Zebrastreifenblog

  • Ersteller Ersteller Kees Jaratz
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Während der Fußballweltmeisterschaft hat in den Räumen des Zebrastreifenblogs ein anderer Fußball als der in den USA seinen Platz; ein Fußball, der näher an unserem Alltag ist, der mich und vielleicht auch manchen von euch letztlich mehr interessiert als jener profitmaximierte Fußball der Unterhaltungsindustrie. Was nicht heißt, dass ich dort nicht auch mal beiläufig hinschaue.

Vom Anker zum Anpfiff heißt die im April eröffnete Ausstellung des MSV-Museums im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Bis Januar 2027 ist sie zu sehen. Schon zur Vernissage habe ich über meinen Eindruck von der Ausstellung geschrieben. Anschließend sprach ich für das Magazin des Ruhrorter Bürgervereins Blickpunkt Ruhrort mit Volker Baumann, dem Vorsitzenden vom MSV Museum e.V.

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Foto: Screenshot youtube

Volker Bauman hat den Verein 2017 gegründet. Seitdem finden fußballhistorisch interessierte Menschen leicht Gleichgesinnte, um die Geschichte des MSV Duisburg und des Fußballs in der Stadt zu bewahren. Die Mitglieder archivieren ehrenamtlich Sammelstücke und Objekte zum MSV, einige erforschen die Geschichte des Vereins und


zusammen haben sie schon mehrere Ausstellungen zum MSV auf den Weg gebracht. Volker Baumann liegt weitere Unterstützung der Museumsarbeit sehr am Herzen. Ob Spende oder Mitgliedschaft im Museumsverein, beides hilft. Auf der Seite des Museums finden sich alle nötigen Informationen dazu.

Zebrastreifenblog: Wie kam es zur Zusammenarbeit des MSV Museums mit dem Museum der Deutschen Binnenschifffahrt (MDB)?

Volker Baumann:
Software! Es war wirklich Software! Wir haben bei uns als Archivierungssoftware für die vielen MSV-Devotionalien die Anwendung von digiCULT im Einsatz. Als wir gesehen hatten das sich zwei Duisburger Museen auch dafür entschieden hatten, haben wir im Sinne #MSVereint mit beiden Museen Kontakt aufgenommen und einen Erfahrungsaustausch angeboten. Es muss ja nicht jeder die gleiche Lernkurve durchlaufen.

Das war der Beginn von verschiedenen Gesprächen und Ideen mit dem MDB. Unsere Ausstellung „MSV im Fokus“ in der cubus kunsthalle überzeugte dann den neuen Direktor Dennis Niewerth des MDB das wir auch sehr professionell „liefern“ können. Auch beim Besuch vom Familientag des MSV Duisburg im Juli 2025 konnten die Mitarbeiter des Binnenschifffahrtsmuseum einen Einblick über die Strahlkraft des MSV Duisburg erhalten. Unser Konzept für die Ausstellung mit viel interaktiven Elementen und auch der Einbindung der Kernthemen des MDB hat überzeugt. So wurde die Ausstellung in den berühmten neun Monaten entwickelt und umgesetzt.

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MSV Museum e.V. – Das Team der Ausstellung – Foto: Nico Herbertz

Wieso konzentriert sich die Ausstellung auf Trikots als besonderen Aspekt der MSV-Geschichte?

In jeder Ausstellung versuchen wir ein besonderes Thema in den Mittelpunkt zu stellen. Hier findet eine Art Würdigung statt. Während in der cubus kunsthalle Fotografen des MSV Duisburg das zentrale Thema waren, wurde hier die Arbeitskleidung und deren Geschichte in den Mittelpunkt gestellt. Es ist unser Anspruch keine „Expertenausstellung von Trikotsammlern“ zu gestalten. Wir wollten Grenzen verschieben und andere Ideen realisieren mit Hintergründen, die auch nicht so MSV-affine Besucher, Besucherinnen, Familien begeistern können.

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Planungsphase – Foto: MSV Museum e.V.

Wir stellen nicht nur Trikots aus, sondern erzählen auch die Geschichte der Herstellung, sowie die Entwicklung der Trikots über die Jahre. Genauso findet auch das Design und sowie die Werbung auf den Trikots Platz in unserer Ausstellung.


Darüber hinaus haben wir als Schmankerl 8 Spieler – 4 ehemalige und 4 aktuelle – von wohl Deutschlands bestem Fußballcartoonisten Guido Schröter karikieren lassen. Das Ergebnis sind 1,60 m hohe Figuren, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind und natürlich zu tollen „Selfis“ führen. Dann gibt es unser 8×3 Meter großes Mannschaftsbild zum hineinssetzen fürs „Selfi“. Das hat schon bei der Vernissage so einen Ansturm erlebt, dass wir fast mit Wartenummern hätten arbeiten müssen. Für das schönste monatliche „Selfi“ gibt das dann eine exklusive Tafel mit den Cartoonfiguren.

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Foto: Ully Schirmer

Die vier Filmsequenzen für die Ikonen aus den Zeiten Ende 1960 bis Anfang 1980 mit etwa 50 Minuten Laufzeit zeigen sehr, sehr launige Bilder und Szenen, wie Fußball einmal aussah. Damit ist noch nicht Schluss, die Besucher sollen neben den „Selfis“ auch wählen dürfen. Wir haben zusammen mit dem MDB eine Votingtafel mit Magneten entwickelt. Es gilt die 15 schönsten MSV-Heimtrikots und die gruseligsten Auswärtstrikot zu bestimmen. Damit gerade auch Familien Spaß an der Ausstellung haben, gibt es für die Kleinen eine Trikot-Rallye durch das gesamte Binnenschifffahrtsmuseum. Eltern können die Ausstellung genießen und für die spannende Suche ist gesorgt. Es gibt auch eine kleine Belohnung für die gefundenen Antworten.


Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen zu so einer Ausstellung beigetragen haben. All diese historischen Trikots zusammen zu bekommen, war sicher nicht leicht.

Wir haben hier das Glück, dass unser Mitglied Dino Maas über eine außerordentliche Sammlung von Trikots verfügt. Diese konnten wir dann hier präsentieren. Bestimmt achtzig Prozent der über 60 ausgestellten Trikot kommen aus dem Besitz von Dino Maas.

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Foto: MSV Museum e.V.

Dass all diese Menschen euch vertrauen, hat sicher auch mit eurer Arbeit zu tun. Wie sieht die im Alltag aus?

Der Alltag im MSV Museum ist sehr schwierig zu beschreiben. Zum einen versuchen wir unsere eigenen Ideen umzusetzen, was alleine schon eine Herausforderung ist. Wir wollen eigene Räume, ein eigenes Museum. Bis dahin planen wir weitere Ausstellungen und Events. Unsere Außendarstellung ist immer wichtig. Herausfordernd ist das, weil viele unserer aktiven Mitglieder noch berufstätig sind. Wir abeiten alle ehrenamtlich für das Museum. Dann wollen wir natürlich auch immer recht schnell reagieren, wenn Anfragen an uns gerichtet werden oder aber Fans des MSV Duisburg Exponate für uns zur Verfügung stellen. Die Pflege unseres Archivs – analog sowie digital – bedeutet ebenso sehr viel Arbeit. Es ist nicht so einfach, alle Arbeiten zu beschreiben. Wir haben auch einen anderen Ansatz, wie Historie vermittelt werden muss. Ohne ein gewisses Maß an Entertainment geht das beim heutigen Zeitgeist nicht mehr.

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Was war das eigentlich mit dem Bierdeckel?

Das war wirklich unglaublich. Ich hatte ein Gespräch mit den Marketingverantwortlichen und die fanden unser Konzept und die Idee zur Ausstellung sehr witzig. So gaben sie uns eine Sonderedition Bierdeckel mit der Bewerbung der Ausstellung. Wir standen dann vor dem netten Problem, was nun mit den Bierdeckeln? Unser Kurator meinte dann, fragen wir doch die Fans, wo sie ihr Bier auf diesen Deckel serviert bekommen möchten. Donnerstagabend um 19 Uhr diese Frage in den sozialen Medien gestellt, am nächsten Tag um 12 Uhr über 150 Antworten mit über 50 Lokationen. Damit waren wir dreifach ausverkauft!


Wie sieht euer Verhältnis zum Verein MSV Duisburg aus?

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zum MSV, sei es im Bereich der Profiabteilung, der Frauen-Abteilung als auch dem e.V. Der Verein kann sich immer bei uns melden, wenn es etwas zum Thema Tradition zu recherchieren gibt. Wir liefern alle Informationen, die wir zur Verfügung haben. Auf der anderen Seite ist uns der MSV bei allen größeren Events behilflich, zum Beispiel die Verleihung der Michael-Bella-Medaille während eines Heimspiels.

In Dortmund gibt es mit BVB-Museum und DFB-Museum ja zwei gut besuchte Museen in der Nähe. Auch in Gelsenkirchen gibt es ein Museum. Steht ihr im Austausch mit solchen Projekten?

Auf jeden Fall, es gibt in Deutschland ein Netzwerk der deutschen Fußballmuseen und Archivare. Dort sind die Fußballvereine der 1., 2. Und 3. Bundesliga vertreten. Die Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr. Es gibt Vorträge und man diskutiert miteinander, tauscht sich aus. Dort erhalten wir große Hilfe. Wirklich alle dort teilen ihre Erfahrungen, erklären, worauf in unserer Situation jetzt zu achten ist. Da hilft der Dortmunder dem Schalker, der 60er dem Bayern.

Man sieht natürlich auch die riesigen Unterschiede. Zwischen uns beim MSV, wo alles ehrenamtlich passiert und einem FC Bayern, wo es eine gewisse Anzahl Festangestellter gibt. Dazwischen liegen Welten. Vor solcher Art Museum darf man sich nicht verschrecken lassen. Das ist eben so, trotzdem kann man auch von denen lernen. Nach solchen Veranstaltungen wurde ich auch schon angeschrieben, von Union Berlin, vom SC Freiburg. Wir haben hier noch alte Stadionhefte von Spielen gegen den MSV, hieß es. Wir misten gerade aus. Wollt ihr die Hefte haben? Die wurden mir dann zugeschickt.

Habt ihr Interesse daran eure Sammlung zu erweitern, etwa wenn Menschen mit Fundstücken zum MSV nicht wissen wohin?

Sofort, einfach über unsere Homepage Kontakt mit uns aufnehmen und dann melden wir uns. Wir haben einen eigenen Archivraum, der abgeschlossen und versichert ist. Dort lagern wir Dinge, die uns zur Verfügung gestellt werden. Das wird auch mit einem Vertrag geregelt, sei es mit einer Schenkungsurkunde, wenn es eine Schenkung ist oder einem Leihvertrag, wenn es eine Leihgabe ist. Das wird alles juristisch einwandfrei geregelt. Wir haben einen Juristen bei uns im Vorstand.

Wenn jemand etwas für uns hat, wird das Exponat archiviert. Es wird aber nicht einfach nur eingelagert, wir wollen die Geschichte dahinter auch hören. Wir wollen wissen, wo das Teil herkommt, die Geschichte dahinter hören. Das gehört mit zum Exponat. Und wenn es in Vitrinen ausgestellt wird, steht dann dort natürlich „Schenkung von …“, keine Frage.

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Wenn der Fußball für den Nachwuchs der Vereine mehr als sportliche Betätigung ist, kann nicht oft genug davon erzählt werden. Den Bezirkssportanlagen an der Warbruckstraße in Hamborn habe ich schon in 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss ein Kapitel gewidmet. Denn dort sind mit Gelb-Weiß Hamborn, SV Rhenania Hamborn 1949, FSV Duisburg und MTV Union Hamborn 02 gleich vier Fußballvereine zu Hause. Und in jedem Verein lebt die integrative Kraft des Fußballs für diese Gesellschaft auf eine eigene Weise, die sich auch aus der Geschichte der Vereine ergibt.




Das Training von Kindern und Jugendlichen kann ohnehin immer auch in gewisser Form Sozialarbeit sein. Seit der Veröffentlichung des Fußballorte-Buchs sind sich die Vereine dessen als gemeinsame Aufgabe bewusster geworden. Als ISBZ Marxloh – Integratives Sport- und Begegnungszentrum signalisieren sie das nach außen.

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Keine Frage für mich, dass so ein symbolhafter Ort auch im neuen Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss für ein breiteres Lesepublikum als das mit Fußballinteresse bedeutsam ist und noch einmal erzählt werden kann. Denn dass die integrative Arbeit im Alltag der Vereine durch die Geschichte der Vereine unterschiedlich aussieht, stand zuvor noch nicht im Fokus.

Zumal die Platzanlage von MTV Union Hamborn mit der historischen Tribüne nicht nur für Groundhopper ein Erlebnis ist.

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Fotos: Ralf Koss

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Auf unterschiedliche Weise lernen Menschen den MSV kennen. Neulich schrieb mir eine Leserin des Zebrastreifenblogs und bestellte ein Buch. Sie lebt im Südwesten Deutschlands. Mitte der 80er Jahre geboren, wohnte sie nie in der Nähe von Duisburg und interessiert sich heute für den MSV. Das klang für mich ungewöhnlich, und ich war neugierig, wie es zur Verbindung mit den Zebras gekommen war. Ihre Geschichte ist eine der vielen Fangeschichten des MSV Duisburg. Jede dieser Geschichten ist besonders und erzählenswert.

Seit wann interessieren Sie sich für Fußball und wie kam es dazu?

Als Kind, Anfang/Mitte der 90er-Jahre, war Fußball eigentlich erstmal selbst Fußball spielen. Der Bruder einer Freundin hatte angefangen, im Verein Fußball zu spielen und fragte, ob wir nicht mal Lust hätten mit ihm, auf den Bolzplatz zu gehen. Nach und nach fanden sich in der eigenen Nachbarschaft genug Kinder zum Fußball spielen. Ein Junge erzählte von der Bundesliga. Dort gäbe es Spieler, die richtig gut mit dem Ball umgehen könnten. Ein Bild machen konnte ich mir davon aber nicht.

Fußball war zuhause kein Thema. Ich selbst kannte nur die Amateurplätze vor Ort und sah da keinen Reiz darin, anderen beim Fußball zuzusehen. Meine Mutter meinte, dass es in den größeren Städten Vereine mit besseren Mannschaften gibt als in den kleinen Orten und viele Zuschauer diese Spiele sehen wollen. Unter den Fans sei es immer Thema, ob man Karten für das nächste Spiel habe.

Sind Sie später auch zum organisierten Fußball in einen Verein gewechselt?

Nur kurz. Die Straßenmannschaften mochte ich lieber.

Sie leben nicht in Duisburg. Wie wurden Sie denn auf den MSV aufmerksam?

Über Umwege. Der Nachbarsjunge war von Haus aus Fan vom FC Kaiserslautern. In seiner Familie standen die ersten Stadionbesuche an. Es wurde fortan begeistert von den Begegnungen auf dem Betzenberg erzählt. Von den Städten, in denen die gegnerischen Vereine beheimatet waren, kannte ich aus eigener Anschauung zu der damaligen Zeit nur München und eben Duisburg. Von Duisburg wusste ich, dass es dort eine Frauenmannschaft gab, die überregional erfolgreich spielt. Dass es dort auch eine Männermannschaft auf höherem Niveau gab, das war neu – zumindest für mich im Grundschulalter.

Wenn die Zebras mehr Aufmerksamkeit von Ihnen als die Bayern bekamen, wirft das sofort Fragen auf. Was kam denn hinzu neben der Tatsache, dass Sie schon einmal in der Stadt waren und es auch eine Frauenmannschaft gab? Beides galt für Sie ja auch für München und die Bayern. Und sahen Sie zunächst vor allem genauer auf die Frauenmannschaft?

Es gab hier und da mal ein Bericht im Fernsehen. Damit musste man sich begnügen. Internet und die damit einhergehende eigene Recherchemöglichkeit etablierte sich in den Privathaushalten ja erst um die Jahrtausendwende.

Ein kleiner Teil der Familie wohnt im Ruhrgebiet. Die Vorstellung im Rahmen der Besuche auch mal was vom MSV mitzubekommen, fand ich zunächst nicht schlecht. Bewahrheiten sollte es sich nicht.

Bayern München ist für jemanden, der von der Bundesliga nichts weiß, erstmal nur ein Name in einer Tabelle. Eingefleischte Fußballfans wissen das natürlich besser. Zudem war mir das Vereinslogo mit dem Zebra sympathischer als das der Bayern.

Waren Sie denn in der Zeit für das Live-Erlebnis in Stadien in Ihrer Umgebung?

Stadionbesuche waren kein Thema. Zwangsläufig bekam man die Meldungen über Prügeleien der verschiedenen Fangruppen mit und dass gerne „zu tief ins Glas geschaut“ wird.

Wie hat sich nach ersten Neugier Ihr Interesse für den MSV vertieft? Und welche Spieler sind mit dieser Zeit verbunden?

Das Interesse verflog, bevor es sich vertiefen konnte. Durch den Wechsel auf die weiterführende Schule wechselte auch das Umfeld. Der Austausch über die Bundesliga sowie deren Vereine fiel weg. Bis der MSV wieder in den Blickpunkt rückte, sollte jede Menge Zeit – mit der Heim-WM 2006, dem Zwangsabstieg der Zebras und der Corona-Pandemie – vergehen.

Heißt das, so richtig aufmerksam wurden Sie erst wieder in der jüngsten Vergangenheit? Gab es da einen besonderen Auslöser? So erfolgreich war der MSV ja nach dem letzten Zweitligaabstieg nicht mehr bis hin zum Tiefpunkt in der Regionalliga in der vorletzten Saison.

Ja, über einen Podcast, in dem es auch um den MSV ging. Das war in der Saison 22/23. Ich habe mir dann einiges zum Verein auf YouTube angeschaut und bin irgendwie hängen geblieben. Quasi wie bei einer Serie, bei der man wissen will, wie es weiter geht.

Wie verfolgen Sie Spiele und Ergebnisse? Wie verfolgen Sie heute das Geschehen beim MSV?

Zwischenzeitlich muss man nicht mehr auf die Sportsendungen der Fernsehsender zurückgreifen, wenn man was über „seinen“ Verein erfahren will. Die Zusammenschnitte der Spiele kann man sich jederzeit über YouTube, Mediathek etc. anschauen. Zudem haben die Podcasts Einzug gehalten. Und die Vlogs. Schöne neue Welt.

Gab es ein Ereignis beim MSV oder ein Spiel des Vereins, das ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Der Jubel nach dem Siegtor bei dem Heimspiel gegen 1860 München in der Saison 25/26. Das Tor fiel in der 90. Minute. Auf der Rückfahrt zum Bahnhof saß bereits eine ältere Frau im Bus. „So viele freudige Gesichter“, bemerkte sie. Das Ergebnis wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Teilt jemand in ihrer Nähe ihr Interesse am MSV?

Ein Freund, der vor Ort wohnt, geht gerne zu verschiedenen Spielen in der Region. Er war dann die Anlaufstelle für den ersten Besuch in der Wedau. Zwei Heimspiele und ein Auswärtsspiel konnte ich bisher sehen.

Dann wäre der Aufstieg ja ein passendes Saisonziel, damit der Betzenberg ein „Heimspiel“-Ort für Sie werden kann. Gehen wir mal davon aus, dass dem FCK der Aufstieg nicht gelingt.

Ja, aber nicht nur. „Heimspiele“ gäbe es bis rauf in Liga 1. Der MSV darf sich also in Ruhe was aussuchen.

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Während die deutschen Nationalspieler Sommerurlaub machen können, geht die Fußballweltmeisterschaft weiter, nehmen die Spieler des MSV nach ihrem Urlaub den Alltag der Saisonvorbereitung auf und die Juli-Ausgabe von EreignisReich steht online. Tipps und Termine – Kultur in Duisburg nördlich der Ruhr. Der Norden lebt.

Damit im Spätsommer auch die Fußballkultur zum Lebensgefühl des Duisburger Nordens beitragen kann, stelle ich gerade das Line-Up für die diesjährige Nachspielzeit – Festival für Fußballliteratur zusammen. Als Vorgeschmack schon mal ein paar Informationen. Am Mittwoch, den 9. September, eröffnet das Festival mit der Bühne der Freundschaft für schreibende Fans. Ihr seid mit euren Erinnerungen wieder gefragt. Ein gesonderter Aufruf folgt noch. Schreiben könnt ihr schon mal, und seid bei diesem wunderbaren Abend dabei. In den ersten zwei Jahren wurde dieser Auftakt zu einem großartigen Erlebnis. Die emotionalen Erinnerungen schufen Gemeinsamkeit und Verbindung.

Für die Lesungen haben bereits zugesagt Jan Monhaupt mit seiner Geschichte des Ost-Fußballs nach der Wende, Frank Willmann mit seiner Geschichte von Arkan, dem serbischen Paten des Balkans und seiner Verbindung zu Roter Stern Belgrad, Mara Pfeiffer mit ihren Biografien von Wolfgang Frank und Alexandra Popp, in deren beider Leben Duisburg von Bedeutung war. Weitere Autorinnen und Autoren folgen.


Maxi Maria Platz und ich sind der Ansicht, Kultur nördlich der Ruhr braucht mehr Sichtbarkeit. Teilt unseren monatlichen, kostenlosen Newsletter mit Kulturtipps für den Duisburger Norden. Unterstützt die ehrenamtliche Arbeit, abonniert und erzählt weiter.



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Jan Mohnhaupt der die Geschichte des Ost-Fußballs nach der Wende erzählt, schrieb übrigens das Buch "Auf der Kippe" zum Leben von Michael Tönnies. Meiner Meinung nach lesenswert weil sehr gut geschrieben und nicht nur weil es um Michael Tönnies geht. Vorstellbar dass auch diese Geschichte, trotz einer gewissen Distanz zu Duisburg und dem MSV, hörenswert ist.
 
Deine Vermutung kann ich bestätigen. Er macht die Nachwendezeit mit der anschließenden Entwicklung in einer detailhaften Erzählung sehr lebendig. Gut recherchiert. Längere Besprechung schreibe ich demnächst mal.
 
Matena ist der Künstlername eines in Hamburg lebenden Exil-Duisburgers. Er rappt sehr ambitioniert, auch wenn er kein Interesse an einer irgendwie gearteten Karriere in dem Musiksegment hat. Wenn ich seine Texte höre, kommt es mir so vor. als habe er in seinem Leben vor einer Weggabelung gestanden und die eine Richtung führte eben nicht zur professionellen Musik. Was ihm die Möglichkeit gibt, sein großes künstlerisches Talent in völliger Freiheit auszuüben.

Vor Jahren hatte Matena mich erst auf den Gedanken gebracht, die Sammlungen von Liedern über Duisburg und das Ruhrgebiet zu beginnen. Sein wunderbares Stück Kaltes Beecker bildete 2013 den Auftakt der Duisburg-Reihe. Dass Matena zumindest im mittleren Alter ist, verrät die großartige Idee für sein nun entstandenes Album 4100 Duisburg. Zum einen kennt er das Album als konzeptionelles Gesamtkunstwerk noch, zum anderen waren die Schimanski-Tatorte für ihn offensichtlich von besonderer Bedeutung.

So entstanden zehn Tracks, für die ihn Schimanski-Tatorte inspirierten, Texte zu schreiben. Einen Bonus-Rap zur Gegenwart Duisburgs gibt es dazu. Mit unterschiedlichen Themen erzählt er vielschichtig von seinen Erfahrungen im Leben und seiner Sicht auf die Wirklichkeit. Er rappt über Duisburg und was ein Leben im Ruhrgebiet bedeutet. Er rappt aber auch über persönliches Geschehen in Freundschaften. Er rappt über seine Tochter, die mit einer schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung auf die Welt gekommen ist. Er rappt über Alkohol und Sucht.

Mit seinen Texten sucht er nach einer tieferen Wahrheit hinter dem offensichtlichen Geschehen. Diese Suche macht diese Text zu Kunst. Denn nichts anderes ist die Voraussetzung für Kunst als der Wahrheit unbedingt zu folgen, und den Mut zu haben, sich mit dieser Wahrheit voll und ganz in die Welt zu stellen. Jeder dieser Texte hält deshalb auch kilometer weiten Abstand zu jedwedem Rap-Klischee. Er rappt reimlose, rhythmische lyrische Texte und unterlegt sie mit Musik. Sie sind voller Alltagsphilosophie, Liebe zu den Menschen und zum Ruhrgebiet, der Wirklichkeit, aus der er kommt.

Insofern sind einige von Matenas Tracks Heimatlieder im besten Sinn. Er rappt seine Wahrheit über das Leben in dieser Welt, ohne etwas zu beschönigen und doch vermittelt das Album insgesamt den Glauben an ein Gelingen, an die Verbindung von Menschen untereinander und die Hoffnung aus den Erfahrungen mit dem Leben könne das Gute entstehen.

4100 Duisburg heißt das Album, das bei Bandcamp.com online steht.

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Trackliste

1 – Duisburg-Ruhrort
2 – Grenzgänger
3 – Der unsichtbare Gegner
4 – Zweierlei Blut
5 – Schwarzes Wochenende
6 – Freunde
7 – Moltke
8 – Der Pott
9 – Zabou
10 – Der Fall Schimanski

11 – Grünes Licht


Im Zebrastreifenblog wollte ich Track 4, Zweierlei Blut, in dem Matena über den MSV rappt, selbstverständlich einbinden. Doch wordpress gibt mir nur Fehlermeldungen. Mache ich es also doch als herausgehobenen Link.

Zweierlei Blut

Zu Track 8, Der Pott, hat er zusammen mit einem Freund einen Clip als Gesamtkunstwerk geschaffen. Bilder Duisburgs sind sowohl mit Zitatschnipseln aus historischen Pott-Dokumentarfilmen zusammengeschnitten als auch mit ihm, rappend vor klassischen Duisburg-Motiven. Nicht unerwähnt soll sein Bewusstsein für Familientradition bleiben, steht an seiner Seite doch in einigen Sequenzenn ein Junge im MSV-Trikot und verweist auf die Zebras als Matenas Herzensverein.

Film ab!

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Ich denke der Song hätte es durchaus verdient ins Vorprogramm aufgenommen zu werden. Vor allem ab 1:30. Das unser verstorbener Fan Danni (?) zu hören ist berührt zudem.

Matena, bei dem Namen habe ich zuerst an den vom Namen ähnlichen Marteria gedacht, bis mir wieder der Matena-Tunnel in Erinnerung kam. Sprich, das Album heißt nicht nur 4100 Dusburg, der Typ trägt sogar einen Duisburger Namen. Respekt!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht, wie es vor dem geschlossenen Tunnel momentan aussieht. Aber ab 2.17 im Clip sieht es schon sehr nach lost place Matena-Tunnel aus.
 
Herrlich!
Passt gut zu unserem MSV.

@Kees Jaratz
Du hattest vor Kurzem ein Interview mit einer MSV-Anhängerin aus Süddeutschland, die "grundlos" MSV-Fan war.

Ich hatte zum MSV und Duisburg überhaupt keine Verbindung. Bin dann als Kind Ende der 70er Fan geworden und natürlich durchgehend geblieben. Und durch den MSV auch Fan von Duisburg geworden. Ich habe auch in Hamburg und Berlin gelebt - tolle Städte, aber mein Herz schlägt neben dem MSV auch für Duisburg. Und bei den Songs wird mir bewusst, dass es eben doch nicht grundlos ist.
 
...aus Süddeutschland, die "grundlos" MSV-Fan war.
Das kenne ich irgendwie :nunja:

Zwar nicht voll und ganz aber tendenziell schon :nunja:

Nun ja. Jetzt habe ich ja meine Gründe. Mehr oder weniger. Mmmmmmmmjoah, doch schon :nunja:

PS: Man möge es mir altem Sack nachsehen aber das Zeug von diesem Matena ist das erste Rap-Material seit "Hits from the Bong", das ich mir tatsächlich in voller Länge geben kann :head_bang:
 
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Vorgestern muss es gewesen sein, als die Saison mit dem Heimspiel gegen Hansa Rostock begann und ich trotz des Unentschiedens hoffnungsfroh dem Wiederaufstieg in die Bundesliga entgegenblickte. Der MSV hatte gerade Manasseh Ishiaku nach einer Spielzeit für die in unseren Augen sagenhafte Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro an den 1. FC Köln verkauft. Wir bei uns in der Kurve konnten das Glück kaum fassen, dass ein Verein so viel Geld für den Stürmer bezahlte.


Zwar hatte Ishiaku eine Saison lang in Duisburg geglänzt und viele Tore geschossen, aber sein immer mal wieder schmerzender Knöchel verhinderte noch mehr Tore. Je länger die Saison dauerte, desto öfter. Ob Walter Hellmich selbst mit aller einnehmenden Jovialität seines Immobilienunternehmertums die andauernde Haltbarkeit von Ishiaku-Knöcheln bezeugte oder Bruno Hübner verführerische Praktiken von Gebrauchtwarenhändlern benutzte, wird nicht mehr herauszufinden sein. Aber dieses Geschäft war eines der besten, die beim MSV jemals gelangen.

Denn in Köln verschwand der Hochglanz von besagtem Knöchel sehr schnell. Eine Weekly-Soap begann, deren zentrales Motiv die Sorge des FC um den Knöchel war. Was mich bald dazu anregte, meine Soap-Kritik zu „Im Sturm des Knöchels“ zu schreiben.

Wie wir wissen, fand ein Bundesliga-Aufstieg des MSV allerdings allenfalls in einer anderen Raumdimension statt. All das ist lange her, 18 Jahre genau genommen. Für uns und den MSV war in dieser Zeit ein anderer Weg vorgesehen, der nun dennoch wieder Hoffnung auf einen Aufstieg macht.

Vorgestern ist also ein merkwürdiges Wort für dieses tief in mir vorhandene Gefühl, in welcher Liga der MSV normalerweise spielt. Jede Abweichung davon ist ein vorübergehender Zustand. Umso erstaunter bin ich dann im weiteren, dass ich in dieser so kurzen Zeit ohne Bundesliga 18 Jahre lang den Zebrastreifenblog schreiben konnte. Darauf wurde ich nämlich vorgestern hingewiesen. Die Zeit bestimmt auf verwirrende Weise unser Leben.

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Zweimal hieß es bereits „Bühne frei für Fußballfans“ zur Eröffnung des Festivals für Fußballliteratur Nachspielzeit. Eine Tradition lässt sich das nun nennen und die wird fortgesetzt, denn auch in diesem Jahr wird das Festival mit der Lesung von Fan-Geschichten und -Erinnerungen auf der Bühne der Freundschaft eröffnet.



So suchen das Festival für Fußballliteratur Nachspielzeit sowie das MSV Museum zum dritten Mal eure Geschichten. Erzählt von besonderen Erlebnissen mit dem Fußball und dem MSV. Schickt diese Texte ein. Lest sie auf der Bühne der Freundschaft zur Eröffnung vom Festival für Fußballliteratur Nachspielzeit Anfang September in Ruhrort. Werdet Teil einer Geschichtssammlung mit euren Erlebnissen mit und rund um den Fußball.

Impressionen 2024 und 2025











Auch in diesem Jahr steht die Auftaktveranstaltung vom Festival für Fußballliteratur Nachspielzeit ganz im Zeichen von Anhängern und Fußballamateuren. Die Bühne der Freundschaft steht für euch bereit. Präsentiert dort selbst, was ihr geschrieben habt oder überlasst euren Text einem Sprecher. Diese Veranstaltung zum Auftakt des Festivals war in den letzten Jahren ein Erlebnis, von dem das Publikum schwärmte. Man hörte zu, eigene MSV-Erinnerungen wurden angestoßen. Alle kamen miteinander ins Gespräch. Für unser Ziel, ein Buch in der Schriftenreihe des MSV-Museums herauszugeben, haben haben wir noch nicht genug Geschichten zusammen.. Wir zählen auf euch. Wir brauchen weitere Geschichten. Erzählt von Auswärtsfahrten und emotionalen Heimspielen. Berichtet über Begegnungen im Stadion, die für euer Leben wichtig wurden. Beschreibt eure Erfahrungen, damit eure Enkel wissen, in welcher Welt ihr gelebt habt. Denn all eure Erinnerungen zusammengenommen gehören nicht nur zur Geschichte des MSV. Sie gehören zur Geschichte der Stadt Duisburg und des Ruhrgebiets. Die Einnahmen aus dem Buchverkauf kommen der ehrenamtlichen Arbeit des MSV-Museums zugute.

Das Festival für Fußballliteratur Nachspielzeit findet vom 9. bis 30. September im Kreativquartier Ruhrort als Teilprojekt von RUHRORT 2030 statt, ein Projekt im Rahmen des Förderprogramms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt von Regionalverband Ruhr und Kreativquartier Ruhrort.

Sendet eure Geschichten bis zum 26. August an info@msv-museum.de oder per Post an MSV Museum e.V., Margaretenstr. 5-7, 47055 Duisburg. Wenn ihr Fragen habt, wendet euch an mich über die Kontaktseite.

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Wenn im Duisburger Hafenstadtteil Ruhrort manche Gäste bei Lesungen Fußballtrikots tragen und Fanschals in den verschiedenen Vereinsfarben mitbringen, dann hat das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT begonnen. Dann hat für vier Wochen in Das Plus am Neumarkt die Fußballkultur ihren selbstverständlichen Platz. Eingeladen sind Autorinnen und Autoren, die den Fußball in seiner vielfältigen Bedeutung für diese Gesellschaft genauer ansehen. Das Publikum erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Lesungen aus Sachbüchern, Romanen und einem Live Podcast. Bei der traditionellen Eröffnung gehört die Bühne der Freundschaft den schreibenden Fans. Ein erster emotionaler Höhepunkt des Festivals.

9. September 2026, 19:00 Uhr
Eröffnung NACHSPIELZEIT. Die Bühne der Freundschaft gehört schreibenden Fans und Freunden des Fußballs. Sie erinnern mit ihren Texten an besondere Momente mit dem Herzensverein und dem Sport.

13. September 2026, 19:00 Uhr
Christoph Biermann „Die Tabelle lügt immer. Über die Macht des Zufalls im Fußball“

10. September 2026, 19:00 Uhr
Frank Willmann „Balkanblut. Leben und Sterben des Mafiosos und Warlords Arkan“

14. September 2026, 19:00 Uhr
König Boris „FC St. Pauli“. Als Lienens Zeit beim FC St. Pauli zu HipHop inspirierte.

16. September 2026, 19 Uhr
Klaus Hansen „„Liegt dein Problem zwischen Ohren, bist du fürs Kopfballpendel geboren. Über die Sprache des Fußballs und das Sprechen über den Sport“

17. September 2026, 19:00 Uhr
Jan Mohnhaupt „Der geteilte Rasen. Fußball in den Wendejahren 1989–1992“

21. September 2026, 19:00 Uhr
Eckart Preen „Destination Flutlicht. 40 Jahre Groundhopping in aller Welt“

23. September 2026, 19:00 Uhr
Becker & Pfeiffer – Live-Podcast „Wessen Revier? Fußball der Frauen (im Ruhrgebiet)“

24. September 2026, 18:00 Uhr – früherer Beginn
Mara Pfeiffer „Alexandra Popp, Wofgang Frank. Das Leben als Geschichte erzählen“

29. September 2026, 19:00 Uhr
Daniela Böhle „Birgit Prinz. Das Mädchen und die Siegerin“

30 September 2026, 19:00 Uhr
Ralf Koss „Ich warne euch, ihr Brüder Jahns, vor dem Gebrauch des Fußballwahns! Ein Abend zum Fußball in Gedichten“

Alle Veranstaltungen finden in Das Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort statt.
Hutsammlung als Eintritt bei allen Veranstaltungen.



Und nicht vergessen: Eure Erinnerung sind gefragt. Stellt euch selbst bei der Eröffnung auf die Bühne der Freundschaft oder lasst sie vorlesen. Hauptsache erstmal aufschreiben und dann ans MSV Museum oder an mich schicken. PN hier oder über den Zebrastreifenblog.

Den gesamten Aufruf zum Einsenden der Texte findet ihr hier.

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Ein Monat Funkstille im Zebrastreifenblog heißt Arbeit an drei anderen Projekten gleichzeitig. Die Vorbereitung von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur braucht Zeit. Mein gerade erschienenes Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss braucht Aufmerksamkeit, und ein Herzensprojekt steht vor dem Abschluss. Anderthalb Jahre habe ich mich einmal im Monat in Dinslaken mit Menschen mit Beeinträchtigung für eine Schreib- und Erzählwerkstatt getroffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben geschrieben oder sie haben erzählt, was sie bewegt. Wunderbare, berührende Texte stelle ich nun für ein Buch zusammen, das Ende November erscheint. Angesichts dieser vielen Arbeit blieb mein Spaß am Fußball vom MSV bislang ohne Worte.



Als ich zum Saisonstart von Lüttich aus anreiste, war ich zwar zuversichtlich, aber das ist bei mir ja pure Gewohnheit. Vor jeder Saison geht es für mich um den Aufstieg und den Pokalsieg. In den letzten Jahren schloss der Niederrheinpokal die entstandene DFB-Pokallücke allerdings gar nicht. Bei meinen Bildern der Zukunft einer Saison bedeutet der nämlich nicht viel für mich. Was mit dem Alter zu tun haben muss.



Meine Zuversicht war nicht unbegründet. Sie wurde bestätigt durch die Spielweise der Mannschaft, die deutlich planvoller und mit mehr Ballbesitz den Weg zum gegnerischen Tor sucht. Diese Einsicht habe ich nicht exklusiv. Das fällt so deutlich auf, dass nahezu jeder Zuschauer der ersten drei Spiele das Wort Entwicklung schon einmal im Zusammenhang mit dem MSV benutzt hat.

Mein Gedanke an den Pokalsieg war vielleicht ein wenig vermessen, aber was den Aufstieg betrifft, entsteht durch die Entwicklung beim Spiel der Mannschaft ein Vertrauen, das ich letzte Saison zu keiner Zeit hatte. Alles konnte in einem Spiel des MSV geschehen. Nun denke ich vor dem Anpfiff, der Gegner wird es schwer haben, gegen den MSV zu gewinnen.

Einiges hat sich im August angesammelt. Maxi Platz hat mit ihrer Arbeit zum Gründungslokal vom Meidericher SV viel Aufmerksamkeit und verdienten Beifall erhalten. Auf dem Ruhrorter Kunst und Handwerksmarkt war sie am Stand der Stadtarchäologie mit großformatigen Bildern des Gründungslokals vertreten.



Maxi Platz und Thomas Platz


Mein Tageswerk nimmt mich so sehr in Anspruch, dass ich kaum Erinnerungen an die Fußballweltmeisterschaft habe. Vor allem erinnere ich mich in dieser Zeit an die Klickzahlen beim Zebrastreifenblog, die in der zweiten Woche der WM in die Höhe schnellten. Ein deutscher Fußballblog wurde von der Welt entdeckt. Sagen wir, vornehmlich von fünf Nationen aus.


So sah das frühmorgens aus. Meist blieb die Reihenfolge und summierte sich bis zum späten Abend auf über manchmal fünfhundert Klicks aus diesen fünf Staaten. Das dauerte sechs Wochen. Sämtliche Texte in diesem Blog wurden aufgerufen. Momentan ist hin und wieder noch der asiatische Raum aktiv.


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Meine Vermutung: Wenn ihr demnächst launige Texte über den MSV und das Ruhrgebiet lesen wollt, die KIs der Welt haben nun genug Material gesammelt, um eure Bedürfnisse zu befriedigen. In achtzehn Jahren kommt was zusammen, was so eine KI gebrauchen kann. Und wer ist Schuld daran? Infantino und die FIFA! Nur weil die ihre WM in den USA ausgerichtet haben, wurde der Zebrastreifenblog entdeckt. Alle Indizien sprechen für diesen Verdacht. Wer andere Erklärungen hat, meine Ohren sind offen.


Gut, dass es Samstag für den MSV gegen Regensburg weitergeht. Ich lass mir danach was einfallen, was die KIs beim Reproduzieren noch nicht auf dem Schirm haben. Mein assoziatives Schreiben werde ich hier noch auf die Spitze treiben. Auf die Gefahr hin, dass nur noch die KIs mitlesen, und wir in Duisburg mit dem Feiern vom MSV aureichend bedient sind.

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Die dritte Ausgabe von NACHSPIELZEIT. Festival für Fußballliteratur eröffnet am 9. September um 19.02 Uhr im Duisburg-Ruhrorter Das Plus am Neumarkt. Schreibende Fans stehen dann auf der Bühne der Freundschaft. Die Freude der MSV-Fans an ihrem Verein in den letzten Monaten wird die Eröffnung mit großer Wahrscheinlichkeit auch zu einer Feier der Zebras machen.

Das Programm zeigt wieder wie unterschiedlich über und vom Fußball geschrieben wird. Begeisterung für einen Fußballverein schlägt in Nationalismus und Kampfbereitschaft im Balkankrieg um. Das beschreibt Frank Willmann in der Biografie vom serbischen Mafiosi und Warlord Arkan und seiner Verbindung zu Roter Stern Belgrad. Christoph Biermann ist einer der bedeutendsten Fußballautoren Deutschlands. Er war beim Spiegel, bei der Süddeutschen Zeitung und schreibt nun als Reporter für 11 Freunde. In seinen Büchern beschäftigt er sich seit Jahren mit der Entwicklung des Fußballs sowohl in taktischer als auch in kultureller sowie ökonomischer Hinsicht. In Ruhrort wird er aus seinem Buch über den Zufall im Fußball lesen.

Am Montag danach ist König Boris zu Gast. Der frühere HipHopper von Fettes Brot ist seit der Jugend Fan des FC St. Pauli und hat eine „Liebeserklärung“ an seinen Herzensverein geschrieben. Neben dem Heimspiel in Hamburg gibt es wohl keinen passenderen Ort für eine Lesung mit ihm als in Ruhrort, dem Partnerstadtteil von St. Pauli.

Ein gern gesehener Gast in Ruhrort ist Klaus Hansen, der mit seinen sprachspielerischen Texten zum Fußball der Gegenwart schon in den letzten Jahren das Publikum begeisterte. In diesem Jahr beschäftigt er sich in seinem Programm vor allem mit der Sprache des Fußballs, wobei er sich den ein und anderen Kommentar zur WM 2026 nicht verkneifen kann.

Jan Mohnhaupt ist in Duisburg mit seiner Biografie von MSV-Stürmer Michael Tönnies bekannt. In seinem letzten Buch beschäftigt er sich mit der Entwicklung des Fußballs in Ostdeutschland nach dem Fall der Mauer. Für Eckart Preen ist ein Urlaub immer auch eine Möglichkeit zum Stadionbesuch. Der begeisterte Groundhopper erzählt in seinem Buch von Erlebnissen in den Stadien der Welt.

Der Podcast Becker & Pfeiffer gehört zu den populärsten Fußballpodcasts Deutschlands. Zwar bildet der Fußball der Frauen einen Themenschwerpunkt, der Bezug zum Männerfußball bleibt aber oft nicht aus. Mit dem Live-Podcast zum Frauenfußball im Ruhrgebiet führt NACHSPIELZEIT ein neues Format in das Festivalprogramm ein. Mara Pfeiffer wird an einem weiteren Abend aus ihren Büchern über Alexandra Popp und Wolfgang Frank lesen. Beide haben im Duisburger Fußball ihre Spuren hinterlassen.

Die Berliner Autorin Daniela Böhle liest aus ihrem Roman über eine junge Fußballerin, in dem mit Birgit Prinz eine der bedeutendsten deutschen Fußballerinnen zum Fixpunkt des Geschehens wird.

Zum Abschluss des Festivals werde ich selbst auf der Bühne stehen. Mein Programm widme ich dem Fußball in Gedichten. Ich erinnere an Fußballer von Bum Kun Cha bis Moritz Stoppelkamp, an Schriftsteller von Joachim Ringelnatz bis Albert Ostermaier, an besondere Spiele des Fußballs und an die Geschichte des MSV in den letzten zwei Jahrzehnten. Oft genug boten die Zebras schließlich meinem Alter Ego Kees Jaratz die Gelegenheit zum Dichten. Komik wie immer inbegriffen. Das Publikum der NACHSPIELZEIT weiß, jeder dieser Abende wird ein bereicherndes und unterhaltsames Erlebnis.













Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.



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Schon letztes Jahr herrschte bei der Eröffnung von NACHSPIELZEIT nach dem Wiederaufstieg in Liga 3 beste Laune. Mit den vier Siegen des MSV zum Saisonauftakt hat die Mannschaft erneut alles getan, damit nicht nur die Erinnerungen an den MSV bei der Eröffnung Spaß machen. Auch über den Fußball der Gegenwart können wir sprechen. Zebra-Trikots im Publikum und auf der Bühne werden bestimmt wieder zu sehen sein. Vielleicht auch ein Fan-Schal von Rot-Weiß Erfurt wieder. Wenn dann noch die Erinnerungen an große Momente der Vergangenheit hinzukommen, heißt es wieder NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur wird eröffnet.



Die Fans werden am 9. September mit ihren Erinnerungen an besondere Momente mit dem Fußball in ihrem Leben von Fußballanhängern auf der Bühne der Freundschaft stehen. Um 19.02 Uhr ist es so weit. Eine Stunde ist das Plus am Neumarkt geöffnet.

Vor dem Start und nachher gibt es also Zeit für Begegnung und Gespräche, für gemeinsames Erinnern an Momente mit den Zebras und andere Fußballgeschichten. Der Abend ist der Auftakt der vierwöchigen Reihe mit Autorinnen und Autoren, in deren Büchern der Fußball eine Rolle spielt.

Wer einen Vorgeschmack zur Einstimmung braucht, im letzten Jahr sah das so aus:

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Das gesamte Programm findet sich hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.</p

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Heute eröffnet NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur in Duisburg-Ruhrort in Das Plus am Neumarkt um 19.02 Uhr. Zur Eröffnung begrüßen wir schreibende Fans des Fußballs mit ihren Texten auf der Bühne der Freundschaft.

Gestern war ich beim Kulturmagazin Resonanzen des WDR 3 Hörfunks eingeladen, über das Festival zu sprechen. Das Studiogespräch mit Christian Möller lässt sich unten anhören.

Es fühlt sich zudem so an, dass ich mit dem Gespräch auch etwas für das öffentliche Bild von Duisburg und dem Ruhrgebiet getan habe. Ein Anliegen, das mir bei dem Vorhaben ein Literaturfestival mit Fußballautorinnen und -autoren zu starten vor Jahren durch den Kopf ging.

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Festivalzeit für Duisburg – dieses Festival der Fehler beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf gefiel selbstredend gar nicht, die Eröffnung des Festivals für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT dagegen sehr. Zu letzter später mehr, im Grunde ist das ein Gegenprogramm zur Enttäuschung über die 2:1-Niederlage gegen die Fortuna.

Diese Niederlage macht mir noch ein paar Gedanken. Nicht, weil mich eine Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf besonders wurmt. Schon vor vielen Jahren habe ich mich zu meiner völligen Derbytaubheit bekannt. Mich ärgert keine Niederlage mehr als eine andere, nur weil sie gegen den Verein aus einer Nachbarstadt geschieht. Das interessiert mich nicht, ob sich da jemand in Düsseldorf an diesem Sieg hochzieht. Armer Kerl, denke ich, wenn du es brauchst. Warte ab, wo ihr landet, mit dieser mässigen Leistung, bei deren Deutung sich Dietmar Hirsch und Alexander Ende nicht ganz einig waren, ohne dass das besonders auffällig wurde. Selbstverständlich sind beide Trainer aber sehr daran interessiert, die Leistungen ihrer Mannschaften rosiger darzustellen, als sie eigentlich waren.

Die Wahrheit: Der Ballbesitzfußball der Düsseldorfer wäre todlangweilig und ertraglos gewesen, wenn es nicht die Fehler ohne Bedrängnis der Spieler des MSV gegeben hätte. Insofern hatte Dietmar Hirsch recht, Ballbesitz schießt keine Tore. Und die Hinweise auf das mutiger werdende Spiel in die Schnittstellen durch Ende in der PK nach dem Spiel übertüchen mit Hilfe des Sieges das ängstliche, vorsichtige Spiel der Fortuna.

Vorsichtig unter anderen Vorzeichen war auch der MSV. Zu vorsichtig? Für mich stellt sich nämlich die Frage, wie diese Häufung von Abspielfehlern und Momenten der Unachtsamkeit zustande kommt. Spieler machen Fehler und stehen dabei nicht einmal unter großem Druck durch einen Gegenspieler. Dennoch werden Pässe ungenau gespielt. Dennoch scheint es, als ob für Momente innerlich abgeschaltet wird.

Symbolhaft für viele Szenen des Spiels steht für mich der Ballverlust von Martin Ens in der ersten Halbzeit, nach der die Fortuna die sichere Chance zur Führung vergibt. Martin Ens will einen Ball nach sicherer Klärung in die Offensive führen, selbst dribbelnd, vor ihm das freie Feld, aber was passiert hinter ihm? Er müsste wissen, dass zwei Spieler der Fortuna hinter ihm sind, weil er sie gerade eben noch neben sich gesehen hat. Wo sind seine Gedanken in dem Moment? Kein Spieler eines Mannschaftssports bräuchte bei einem Ballvortrag aus solch einer Spielsituation heraus normalerweise den Hinweis auf einen Hintermann. Dass ein Gegenspieler kommt, versteht sich von selbst. Wo soll er sonst sein, als auf dem schnellsten Weg in die Defensive der eigenen Mannschaft? Ens rechnet nur mit den einen Spieler, den zweiten scheint er vergessen zu haben.

Kurzum, das wird die Frage der kommenden Wochen sein. Wie sehr hängt die Konzentration der Spieler des MSV mit der Taktik zusammen? Wie präsent bleiben sie, wenn es heißt, wir wollen sicher spielen, das Risiko minimieren, erst einmal hinter sicher stehen. All die Sprüche, die solche defensive Taktit begleiten. Vielleicht macht das etwas mit den inneren Haltungen der Spieler? Wir werden sehen.

Für mich war die Erinnerung an den Mittwoch das Gegenprogramm zur tiefen Enttäuschung über diese Niederlage. Was für ein wunderbarer Abend wurde diese Eröffnung, bei der wie in den letzten Jahren auf der Bühne der Freundschaft MSV-Fans ihre Texte lasen zu den besonderen Erinnerungen an Erlebnisse mit dem MSV. Welch verbindende Atmosphäre entstand in dem Raum. Diese Eröffnungsabende vom Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT sind etwas besonderes. Ich werde versuchen diese Abende zu dauerhaften jährlichen Ereignissen zu machen, selbst wenn das Festival als Ganzes einmal nicht mehr gefördert werden sollte.

Das vollständige Programm in diesem Jahr findet ihr hier. Heute Abend ist Christoph Biermann ab 19 Uhr in Das Plus am Neumarkt in Ruhrort. Er erzählt über den Zufall im Fußball. Morgen Abend kommt König Boris und erzählt über sein Leben als Fan vom FC St. Pauli.

Zurück zur Eröffnung: Studio 47 hat einen Beitrag zu der Eröffnung online gestellt. Bitte schön:


Die Lokalzeit Duisburg vom WDR war vor Ort. Tim Köksalan berichtete während einer Live-Schalte in der Pause.



Und ein paar Fotos von der Eröffnung habe ich auch noch.

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Fotos: Marion Basteck, Heiner Heseding

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Mal schauen, wie voll es wird. König Boris war der erste Buchautor auf den Plakaten von NACHSPIELZEIT, auf den man mich ansprach und sich fragte, ob man richtig vermutete und wie das sein kann. Ob das denn tatsächlich DER König Boris von Fettes Brot sei. Aber ja, er ist es. Denn wer nach begeistertenden Konzerten vor tausenden Zuschauern anschließend die Spielergebnisse eines Fußballvereins feiert, weiß einiges von tiefer Vereinsliebe zu erzählen. Das hat König Boris in einem Buch gemacht, und heute Abend liest er ab 19 Uhr über sein Leben von Jugend an mit dem FC St. Pauli. Einlass ab 18.30 Uhr.



Wer den Text deutlicher lesen will, als im Vorschaubild oben:

Als Lienens Zeit beim FC St. Pauli zu HipHop inspirierte

König Boris, ein Drittel der HipHop-Band Fettes Brot, pflegt seit mehr als 35 Jahren eine innige Beziehung zum FC St. Pauli. Der Musiker und Pauli-Fan erzählt in „1. FC St. Pauli. Eine Liebeserklärung“ von den ersten Stadionbesuchen als Teenager bis hin zu launigen Stunden nach einer Weihnachtsfeier, als ein Song für Trainerlegende Ewald Lienen entstand. König Boris kennt die Stadien des Landes. Ob skurrile Begegnungen mit Dortmunder Hooligans, die Bedeutung seiner Eis-Fahne oder die gewichtige Frage nach dem Spielergebnis, die Erinnerungen an seinen Lieblingsverein zeigen, wie der FC St. Pauli nicht nur Spiele, sondern auch Menschen prägt.

König Boris, bürgerlich Boris Lauterbach, geb. 1974 in Hamburg, wurde bekannt als Mitglied der HipHop-Band Fettes Brot. Bis 2019 veröffentlichten sie neun Studioalben und gehörten zu den bekanntesten deutschsprachigen Hip-Hop-Acts. 2024 veröffentlichte „König Boris“ das Solo-Album Disneyland After Dark.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 14. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Klaus Hansen gehört zu jenen Autoren, die den Fußball schon als literarisches Motiv und lyrisches Sujet ernst nahmen, als Hochkultur im Kopf der Menschen noch unangefochten vorhanden war und diese Menschen dann auf den Sport herabsehen konnten. Am Donnerstag kommt er zu NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur und macht sich ab 19 Uhr in Das Plus am Neumarkt in Ruhrort Gedanken über die Sprache des Fußballs. Einlass ab 18.30 Uhr.



Wer den Text deutlicher lesen will, als im Vorschaubild oben:

Liegt dein Problem zwischen Ohren, bist du fürs Kopfballpendel geboren

Jedes Fußballspiel hat ein Ende, wenn nicht nach der neunzigsten, dann nach der „allerneunzigsten Minute“, wie man heute sagt. Das Reden und Schreiben über Fußball hat kein Ende. In Italien ist ein eigener Begriff dafür gebildet worden: „calcio parlato“, der besprochene, kommentierte, o-ton-durchtränkte Fußball, mittlerweile auch bedichtet und besungen von den schönen Künsten. Klaus Hansen betrachtet die Sprache des Fußballs und das Sprechen über den Sport als Rohstoff für Realsatiren über die Welt, in der wir leben.

Klaus Hansen ist in der Eifel geboren, in Duisburg zur Schule gegangen und seit 1961 Anhänger des Meidericher Spielvereins. „Hart am Ball. Fußballsatiren“, erschienen 1988, war sein erstes Fußballbuch, protegiert vom Fan-Forscher Prof. Gunter A. Pilz und dem Kabarettisten Werner Schneyder. „HackeSpitzeEinsZweiDrei. Fußballaphorismen und Typografiken“, erschienen 2024, ist sein bislang letztes Fußballbuch.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 16. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Wer so Spiele nicht verliert,
der kann alles noch erreichen.
Manchem stärkt der Sieg den Glauben.
In den Schoß ist er gefallen,
auch wenn in der zweiten Halbzeit
Einsatz und der Willen stimmte.
Dankbar nahmen ihn die Spieler.
Auch das Stadion im Jubel.
Ich nahm dieses Tor zur Kenntnis,
das so kurz vor Abpfiff fiel.
Unglücksrabe nennt man Spieler,
die den Schuss so unhaltbar
bogenlampenhaft verwandeln,
dass ein Torwart ohne
Chance bleibt. Mitleid regt sich in mir
mit dem Spieler, mit dem Gegner,
Mitleid möchte ich nicht haben.
Auch die Scham nicht über Siege,
die den Glauben mancher stärken.

Leider sehe ich auch Zahlen,
die Wahrscheinlichkeit und Daten.
Sicherer wird der Erfolg
auf der langen Spielzeitstrecke,
wenn wir keinen Zufall brauchen,
wenn ein Sieg schon in der ersten
Halbzeit sehr wahrscheinlich wird.
Mancher möchte das nicht hören,
dieses Wort modernen Fußballs,
manchem platzt die Hutschnur,
wenn sie nur xg-Wert lesen.
Fußball ohne Emotionen,
spricht dann mancher voller Abscheu.
Wenn schon dort nicht Emotionen,
stellt sie der dann zur Verfügung.
Denn wir brauchen statt der Zahlen
immer auch für uns Geschichten,
die dem Zufall Sinn abringen.
Heute sagen wir erzwungen,
diesen Sieg so kurz vor Abpfiff,
und das stärkt normalerweise
uns den Glauben an die Zukunft.

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Duisburg kennt Jan Mohnhaupt durch die Biografie, die er über Michael Tönnies geschrieben hat. Mit weiteren Sachbüchern wurde er in Deutschland erfolgreich. Nun kommt er am Donnerstag kommt zu NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur und erzählt ab 19 Uhr in Das Plus am Neumarkt in Ruhrort über die Entwicklungen im deutschen Fußball während der Wendejahre. Einlass ab 18.30 Uhr.



Wer den Text deutlicher lesen will, als im Vorschaubild oben:

Der geteilte Rasen. Fußball in den Wendejahren 1989–1992

Im Herbst 1989 fiel die Mauer, der Kalte Krieg ging zu Ende. Und auch auf dem Rasen schien das Timing perfekt: Im Sommer 1990 wurde die DFB-Auswahl in Italien Weltmeister. Doch während im Westen bald wieder Alltag einkehrte, vollzog sich im Osten der große Umbruch: Fabriken schlossen, die Arbeitslosenzahlen schnellten in die Höhe. Die, die konnten, suchten ihr Glück im Westen. Auf die Euphorie der Wende folgte bald Ernüchterung – auch im Fußball. Die führenden Ost-Klubs kämpften um die wenigen ihnen zugewiesenen Plätze im gesamtdeutschen Profifußball, während sich die Vereine aus dem Westen die besten Spieler der untergehenden DDR sicherten. Die Folgen sind bis heute zu spüren und zu sehen.

Jan Mohnhaupt, geboren 1983 im Ruhrgebiet, befasst sich seit Jahren mit dem ostdeutschen Fußball zur Wendezeit. Wie stark diese Umbruchphase noch heute die Atmosphäre in den Stadien prägt, hat er am Beispiel des 1. FC Magdeburg beobachtet und miterlebt. Er hat eine Biografie über den legendären Stürmer des MSV Duisburg Michael Tönnies geschrieben und weitere Sachbücher.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 17. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Halbzeit für NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur 2026. Fünf Veranstaltungen folgen noch bis zum 30. September. Bei der nächsten Veranstaltung am Montag liest Eckart Preen, ein Groundhopper. Zeit für eine Rückschau. Welch wunderbaren Eröffnungsabend haben Fußballfans mit ihren Erinnerungen an besondere Momente mit ihrem Herzensverein, meist den Zebras, dem Festival bescherrt. Auf die Bühne der Freundschaft waren sie eingeladen, ihre Texte vorzulesen. Das zahlreiche Publikum ging beseelt nach Hause. Bewegtbilder von dem Abend gibt es auch, weil sowohl Studio 47 als auch die Lokalzeit vom WDR berichtet haben. Hier findet sich beides und eine Auswahl von Fotos gebündelt.

Am Tag nach der Eröffnung war der Berliner Autor Frank Willmann mit seinem Buch „Balkanblut“ auf der Bühne in Das Plus am Neumarkt zu sehen. In seiner Biografie über den serbischen Mafioso und Warlord Arkan spielt der Fußball eine besondere Rolle, weil in den Kurven der Stadien die unterschiedlichen nationalistischen Identitäten Jugoslawiens zunächst als Vereinsidentitäten gelebt wurden und von den politischen Kräften genutzt werden konnten. Arkan rekrutierte unter den Hooligans von Roter Stern Belgrad die Soldaten für seine paramilitärischen Gruppen. Davon erzählt Frank Willmannn in seinem Buch. Er erzählt mit seiner True-Crime-Biografie nebenbei eine Geschichte des Jugoslawienkriegs.

Am Sonntag zeigte Christoph Biermann, dass sich in einer Saison Ungerechtigkeiten keineswegs ausgleichen. Seine Beispiele mit Statistiken zur Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs aus „Die Tabelle lügt immer“ im Vergleich mit dem Geschehen auf dem Platz verblüffen zum Teil, weil sie Scheitern sowie Erfolge von Mannschaften und Spielern leistungsunabhängig erklären. Der Zufall spielt eben eine Rolle, was mit unserem Bedürfnis nach sinnvollen Begründungen für ein Ergebnis nicht in Einklang zu bringen ist. Wer mit solchen Begründungen aber Entscheidungen trifft, sieht deshalb oft nicht die erwünschten Folgen.

Als König Boris nach Ruhrort kam, warteten seine Fans schon länger vor dem Plus am Neumarkt. Seine Jahre mit Fettes Brot haben eine gute Grundlage für einen Erfolg als Buchautor gelegt. Seine „Liebeserklärung“ an den „FC St. Pauli“ ist eine Sammlung von Erlebnissen als Fußballfan des Hamburger Vereins. Als Jugendlicher wurde er Fan und ein Spieltag weckt noch ein der Gegenwart das besondere Kribbeln, das wir alle kennen, die mit einem speziellen Verein besonders verbunden sind. Wenn zu solchen Emotionen noch Komik, Witz und Selbstironie hinzukommen, ist beste Unterhaltung garantiert.

Klaus Hansen ist ein genauer Beobachter der Sprache. Wenn er sich der Fußballsprache annimmt und seine Notate sowie Anmerkungen zum Besten gibt, führt das nicht nur zu vielen absurd-komischen Momenten. Mit einem Mal wird in der Sprache der Politiker und Manager deutlich, wie bedeutsam der Fußball in der Gegenwart geworden ist. Wie bildkräftig er in anderen Bereichen wirkt, wenn komplexes Geschehen mit einer Fußballmetapher zur vermeintlich leichteren Bewältigung reduziert wird.

Der in Westdeutschland aufgewachsene Jan Mohnhaupt musste nicht nur während der Recherche zum Fußball in Ostdeutschland für sein Buch „Der geteilte Rasen“ Vorurteile überwinden. Wie er erzählte, weisen auch einige Leserreaktionen darauf hin, das Identitätsfragen auch bei der Bewertung seines Buchs eine Rolle spielen. In seinem Buch zeigt er anhand des Fußballs, wie in Ostdeutschland nach dem Fall der Mauer zunehmend Orientierungslosigkeit herrscht, wie die Staatsgewalt erodiert und wie die Funktionäre des Landes versuchen, in den durch Westdeutschland bereit gestellten Strukturen, namentlich dem DFB, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.




































Fotos: Marion Basteck, Heiner Heseding, Nicky Beaujean

Das vollständige Programm von diesem Jahr findet sich hier.


Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Das Reisen bedeutet für Eckart Preen immer auch, nach Stadien Ausschau zu halten. Am 21. September liest Eckart Preen ab 19 Uhr aus dem Buch über seine Erfahrungen beim Groundhopping seit den 1980er Jahren. Einlass ab 18.30 Uhr.



Wer den Text deutlicher lesen will, als im Vorschaubild oben:

Destination Flutlicht. 40 Jahre Groundhopping in aller Welt

Er fährt während eines Toskana-Urlaubs in eine völlig unbekannte Kleinstadt, während die Ehefrau in Florenz die weltberühmten Uffizien besucht. Aus ähnlichen Gründen begab er sich an die äußerste Peripherie von Buenos Aires, Santiago de Chile und in eine südafrikanische Township. Eckart Preen hat in seinen mehr als vier Jahrzehnten als Fußballfan und Groundhopper überall in Deutschland, nahezu in ganz Europa und in vielen anderen Ländern der Welt Stadien besucht. Wenn Eckart Preen von seinen Stadiontouren und den vielen dabei in aller Welt getroffenen Menschen erzählt, führt das übers Stadionrund hinaus.

Eckart Preen, geboren 1967 in Braunschweig, ist seit am Niederrhein ansässig und sieht seinen Lieblingsverein Eintracht Braunschweig nur gelegentlich im Stadion. Seit 2007 ist er Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Krefeld und seit 2020 zusätzlich Dezernent für Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales. Im Groundhopping bündeln sich seine Interessen für Fußball, Reisen, Fremdsprachen und Geschichte.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 21. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
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Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Selten bin ich so entspannt in einen Länderspielpause gegangen wie nach dem 4:1-Auswärtssieg gestern gegen den SV Wehen Wiesbaden. Der Systemausfall in der ersten Halbzeit gegen Havelse wurde zur vorübergehenden Irritation. Natürlich gehört zur Wahrheit, dass die Tabellenführung Bestand hat nach Siegen gegen Vereine, die allesamt die untersten Plätze der Tabelle belegen.

Dennoch denke ich nicht, welch leichtes Auftaktprogramm, das nichts über den weiteren Verlauf der Saison bei Begegnungen gegen die Mitkonkurrenten in der oberen Tabellenhälfte vorhersagen lässt. Vielleicht wird in diesen kommenden Spielen manchmal die sich entwickelnde spielerische Qualität gefährdet sein, das wird aber einem anderen Niveau als in der letzten Saison geschehen. Das Selbstbewusstsein durch die Siege ist zudem erst einmal vorhanden. Damit können Dietmar Hirsch und Marvin Höner weiter arbeiten. Es kommt mir also nicht so vor, als ob erst die nächsten Ligaspiele die wirkliche Stärke des MSV zeigen.

Das führt sogar dazu, dass ich mich auf das Heimspiel gegen eine zweite Mannschaft eines Bundesligavereins freue. Zweite Mannschaften in Liga 3. Groll und Ärger sind sofort normalerweise mit dabei. Doch jetzt macht mir die Vorstellung Hoffenheim II als fünften der Tabelle zu schlagen großen Spaß. Das kommt mir sehr realistisch vor.

Bis dahin gibt es anderen Spaß mit dem MSV, auf den niemand in der Länderspielpause verzichten muss. Zumindest, wenn es um Geschichten mit den Zebras geht. Wenn die Westender Straße in meiner Familie schon in den 1950ern Ziel von Stadionbesuchen war und ich selbst seit Anfang der 1970er ins Wedaustadion gehe, gibt es viel zu erzählen. Auch so viel, dass ich bei zwei Programmen zum MSV kurz hintereinander nicht dieselben Geschichten über mein Leben mit den Zebras auswählen werde.

Am Freitag, den 2. Oktober bin ich in Neumühl bei Bestattungen Kretschmer zu Gast. Regelmäßig lädt das Bestattungshaus an der Theodor-Heuss-Straße 122 in den Trauersaal zu literarischen Veranstaltungen und bereichert damit die Kultur im Duisburger Norden. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Als Eintritt wird um eine Spende in den Hut gebeten.

Die Veranstaltung bei Facebook. Anmeldung erbeten unter 0203 58 24 48 oder per E-Mail an info@kretschmer-duisburg.de



Zwei Tage später, am Sonntag, den 4. Oktober, trete ich im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt auf begleitend zu der dort laufenden Ausstellung des MSV Museums. Selbstverständlich wird es keine Wiederholung des Freitags geben, wenn ich um 15 Uhr anfange, zu lesen und zu erzählen. Die Veranstaltung wird vom Museum der Deutschen Binnenschifffahrt momentan nur bei Facebook angekündigt. Die dazu passende Veranstaltung bei Facebook findet sich hier.




Bei meinen Facebook-Postings gibt es noch Bilder zu den Veranstaltungen, die ich euch nicht vorenthalten will.

Komik, Freundschaft, Glück, Begeisterung. Das erleben Fans im Stadion. Was Ralf Koss von Fußballspielen, Auswärtsfahrten und verloren geglaubten Spielen erzählt, weckt bei Fans aller Vereine Erinnerungen. Er kommt dabei dem Glück kommt auf die Spur. Er erkennt es als Zufall im Spiel, der zum Siegtor führt oder begegnet ihm in den überschwänglichen Gefühlen der Zuschauer auf den Rängen. Dann wiederum entsteht es beim Singen von Stadionhymnen und Vereinsliedern. Oft ist die Komik bei dieser Glückssuche nur einen Spielzug entfernt. Ein Bühnenprogramm wie ein Fußballspiel. Denn nach dem Anpfiff ist immer alles möglich.

Ralf Koss erfuhr schon als Kind bei Verwandtenbesuchen, wie wichtig Geschichten über Fußball für eine lebhafte Unterhaltung sind. Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Blogger schrieb unter anderem für DIE ZEIT, Spiegel Special, Handelsblatt und Süddeutsche Zeitung. Neben seiner literarischen Arbeit beschäftigt er sich in Sachbüchern, Vorträgen und Bühnenprogrammen mit Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets. Seit 2024 leitet er das Festival für Fußballliteratur Nachspielzeit.

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Wer nicht nach Rheydt zum Niederrheinpokalspiel, kann auch in Ruhrort hin und wieder mal auf den Ergebnisticker sehen. In Das Plus am Neumarkt gibt es die Premiere für das Livepodcast-Format bei NACHSPIELZEIT. Am 23. September beginnen Annika Becker und Mara Pfeiffer ab 19 Uhr für ihren Podcast Becker & Pfeiffer das Gespräch über den Frauenfußball, Schwerpunkt Ruhrgebiet. Einlass um 18.30 Uhr.



Wer den Text deutlicher lesen will, als im Vorschaubild oben:

Becker & Pfeiffer – Livepodcast
Wessen Revier? Fußball der Frauen (im Ruhrgebiet)


Einst kamen die Spitzenteams des Fußballs der Frauen aus dem Ruhrgebiet, allen voran die Europapokal-Siegerinnen des FCR 2001 Duisburg. Doch mit der SGS Essen stieg der vorerst letzte verbliebene Verein der Region aus der 1. Liga ab – und auch das letzte Team, hinter dem kein Lizenzclub der Männer steht. Die Journalistinnen Annika Becker und Mara Pfeiffer sprechen über die Lage im Fußball der Frauen mit einem Fokus aufs Ruhrgebiet: Sind Erfolg und wirtschaftliche Basis nur noch unter dem Dach des Profifußballs der Männer denkbar? Welche Verantwortung tragen neben den Vereinen auch DFB und DFL, was bringt der neue Verband im Fußball der Frauen, die FBL? Und welche Rollen haben der MSV Duisburg, die SGS Essen oder Borussia Dortmund in dieser Entwicklung?

Annika Becker arbeitet u.a. für die Sportschau und die taz über den Fußball der Frauen und strukturelle Themen im Sport. Seit 2022 ist sie Teil der Jury des Guardian zur Wahl der „100 best female footballers in the world“.

Mara Pfeiffer schreibt und spricht als Journalistin und Autorin mit feministischer Grundhaltung über Sport und Gesellschaft, wo beide sich berühren und wie sie voneinander lernen können. Dabei findet sie den Raum jenseit von Tellerrändern besonders wichtig.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 23. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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In Duisburg nahm die Karriere von Alexandra Popp Fahrt auf. Dagegen war Wolfgang Franks Engagement beim MSV schnell zu Ende. Seine Beschäftigung mit der Psyche von Fußballern als Voraussetzung für Erfolg stießen bei den Profis in Duisburg schnell auf Widerstand. Mara Pfeiffer hat über das Leben der zwei Fußballgrößen Bücher geschrieben. Ein passendes Vorprogramm zum ersten Länderspiel mit Jürgen Klopp am Spielfeldrand. Denn Wolfgang Frank wurde zum großen Vorbild für den neuen Bundestrainer. Von all dem erzählt Mara Pfeiffer wegen des Länderspiels ausnahmsweise schon ab 18 Uhr (!) am 24. September bei NACHSPIELZEIT in Das Plus am Neumarkt. Einlass ab 17.30 Uhr.



Damit ihr die Karte für den Text nicht anklicken müsst, sei der hier wiederholt:

Alexandra Popp und Wolfgang Frank. Das Leben als Geschichte erzählen

Alexandra Popps Karriere beschleunigte sich beim FCR 2001 Duisburg. Wolfgang Frank hingegen stieß beim MSV Duisburg mit seinen Ideen zum Fußball auf großen Widerstand. Die Journalistin Mara Pfeiffer hat mit der ehemaligen DFB-Kapitänin Alexandra Popp deren Autobiografie geschrieben. Für die Biografie des Fußballers und innovativen Trainers Wolfgang Frank hat sie nach seinem Tod mit über 80 Menschen aus dessen Umfeld gesprochen. Entstanden sind zwei vielschichtige Lebensgeschichten, in denen Duisburg keine kleine Rolle spielt. Zudem war Wolfgang Frank für Jürgen Klopp der bedeutendste Fußballlehrer seiner Karriere. Ein passendes Vorprogamm für den gemeinsamen TV-Abend beim Länderspieldebut von Jürgen Klopp in der Begegnung gegen die Niederlande.

Mara Pfeiffer schreibt und spricht als Journalistin und Autorin mit feministischer Grundhaltung über Sport und Gesellschaft. Weil sie sich besonders für Menschen und ihre Geschichten interessiert, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sie bei Biografien landet, die sie mit großer Leidenschaft zu Papier bringt.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 24. September 2026, 18 Uhr. Einlass 17.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Ist Birgit Prinz ein erster Star des deutschen Frauenfußballs? Fraglos ist sie aber die erste, deren Erfolge sie während ihrer Karriere selbst aus dem Kreis der Nationalspielerinnen herausragen lassen. In Daniela Böhles Roman „Birgit Prinz“ wird ihre Karriere zur vorbildhaften Geschichte für eine jugendliche Fußballspielerin. Daniela Böhle liest aus ihrem Roman am 29. September, ab 19 Uhr, bei NACHSPIELZEIT in Das Plus am Neumarkt. Einlass ab 18.30 Uhr.



Damit ihr die Karte für den Text nicht anklicken müsst, sei der hier wiederholt:

Und vorbildhaft wirkt Birgit Prinz

Als Jada im Hof kickt, greift der Nachbar ein. Ihre Nachbarin wird in diesem Moment zur Beschützerin und unfreiwilligen Mentorin. Um Jada zu trösten, erzählt sie ihr Geschichten über Birgit Prinz, die größte Fußballerin aller Zeiten. Daraus wird Bewunderung für Prinz ebenso wie für Jada. Was als Nachbarschaftsgeschichte beginnt, entfaltet sich zu einem Roman über weibliche Stärke, leise Loyalität und die Kunst, den Ball trotz aller Widerstände weiterzuspielen. Mit den Erinnerungen wird Birgit Prinz zur stillen Heldin einer Erzählung zwischen Hinterhof und Kunstrasen.

Die gebürtige Kölnerin Daniela Böhle lebt seit den 1990er-Jahren als Lektorin und Autorin in Berlin. Neben Geschichten und Hörspielen schreibt sie Romane für Jugendliche, darunter »Mein bisher bestes Jahr — Wer vorher nachdenkt, verpasst ne Menge« (Satyr Verlag 2016), und für Erwachsene, zuletzt »Überlebenstraining« (Satyr Verlag 2022).

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 29. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Die letzte Woche von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur 2026 steht an. Zwei Veranstaltungen folgen noch bis zum 30. September. Am Dienstag liest Daniela Böhle aus ihrem Roman über ein Fußball spielendes Mädchen, das durch das Erzählen der Nachbarin von Birgit Prinz‘ Karriere gestärkt wird. Zum Abschluss des Festivals werde ich in einem neuen Programm an besondere Momente und Spieler erinnern, zu denen Gedichte geschrieben wurden. Nicht zuletzt der MSV hat mir vor allem in den Jahren bis zum Abstieg Gelegenheit geboten, meine Enttäuschung zu lindern, indem ich zumindest Spaß beim Schreiben von zum Teil komischen Gedichten hatte.

Der Rückblick auf die dritte Woche des Festivals zeigt wieder die vielfältigen Perspektiven, mit denen in Das Plus am Neumarkt der Fußball in den Blick genommen wurde. Anregendes war von den Autorinnen und Autoren zu hören. Intensive Gespräche ergaben sich. Am Montag las Eckart Preen über seine Erlebnisse als Groundhopper. Seine Leidenschaft entdeckte er in den 1980er Jahren bei Auswärtsfahrten seines Herzensverein Eintracht Braunschweig. Später wurde er Ehrenmitglied einer Ultragruppe in Bologna, fuhr quer durch Europa zu Länderspielen und stand in Südafrika, Paraguay und Argentinien in der Kurve.

Am Mittwoch nahmen Annika Becker und Mara Pfeiffer eine Folge ihres Podcasts Becker & Pfeiffer live auf. Sie sprachen über die Entwicklung des Fußballs der Frauen. Der DFB hat die Lizenzvereine des Männerfußballs auf eine Frauenfußballabteilung verpflichtet. Wie ernsthaft für diesen Frauenfußball ökonomische Grundlagen gesucht werden, ist allerdings eine andere Frage. Dennoch führt vermehrte Medienpräsenz einerseits zur stärkeren Professionalisierung, andererseit führen zunehmende Popularität des Frauenfußballs und größere Zuschauerzahlen in den Stadien zu veränderter Atmophäre auf den Rängen. Nicht immer hat das angenehme Folgen für die Spielerinnen.

Am Tag darauf las Mara Pfeiffer aus ihrer Biografie über Wolfgang Frank und der Autobiografie von Alexandra Popp, die sie nach deren Erzählen geschrieben hat. Wolfgang Franks schnelles Scheitern beim MSV Duisburg war einst eine belastende Erfahrung – für den ehrgeizigen Trainer nicht minder wie für Verantwortliche, Spieler und Fans des MSV. Doch mit seinem unbedingten Glauben, auf die Mentalität der Spieler Einfluss nehmen zu können, war er seiner Zeit weit voraus. Dass er mit den Mitteln nicht immer richtig lag, besitzt im nachhinein unfreiwillige Komik. Mit dem Nana-Mouskouri-Schlager „Guten Morgen Sonnenschein“ hat er um 2000 jedenfalls keinem Spieler die Laune gehoben. Wenige Jahre später nahm ab 2008 Alexandra Popps Karriere beim FCR 2001 Duisburg richtig Fahrt auf. Ihre detailreichen Erinnerungen machten nicht nur ihre persönliche Geschichte deutlich. Sie gaben zudem einen Eindruck davon, welches Ansehen Frauenfußball seinerzeit in der Öffentlichkeit hatte. Man erfuhr aber auch viel über das Innenleben in einem Frauenfußballteam.

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Fotos: Ralf Koss, Fritz Hemberger

Das vollständige Programm von diesem Jahr findet sich hier.


Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Zum Abschluss des Festivals werde ich in einem neuen Programm an besondere die Geschichte des Fußballs, an Momente und Spieler erinnern, zu denen Gedichte geschrieben wurden. Nicht zuletzt der MSV hat mir vor allem in den Jahren bis zum Abstieg Gelegenheit geboten, meine Enttäuschung zu lindern, indem ich zumindest Spaß beim Schreiben von zum Teil komischen Gedichten hatte. Auch einige der Anlässe beim MSV für diese Gedichte werden zu hören sein am 30. September, ab 19 Uhr, bei NACHSPIELZEIT in Das Plus am Neumarkt. Einlass ab 18.30 Uhr.



Damit ihr die Karte für den Text nicht anklicken müsst, sei der hier wiederholt:

Ich warne euch, ihr Brüder Jahns, Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

Als Joachim Ringelnatz 1923 sein Fußballgedicht veröffentlichte, begann der Sport gerade die Massen zu begeistern. Viele Spuren hinterließ der Fußball zunächst nicht in der deutschen Literatur. Jahrzehnte später fand Ror Wolf Anerkennung für seine Fußballsonette, weil sie sprachkritische Momente erkennen ließen. Parodistisch schrieb Eckhard Henscheid eine Hymne auf den koranischen Stürmer von Eintracht Frankfurt Bum Kun Cha. In der Gegenwart erst wurde es ernsthafter. Ralf Koss widmet sein Programm dem Fußball in Gedichten, die seit Anfang der 1920er Jahre bis in die Gegenwart hinein entstanden. Komische, traurige und politische Gedichte nimmt er zum Anlass, um von großen Namen und besonderen Momenten des Fußballs zu erzählen. Nicht zuletzt der MSV Duisburg bot immer wieder Gelegenheit zur Poesie.

Ralf Koss erfuhr schon als Kind bei Verwandtenbesuchen, wie wichtig der Fußball für eine lebhafte Unterhaltung ist. Der Schriftsteller und Journalist schreibt unter dem Pseudonym Kees Jaratz seit 2008 den Zebrastreifenblog. Neben seiner literarischen Arbeit beschäftigt er sich in Sachbüchern, Vorträgen und Bühnenprogrammen mit Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets.

Ort: Plus am Neumarkt, Neumarkt 19, 47119 Duisburg-Ruhrort
Zeit: 29. September 2026, 19 Uhr. Einlass 18.30 Uhr
Eintritt Hutveranstaltung



Das vollständige Programm von NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur findet ihr hier.



Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT findet vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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NACHSPIELZEIT Festival für Fußballliteratur 2026 ist vorbei. Auf die Bühne der Freundschaft treten nun andere Künstler. Elf fantastische Abende vergingen mit dem Erzählen von Geschichten, dem Lesen aus bereichernden Büchern und dem miteinander Sprechen über Fußball und unsere Ansichten, Eindrücke und Erinnerungen daran. Immer wieder ergaben das interessante Wissen der Autorinnen und Autoren über die Geschichte und Entwicklungen des Fußballs, ihre fiktiven Erzählungen mit dem Motiv des Spiels zusammen mit den persönlichen Geschichten aus dem Publikum bereichernde Erlebnisse,

Am Dienstag las Daniela Böhle in Das Plus am Neumarkt aus „Birgit Prinz“, ihrem Roman über ein Fußball spielendes Mädchen, das durch das Erzählen der Nachbarin von Birgit Prinz‘ Karriere gestärkt wird. Gerade weil dieser erste deutsche Frauenfußballstar Birgit Prinz sehr wenig über sich in der Öffentlichkeit sprach, hatte Daniela Böhle für ihre Ich-Erzählerin Raum, um eine eigene Geschichte rund um den Karrierweg von Birgit Prinz zu entfalten.

Am Mittwoch bin ich zum Abschluss des Festivals mit einem neuen Programm auf die Bühne gegangen. Ich habe mir zusammengesucht, welche Gedichte über den Fußball in der deutschen Lyrikgeschichte entstanden sind und was dieses Dichten über Fußball über unsere Gesellschaft und den Stellenwert des Fußballs in ihr aussagt. Ganz nebenbei ließen sich damit auch ein paar Anmerkungen zur Abhängigkeit der literarischen Wertung von Zeitgeist und sozialen Bedingungen. Vor einem Duisburger Publikum durften natürlich meine eigenen Gedichte über den MSV und einige seiner Spieler nicht fehlen.

Danach hieß es verdientes Abschlussbier bei „Gerda“ und bei aller Erschöpung nach vier Wochen mit Arbeit am Limit die leise Vorfreude auf NACHSPIELZEIT 2027 mit der Hoffnung, wir finden wieder Fördergeld und Sponsoren, damit bei der NACHSPIELZEIT alle die interessantesten und angesehensten Fußballautorinnen und -autoren Deutschlands erleben können. Denn als Eintritt geht nur in den Hut, was man erübrigen kann.
















Fotos: Ralf Koss, Fritz Hemberger, Marion Basteck, Heiner Heseding

Das vollständige Programm findet sich hier.


Das Festival für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT fand vom 9. bis 30. September 2026 im Kreativquartier Ruhrort statt, ein Projekt im Rahmen des Programms Kreativ.Quartiere Ruhr, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und umgesetzt vom Regionalverband Ruhr mit der Kreativquartier Ruhrort UG und der Stadt Duisburg.

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Welch wunderbarer Abend war das gestern bei Bestattungen Kretschmer mit meinem Programm „Nach dem Anpfiff alles möglich“. Welch großartiges Publikum erlebte ich im Trauersaal. Welch eindrucksvolle Deko hat der große MSV-Fan Ulrich Kretschmer in den Räumen arrangiert. Danke allen, die da waren. Danke, auch der Familie Kretschmer, die eine so einladende Atmosphäre für die Gäste geschaffen haben, die Currywurst zur Lesungs- Halbzeitpause inklusive.

Und weil auch MSV-Urgestein Robert Phillips die Lesung besucht hat, nutze ich einmal die Gelegenheit, an seine vielfältige ehrenamtliche Arbeit für den MSV über Jahrzehnte zu erinnern. Gerade nach dem Zwangsabstieg war sein Wissen um Vereinsrecht und Vereinsstatuten unverzichtbar. Robert Phillips trug in einer unglaublich langen Zeit dazu bei, dass der MSV eine Zukunft hatte. Die Ehrenmitgliedschaft im Verein war die verdiente Wertschätzung.

Ein paar Impressionen vom Ambiente vor der Lesung.







Morgen, am Sonntag, den 4. Oktober, gibt es Geschichten aus meinem Leben mit dem MSV, Teil 2. Ich trete im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt auf begleitend zu der dort laufenden Ausstellung des MSV Museums auf. Und selbstverständlich wird es keine Wiederholung des Freitags geben, wenn ich um 15 Uhr anfange, zu lesen und zu erzählen. Deshalb heißt dieses Programm „Bundesliga, ich komm‘ aus dir“.

Die dazu passende Veranstaltung bei Facebook findet sich hier.

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Einige werden sich erinnern. Viereinhalb Jahre ist es her, als das Wort „Abstiegskampf“ schon deutliche Abnutzungsspuren aufwies und immer noch in Gebrauch war. Nach dem Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin konnte es erstmal wieder in den Vorrat gelegt werden. Nur dass es schnell wieder hervor geholt werden musste.

Schön, dass auch Berlin unseren Abstand zu jener Zeit unterstützt und das Stadion unseres Spiels abgerissen wurde.

Dass an einem der Flutlichtmasten demnächst eine Erinnerungstafel an den Auswärtssieg des MSV und den Stadionbesuch vieler Duisburger angebracht wird, ist noch nicht ausgemacht. Dazu bedarf es noch einiger Eingaben an die Bezirksverordnetenversammlung Pankow.

Die Flutlichtmasten bleiben nämlich stehen. Das sagen zumindest die Freunde, die wenige Straßen entfernt wohnen.

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Am Sonntag, den 11. Oktober, bin ich ab 18.00 Uhr im Bistro Jederman in Oberhausen-Osterfeld zu Gast mit meinem Lesungsprogramm „Der Himmel über der Ruhr ist wieder blau“. An diesem frühen Abend im Rahmen des Lesefest in Osterfeld werde ich auch zum ersten Mal aus meinem Buch „111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ lesen. Denn auch in diesem Buch spielt die Geschichte des Ruhrgebiets immer wieder mal eine Rolle. Eine Vorpremiere versteckt sich also in diesem Programm am Sonntag an der Gildenstraße 19.




Der Himmel über der Ruhr ist wieder blau​


Ruß, Kohlen- und Erzstaub sind aus den Straßen des Ruhrgebiets verschwunden, aber auch ein Großteil der Industrie. Die Nachkommen des einstigen Schmuddelkinds Ruhrgebiet fragen sich schon länger, wer sie eigentlich heute sind. Der Schriftsteller Ralf Koss sucht in der Biografie der Stadt der Städte nach möglichen Antworten. Identität und Geschichte findet er aber auch im Alltag der Ruhrstädter auf berührende und manchmal komische Weise. Er erinnert an Lieder und Songs, in denen sich beides ausdrückt. Und nicht zuletzt mit dem Fußball lässt sich Wesentliches über die Wirklichkeit der Region und die Menschen im Ruhrgebiet erzählen. In Momenten voller Komik fragen Sie Ihre GeschichtslehrerInnen und LokalhistorikerInnen.

Ich betrachte schon lange meinen Geburtsort Duisburg als ein Viertel dieser Heimatstadt Ruhrgebiet. In Sachbüchern, Bühnenprogrammen und Vorträgen beschäftige ich mich mit Identität, Kultur und Historie dieser Städteregion. Dem Herz des Ruhrgebiets, dem Fußball, widme ich mich als Kees Jaratz im Zebrastreifenblog. Außerdem schreibe ich in einem einen Blog Anmerkungen zur Ruhrgebietsgeschichte. Das hat sich aus der Arbeit am Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen entwickelt.



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71, 72, 77

Drei Zahlen, die Minuten nennen,
Minuten in ’nem Fußballspiel.
Statistik, die wir alle kennen,
versprach uns davor nicht mehr viel.

Ein Unentschieden, ganz vielleicht.
Das hätte uns nach null zu zwei
und schlechter Halbzeit schon gereicht.
Die Zebras schienen nun dabei

zu sein im Spiel. Nur Konter dann
und Braune hielt. Der nächste drin,
so sagten wir und fragten wann
und hofften trotzdem weiterhin

die Uhr im Blick. Noch zwanzig plus
der Nachspielzeit. Das ist zu schaffen.
Für Peter Remmert Überfluss.
Ihn drängte es, die Zeit zu raffen.

Vielleicht entstand ein neues Wort,
ein Wort, das Wucht und Wille meint,
Und Duisburgs Stadion der Ort,
wo remmern uns beim Wortschatz eint.

Die Peter-Remmert-Tore-Phase,
drei Tore in nur sechs Minuten,
die führte auf den Rängen zu Ekstase
und immer noch zu Freudefluten.

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Irrtumsgefahr durch Reimzwang

Auch Saarbrücken entzückt, denn der Auswärtssieg glückt.
Nur dass der Reim hier misslingt, weil er zwar passend klingt,
aber dem Sinn eine Richtung gibt, der die Wertung verschiebt
und Gedanken beim Leser weckt, in denen glücklich steckt.
Denkt: Verdient. Jetzt! Sofort. Das ist das stimmige Wort.

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Spieltag! Los jetzt. Trikot an.
Gleich kommt schon die Bahn.
Schal geschnappt, der Rest am Mann.
Alles für den Sieg getan?
Rechter Fuß zum ersten Schritt
aus der Wohnung raus.
Unten kommt ein Kumpel mit,
tret‘ ich aus dem Haus.

Haltestelle, alle rein.
Stehen jetzt bequem.
Halbe Stunde Fahrt kann sein.
Es gibt nur ein Problem.

Das heißt Hüpfverbot.
Gute Stimmung hat es schwer.
Es ist Hüpfverbot.
Dieses Stadion nervt so sehr.

Nicht zusammen rhythmisch springen,
weil die Stufen schwingen.
Soll zum Kotzen einen bringen,
wenn wir schwingend singen?
Harte Kost ist schon das Spiel.
Spaß macht’s Drumherum.
Ohne Sieg wird das zum Ziel.
Hüpfverbot ist dumm.

Alle kennen sich seit Jahren,
wo wir immer stehen.
Nach dem Spiel noch westwärts fahren?
Zebras siegen sehen?

Es ist Hüpfverbot.
Bochum macht es uns so schwer.
Es ist Hüpfverbot.
Dieses Stadion nervt so sehr.

Duisburg böte uns Asyl,
und blau-weiß verschafft
gleich ein heimisches Gefühl
durch die Kurvenkraft.

Ohne Hüpfverbot,
das die Stimmung runterdimmt.
Ohne Hüpfverbot,
was den Spaß im Stadion nimmt.
Nie mehr Hüpfverbot
Nie mehr Hüpfverbot!

Duisburg!
Zebrastreifen, weiß und blau.
Auf zum MSV!

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Schon seit August ist mein neues Buch 111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss im Buchhandel erhältlich. Bislang kam ich wegen des Festivals für Fußballliteratur NACHSPIELZEIT nur nicht dazu, es hier vorzustellen. Als ich gefragt wurde, ob ich einen weiteren Band über das Ruhrgebiet in der Reihe schreiben will, habe ich kurz gezögert. Schließlich hatte ich selbst schon über 222 Orte im Ruhrgebiet und über 111 in Dortmund geschrieben, der Kollege hatte weitere beschreibenswerte 222 Orte im Ruhrgebiet und 111 in Essen gefunden. 666 Orte des Ruhrgebiets insgesamt. Wie sollte ich weitere 111 originelle Orte finden, übersehene Orte, abseits des üblicherweise Erzählten?

Doch als ich an das weltweit einzigartige Denkmal in Oberhausen-Osterfeld dachte, über das ich noch nirgends in Büchern gelesen hatte, wurde aus Bedenken ein leichter Übermut, den man auch braucht, um die lange Strecke der Recherche und des Schreibens zu bewältigen. Das Denkmal erinnert an jenen Soldaten der ehemaligen Sowjetunion, der die Befehlsroutine missachtete und nach einem Alarm nicht auf den roten Knopf zum Start der Atomwaffen gedrückt hatte. Dieses besondere Denkmal entstand auch, weil man im Ruhrgebiet oft selbst anpackt, weil hier ein besonderer Sinn für gemeinsame Arbeit mit entsprechender Haltung herrscht.

Über solche Haltung habe ich auch geschrieben. Die meisten meiner Texte über diese besonderen Orte im Ruhrgebiet sind kurze Feuilletons zu Kultur, Geschichte und Identität der Stadtlandschaft geworden. Vermutlich erwarten solche Texte nicht alle Leserinnen und Leser in einem Buch, das auf den ersten Blick wie ein regionaler Reiseführer wirkt. Mir bot der Verlag immer schon die Freiheit, über die Orte in der Reihe auch Geschichten zu erzählen, die mehr sind als der Hinweis auf etwas Sehenswertes. Denn sehenswert ist manchmal auch das Unscheinbare, dessen Geschichte für die Region eine besondere Bedeutung hat.


Eindrücke aus dem Buch










In WAZ/NRZ und anderen Zeitungen der Funke Mediengruppe ist kurz nach der Veröffentlichung des Buchs im Kulturteil eine Besprechung Georg Howahl erschienen. Hinter der Paywall findet sie sich hier. Seine anerkennenden Worte sollen zumindest im Ausschnitt kurz angerissen sein.



Außerdem hat Duisburg Lokal-TV Studio 47 einen Beitrag über das Buch gebracht mit Duisburger Orten als Aufhänger. Ich konnte aber auch allgemeiner über Recherche und Herangehensweise sprechen. Film ab:




Ralf Koss
111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss
Emons Verlag, Köln 2026
18,95 €
ISBN 978-3-7408-2858-5

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In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung weist Philipp Selldorf auf eine bei Publikum und Sponsoren erfolgreich gewordene Dritte Liga hin. Beispielhaft greift er den MSV auf, um Besonderheit, Grenzen und Vorteile des Fußballs in Liga 3 gegenüber dem Fußball bei Bayern München durchzudeklinieren.

Dass die Überschrift nahe legt, die Dritte Liga böte nun ein solides Geschäftsmodell allen beteiligten Vereinen, macht diese Suggestion natürlich nicht richtig. Für den MSV etwa gilt weiter, für die Finanzierung der vorhandenen Infrastruktur ist der Aufstieg in Liga 2 nötig.

Der grundlegende Gedanke in dem Text ist aber richtig. Es gibt Fußballanhänger, die sich europaweit nach Gegenmodellen zum Fußball in der Champions League sehnen.

Online ist der Text momentan noch nicht zu finden.

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Im Selldorf-Text fehlt bei den Besonderheiten des MSV allerdings zu meinem großen Bedauern der Hinweis auf mich als Vereinslyriker der Zebras. Wenn das nicht auch eine Besonderheit des Fußballs beim MSV ist.

Vielleicht wurde Lewandowski inzwischen ja ein Gedicht gewidmet. Dass es eines gab, als er im Alter von Peter Remmert war, halte ich für fraglich. Wer beim MSV spielt, hat immer die Chance bedichtet zu werden. Da hat man dann was fürs Leben – auch Peter Remmert seit seinem Hattrick.

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Je älter ich werde, desto weniger Menschliches ist mir fremd. Ständig befinde ich mich in Gefahr, jungen Menschen gelangweilt zu sagen, ja, kenne ich, weißt du, da bin ich 1993 und so weiter. Ich bremse mich aber fast immer sofort bei dem kleinsten solcher Gedanken, und gut, dass es Peter Remmert gibt. Dem ist eine Freude im Stadion zu verdanken, die ich in der Form in so früher Saison in meinem ganzen Fanleben seit den 1970er Jahren nicht erlebt habe. Dagegen ist eine rote Karte für den gegnerischen Spieler für mich im Grunde alltägliches Geschehen. Und wenn dann einer wie ich auch schon seit Jahren über Spiele des MSV schreibt, kann er einen Text aus der Vergangenheit wortgleich übernehmen. Ihr müsst nur SSV Jahn Regensburg durch FC Ingolstadt ersetzen.

Betitelt hatte ich meinen Text vom 2. April 2017 mit „Eine rote Karte für den Gegner wird zum Nachteil für die Zebras“.

Am Samstagnachmittag hing im Stadion des MSV während des Spiels gegen den SSV Jahn Regensburg ein Satz in der Luft. Ein Euro nur für diesen Satz und ich hätte mir einen exklusiven Osterurlaub gönnen können. Wir sind doch ein Mann mehr, das dachten zumindest die meisten Anhänger des MSV. Einige sprachen das sogar aus, und wahrscheinlich hat sogar mancher Spieler unten auf dem Rasen diesen Satz ganz kurz mal im Kopf gehabt. Wir sind doch ein Mann mehr. Solch ein Satz hängt in der Luft, wenn Erwartungen unerfüllt bleiben. Die Zebras haben eine miserable zweite Halbzeit gespielt. Die Spieler kamen nicht mehr in die Zweikämpfe. Sie ließen den Gegenspielern zu viel Raum. Sie waren ideenlos in der Offensive, und sie waren ein Mann mehr seit der 40. Minute.

Nun schreibe ich den Zebrastreifenblog schon so lange, dass mir ein mächtiger weißer Bart gewachsen ist und ein milder, weiser Altersblick auf dem verärgerten Stadion-Jaratz liegt. Du hast doch schon alles einmal geschrieben, beruhige ich mich heute. Nach der roten Karte gegen den Regensburger hatte ich sogar schon mit den Freunden über schlechte Spiele des MSV in Überzahl gesprochen. An gute in Unterzahl erinnerte ich mich. Vor allem erinnere ich mich heute aber mal wieder an den Dortmunder Physikprofessor Metin Tolan, der sich Gedanken über den durchschnittlichen Nachteil einer roten Karte gemacht hatte. Dieser Nachteil ist nicht sehr groß, denn die Spieler der Mannschaft in Unterzahl müssen alle nur geringfügig mehr laufen.

Was anderes hätte ich zum Überzahlspiel nicht geschrieben, auch nicht nach so viel mehr Jahren, in denen ich den Zebrastreifenblog weiterbetrieben habe. Gut, ein wenig besser als damals gegen Regensburg waren die Zebras. Mehr Ideen hatte die Mannschaft, und der Ausgleich hätte fallen können mit etwas mehr Glück. Oder mit mehr Präzision beim Abschluss, wenn ich an den Pfostenschuss denke? Manchmal ist beides nicht leicht voneinander zu trennen. Aber für die Defensive bin ich mir schon nicht mehr ganz so sicher. In der Zeit seit 2017 hat Metin Tolan übrigens aus seinen Anmerkungen über Fußball ein Buch zusammengestellt.

Nach der roten Karte gegen den Ingolstädter war mir klar, das wird von da an ein schwieriges Spiel. Die Ingolstädter würden sich weiter zurückziehen. Für so ein dichtes Abwehrbollwerk ist die spielerische Entwicklung beim MSV nicht weit genug fortgeschritten. Der Sieg wurde für mich unwahrscheinlicher als bei einem Spiel elf gegen elf. Zudem wissen wir alle, ein Gegentor ist immer möglich. Das macht den Fußball so beliebt, dass auch in schwierigsten Lagen Erfolg möglich ist.

Für die Bewertung des Spiels bedeutsam ist für mich deshalb nicht das Überzahlspiel, das der MSV in seinen jetzigen Möglichkeiten bestritt. Wichtiger scheint mir die Zeit vor der roten Karte zu sein. Wieso vertraut diese Mannschaft ihrer Defensivqualität so sehr, dass sie den Ingolstädtern das gesamte Spielfeld überlässt? Ohne Offensivaktionen im Ballbesitz ist diese Defensive nicht sicher genug. Der Gegner muss das Gefühl behalten, selbst hinten absichern zu müssen. Wieso hatte sich für diese Spielphase der Rhythmus zwischen Initiative und abwartendem Spiel so verschoben? Das wird ja keine Absprache gewesen sein, wenn wir von Dietmar Hirsch bei der Pressekonferenz hören, wie unzufrieden er mit dieser Phase ist.

Das sind für mich die interessanteren Fragen, die daran anknüpfen, was mir schon im Spiel gegen Viktoria nicht einsichtig war. Immer mal wieder spielten die Zebras unter hohem Risiko sich von der eigenen Torauslinie in der Nähe der Eckfahne über 30 Meter nach vorne. Wenn der Pass dort angekommen war, erwartete ich, dass der dort vorhandene freiere Raum auch genutzt würde. Stattdessen drehte sich der Spieler dort – ich weiß gar nicht mehr, wer es jeweils war – nicht nach vorne auf, sondern passte in den noch freieren und sicheren Raum zurück. Das hohe Risiko an der eigenen Torauslinie brachte wenig Ertrag. Der lange Ball, der dann folgte, wäre auch auf einfachere Weise möglich gewesen.

Für mich steht außer Frage, die Möglichkeiten der Mannschaft im Ballbesitz sind größer geworden. Es gibt eine Entwicklung. Vermutlich beruht das Selbstvertrauen der Mannschaft dennoch weiter vor allem auf der defensiveren Spielanlage. In diesem Selbstbild der Mannschaft braucht die Sicherheit durch Ballbesitz wohl noch weiteren Zuspruch. Risikoreicher herausgespielte Torchancen über einen großen Teil des Spielfelds sind dafür wahrscheinlich eine Voraussetzung.

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