Aufgegeben wird nicht, das ist klar. Aber man kann jetzt nicht Woche für Woche neue ultimative Endspiele ausrufen. Den Bock wollte man schon einige Male umstoßen - übrigens 'ne unerträgliche Floskel - gelungen ist es aber nicht. Gerade der verschenkte Effekt eines neuen Trainers vor dem Spiel bei 1860 ist immer noch unfassbar ärgerlich. Ich würde jetzt einfach mal aufhören, vor jedem Spiel einen möglichen Sieg als Startschuss einer Serie zu sehen. Das kurzfristige Ziel muss einfach lauten, sich mit einer einigermaßen annehmbaren Tabellensituation in die Winterpause zu schleppen. Insofern kann gegen Sandhausen - ein Team, welches zwar überzeugt, qualitativ aber dennoch schlagbar bleibt - erstmal nur ein Dreier zählen. Das bedeutet für mich, dass der MSV sich den folgenden Ansatz nicht leisten kann: Spiel möglichst lange offenhalten, hintenraus zuschlagen. Kann klappen, geht aber meistens in die Hose. So effektiv sind wir einfach nicht. Vielmehr sollte man frühzeitig die Initiative übernehmen und sich nicht der Gefahr aussetzen, am Ende gar ausgekontert zu werden und nicht mehr reagieren zu können.
Bohl für Feltscher als Rechtsverteidiger und Meißner zurück in die Innenverteidigung, das würde ich zurzeit favorisieren. Wenn Feltscher hinter einem spielt, ist es für einen offensiv ausgerichteten Spieler auf jeden Fall schwerer, seine Stärken einzubringen. Wolze sehe ich nach wie vor nicht als Linksverteidiger, aber momentan sollte man das nicht ändern und damit zusätzlich hinten durchwürfeln.
Chanturia wäre für mich normalerweise gesetzt. Das ist ein Spieler, bei dem der Rest der Mannschaft einfach bereit sein muss, ihm überdurchschnittlich zuzuarbeiten. Dass ein Chanturia jemals erfolgreich die defensiven Normalanforderungen erfüllen wird, kann ich mir im Leben nicht vorstellen. Versucht man in eine solche Rolle hineinzuzwängen, wird er als Spieler nichts wert sein. Das Problem ist aber derzeit noch, dass Chanturia erst spät zu uns gekommen ist. Es braucht seine Zeit, um das eigene Spiel auf so jemanden zuzuschneiden. Nach der Winterpause rechne ich fest mit ihm, wenn er bis dato nicht die Lust verloren hat. Vorher sollte er aber noch von der Bank kommen.
Bröker könnte durch Bohl die Chance bekommen, drangvoller in Richtung Tor zu spielen. Wenngleich die Torquoten das nicht vermuten lassen, bleibt er ein gelernter Stürmer, der von der rechten Seite auch mal gefährlich in die Mitte ziehen bzw. zum Torabschluss kommen kann. Obinna auf der anderen Seite wäre für mich ebenso klar wie Onuegbu in der Spitze. Bleibt die Position in der Zentrale vor Holland und Albutat. Janjić?! Wäre nicht mein Favorit, aber es wird nicht anders gehen.
Das wäre dann die Grundordnung.