Letzte Woche war hier noch Weltuntergang nach nem 1:6 und jetzt ist man mindestens über Nacht Tabellenführer. Das Blatt wendet sich schnell und manche sollten einfach mal die Finger still halten.
Ich nehme deinen Beitrag exemplarisch und möchte an dieser Stelle mal eine Lanze für alle Menschen brechen, die es mit unserem MSV halten, egal ob hier oder Woche für Woche im Stadion.
Vorab: auch ich persönlich finde es zum Teil anstrengend und habe mir abgewöhnt, am Tag einer Niederlage hier vorbeizuschauen.
Aber der MSV ist ein traditionsreicher Verein im Herzen des Ruhrgebiets. Die Fans, und da schließe ich mich mit ein, lassen sich gleichermaßen begeistern wie verzweifeln und lassen ihren Emotionen dabei freien Lauf. Diese Mentalität gehört für mich zum Fußball, insbesondere zu den Menschen des Ruhrgebiets und können Fluch und Segen, manchmal sogar zeitgleich, sein.
Für viele Menschen ist dieser Verein mehr als ein Hobby. Er nimmt einen großen Teil des Lebens ein und daher nimmt man Siege, aber auch Niederlagen auf eine Art persönlich.
Genau diese Emotionalität ist es jedoch, die vieles überhaupt erst möglich macht.
Nach den vielen Jahren Abstiegskampf und dem letztlich daraus resultierenden Abstieg hätten sich viele für immer vom Verein abwenden können.
Doch genau das Gegenteil ist der Fall gewesen. Diese schnelle Begeisterungsfähigkeit hat dafür gesorgt, dass wir mit einem Zuschauerschnitt von über 16.000 durch die Regionalliga marschiert sind. Hat dafür gesorgt, dass wir den Wahnsinn von der Wedau erleben durften und dürfen.
Hat dafür gesorgt, dass wir mit über 16.000 nach Gladbach gefahren sind und den Aufstieg perfekt gemacht haben und in dieser Saison einen Schnitt von 20.000 + möglich macht.
Sie sorgt aber auch dafür, dass hier nach Niederlagen teilweise Untergangsstimmung herrscht und die Rationalität ein wenig auf der Strecke bleibt.
Am Ende des Tages sind es aber genau die Menschen, die im nächsten Heimspiel wieder an die Wedau Pilgern und die hier Geld sammeln, um weiterhin auf der Glasfassade der Arena präsent zu sein.
Ich liebe diesen Verein auch für genau diese Emotionen, in guten wie in schlechten Zeiten.
Manchmal würde ich mir hier im Portal mehr „Leben und leben lassen“ wünschen.