IMHO hatte diese Taktikänderung zwei Dinge zur Folge:
- in der Offensive wahrscheinlich das beste Spiel dieser Saison
- die höchste Heimniederlage seit Peter Neururer
Quizfrage: Wie würdet ihr in Aachen spielen?
Ja, Oli Reck hat von Anfang an voll auf die Karte Offensive gesetzt, was sich in meinen Augen bei diesem Kader auch aufdrängt.
Das frühe Gegentor war natürlich die absolute Katastrophe, Hoffmann will den Ball runter nehmen und nicht direkt zum Nebenmann spielen, verliert ihn dabei, dann orientiert sich Sukalo als dritter (!) Duisburger zum Ballführenden, so dass der Torschütze komplett blank ist. Der Abschluss war an sich ziemlich mies, aber es passt zu der unglücklichen Aktion von Hoffmann, dass er die Nummer durch das abfälschen dann auch beendet.
Die Reaktion nach dem Gegentreffer war die erste große Überraschung, die Jungs brannten darauf, das Ding irgendwie rumzureißen, und zwar ohne Ausnahme. Heute haben alle an einem Strang gezogen. In dieser Saison leider eine erwähnenswerte Neuheit im Spiel des MSV.
Spielerisch war das heute phasenweise richtig gut anzuschauen, und das gegen nach dem frühen Tor erst Recht sehr tief stehende 60er, die sich mit zunehmender Spieldauer fast nur noch aufs Kontern verlagert haben und das zugegebenermaßen auch sehr clever und abgezockt runtergespielt haben.
Die irgendwo zwischen 4-2-3-1 und Raute liegende Grundausrichtung fand' ich aber richtig gut, hätte allerdings eine Sache anders gelöst: den schnellen Kastrati auf die Außenbahn und dafür Shao als hängende Spitze.
Im Offensivspiel machen sie heute bis zum Torabschluss vieles richtig, erspielen sich Chancen aus dem Spiel gegen einen tief stehenden Gegner, nehmen mitlaufende Außenverteidiger mit, gehen nicht blind in 3 Mann rein sondern warten, bis jemand mitgelaufen ist (Domo vor dem knappen Schuss von Gjasula). Beim Abschluss konnte man allerdings nur noch heulen, ein Mal reagiert Kiraly einfach überragend (Kopfball von Domo), die anderen Male (Domo 2 mal mit dem Fuß, Gjasula, Brosinski) schließen sie einfach schlecht ab.
Hätten sie diese Dinger gemacht, in der Drangphase nach dem Wiederanpfiff ausgeglichen, dann hätten sie das Ding heute gewonnen, da lege ich mich fest! Klar, konjunktiv bis zum geht nicht mehr, aber bei dem Spielverlauf nur aufs Ergebnis zu gucken wäre unfair, und da bleibt halt nur der Konjunktiv.
Auf dem Spiel kann man aber aufbauen. Sie haben gekämpft, gegrätscht, waren bissig in den Zweikämpfen, haben den Kopf nicht hängen gelassen und ENDLICH MAL FUSSBALL GESPIELT. Mit ein bisschen mehr Routine in dieser neuen offensiven Ausrichtung und etwas mehr Glück im Abschluss werden die so noch genug Spiele gewinnen, um mindestens die Klasse zu halten.
Für mich war das heute eine tolle Reaktion der Mannschaft. Umso tragischer, dass sie sich dafür nicht belohnen konnten. Das muss jetzt gegen Aachen gelingen, unbedingt!