Zebrastreifenblog – NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur – So war die dritte Woche

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Kees Jaratz

Die letzte Woche von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur 2026 steht an. Zwei Veranstaltungen folgen noch bis zum 30. September. Am Dienstag liest Daniela Böhle aus ihrem Roman über ein Fußball spielendes Mädchen, das durch das Erzählen der Nachbarin von Birgit Prinz‘ Karriere gestärkt wird. Zum Abschluss des Festivals werde ich in einem neuen Programm an besondere Momente und Spieler erinnern, zu denen Gedichte geschrieben wurden. Nicht zuletzt der MSV hat mir vor allem in den Jahren bis zum Abstieg Gelegenheit geboten, meine Enttäuschung zu lindern, indem ich zumindest Spaß beim Schreiben von zum Teil komischen Gedichten hatte.

Der Rückblick auf die dritte Woche des Festivals zeigt wieder die vielfältigen Perspektiven, mit denen in Das Plus am Neumarkt der Fußball in den Blick genommen wurde. Anregendes war von den Autorinnen und Autoren zu hören. Intensive Gespräche ergaben sich. Am Montag las Eckart Preen über seine Erlebnisse als Groundhopper. Seine Leidenschaft entdeckte er in den 1980er Jahren bei Auswärtsfahrten seines Herzensverein Eintracht Braunschweig. Später wurde er Ehrenmitglied einer Ultragruppe in Bologna, fuhr quer durch Europa zu Länderspielen und stand in Südafrika, Paraguay und Argentinien in der Kurve.

Am Mittwoch nahmen Annika Becker und Mara Pfeiffer eine Folge ihres Podcasts Becker & Pfeiffer live auf. Sie sprachen über die Entwicklung des Fußballs der Frauen. Der DFB hat die Lizenzvereine des Männerfußballs auf eine Frauenfußballabteilung verpflichtet. Wie ernsthaft für diesen Frauenfußball ökonomische Grundlagen gesucht werden, ist allerdings eine andere Frage. Dennoch führt vermehrte Medienpräsenz einerseits zur stärkeren Professionalisierung, andererseit führen zunehmende Popularität des Frauenfußballs und größere Zuschauerzahlen in den Stadien zu veränderter Atmophäre auf den Rängen. Nicht immer hat das angenehme Folgen für die Spielerinnen.

Am Tag darauf las Mara Pfeiffer aus ihrer Biografie über Wolfgang Frank und der Autobiografie von Alexandra Popp, die sie nach deren Erzählen geschrieben hat. Wolfgang Franks schnelles Scheitern beim MSV Duisburg war einst eine belastende Erfahrung – für den ehrgeizigen Trainer nicht minder wie für Verantwortliche, Spieler und Fans des MSV. Doch mit seinem unbedingten Glauben, auf die Mentalität der Spieler Einfluss nehmen zu können, war er seiner Zeit weit voraus. Dass er mit den Mitteln nicht immer richtig lag, besitzt im nachhinein unfreiwillige Komik. Mit dem Nana-Mouskouri-Schlager „Guten Morgen Sonnenschein“ hat er um 2000 jedenfalls keinem Spieler die Laune gehoben. Wenige Jahre später nahm ab 2008 Alexandra Popps Karriere beim FCR 2001 Duisburg richtig Fahrt auf. Ihre detailreichen Erinnerungen machten nicht nur ihre persönliche Geschichte deutlich. Sie gaben zudem einen Eindruck davon, welches Ansehen Frauenfußball seinerzeit in der Öffentlichkeit hatte. Man erfuhr aber auch viel über das Innenleben in einem Frauenfußballteam.

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Fotos: Ralf Koss, Fritz Hemberger

Das vollständige Programm von diesem Jahr findet sich hier.


Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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