Zebrastreifenblog – Vorgestern war vor 18 Jahren

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Kees Jaratz

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Vorgestern muss es gewesen sein, als die Saison mit dem Heimspiel gegen Hansa Rostock begann und ich trotz des Unentschiedens hoffnungsfroh dem Wiederaufstieg in die Bundesliga entgegenblickte. Der MSV hatte gerade Manasseh Ishiaku nach einer Spielzeit für die in unseren Augen sagenhafte Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro an den 1. FC Köln verkauft. Wir bei uns in der Kurve konnten das Glück kaum fassen, dass ein Verein so viel Geld für den Stürmer bezahlte.


Zwar hatte Ishiaku eine Saison lang in Duisburg geglänzt und viele Tore geschossen, aber sein immer mal wieder schmerzender Knöchel verhinderte noch mehr Tore. Je länger die Saison dauerte, desto öfter. Ob Walter Hellmich selbst mit aller einnehmenden Jovialität seines Immobilienunternehmertums die andauernde Haltbarkeit von Ishiaku-Knöcheln bezeugte oder Bruno Hübner verführerische Praktiken von Gebrauchtwarenhändlern benutzte, wird nicht mehr herauszufinden sein. Aber dieses Geschäft war eines der besten, die beim MSV jemals gelangen.

Denn in Köln verschwand der Hochglanz von besagtem Knöchel sehr schnell. Eine Weekly-Soap begann, deren zentrales Motiv die Sorge des FC um den Knöchel war. Was mich bald dazu anregte, meine Soap-Kritik zu „Im Sturm des Knöchels“ zu schreiben.

Wie wir wissen, fand ein Bundesliga-Aufstieg des MSV allerdings allenfalls in einer anderen Raumdimension statt. All das ist lange her, 18 Jahre genau genommen. Für uns und den MSV war in dieser Zeit ein anderer Weg vorgesehen, der nun dennoch wieder Hoffnung auf einen Aufstieg macht.

Vorgestern ist also ein merkwürdiges Wort für dieses tief in mir vorhandene Gefühl, in welcher Liga der MSV normalerweise spielt. Jede Abweichung davon ist ein vorübergehender Zustand. Umso erstaunter bin ich dann im weiteren, dass ich in dieser so kurzen Zeit ohne Bundesliga 18 Jahre lang den Zebrastreifenblog schreiben konnte. Darauf wurde ich nämlich vorgestern hingewiesen. Die Zeit bestimmt auf verwirrende Weise unser Leben.

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