Vorweg das Wichtigste: HEIMSIEG! Gute Stimmung und ein ganz dringend benötigtes Ergebnis, nachdem der Waldhof vorgelegt hat. Schöner Stadionbesuch und für mich der erste Heimsieg nach drei Jahren
Nun meine persönliche Wahrnehmung der Halbzeiten nach dem Re live:
Die 1. Halbzeit gehörte, bis auf 10-15 Minuten, offensiv den Saarbrückern. Wir hatten lange Ballbesitzphasen, doch bis auf unser 1:0 waren wir zu ungenau und haben häufig das Spiel nach hinten gesucht, obwohl wir den Raum nach vorne hatten.
Es wirkte so, als ob der Konter gegen Unterhaching bleibende Spuren hinterlassen hat und man sich aus Unsicherheit eher in Routinen des Systems fallen ließ, anstatt das Risiko nach vorne zu spielen um jeden Preis eingehen zu wollen.
Saarbrücken hingegen war klarer in den Aktionen nach vorne, was bestimmt an ihrem Selbstverständnis lag (Hallo DFB-Pokal) jedoch definitiv auch an unseren Schwächen.
Zum einen noch immer die Raum- und Manndeckung während Standards, zum anderen unpräzise Pässe in Umschaltsituationen.
Beide Chancen welche aufs Tor gingen (10./20.) entstanden durch Stellungsfehler bzw. Unachtsamkeit nach Standardsituationen. Mit etwas weniger Glück hätte man sich beide Male viel zu einfach einen Gegentreffer fangen können. Ist nicht passiert, muss aber besprochen werden (Beide Male Ginczek welcher Luca Kerber verliert)
Zudem haben Fehlpässe/Dribblings von Michelbrink und Castaneda beim Übergangsspiel in die gegnerische Hälfte vermehrt zu Problemen geführt, da wir ungeordnet und aufgerückt stehen, sodass Gegner unsere Außenbahn schneller überspielen können.
Somit geht die erste Hälfte glücklich an uns, auch wenn wir viele gute Ansätze im Ballbesitz hatten und man darauf aufbauen kann.
Das hört sich kritischer an als es sein soll, denn Saarbrücken hat es taktisch auch gut gemacht.
Durch ihre 3er Kette waren Mitte und Halbräume ständig überladen und wir hätten entweder unsere Umschaltsituationen präziser spielen müssen oder die letzte Linie durch weite Schläge überspielen. Zwangsweise sind wir dann auch auf die Außen ausgewichen.
Problem war wie zuvor angesprochen die Ungenauigkeit, sodass die langen Schläge um die letzte Linie zu überspielen nicht ihr Ziel erreichten und erst als wir durch Esswein einmal in den Halbraum kamen, konnten wir mit unserer einzigen echten Chance Torgefahr erzeugen und treffen.
Die 2. Halbzeit geht dann von Minute 1. an uns.
Alles was in der ersten Hälfte zu ungenau gespielt wurde um das Feld schnell zu überbrücken kam besser, dennoch sind unsere Spielzüge katastrophal beendet worden.
Das Tor war überfällig, die Belohnung zur rechten Zeit und unglaublich viel wert.
Wichtig in der Gesamtbetrachtung ist jedoch auch, dass man sich trotz schlechter Chancenverwertung, immer wieder Situationen erspielt um diese überhaupt zu haben.
Hilfreich war zudem die Umstellung von Saarbrücken auf eine höherstehende Viererkette.
Dadurch hatten wir bei Ballgewinn immer einen Gegenspieler weniger zu bespielen und wussten die gewonnenen Räume gut zu nutzen.
(Rückfrage an
@Schimanski, wieso hat Ziehl auf eine Vierkette umgestellt und versucht die Halbräume bespielen zu lassen? Sind die Räume nicht viel zu eng bei unserem Spielansatz, als das er diese Lösung wählen sollte?)
Fazit zum Spiel:
Der Sieg geht in der Höhe aufgrund der zweiten Halbzeit absolut in Ordnung, einzig die erste Hälfte hätten wir anders gestalten müssen, denn ähnlich wie gegen Unterhaching taten wir uns gegen eine Dreierkette schwer Räume zu finden sobald die Mitte überladen war und der Weg über die Flügel, durch gutes Verschieben, zugestellt wurde.
Unabhängig vom Spielverlauf möchte ich einen Spieler hervorheben, da ich denke, dass er zu negativ betrachtet wird sollte er nicht bald mehr treffen.
Daniel Ginczek.
Er sah defensiv bei zwei, drei Aktionen nicht gut aus und hat auch im Umschaltspiel einige Fehlpässe produziert, aber wenn man auf seine Bewegungen und Tiefenläufe achtet sobald der Ball zu ihm gespielt werden kann, dann sieht man seine unfassbare Qualität.
Er bindet immer mindestens einen Spieler und startet so in die Tiefe, dass er entweder selber zum Abschluss kommen kann, oder jemand anderes mehr Raum bekommt.
Leider schaffen wir es noch immer nicht, ihn so durch Pässe in die Tiefe in Szene zu setzen wie er es verdient hätte, andererseits könnte er gerne den ein oder anderen Ball mehr in den bereits vorhandenen Abschlusssituationen verwerten, dennoch finde ich ihn als Spieler unglaublich gut und als Mannschaftskamerad ist er denke ich Gold wert.
Zum Abschluss noch ein paar Gedanken, denn insgesamt war es ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, trotzdem gilt es jetzt Ruhe zu bewahren.
Genauso wie die Mannschaft in Unterhaching nicht verdient hatte so kritisiert zu werden, müssen unsere Schwächen nun weiter analysiert und daran gearbeitet werden.
Es bleibt ein harter Weg und keine der Mannschaften im Abstiegskampf wird den Klassenerhalt abschreiben bevor es rechnerisch vorbei ist.
Dementsprechend werden sowohl wir, als auch die Mannschaft Nerven wie Drahtseile benötigen, müssen weiter von Spiel zu Spiel denken und sollte es Rückschläge geben, trotzdem an uns glauben!
Es gilt, jeder der kann muss auf die Alm nach Bielefeld, denn wir haben noch 8 Chancen und diese müssen wir nutzen!
P.s.:
Die Regie von Magenta hat doch irgendwas geraucht...
So häufig wie Spieler, der Rasen (?) oder die Trainer in Nahaufnahme gezeigt werden, während aktiv Spielzüge laufen, ist absolut unterirdisch.
Und der Schiri war im re live nicht so katastrophal wie ich ihn im Stadion wahrgenommen und aufgrund dessen möglicherweise auch beschimpft habe
