Die sich hier sammelnden Beiträge zeigen das Dilemma ja schon auf: niemand weiss nix genaueres. Ergo wird irgendwie bis zum Auswärts-Spieltag gehofft, man geht auf irgendwelche abseitigen Websites und verfolgt auch die obskurste Nachricht, bis man dann wieder mitkriegt, dass es nichts gibt ausser einen "Ticker" der kaum mehr verrät als den aktuellen Spielstand.
In der Verantwortung der dritten Programme liegt hierbei ganz eindeutig, dass dies nicht mehr und nicht weniger darstellt als ein kommunikatives Desaster. Die Vorfreude und die Hoffnung werden zuerst geweckt und bleiben dann unerfüllt und am Ende steht doppelt soviel Wut und Enttäuschung, als nötig wäre. Und das, worum es geht, nämlich die dritte Liga, wird dadurch endgültig abgewertet. Man kriegt den Eindruck, dass die nur dann etwas zeigen, wenn die Techniker und das Equipment gerade zuhause in Köln sowieso dumm herumstehen. So als seien diese Veranstaltungen ein Übungsbereich für Auszubildende und für einen technischen Checkup.
Natürlich ist dieser Eindruck eigentlich falsch, dennoch sind sie es selbst schuld. Die dritten Programme verletzen nämlich durch ihre wirre und unerklärliche Politik sämtliche grundlegenden Regeln im Bezug auf das Etablieren neuer Formate in den Medien und die mutmassliche Erschaffung sogenannter 'Trending Topics'. Deshalb mein Bezug zu Sport 1, die das um Längen besser machen, trotzdem sie in punkto Regionalliga noch wesentlich mehr an Unwägbarkeiten zu überwinden hatten/haben.
Der springende Punkt ist: willst du das Zuschauerinteresse wecken und Zuschauer zuverlässig binden, musst du selbst erst mal zuverlässig senden. Hierbei wäre zunächst völlig nachrangig, ob dieses im Fernsehen oder im Netz geschieht. Fakt muss sein, dass am Spieltag das Spiel kommt. Auf der Website des Senders sollte es natürlich auch so implementiert sein, dass man nicht wie ein Bekloppter rumklicken muss, aber selbst dies wäre noch egal:
wüssten alle, dass der Stream kommt würden sich auch alle soweit mit der Technik befassen, dass sie ihn ans Laufen kriegten. Bringt man ab und zu auch noch extra was per Fernsehen, umso besser. Aber zunächst müssten die Leute halt wissen, dass es am Spieltag zuverlässig bewegte Bilder gibt. Nach einem halben oder einem Jahr erst kann man es dann überprüfen und eine Kosten/Nutzen-Analyse durchführen. Die Art, wie es WDR, NDR und Co. zur Zeit machen ist, das kann sogar jeder im ersten Semester Medienwissenschaften schon erkennen, ein hilfloses Herumfummeln unterhalb jeglichen professionellen Anspruches. Die machen sich damit nur lächerlich.
Meine These dazu: es gibt gar keine richtige Kooperation, sondern nur die aus anderen Bereichen auch hinlänglich bekannten Feindschaften diverser Provinzfürsten, die eigentlich alle meinen, dass ihr Sender vom Anspruch her mindestens CNN als direkte Konkurrenz haben müsste, und die in ihrer eigenen Wagenburg mehr drauf aus sind, was hinter dem eigenen Rücken geschieht, als dass sich alle zusammen auf die Indianer draussen, sprich Privaten, konzentrieren. Ich glaube, die sehen es beim NDR zum Beispiel gar nicht ein, den Zuschauern im Sendegebiet des WDR irgendwie einen Gefallen zu tun.
Und der WDR will einfach nicht die kleinen Stadien, wo man dahinter die Häuser der Anwohnerschaft sieht, die flachen Blickwinkel, die niedrigschwelligen Geräuschkulissen sowie eine Aufreihung von Vereinen, welche befangen sind in permanenter Geldnot und im Überlebenskampf. Die befürchten, dass sich eine Art chronisches Verlierertum breitmacht und abfärbt, weil sie schlicht nichts über die Realitäten wissen. Hier sind die Ostfunker anscheinend viel viel näher bei ihrem Publikum, vielleicht nur weil die Sendeanstalten kleiner sind, vielleicht aus historischen Gründen heraus.
Ein Typ wie Buhro z.B. hat wahrscheinlich sowieso ständig die Angst, dass sein eigenes und das Image des Senders parallel ins Provinzielle abgleiten, und für diesen Mann, der mal in Washington lebte und jetzt in Köln unter den Jecken abhängen muss, ist die dritte Liga ein echt ungeliebtes Stiefkind. Ich glaube tatsächlich, dass die wirklichen Gründe für die Misere derart profaner Natur sind und ganz simpel auf Hierarchiekonfliken und Dünkel beruhen.