Schöne Leistung der Mannschaft. Das Ergebnis ist objektiv betrachtet ein bis zwei Tore zu knapp ausgefallen.
Die wenig überraschend über der Prognose der Ticket-Abteilung liegende Kulisse wurde phasenweise durch attraktive Kombinationen verwöhnt.
Die diesmal mäßige Stimmung war sicherlich dem spätsommerlichen Kaiserwetter und dem in der Nordkurve in Halbzeit 2 bekannt gewordenen Ringen eines Fans mit dem Tod geschuldet. Ich hoffe, es ist für den Fan gut ausgegangen. Hiernach wurde die Anfeuerung allmählich auf Null runter gefahren.
Schmeling mit verheißungsvollen Ansätzen gerade auch in Halbzeit 1. Jansen und Brügmann offenbarten Potential, werden aber noch Zeit brauchen, um sich hier voll einzufinden. Gerade den heute wieder sehr aktiven Mickels wird Jansen derzeit kaum verdrängen können. Daschner ist zu wünschen, dass er sich durch das Siegtor langsam fängt, was ansatzweise auch erkennbar war. Stoppel wiederum ist zu wünschen, dass er sich nichts Ernstes zugezogen hat. Hiervon gehe ich derzeit nach meinen Beobachtungen aus -also kein Ausfall.
Beim 0-1 meinte ich, ein Handspiel des vorbereitenden Mölders gesehen zu haben. Muss ich mir nochmal in Ruhe anschauen.
Die Zuordnung beim Rückstand stimmte überhaupt nicht. Doch der MSV reagierte auf den Rückstand auffällig gefasst und riss souverän die Initiative an sich, um dann nach Wiederanpfiff das aufgeschreckte Löwenrudel regelrecht zu überfallen und 20 Minuten lang vor sich her zu treiben. Der gerechte Lohn dieser Phase war das 2-1 und damit der Siegtreffer.
Danach zog man sich zurück, die Löwen hatten allerdings außer bei dem frühen Rückstand und dem Freistoß in der ersten Halbzeit sehr wenig Torgefahr ausgestrahlt. Man hatte auch nicht den Eindruck, dass sie nach ihrem Rückstand an die Wende glaubten. Man muss schon ein sehr nervöses Handtuch sein, um von einem ZITTERSIEG zu sprechen -zumal sich nach dem Platzverweis die Lage weiterhin entspannte und wie bereits festgestellt, die Löwen wenig Torgefahr ausstrahlten.
Stoppel als genialer Vorbereiter sowie Flankengeber und Vermeij hervorstechend. Vermeij mit einem unglaublichen Aktionsradius. Arbeitet nach hinten, im Kombinationsspiel nicht nur voll eingebunden, sondern teils genialer Ideengeber. Vorne dann ein Vollstrecker.
Man muss den Mut nach einer passiven Halbzeit in Magdeburg nicht sofort wie ein kleines Kind sinken lassen. Diese Mannschaft ist und bleibt grandios, hoch attraktiv und motiviert, jung, talentiert, hungrig, sympathisch und mit ihren Duisburger Eigenwächsen lokalpatriotisch wie seit den 80ern nicht mehr...
Mensch Schmeling, teils sehr quirlig und schnell. Läuft dem Gegner ja fast alles ab. Er hat eine gute Visitenkarte abgegeben. Lieberknechts Rätsel ist damit gelöst.