Ich lese deine Beiträge hier eigentlich gerne, weil sie sachlich fundiert sind, In dem Punkt muss ich Dir aber widersprechen!
Da mir das mit dem Fortschritt nicht nur von dir um die Ohren geknallt wurde, möchte ich das ausführen:
In den ersten zwei Spielen wurden wir von Karlsruhe und Cottbus durch das aggressive Pressing auf dem falschen Fuß erwischt. Die Mannschaft hat wohl gedacht, es geht von alleine und kollektiv sehr schlecht nach hinten gearbeitet. Man wurde ausgekontert und hat einen klassischen Fehltstart hingelegt.
Gegen Babelsberg und Frankfurt lag der Fokus darauf, hinten keinen zu bekommen. In Frankfurt wollte man kein Risiko eingehen und hat deswegen jeden Ball nach vorne gekloppt. So verhindert man individuelle Fehler, die in den ersten Spielen den Gegner zum Kontern eingeladen hat.
Eine spielerische Entwicklung ist so aber nicht möglich. Frankfurt war ein reines Ergebnisspiel um nicht in den Abstiegssog zu geraten.
Heute hat man bemüht, die gewonnen defensive Stabilität wieder mit Spielkultur zu verbinden. Dafür haben wir das passende Spielermaterial verpflichtet und eine Entwicklung ist nur möglich, wenn man diese Spielweise auch lebt.
Die hohen Bälle wurden zu großen Teilen eingestellt und man hat versucht, vertikal zu spielen, spielerisch durchs Mittelfeld zu kommen. Deswegen wurden die Bälle auch hinten oft hin- und hergeschoben. Man wollte den langen Ball vermeiden, Sicherheit bekommen und geduldig auf den Moment warten, steil zu spielen.
Diese Entwicklung nenne ich Fortschritt.
Ich kann verstehen, dass dieser Begriff nach diesem Spiel befremdlich wirkt. Auch ich fand, dass die Sechser und Gjasula viel zu wenig Bälle gefordert haben, das die Außen zu wenig routiert haben und das viele Spieler leichte Fehler gemacht haben. In der Summe ein schlechtes Spiel, keine Frage, aber man hat gesehen, dass die Jungs versuchen, an sich zu arbeiten.
Die Mannschaft befindet sich in einem Prozess. Wenn man heute wieder hoch und weit gespielt und gewonnen hätte, hätte ich nicht von Fortschritt gesprochen. Sasic will mit den Jungs in zwei Jahren aufsteigen und da hilft es wenig, wenn man wieder nur bolzt. Mir gefällt der heutige Weg besser. Daran wachsen die Jungs. Auch wenn das Spiel dürftig war.
Die Schwierigkeit ist in diesem Moment eine gesunde Mischung aus Ergebnissen und Entwicklung hinzubekommen. Wenn ich die Meinungen in diesem Thread lese, haben die meisten Fans keine Geduld. Es wird zu kurzfristig gedacht. Lieber dreckige Siege und im nächsten Sommer kein Schritt weiter.
Ich gebe der Mannschaft Zeit und erfreue mich daran, dass man heute versucht hat, anders als in Frankfurt zu punkten.
Ich gestehe den Spielern auch Fehler im Spielaufbau zu, wichtig ist, das man es versucht und beim nächsten Mal weiß, wie es besser geht.
Das ist dann Fortschritt
