagen messen lassen."
In der Familie Hansen ist Christoph nicht der einzige im Sportmetier. Bruder Peter Hansen war ehemals Jugend-Koordinator beim 1. FC Nürnberg zu Zeiten von Klaus Augenthaler, in den 90er Jahren Co-Trainer von Michael Feichtenbeiner beim TSF Ditzingen. Mittlerweile ist Bruder Peter Jugend-Koordinator beim Liga-Konkurrenten Hessen Kassel.
In den Genuss eines Acht-Stunden-Tages wird Christoph Hansen wohl eher selten kommen. Der erste dicke Brocken wird die anstehende Lizenzierung sein, die am Donnerstag, 1. März, pünktlich bis 24 Uhr bei der DFB-Zentrale in Frankfurt vorliegen muss. "Nächste Woche beginnen wir damit. Gemeinsam mit Dirk Röckinghausen, mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die das ja schon in den Vorjahren übernommen hatte. Ich möchte zumindest in diese Dinge involviert sein, denn als Vereinschef muss ich ja auch den Kopf dafür hinhalten."
Auf die Frage, wie er die Zukunft des Vereins unter seiner Führung sehe, sagte Hansen: Es wäre natürlich schön, wenn wir die 1000er-Mitglidermarke knacken könnten. Wir freuen uns über jeden, der neu zu uns kommt. Es ist jetzt die richtige Zeit, dass wir den Aufschwung, den es ja offensichtlich auch auf dem Arbeitsmarkt gibt, auch als Verein nutzen. Wir hatten den Umbruch nach dem Abstieg, jetzt brauchen wir den Aufschwung."
"Dass 5000 Fans dem Verein die Treue halten, ist riesig"
Beim Blick auf die Tabelle stellt er fast schon zufrieden fest: "Es ist bislang der siebte Platz, mehr, als realistisch betrachtet, drin war. Und dass nach fünf vergeigten Heimspielen immer noch 5000 Fans dem Verein die Treue halten, ist riesig. Wenn wir es jetzt noch schaffen, nur jedes dritte oder vierte Heimspiel zu vermasseln, dann ist die Hütte voll und ich wäre stolz darauf, in diesem Verein den Vorsitz zu haben."
Auf die Einladung der WR-Sportredaktion zur WR-Sportlerehrung sagte er: "Dann kann ich ja auch die Rolle des Vereinschefs im Anzug schon ein bisschen üben."
ZUR PERSON
#2
Christoph Hansen, geboren am 23. Mai 1963 in Prüm bei Bitburg/Eifel.
#2Der verheiratete Familienvater hat zwei Töchter (14 und 16 Jahre) und lebt mit seiner Familie in Mündersbach (Westerwaldkreis).
#2
Als Sportjournalist arbeitete der gelernte Bankkaufmann seit 1991 für die Rhein-Zeitung im Westerwaldkreis und im Kreis Altenkirchen.
#2Beim Landessportbund Rheinland-Pfalz in Mainz war er von 1996 bis 1997 als Referent für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
#2Beim SV Prüm spielte er selbst aktiv Fußball und wurde im Alter von 16 Jahren Jugendleiter und Vorstandsmitglied.
#2Die Trainer B-Lizenz hat Hansen seit 1984. #2Beim Frauen-Bundesligisten TuS Ahrbach war er Ende der 80er-, Anfang der 90er Jahre im Nachwuchsbereich tätig.
#2Mitglied bei Sportfreunde Siegen ist Christoph Hansen seit Januar 2005.
Der Vertrag bei Sportfreunde Siegen läuft bis 31. Dezember 2008."
Alles andere als ein Profi also, aber ein motivierter Mann mit ein bisschen Ahnung von Finanzen, Jugendarbeit und Öffentlichkeitsarbeit.
Hier ein Artikel aus der WP über ihn.
Liest sich echt nicht schlecht. Bin gespannt ob er seine Ankündigungen wahr macht und sich öfters mal auf den Stehplätzen aufhält um was von "den Fans" mitzukriegen.
"Ich bin kein Frühstückspräsident"
"Siegen. 15 Jahre lang arbeitete er als Sportjournalist, jetzt wechselte er die Seiten. Offiziell am 1. Januar 2007 tauschte Christoph Hansen den Platz auf der Pressetribüne der Sportfreunde Siegen gegen den Chefsessel des Vorstandsvorsitzenden ein.
Es ist mehr als ein Job-Wechsel, es ist ein Wechsel der Perspektive. Jetzt sieht sich der 43-Jährige den Fragen der ehemaligen Kollegen ausgesetzt. Und auch der Blick in die Kamera ist noch nicht so öffentlichkeitswirksam wie bei so manchem erfahrenen Vereinschef. Doch eines will Christoph Hansen vom ersten Arbeitstag an vermeiden: sich verstellen und verbiegen zu müssen.
Und dazu zählen auch Äußerlichkeiten. So hängt über dem Stuhl keine Anzugsjacke, sondern ein lässiges, zu Jeans kombinierbares Jacket. Die Frage nach dem Vereinschef im Anzug beantwortet er, doch schon recht medienwirksam, so: "Ich will zeigen, dass wir hier beim Fußball sind und nicht beim Golf oder Tennis. Hier muss man sich nicht verkleiden. Mit dem Anzug zum nächsten Jugendtraining oder in die Kurve zu den Fans? Da wäre ich sicher overdressed."
"Wenn der ausfällt, der auf dem Platz die Linien zieht, dann mache ich auch das"
Christoph Hansen passt nicht so recht ins Bild eines Anzug tragenden Repräsentanten eines Fußball-Proficlubs, er legt wert auf einen anderen Fokus als den, den seine Vorgänger Holger Rathke und Hans-Dieter Blecker hatten. "Ich komme vom Fußball, von ganz unten. Vom Platz, als Spieler, als Betreuer, später als Jugendtrainer, als Jugendleiter. Und dahin will ich auch wieder zurück. Ich will wissen, was dem Mann im Kassenhäuschen der Verein bedeutet, oder was die Fans empfinden. Man wird mich in der Fan-Kurve sehen, beim Training nicht nur der 1. Mannschaft und sicher auch schon Mal auf den Stehplatzrängen. Und dass ich das hier so sage, ist keine Masche, so verstehe ich Fußball. Auch als Vorstandsvorsitzender."
Was ein Fußball-Fan emfindet, das konnte Hansen bei der Fußball-WM erleben, bei sieben Spielen war er dabei. "Da war ich Fan, kein Funktionär. Also Zugfahrt, Tickets, Unterkunft, alles selbst organisiert. So wie der Sportfreunde-Fan das auch macht."
Tief einsteigen will er in das Vereinsleben der Sportfreunde, dass er bislang nur aus dem Blickwinkel des Journalisten kannte. "Ich werde die Nähe zu allen Leuten im Verein und im Umfeld suchen. Ich will mit allen reden, viele Gespräche führen - und vor allem hinhören, zuhören. Ich bin wirklich kein Frühstückspräsident, der die Außendarstellung sucht. Ich verstehe mich als Angestellten und Arbeiter des Vereins. Und wenn dann derjenige ausfällt, der die Linien auf dem Platz zieht, dann mache ich auch das."
Während er vom Selbstverständnis seines Jobs erzählt, meldet sich am Telefon Landrat Paul Breuer, um ihm eine gute Hand zu wünschen. Und als ob er das vergessen habe, legt der neue Sportfreunde-Chef im WR-Gespräch nach: "Der Kontakt zum Kreis, zur Stadt und zu den Sponsoren ist natürlich sehr wichtig."
Im Chef-Sessel in der zweiten Etage der Geschäftsstelle an der Leimbachstraße, über ihm der Journalisten-Wandkalender für 2007, bekennt er: "Natürlich gehe ich mit dem neuen Job auch ein Risiko ein, aber ich hoffe, dass ich dem Anspruch gerecht werde. Und ich werde mich an meinen Aussagen messen lassen."
In der Familie Hansen ist Christoph nicht der einzige im Sportmetier. Bruder Peter Hansen war ehemals Jugend-Koordinator beim 1. FC Nürnberg zu Zeiten von Klaus Augenthaler, in den 90er Jahren Co-Trainer von Michael Feichtenbeiner beim TSF Ditzingen. Mittlerweile ist Bruder Peter Jugend-Koordinator beim Liga-Konkurrenten Hessen Kassel.
In den Genuss eines Acht-Stunden-Tages wird Christoph Hansen wohl eher selten kommen. Der erste dicke Brocken wird die anstehende Lizenzierung sein, die am Donnerstag, 1. März, pünktlich bis 24 Uhr bei der DFB-Zentrale in Frankfurt vorliegen muss. "Nächste Woche beginnen wir damit. Gemeinsam mit Dirk Röckinghausen, mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die das ja schon in den Vorjahren übernommen hatte. Ich möchte zumindest in diese Dinge involviert sein, denn als Vereinschef muss ich ja auch den Kopf dafür hinhalten."
Auf die Frage, wie er die Zukunft des Vereins unter seiner Führung sehe, sagte Hansen: Es wäre natürlich schön, wenn wir die 1000er-Mitglidermarke knacken könnten. Wir freuen uns über jeden, der neu zu uns kommt. Es ist jetzt die richtige Zeit, dass wir den Aufschwung, den es ja offensichtlich auch auf dem Arbeitsmarkt gibt, auch als Verein nutzen. Wir hatten den Umbruch nach dem Abstieg, jetzt brauchen wir den Aufschwung."
"Dass 5000 Fans dem Verein die Treue halten, ist riesig"
Beim Blick auf die Tabelle stellt er fast schon zufrieden fest: "Es ist bislang der siebte Platz, mehr, als realistisch betrachtet, drin war. Und dass nach fünf vergeigten Heimspielen immer noch 5000 Fans dem Verein die Treue halten, ist riesig. Wenn wir es jetzt noch schaffen, nur jedes dritte oder vierte Heimspiel zu vermasseln, dann ist die Hütte voll und ich wäre stolz darauf, in diesem Verein den Vorsitz zu haben."
Auf die Einladung der WR-Sportredaktion zur WR-Sportlerehrung sagte er: "Dann kann ich ja auch die Rolle des Vereinschefs im Anzug schon ein bisschen üben."
ZUR PERSON
#2
Christoph Hansen, geboren am 23. Mai 1963 in Prüm bei Bitburg/Eifel.
#2Der verheiratete Familienvater hat zwei Töchter (14 und 16 Jahre) und lebt mit seiner Familie in Mündersbach (Westerwaldkreis).
#2
Als Sportjournalist arbeitete der gelernte Bankkaufmann seit 1991 für die Rhein-Zeitung im Westerwaldkreis und im Kreis Altenkirchen.
#2Beim Landessportbund Rheinland-Pfalz in Mainz war er von 1996 bis 1997 als Referent für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
#2Beim SV Prüm spielte er selbst aktiv Fußball und wurde im Alter von 16 Jahren Jugendleiter und Vorstandsmitglied.
#2Die Trainer B-Lizenz hat Hansen seit 1984. #2Beim Frauen-Bundesligisten TuS Ahrbach war er Ende der 80er-, Anfang der 90er Jahre im Nachwuchsbereich tätig.
#2Mitglied bei Sportfreunde Siegen ist Christoph Hansen seit Januar 2005.
Der Vertrag bei Sportfreunde Siegen läuft bis 31. Dezember 2008."
Alles andere als ein Profi also, aber ein motivierter Mann mit ein bisschen Ahnung von Finanzen, Jugendarbeit und Öffentlichkeitsarbeit.