Pokalhistorie

Dieses Thema im Forum "DFB - Pokal" wurde erstellt von Yike, 18 April 2008.

  1. Yike

    Yike MSVPortal-Team Mitarbeiter

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    Der größte Erfolg in der Trierer Pokal-Historie ist die Teilnahme am Halbfinale in der Saison 97/98 anzusehen als man erst im Elfmeterschiessen knapp am MSV Duisburg scheiterte.

    1952/53 , in der Premierensaison des DFB-Pokals, überstand der SVE mit einem 1:0 Erfolg bei Blau-Weiß Berlin die erste Runde, in der darauf folgenden war man jedoch mit 4:1 der Wormatia aus Worms unterlegen.

    1954/55 qualifizierte sich die Eintracht erneut für den Pokal-Wettbewerb. Der Weg führte die Eintracht dabei zum Hamburger SV, für den Uwe Seeler seine erste Saison in der damaligen höchsten Spielklasse, der Oberliga, absolvierte. Bei der 5:3 Niederlage schlug sich dabei der Club von der Mosel an der Elbe durchaus achtbar.

    15 Jahre sollten vergehen ehe Eintracht Trier in der Saison 1968/1969 wieder einmal am DFB-Pokal teilnehmen sollte. Zum ersten Mal genoss man dabei Heimrecht und empfing den amtierenden Deutschen Meister 1. FC Nürnberg. Mit 1:3 verlor man die Partie gegen den späteren Absteiger aus Franken.

    Sowohl 1974/75 (1:4 bei Olympia Wilhelmshaven) als auch 1976/77 (1:3 bei Fortuna Düsseldorf) war für die Trierer Eintracht bereits nach der 1. Runde im Wettbewerb Endstation.

    In der folgenden Spielzeit, 1977/78 , konnte man beim 3:0 Erfolg daheim gegen Blau-Weiß Wulfen die Oberhand behalten. Als „Belohnung“ winkte eine Partie beim aktuellen Rekord-Pokalsieger FC Bayern München der zu Saisonbeginn Franz Beckenbauer Richtung Cosmos New York ziehen lassen musste. Mit 3:1 hatte die Eintracht das Nachsehen!


    1978/79 konnte man in der 1. Runde die SG Fuchsmühl mit 3:1 besiegen, als nächster Gegner wurde dem SVE ein Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern (in dessen Kader Akteure wie z.B. Ronny Hellström, Hans-Peter Briegel oder Klaus Toppmöller standen) zugelost, welches die Pfälzer dann mit 1:0 für sich entscheiden konnten.

    In der Saison 1979/80 warf man zunächst die Amateure des Wuppertaler SV mit 4:2 aus dem Wettbewerb. Gegen TuS Langerwehe, der in der Folge den Vorjahresfinalisten Hertha BSC Berlin aus dem Wettbewerb warf und erst im Achtelfinale an der SpVgg Bayreuth scheiterte, war man zuhause mit 0:2 unterlegen.

    1980/81 , also 4 Jahre nach der Partie bei Fortuna Düsseldorf, konnte man diese in der 1. Runde des DFB-Pokals im Moselstadion empfangen. Doch wie schon im ersten Spiel unterlag man dem Gegner erneut, diesmal knapp mit 0:1.

    Nur ein Jahr später, in der Spielzeit 81/82 , konnte man sich zunächst gegen die 2. Mannschaft des FSV Frankfurt durchsetzen. Die Glücksfee bescherte SVE eine weitere Partie beim Hamburger SV mit seinem neuen Trainer Ernst Happel. Gegen das Team um Größen wie Manfred Kaltz, Felix Magath, Horst Hrubesch oder dem aus den USA zurückgekehrten „Kaiser“ Franz Beckenbauer war man beim 1:2 nur denkbar knapp unterlegen.

    In der Folgesaison, 1981/82 führte die Reise zunächst zur Arminia aus Hannover. Zum ersten Mal in ihrer Pokalgeschichte musste die Eintracht dabei in die Verlängerung welche man mit 2:0 gleich siegreich bestreiten konnte. Gegen die Stuttgarter Kickers sollte beim 1:2 in der nächsten Runde jedoch wieder in der 2. Runde Endstadion sein.

    1984/85 nahm man wieder am DFB-Pokal teil. Fortuna schickte den SVE wieder auf Reisen, Hamburg war erneut das Ziel. Doch diesmal ging es nicht zum „großen“ HSV sondern zu Altona 93 der mit dem 2:1 Erfolg auch die nächste Runde erreichen konnte.

    Erstmals für bundesweites Aufsehen sorgte die Eintracht in der Saison 1984/85 als man zunächst den Karlsruher SC mit 3:0 aus dem Wettbewerb warf und in der 2. Runde dem amtierenden Pokalsieger Bayer Uerdingen im Moselstadion nach 120 gespielten Minuten ein 0:0 Unentschieden abtrotzte. Im Wiederholungsspiel, welches damals noch stattfand, in der Krefelder Grotenburg gelang dann die Sensation, als man dort mit 3:0 gewinnen konnte. Zum ersten Mal in der Pokalgeschichte konnte ein Amateurclub beim Titelverteidiger gewinnen. In der folgenden Runde trat die Eintracht gegen den anderen Bayer-Club aus Leverkusen mit Spielern wie Herbert Waas oder Bum-Kun Cha an. Dieser brauchte wiederum die Verlängerung um den SVE mit 3:1 aus dem Pokal zu werfen.

    5 Jahre vergingen bis sich Eintracht Trier erneut für den Pokal-Wettbewerb qualifizieren sollte. Doch der aktuelle Meister VfB Stuttgart mit dem jetzigen DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der vor gut einem Monat im ZDF-Sportstudio das heutige Los :kacke: 04 verkündete, konnte 1990/91 mit 1:0 im Moselstadion siegreich sein.

    1991/92 war es wiederum Bayer 04 Leverkusen vorbehalten, die Eintracht beim 0:2 gleich aus dem Wettbewerb zu kicken.

    Weitere sechs Jahre sollten vergehen ehe die Eintracht 1997/98 seine Rückkehr in den DFB-Pokal feiern konnte. Und diese Teilnahme dürfte allen Eintracht-Anhänger noch in bester Erinnerung sein. Nachdem man zunächst die SpVgg Unterhaching nach hartem Kampf mit 2:1 besiegen konnte bescherte uns das Los den damaligen UEFA-Pokalsieger FC :kacke: 04 in dessen Kader damals Spieler wie Thon, Mulder, Wilmots oder der heutige Manager von S04, Andreas Müller, standen. Rudi Thömmes sollte es beim 1:0 vorbehalten sein, die Sensation gegen eine, wenn auch Ersatzgeschwächte Schalker Mannschaft, zu besiegeln. Im Anschluss meinte es die Glücksfee mit der Trierer Eintracht erneut gut und schickte mit Borussia Dortmund den Champions-League und frischgebackenen Weltpokal-Sieger ins Moselstadion. Vor wiederum ausverkauftem Haus konnte dieser nach Treffern von wiederum Thömmes und Marek Czakon (Foulelfmeter), bei einem Gegentreffer von „Fußballgott“ Jürgen Kohler mit 2:1 im Achtelfinale aus dem Wettbewerb geworfen werden. Im Viertelfinale kam es zu einem Duell mit einem anderen Regionalisten. Erneut Ruuudi Thömmes sorgte mit seinem Treffer für den 1:0 Erfolg seines Teams und beschenkte Eintracht Trier die Halbfinaleteilnahme am DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg samt einer Liveübertragung im ZDF. Dieses Spiel hätte auf Grund fehlenden Flutlichts im Moselstadion dort fast gar nicht stattfinden können, ein Ausweichen nach Kaiserslautern oder Saarbrücken drohte. Doch binnen kürzester Zeit wurden die Fundamente gegossen und die Masten montiert so dass am 18. Februar 1998 das Flutlicht erstrahlen konnte. Lange Zeit sah der MSV Duisburg im Spiel wie der sichere Sieger aus, die Zebras führten bis kurz vor Schluss mit 1:0. Doch in der 89. Minute erzielte Dirk Fengler den erlösenden Ausgleichstreffer. Erst im Elfmeterschiessen musste sich Eintracht Trier mit 10:11 dem MSV geschlagen geben, der in der kommenden Saison, trotz späterer Finalniederlage, am UEFA-Pokal teilnehmen konnte.

    In der Spielzeit 1999/2000 konnte sich der SVE in der 1. Runde an einem Freilos erfreuen. In der folgenden konnte der Karlsruher SC nach spannendem Elfmeterschiessen mit 6:5 besiegt werden. Auch die Münchener Löwen wurden in der 3. Runde mit 2:1 „erlegt“. Endstation im Achtelfinale war dann beim 0:4 der FC Hansa Rostock.

    2001/02 traf man in der 1. Runde auf Alemannia Aachen welche die Partie nach 120 Minuten mit 4:2 für sich entscheiden konnte.

    Nur ein Jahr später (2002/03) kam der 1. FC Nürnberg in der 1. Runde an die Mosel, die „Clubberer“ konnten das Spiel mit 2:0 gewinnen.

    Ein Jahr darauf (2003/04) gastierte die Eintracht bei der TSG Hoffenheim. Dort, wo man nach 21 Jahren 2002 den Wiederaufstieg in die 2. Liga, perfekt machte musste man in der 1. Runde beim 4:3 frühzeitig die Segel streichen.

    Besser machte man es in der folgenden Spielzeit (2004/05) : Zunächst behielt man mit 3:1 in Wattenscheid die Oberhand. Als nächstes konnte mn bei 1860 München das Spiel mit 4:3 im Elfmeterschiessen für sich entscheiden. Erst der spätere Pokal-Halbfinalist konnte an der Weser mit 3:1 nach Verlängerung die Trierer aus dem Wettbewerb kegeln.

    Dies Saison 2005/06.
    Der 1. FC Kaiserslautern konnte bereits in der 1. Runde beim 3:0 diese frühzeitig beenden.

    Die heftigste Niederlage für Eintracht Trier gab es im laufenden DFB-Pokal .07/08 . Mit 0:9 wurde die Eintracht von :kacke: 04 aus dem eigenen Stadion gefegt!
     
  2. Yike

    Yike MSVPortal-Team Mitarbeiter

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    Die Saison 1938/39



    Mit großem Optimismus ging der FSV am 18. September in die neue Saison, war er doch seit fünf Monaten ungeschlagen! Neben überzeugenden Leistungen gegen namhafte Privatspielgegner konnte man den Siegeszug in den Vorrunden des Tschammer-Pokals bejubeln. In der ersten Hauptrunde besiegte der FSV am 28. August in Kassel den CSC 03, das Spitzenteam des Gaues Hessen, mit 1:0. In der zweiten Hauptrunde gastierte am 11. September ein schwerer Gegner am Hang, doch vor 10 000 Besuchern wurde Sachsenmeister BC Hartha 3:1 geschlagen. Nach Maß verlief der Ligastart mit Auswärtssiegen in Ludwigshafen und Neunkirchen, bevor am 2. Oktober das Derby gegen Tabellenführer Eintracht anstand. 25 000 Besucher im Waldstadion sahen ein 4:3 (1:2) des FSV. Zur dritten Pokalrunde erschien eine Woche später Fortuna Düsseldorf am Hang, 11 000 Anhänger bejubelten ein 3:1. In der Liga holte man bei Mitfavorit Worms einen Punkt, gewann in Pirmasens 6:0, ehe der nächste Pokalgegner, der VfB Mühlburg, vor erneut 11 000 Fans mit 3:1 geschlagen werden konnte. Als der FSV, mittlerweile Tabellenführer, beim Dritten in Offenbach antrat, konnten die Gastgeber mit einer Besucherzahl von 12 000 den bisherigen Zuschauerrekord am Bieberer Berg feiern. Eine Viertelstunde vor Ende der Partie erzielten die Kickers die Führung, doch in letzter Sekunde gelang dem FSV der Ausgleich. Ein Klassenunterschied wurde dagegen beim 5:0 über den FV Saarbrücken offenbar. Es folgte ein Auswärtsspiel im Pokal. Bei 1860 München rettete man sich durch eine legendäre Abwehrschlacht in die Verlängerung. 1860 griff weiter an, doch in der 99. Minute schoss Schuchardt nach einem Konter das entscheidende „Goldene Tor” für den FSV. Am 11. Dezember kam der Wiener SC als Pokalgegner. Die Länderspielkulisse von 40 000 im Waldstadion erlebte in der 89. Minute den FSV-Siegtreffer (3:2), der den Einzug ins Pokalfinale bedeutete. Nach einem Weihnachtsderbysieg über Reichsbahn-Rotweiß war in der Liga der Tabellendritte FSV die einzige ungeschlagene Mannschaft (15:3 Punkte), Worms hatte 18:8 und die Eintracht 17:7 Zähler. Den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte vor Augen, träumte der FSV davon, mit einem Pokalsieg Rücken-wind für die Gaumeisterschaft und die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu erhalten. Der B. Januar 1939 war der Tag des Endspiels, als Gegner stand Rapid Wien auf dem Platz. „Damals sind wir betrogen worden.” Sofort äußert das Irmgard Würz, 96 Jahre alte Witwe von Dr. Adolf Würz. Auch ihr Mann sei felsenfest davon überzeugt gewesen. Lässt sich diese 60 Jahre alte These beweisen? Angeblich sollte unbedingt ein Verein des als „Ostmark` angeschlossenen Österreich, der „Heimat des Führers”, den Pokal gewinnen. Schriftliche Belege dafür sind nicht bekannt, aber es gibt Indizien:

    Der Tschammer-Erlaß von Anfang August 1938: Er bedeutete eine augenscheinliche Bevorzugung der Ostmarkvereine bei deren Eingliederung in den schon laufenden Wettbewerb. Die letzten Vier aus dem „Altreich” sollten mit den letzten Vier der mehr als zehnmal ldeineren Ostmark das Viertelfinale ausspielen. Das war proportional etwa so, als wenn 1991 die Bundesliga mit 14 Ex-DDR-Klubs und vier BRD-Vereinen gestartet wäre.

    Laut Bericht nicht nur des NS-Organs „Frankfurter Volksblatt” war der Schiedsrichter beim Halbfinale FSV - Wiener SC parteiisch. Er habe alle Augen bei den brutalen Tretereien der Wiener zugedrückt, hingegen Schuchardt wegen eines eher harmlosen Vergehens vom Platz gestellt. Das brachte den FSV fast um den Sieg, Torjäger Schuchardt war danach bis 23. Januar gesperrt, somit auch für das Endspiel.

    Die Rollen in Berlin waren klar verteilt. Hier der Weltstadtklub mit vielen Nationalspielern, dort der Frankfurter Vorortverein. Das Olympiastadion war wegen des starken Schneefalls praktisch unbespielbar, doch wegen des großen organisatorischen Aufwands wurde das Spiel dennoch angepfiffen. Ein miserables Eisregenwetter hatte zur Folge, dass nur 35000 Zuschauer im Stadion waren, weniger als die Hälfte derer, die erwartet wurden. Mehr als 3000 Frankfurter, die mit ihrer Stimmgewalt und sehr vielen Glocken, Ratschen und Trompeten den in dieser Saison üblich gewordenen „nervenaufpeitschenden Höllenlärm” (FN) veranstalteten, (für die damalige Zeit in Deutschland ein außergewöhnliches Stück Fan-Kultur), waren auf den Rängen. Sie gerieten völlig aus dem Häuschen, als Dosedzal den Außenseiter in der 17. in Führung brachte. Diesen hochverdienten Vorsprung nahm der FSV mit in die Pause. Die mitgereisten und die in Frankfurt vor den Radios sitzenden Fans wurden in der zweiten Halbzeit Zeugen unschöner Vorgänge. Rapids feine Technikertruppe ging mit zunehmender, bei ihr völlig ungewohnter Härte zur Sache, was ungeahndet blieb. Eine knappe halbe Stunde vor Ende der Partie ereignete sich die wohl entscheidende Szene: Pesser langte derart zu, dass FSV-Abwehrchef May schwer verletzt ausscheiden musste. Mit einem Mann mehr hatte Rapid nun leichteres Spiel und erzielte in den letzten zehn Minuten drei Tore, allesamt aus umstrittenen Spielszenen heraus. Nach dem Abpfiff kannten die Betrug witternden Hessen kein Halten mehr. Hunderte stürmten den Platz und griffen Wiener an, Trainer Eiling ging verbal den Reichssportführer derart an, dass er dafür ein „halbes” Berufsverbot erhielt. Er durfte zwar weiter trainieren, doch zu den Spielen die Stadien nicht mehr betreten. Läufer Hein er Dietsch wurde wegen seiner Attacke gegen einen Wiener Fotografen später für vier Partien gesperrt. In Gefahr begab sich freilich der erboste FSV-Anhang mit seinen Sprechchören: „Tschammer von Osten - Dein Pokal, der soll verrosten!” So etwas war unter der NS-Diktatur ein Politikum. Mit gereiste berichteten, sie hätten Höllenangst wegen möglicher Konsequenzen ausgestanden. Konsequenzen hatte dies jedoch nur für den Klub: Im Gegensatz zu Rapid Wien wurde der FSV auf sein Gesuch hin nicht vom nur eine Woche später fälligen Punktspiel befreit. Gegner war ausgerechnet der schärfste Rivale, Worms. „Es war ein traurig-komisches Schauspiel, die durch weg schwer verletzte Mannschaft in diesem schweren Kampf herumhumpeln zu sehen.” (FSV-Vereinsnachrichten) Vier der Berlingeschädigten konnten erst gar nicht antreten. 8000 erzürnte Zuschauer mussten mit ansehen, wie diese wichtige Partie verloren wurde. Nach dem Abpfiff lieferten sich FSV-Anhänger mit den Ordnungskräften Rangeleien, wobei ein Nichtmitglied den Schiedsrichter angriff. Jetzt war der FSV endgültig der Buhmann. Für zwei Heimspiele erhielt er eine Platzsperre, der Vorstand wurde aufgefordert, die so beliebten Lärminstrumente zu verbieten. Zusätzlich geriet der Verein wegen des Wechsels von Rotweiss-Torhüter Remmert in die Schusslinie. Man hatte sich erwischen lassen bei einem der verbreiteten Verstöße gegen die Amateurbestimmungen. Das wurde Dr. Würz vom Gau schwer angekreidet und war wohl mit der Grund für seine Ablösung kurz später. Der Rest der Saison verlief enttäuschend. Die in jeder Hinsicht schwer getroffene Mannschaft fuhr nur 8:10 Punkte ein, war um die fast schon sicher geglaubte Meisterschaft gebracht worden. Zu einem Trostpflaster für die Bornheimer Seele wurde das Derby: die Mannschaft zerriss sich förmlich und vermasselte mit einem 2:1-Sieg der Eintracht die Meisterschaft. Zur Feier des 40. Geburtstages und zum offiziellen Saisonschluss traten FSV und Eintracht am 30.6. zu einem Freundschaftsspiel an. 8000 Zuschauer sahen ein spannendes 4:3, der FSV hatte damit auch das dritte Derby der Saison gewonnen. Bei den Kunstflugdarbietungen des NS-Fliegerkorps vor dem Spiel dachte wohl kaum einer, daß schon am 1.September aus der vermeintlichen Kunst blutiger Ernst werden sollte.

    Quelle: www.fussballstammtisch.de und http://www.fsv-frankfurt.de/cms/index.php?id=176
     
  3. ruhrpottpsycho

    ruhrpottpsycho ZebraTrucker

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    "DFB Pokalhalbfinale 1998 Eintracht Trier - MSV Duisburg" einfach bei youtube eingeben
     
  4. schkai

    schkai Unruhestifter

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    Bayern hat langer Zeit (80er und 90er) den Pokal nie ernst genommen (vermutlich weil sie tabellarisch eh für den Europapokal der Landesmeister bzw. UEFA-Cup qualifiziert waren). ZUletzt haben die da nochgeholt...
     
  5. Carsten

    Carsten Regionalliga

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    10 Jahre ist der Shice nun mehr, aber ich habe immer noch nen riesen Hals auf die Bauern. Wenn ich da an ****** und Basler denke, könnte ich Gift und Galle spucken :jokes68:
     
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  6. esteban

    esteban Regionalliga

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    Jetzt vor 5 Jahren: das Wedaustadion zum Bersten gefüllt, alle haben was weißes oder blaues in der Hand um das Stadion beim Einlauf der Mannschaften in die Vereinsfarben zu hüllen. Die Euphorie - grenzenlos, 15 Jahre nach der Schmach eines Gewissen Herrn T., der uns den größten Erfolg zertrat, standen wir wieder an der Kreuzung nach Berlin.
    In wenigen Minuten eskaliert die Wedau, wenn der Major seinen Kopf einfach im Schuss stehen lässt und ein mehr als denkwürdiges 1:0 erzielt. Ein Olli, der den Ball von der Linie kratzt, ein tobender Pele Wollitz an der Seitenlinie - der spätestens seit dem Tag Meiderich hasst :hrr:

    In schweren Tagen wie diesen denkt man gern an den heutigen Tag zurück, an die Mannschaft, die aus sich den Arsch aufgerissen hat, Gras gefressen hat und es tatsächlich geschafft hat, an diesem Abend...
     
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  7. Matze

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    Ich suche noch immer vor unserem Stadion die Bronze Statue des den Ball von der Linie kratzenden Oliver Veigeau.

    Das Ding hat ihn damals in meinen Augen unsterblich gemacht.
     
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  8. Spechti

    Spechti 3. Liga

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    Viel besser ist: ich habe bis heute nicht nachvollziehen können wie er die Distanz zwischen seiner Ausgangsposition und der Position wo er den Ball klärt innerhalb von Millisekunden überbrückt hat!

    1000x gesehen die Szene und man kann trotzdem nur jedesmal ungläubig staunen....
     
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  9. Giggsy75

    Giggsy75 Landesliga

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    Zum Glück gab´s damals noch kein Hawk-Eye. Wäre schlecht für uns gewesen:D. Selbst von der Süd war zu erkennen dass wir da mächtig Schwein hatten
     
  10. Köpi 1902

    Köpi 1902 Statistik-Fetischist

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    Eine geile Truppe, die 2010/2011-Mannschaft. In ganz Duisburg verkackte Stimmung: Das größere Bekanntwerden der schwierigen Finanzlage, zweimal in Folge am WIederaufstieg gescheitert, null Ambitionen für die anstehende Saison.

    Ich erinnere mich noch, dass ich damals nur den Kopf geschüttelt habe, als der blutjunge Julian Koch zum Vize-Kapitän ernannt wurde: „Meine Fresse, so ein junger Bursche, gerade mal neu im Verein, außerdem nur ausgeliehen. Wie soll diese Hierachie funktionieren?!“ Kurze Zeit später wusste ich, warum man ihn dazu ernannt hat. Koch war über jeden Zweifel erhaben, auf und neben dem Platz. Ein dynamischer Allrounder, total sympathisch, leidenschaftlich und ehrgeizig. Und darüber hinaus noch schlicht und einfach sehr gut.

    Vorne drin Stefan Maierhofer, der nahezu überall Spott über sich ergehen lassen musste und muss, weil kaum einer in ihm einen ausreichend fähigen Fußballspieler gesehen hat bzw. sieht. Passte hier sowas von perfekt rein. Vorne jeden verdammten Ball angelaufen, die gegnerischen Abwehrspieler samt Torwart penetrant genervt. Wer selbst Fußball gespielt hat, kennt das zu gut: Normalerweise kann sich solch ein Angreifer dumm und dämlich laufen, wenn man nur ruhig und geschickt den Ball laufen lässt. Aber ein Maierhofer stört deine Konzentration und geht dir irgendwann so sehr auf die Nüsse, dass sich Fehler einschleichen. Ich habe es geliebt, wie er seine Gegenspieler entnervt hat.

    Baljak war der perfekte Sturmpartner. Herrliche Technik, guter Torjäger. Unvergessen seine Tore gegen 1860, Augsburg, Bielefeld, Aachen, die Hertha und Cottbus.

    Mir tut es heute noch weh, dass diese Mannschaft sich durch das unfassbare Verletzungspech nicht selbst krönen konnte. Ich könnte kotzen, wenn ich die Meineid-Idioten aus meinem Umfeld höre, die heute sagen: „Dann wär's halt damals nur 3:0 ausgegangen, auch egal.“ Die haben keine Ahnung, wie gut und gefährlich der damalige MSV in Bestbesetzung war. Sicher wäre S04 Favorit gewesen. Aber wir hatten eine nicht unwesentliche Chance gehabt, nachdem die den totalen Anti-Lauf hatten, eine Schei.ß-Saison gespielt haben und den Pokalsieg brauchten, um in Europa dabei sein zu können. Diesen riesigen Rucksack hätte ich gegen Maierhofer, Baljak und Koch zu gerne gesehen. Aber der Fußballgott ist eben kein Zebra. Hätte man sich damals nicht auf den Pokal versteift, was ich aber völlig richtig fand, wäre damals sogar der Aufstieg im Rahmen des Möglichen gewesen. DIe Hinrunde war grandios. Das Heimspiel gegen Augsburg eines der allerbesten, die ich vom MSV jemals gesehen habe. Strahlender Sonnenschein im Spätsommer, wunderbare Stimmung im Stadion, richtig guter Fußball. Ein Aufbruchspiel für eine tolle MSV-Zeit.

    Leider Gottes auch die letzte Mannschaft, zu der ich eine sehr große emotionale Verbindung hatte. Trotz des letztjährigen Aufstiegs wollte der Funke bei mir nicht wirklich überspringen. Große Freude für den Verein, aber kaum eine Identifikation mit den Spielern, die mich einfach nicht gepackt haben. Leider sieht es aktuell nicht so aus, als könnte jemand die 2010/2011-Truppe in meinem MSV-Herzen mal ablösen.
     
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