Das Auftreten der Hertha gestern überrascht mich überhaupt nicht, denn im Grunde war ja alles genau so, wie die gesamte Rückrunde, mit Ausnahme von ganzen 3 läppischen Spielen, in denen ein Sieg gelang. Davon gerade einmal eines !!!! zuhause.
Düsseldorf ist mir herzlich egal. Ich verbinde mit diesem Verein weder Positives noch Negatives. Das könnte damit zusammenhängen, daß ich nicht am Niederhhein oder im Rughrgebiet, sondern ganz woanders wohne. Meine dezente Abneigung gegen die Fortuna hat sich jedenfalls eigentlich erst und auch nur durch die permanente Schwalberei dieser Saison eingestellt.
Hertha dagegen ist mir schon seit Jahrzehnten durch und durch unsympathisch, was nicht zuletzt auch damit zusammenhängt, daß die Herthaner schon seit Jahr und Tag eng mit Karlsruhe verbunden sind. Aber wie auch immer, mehr als geradezu "klinische" und "sterile" Antipathie ist da bei mir auch nicht.
Aus diesen Gründen war ich, offensichtlich als einer von wenigen hier, gestern tatsächlich mehr oder weniger neutral und das letztliche Ergebnis ist mir im Grunde genauso recht, wie es jedes andere mit maximal 2 Toren Unterschied auch gewesen wäre. Ich schließe mich da Meier an: Hauptsache, es geht am Dienstag noch um etwas. Und das tut es.
Das Spiel selbst war ein typisches Heimspiel der Hertha. Ob gegen Real Madrid, den SC Freiburg , Fortuna oder gegen den ZFK Meuselwitz, die Heimspiele sind samt und sonders eine Zumutung. Körperlos, Antriebslos, Gedankenlos, Ideenlos. Abgesehen von dem Führungstreffer, gab es mit dem freistehend vergeigten Kopfball von Ramos auf das gegnerische Tor, lediglich eine(!!!) weitere gute Chance. Vor 76.000 Zuschauern in einem Spiel, in dem es um die Hälfte von Allem geht.

Das ist doch heller Wahnsinn und eine solche "Mannschaft" hat eigentlich nicht nur in der Bundesliga, sondern insgesamt im Profifußball nicht einmal ansatzweise irgendeine auch nur schemenhaft erkennbare Existenzberechtigung.
Was noch hinzukam, war mein Eindruck, daß sich die Hertha gestern auch noch nicht entblödete, auf den unsportlichen Spuren der Gleitschirmflieger zu wandeln. Gestern, ich weiß, daß ich mir damit nur sehr wenige Freunde hinzugewinne

, hat die Hertha den Oscar geholt. Das kann natürlich auch mit am Fehlen von Rösler liegen. Auf jeden Fall hat sich Hertha für mich auch deshalb den Abstieg verdient, vollkommen ohne Not den Status des aufrecht fechtenden moralischen Siegers aufgegeben und sich so die Sympathien der neutralen Beobachter verscherzt.
Fest steht jedenfalls: Weder Düsseldorf noch Berlin sind eine Bereicherung für Liga 1.