Wenn man sich vor oder nach den Spielen die Interviews der Trainer und Spielerinnen anhört fällt immer wieder die Formulierung ich bin stoltz ...
- darauf für mein Land zu spielen
- Teil dieser Mannschaft zu sein
- auf meine Herkunft usw. .
Das hört man von unseren DFB Sportlern gar nicht mehr. Nationalstolz zu zeigen oder auf seine Leistung, sein Team oder egal auf was stolz zu sein ist bei uns verpöhnt und man wird nur all zu voreilig in eine negative Politische Ecke gedrängt. Beim DFB geht es vordergründig um Prämien, Bevormundung anderer Kulturen, Rechthaberei und interne Machtkämpfe.
Die Französinnen und die Spanierinnen haben sich unabhängig ihres eigenen Egos gegen die Benachteiligung der Frauen im Verband und gegen Missstände im Trainerteam mit einer Revolte gewehrt. Der französische Verband warf daraufhin die Trainerin raus und in Spanien blieb der Trainer dank Korruption zwar im Amt, es wurden aber einige Verbesserungen im Sinne der Spielerinnen eingeführt. Alle Spielerinnen wussten dass sich eine Revolte gegen den Verband/Trainer negativ auf ihre weitere Karriere auswirken kann und wurden auch Teilweise nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert, sie haben aber mit ihrem Kampf für deutliche Verbesserungen gesorgt.
Bei uns in Deutschland kommen die Spieler und Spielerinnen nach ihrem kläglichen scheitern aus ihren Ecken gekrochen, beklagen anonym wie schlecht sie während des Turniers untergebracht waren und was weis ich noch alles was den verwöhnten Sportlern nicht gefallen hat. Hätten sie Courage würden sie diese Probleme wenn es denn welche warten öffentlich ansprechen, auch mit dem Risiko ihre N11 Karriere zu gefährden. So geht es ihnen aber um ihr eigenes Ego und ihre eigenen Vorteile und ihren eigenen Geldbeutel, nicht aber darum, dass sich für ihre Kolleginnen auch in der Frauenbundesliga, die nicht so privilegiert sind etwas zum positiven ändert.
Vollmundige Floskeln von Stolz auf Nation oder Verein gehören immer und überall zum Leistungssport, wenn man das Gefühl hat, seine Leistung gebracht zu haben. Als typisch deutsch empfinde ich eher das Pathos, mit dem das von den Aktiven ständig abverlangt wird. Hier bei uns ist das Melodrama immer gebacken. Wenn was klappt, biste der liebe Gott, wenn es schief geht, eine struppige Gulliratte. In Wahrheit sind das normale junge Frauen, die viel weniger Medienerfahrung als ihre männlichen Kollegen haben. Und ihre Trainerin Voss-Tecklenburg hat nicht annähernd so eine großmächtige Parole so kläglich versenkt, wie Kollege Flick.
Was die Unterbringung angeht, ist das mit dem Separierungsfimmel ein immer wiederkehrendes Problem nicht der Sportler und Sportlerinnen, sondern des Überregulierungswahns beim DFB. Der seinen Aktiven seit eh und je kaum eigenes Denken zutraut. Und immer schon die allergrösste Furcht vor Kreativität hat.
Bezüglich der Vertragsverlängerung drei Monate vor einem Turnier geht der DFB auch konsequent den Irrrweg der Männer weiter. Und wenn Neuendorf von Journalisten danach gefragt wird, ob sich nicht typische, üble Muster unter seiner Regentschaft immer mehr einschleifen, markiert er die beleidigte Leberwurst und klopft lahme Sprüche.
Mit so einem Chef im Hintergrund ist es eben nicht so ganz einfach, die vollen PS auf die Strasse zu bringen. Das ist für mich die einfachste Erklärung, und deshalb auch die schlüssigste. Von der individuellen Leistungsstärke her sind wir sicher eher auf dem Niveau von Frankreich, als von Kolumbien. Und Frankreich, das heute grandios die Stärke von leidenschaftslos wirkendem Vernunftsfussball gegen einen Aussenseiter demonstriert hat, ist, anders als der ewige eingebildete Kranke Deutschland, tatsächlich ein innerlich zerrissenes, vom Reformstau heillos blockiertes Land. Dort sind die Fussball-Nationalmannschaft und die atomare Streitmacht für viele wohl das letzte bisschen an Freude, das aufkommt, wenn sie an sich als Franzosen denken.
Warum also nicht als DFB einfach gucken, was die richtig und wir falsch machen, sowohl bei Männern, als bei Frauen?! Wie Neuendorf auf so ein Ansinnen, das für jeden Bäcker oder Autohersteller das normalste von der Welt wäre, reagieren würde, kann sich jeder vorstellen, und ich hab es schon geschrieben: Beleidigte Leberwurst spielen und Sprüche klopfen.