Alles nach dem Heimspiel gegen Saarbrücken (28.Spieltag)

Gegen die kommenden Gegner muss mehr konstanter Druck über 90+ Minuten her. Möchte dieses langsame und planlose Geschiebe und dieses übervorsichtige Spiel immer wieder hintenherum nicht mehr sehen.

Ich habe in meiner Analyse versucht zu erklären, woher diese vorsichtige Geschiebe kam. Vermeidung von Umschaltmomenten für den Gegner in Wechselwirkung mit der Spielweise des Gegners.

Wenn wir gegen einen kompakten, gut umschaltenden Gegner das Spiel machen müssen, besteht immer die Gefahr eines Spiels ähnlich wie in Wehen Wiesbaden oder es können vermehrt Kontersituationen wie gegen Havelse entstehen.

Deswegen: Ball nicht verlieren und auf gute Konterabsicherung achten.

Wir gewinnen die Spiele halt oft aus eigenen Umschaltsituationen und mit Standards. Frühe Führungen spielen uns in die Karten, weil dann die Stärken des Hirsch-Fussballs zum Tragen kommen. Frühe Rückstände sind eher Gift und können (je nach Gegner und deren Spielweise) unsere Schwächen aufdecken.

Edit: Ich habe gerade die Impect-Daten bekommen und würde sie so deuten:

Coskuns Sonderrolle im Spielaufbau ist klar zu erkennen

Anscheinend waren wir auch im Gegenpressing besser als zuletzt, viele hohe Balleroberungen (hing natürlich auch damit zusammen, dass Saarbrücken selbst viel "spielte")

Unser Sechser-Raum war nicht so geschützt wie sonst (oder Saarbrücken im Bespielen sehr gut). 1:2 für mich auch ein Fehler von Meuer (trotz offensiv guten Spiel von ihm).

Das Spiel haben wir trotzdem hauptsächlich deswegen so hoch gewonnen, weil Noß und Lobinger aus drei, offensiv gar nicht mal so vielversprechenden, Situationen enorm viel gemacht haben (oder Saarbrücken wenig zwingend verteidigt hat, andere Drittligisten hätten in der Entstehung viel mehr "gelöscht", Rückraumbesetzung beim Vierten auch Katastrophe).
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei aller Freude über den Sieg, war es mir in HZ1 wieder zu wenig. Die Tore (bis auf das erste) sind aus willkürlichen, wenn auch teils sehr schönen Einzelaktionen bzw. Zufall entstanden. Ein System bzw. eine Spielidee hab ich nicht erkennen können.
Wieso ist das 1:0 Zufall?
Lange Flanke auf Lobinger, der den mega reinmacht. Was ist da Zufall??

Wieso ist das 2:2 Zufall?
Die Idee war über unsere starken Außen mit Flanken die Stürmer in der Box zu füttern. Coskun flankt, 4 Offensive sind in der Box.
Nur weil der bei Noß anstatt Lobinger landet kann ich auch hier nicht von fehlender Spielidee oder Zufall sprechen.

Wieso ist das 3:2 Zufall?
Wieder über außen flankt Symalla. Ja klar, was Noß aus der Position da macht, ist außergewöhnlich, aber trotzdem kein Zufall.

Wieso ist das 4:2 Zufall?
Gemäß der Spielidee, Sussek geht über außen und holt die anschließende Ecke raus.
Die Idee war einen Abpraller aus der Ecke per Fernschuss zu verwerten. Darum steht Symalla da und trifft.

Sorry, aber von mangelnder Spielidee und Zufall zu sprechen kann ich nicht nachvollziehen.
 
Ich habe in meiner Analyse versucht zu erklären, woher diese vorsichtige Geschiebe kam. Vermeidung von Umschaltmomenten für den Gegner in Wechselwirkung mit der Spielweise des Gegners.

Wenn wir gegen einen kompakten, gut umschaltenden Gegner das Spiel machen müssen, besteht immer die Gefahr eines Spiels ähnlich wie in Wehen Wiesbaden oder es können vermehrt Kontersituationen wie gegen Havelse entstehen.

Deswegen: Ball nicht verlieren und auf gute Konterabsicherung achten.

Wir gewinnen die Spiele halt oft aus eigenen Umschaltsituationen und mit Standards. Frühe Führungen spielen uns in die Karten, weil dann die Stärken des Hirsch-Fussballs zum Tragen kommen. Frühe Rückstände sind eher Gift und können (je nach Gegner und deren Spielweise) unsere Schwächen aufdecken.

Edit: Ich habe gerade die Impect-Daten bekommen und würde sie so deuten:

Coskuns Sonderrolle im Spielaufbau ist klar zu erkennen

Anscheinend waren wir auch im Gegenpressing besser als zuletzt, viele hohe Balleroberungen (hing natürlich auch damit zusammen, dass Saarbrücken selbst viel "spielte")

Unser Sechser-Raum war nicht so geschützt wie sonst (oder Saarbrücken im Bespielen sehr gut). 1:2 für mich auch ein Fehler von Meuer (trotz offensiv guten Spiel von ihm).

Das Spiel haben wir trotzdem hauptsächlich deswegen so hoch gewonnen, weil Noß und Lobinger aus drei, offensiv gar nicht mal so vielversprechenden, Situationen enorm viel gemacht haben (oder Saarbrücken wenig zwingend verteidigt hat, andere Drittligisten hätten in der Entstehung viel mehr "gelöscht", Rückraumbesetzung beim Vierten auch Katastrophe).
Ich kann deine Analyse nachvollziehen und teile diese auch. Mir ist bewusst, dass Hirsch - gerade nach der Wiesbaden-Klatsche - so spielen lassen will (muss?). Allerdings kann ich diese Herangehensweise nur zähneknirschend ertragen. Dennoch ist es für das vorhandene Spielermaterial wohl der Ansatz, der "maximalen" Erfolg verspricht.

Und wie sagt DH immer so schön: Die Tabelle lügt nicht! Und so lange wir da oben stehen, scheint er viel richtig gemacht zu haben. Einzelne Fanbefindlichkeiten spielen keine Rolle. Dennoch bleibe ich dabei, dass ich mir gerade in Heimspielen noch mehr Mut über 90 Minuten wünsche.

Auf der anderen Seite liegt natürlich Druck auf den Spielern. Sie wissen genau, dass sie tabellarisch viel besser dastehen, als alle vor der Saison dachten. Sie haben eine historische Chance, nochmal aufzusteigen. Und das macht was mit den Spielen. Sie wollen so lange es geht oben mit dabei sein und manchmal kommt dann halt dieses eher vorsichtige / abwartende / destruktive Spiel zu Stande.

Wenn sie damit aufsteigen, ist aber alles andere egal! 😁 nach dem "Wie" fragt danach keiner mehr.
 
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Min 89:45, Saarbrücker Torwart will Ball vom Hintertorballjungen für den Abschlag haben. Balljunge reagiert erst nicht und gibt den Ball dann nicht in die fangbereiten Hände, sondern wirft ihn provokativ extra seitlich des Torwarts aufs Spielfeld.

"Die anderen machen es auch so" ist definitiv die schlechteste Rechtfertigung!
Und ja, ich fände Fußball schöner ohne solche Aktionen, ohne das ganze Zeitgeschiebe, ohne die geschundenen Elfmeter, ohne sich die Hände vors Gesicht reissende Zusammenbrüche etc pp....
Da bin ich grundsätzlich komplett bei dir. Alle aufgezählten Punkte gehen mir gehörig auf den Sack. Das Problem ist allerdings für mich folgendes.

Solange ein Schiedsrichter solche Dinge nicht unterbindet, wirst Du ja quasi dazu verleitet, das gleiche dreckige Spiel abzuziehen, da Du an sonsten im Nachteil bist. Sei es Schauspielerei, Ball wegschießen oder Zeitspiel. Von daher fand ich die Balljungen am Sonntag sehr gut. Braune hat den Ball immer gaaaanz langsam von seinem Balljungen bekommen und die auf der Gegentribüne haben das auch klasse gemacht. Die von dir beschriebene Szene, habe ich allerdings tatsächlich nicht mitbekommen. Wenn es so war, hast Du an der Stelle auf jeden Fall recht, man sollte es nicht übertreiben.

Mir wäre am liebsten, dass so Sachen wie Zeit schinden, Schauspielerei (gerne auch im Nachgang), Ball wegschießen etc. unverzüglich mit einer gelben Karte bestraft werden.
 
Wieso ist das 1:0 Zufall?
Lange Flanke auf Lobinger, der den mega reinmacht. Was ist da Zufall??

Wieso ist das 2:2 Zufall?
Die Idee war über unsere starken Außen mit Flanken die Stürmer in der Box zu füttern. Coskun flankt, 4 Offensive sind in der Box.
Nur weil der bei Noß anstatt Lobinger landet kann ich auch hier nicht von fehlender Spielidee oder Zufall sprechen.

Wieso ist das 3:2 Zufall?
Wieder über außen flankt Symalla. Ja klar, was Noß aus der Position da macht, ist außergewöhnlich, aber trotzdem kein Zufall.

Wieso ist das 4:2 Zufall?
Gemäß der Spielidee, Sussek geht über außen und holt die anschließende Ecke raus.
Die Idee war einen Abpraller aus der Ecke per Fernschuss zu verwerten. Darum steht Symalla da und trifft.

Sorry, aber von mangelnder Spielidee und Zufall zu sprechen kann ich nicht nachvollziehen.
Das 1:0 hatte ich ausgeklammert. Das war super von Meuer und Lobinger trifft den Ball perfekt getimt.

Das 2:2 ist im Grunde eine schlechte Flanke gewesen. Die war (denke ich) viel höher auf Lobinger geplant. Dass der Ball dann doch bei einem unserer Spieler landet ist dann Zufall, weil so mit Sicherheit nicht gewollt. Dass die Box gut besetzt war, sehe ich aber auch so wie du.

Beim 3:2 flankt Symalla, wird aber von Pick halb geblockt. Durch Zufall landet der Ball bei Noß. Was er daraus macht, ist aber überragend. Hatte ich auch so geschrieben.

Das 4:2 ist ein abgefälschter (eher mäßig schneller) Schuss, der so für den Torwart nicht haltbar war.

"Zufall" ist vielleicht das falsche Wort. Es war in der Entstehung teils glücklich.

Positiv könnte man aber auch "erzwungen", "erkämpft" oder einfach effizient sagen. Diese Quote ist allerdings nicht in jedem Spiel so zu leisten. Und wenn wir in Rückstand geraten, ist die Ratlosigkeit spürbar, weil wir kein System haben, was auf Ballbesitzspiel ausgelegt ist.

Ich wollte nur verdeutlichen, dass mir dieser Ansatz zu optimistisch gedacht ist. Hirsch wiederholt permanent, dass wir vorne immer für ein Tor gut sind. Das sehe ich nur bedingt so und mir fehlt teilweise ein Plan, der verdeutlicht, wie diese Tore denn entstehen sollen. Das wirkt auf mich halt zufällig. Aber ich bin kein Taktikexperte, sondern nur Zuschauer. Schimanski und Andere sehen vermutlich den tieferen Sinn in der Spielanlage.
 
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ich fand auch die erste Halbzeit nicht schwach - es wurde ganz in Ruhe aufgebaut und immer wieder gewartet, wo man den Stich setzen kann. Das war von der Tribüne super zu beobachten - so spielt für mich ein Aufsteiger - beim 1:o ... der Ball wurde in eigener Reife in der Abwehr und im Mittelfeld eine ganze Weile schon bei vorherigen Angriffen immer wieder hin und hergepasst. Dann läuft Tyger an und der Welt-Klasse-Pass von Meuer kam auf die Zehntelsekunde genau völlig überraschend für alle Beteiligten und - BUMS war er drin ... durch den Fehler, der passieren kann, von Flecki haben wir Saarbrücken wiederbelebt. Bis auf den Pfostenschuss hat der Gegner wenig gezeigt. Und dann haben wir mit unseren jungen Wilden in der 2. Halbzeit den Gegner von der Klippe gestossen. Das war taktisch für mich große Klasse. Wenn das der Matchplan war ist er voll aufgegangen. Kother und Müller waren zwar nicht so stark haben aber ihre Berechtigung gehabt, damit wir den müden Gegner in der 2. Halbzeit totrennen können. Diddis Aufstellung hat zu einem Sieg geführt - von daher alles richtig gemacht

Puh also ich kann wirklich niemanden verstehen, der beim Gang in der Jungs in die Kabine zur Halbzeit gepfiffen hat und das waren schon nen paar, aber ich fand Saabrücken besser in Halbzeit 1.

Natürlich haben sie uns früh unter Druck gesetzt und das Leben nicht einfach gemacht, aber ich bin der Meinung, dass wir mit Ball zu wenig Lösungen finden. Das waren eigentlich nur lange Balle auf Lobinger, der dann durch das fehlende Nachrücken seiner Kollegen auch völlig alleine gegen 4-5 Saarbrücker stand. Gerade Müller geht absolut gar kein Risiko und spielt lieber den 50. Ball über 2 Meter auf Fleckstein nach hinten als mal die Seite zu verlagern.

Die zweite Halbzeit war dann wieder das Spiel was uns liegt, schnell Umschalten und die Wucht der Arena mitnehmen. Wenn man sich die letzten Spiele anschaut, sieht man, dass die Gegner fast alle gegen den Ball einen sehr ähnlichen Ansatz gegen uns fahren und höher gegen den Ball stehen. Ich bin gespannt wie wir in Rostock auftreten.
 
Ich kann deine Analyse nachvollziehen und teile diese auch. Mir ist bewusst, dass Hirsch - gerade nach der Wiesbaden-Klatsche - so spielen lassen will (muss?). Allerdings kann ich diese Herangehensweise nur zähneknirschend ertragen. Dennoch ist es für das vorhandene Spielermaterial wohl der Ansatz, der "maximalen" Erfolg verspricht.

Und wie sagt DH immer so schön: Die Tabelle lügt nicht! Und so lange wie da oben stehen, scheint er viel richtig gemacht zu haben. Einzelne Fanbefindlichkeiten spielen keine Rolle. Dennoch bleibe ich dabei, dass ich mir gerade in Heimspielen noch mehr Mut über 90 Minuten wünsche.
Aber genau das sind doch die von @Schimanski beschriebenen "Wellen im Hirsch-Fußball", nicht?

Ich zitiere: "Zuerst werden mit aller Macht Ergebnisse erzielt. Diese Ergebnisse sorgen für eine leichte Tendenz zur Überschätzung, Nachlassen der Basics wie Fleiß und taktische Disziplin und mehr Risiko im Selberspielen und höher Pressen. Wenn die Ergebnisse dann ausbleiben, Rückbesinnung auf die Basics und die Welle beginnt von vorne...".

So "traurig" wie genauso treffend diese relativ "plumpe" Analyse des Hirsch-Fußballs. Ob das tatsächlich für den großen Wurf und den Durchmarsch in die 2. Liga reicht, bleibt abzuwarten. Trumpf könnten bei uns die vielen Heimspiele gegen oben stehende Konkurrenten sein. Auf der anderen Seite sind das auch alles 50/50 Spiele - egal wie gut die Heimbilanz zum jetzigen Zeitpunkt ist.

Unabhängig davon bleibe ich jedoch dabei, dass wir, egal ob in der zweiten oder dritten Liga, unweigerlich mehr spielerische Komponente benötigen. Ganz einfach aus dem Grund, um uns nicht so ausrechenbar zu machen. Letztendlich profitieren unsere starken Außenspieler am meisten, wenn sich der Gegner nicht nur auf diese, sondern auch auf den Rest der Offensive einstellen muss.
 
Ich sehe es an dieser Stelle ähnlich wie @Ungelzebra.

Viele Tore von uns sind in der Entstehung tatsächlich etwas glücklich oder erzwungen oder durch individuelle Qualität entstanden.

Die Situationen entstehen dann oft, wenn "mal einer durchrutscht" oder "richtig runterfällt". Hirsch hatte auf zwei, drei PKs auch mal solche Worte gewählt. Sowas sieht in der Entstehung dann tatsächlich oft etwas glücklich und zufällig und vor allem wenig plan- und wiederholbar aus. Deswegen sind einige Ergebnisse von uns auch manchmal schwer erklärbar und werden in beide Richtungen für Überinterpretationen genutzt (bestes Beispiel: das Havelse-Heimspiel war nicht so schlecht wie es gemacht wurde, das Saarbrücken-Heimspiel nicht so überragend).

Trotzdem ist diese Erzwingen von diesen Situationen auch Teil der Spielidee von Hirsch. Und ich glaube er trainiert auch sehr fokussiert auf Abschlüsse hin (also viele Wiederholungen in vielen unterschiedlichen Situationen), so dass die Abschlüsse auf Strecke eine größere Konstanz in der Erfolgswahrscheinlichkeit erreichen.

Wenn ich @Pawel richtig verstanden habe, ist unser kommender Gegner Rostock da aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Sie erzeugen sehr viele vielversprechenden Situationen durch ihre Spielanlage (also Konstanz und hohe Erfolgswahrscheinlicht im Erspielen solcher Situationen), sind aber im Abschluss dann sehr wechselhaft, unkonstant und selten zwingend.
 
Wenn ich @Pawel richtig verstanden habe, ist unser kommender Gegner Rostock da aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Sie erzeugen sehr viele vielversprechenden Situationen durch ihre Spielanlage (also Konstanz und hohe Erfolgswahrscheinlicht im Erspielen solcher Situationen), sind aber im Abschluss dann sehr wechselhaft, unkonstant und selten zwingend.
Kann ich aus den Spielen die ich von Hansa gesehen habe nur bestätigen. Gefühlt das einzige Spiel, ohne die genauen Fakten zu kennen, wo Hansa eiskalt jede Situation verwandelt hatte war gegen uns im Hinspiel.. . Ein Sieg gegen Cottbus war auf jeden Fall drin von den Chancen her, besonders durch Krauß
 
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