Beiträge aus dem Forum des Laufclub Duisburg zum Thema
Beitrag von Gisela (verfasst am 10.03.08)
Mit dem neuen Restaurant auf der Klönne-Wiese wirbt Duisburg auf der Immobilien-Messe in Cannes. In trockenen Tüchern ist das Vorhaben allerdings noch nicht ganz.
Die Bezirksvertretung Mitte wird sich am Donnerstag mit dem Bauantrag befassen. Nach §34 Baugesetzbuch müssen jedoch die Genehmigungen erteilt werden, heißt es. Gestellt wurde dieser Bauantrag von der "MSV Stadion Projekt GmbH & Co. KG". Neben der Hellmich-Gruppe und weiteren Anteilseignern gehört 33,3% dieser Gesellschaft der Gebag, die Teil der Duisburger Bau- und Verwalungsgesellschaft (DBV) ist, die wiederum ist eine 100% Tochter der Stadt.
Niemand kann jedoch einen Bauantrag für ein Gelände stellen, das ihn nicht gehört. Deshalb hat die "MSV Stadion Projekt GmbH" mit dem Eigentümer "Duisburg-Sport"einen Erbbau-Pachtvertrag vereinbart. Über die Höhe der Pacht für dieses Filet-Stück am See will man nicht sagen "Privatsache" heißt es trotz der Tasache, das "Duisburg Sport" zu 100 Prozent der Stadt und damit ihren Bürgern gehört.
Die Klönne-Wiese gehörte früher zu den Liegenschaften des Sportamtes. Das Amt hat seinerzeit die Nutzung Duisburg Marketing überlassen. Die DMG hat einen Pachtvertrag mit dem alten Biergartenbetreiber Theo Hartjes, über dessen Kündigung vor Gericht gestritten wird. Ausgang ungewiss.
Im Dezember hat die Verwaltung die Bezirksvertretung mit den Plänen überrumpelt. Das die Politik nun einen Bebauungsplan allein für die Klönne-Wiese aufstellen will, verhindert einerseits weitere Restaurantenbauten, hält auf der anderen Seite den Betreibern Konkurrenz vom Hals.
Ich halte euch weiter auf den laufenden.
Am 17.03.08 fand von den Verantwortlichen der Stadt Duisburg eine Infoveranstaltung für die anliegenden Vereine zu den Planungen zur Bebauung der Klönnewiese.
Bericht von Peter (Vorstand des LC, verfasst am 20.03.08)
Hier nun in kurzen Zügen, worüber die anwesenden Vertreter der Sprotvereine informiert wurden:
Zunächst die guten Nachrichten:
Das Drive - in - Restaurant soll nach dem Willen der Stadt nicht gebaut werden. Obwohl eine Bauvoranfrage positiv beschieden wurde. Ein Bauantrag also nicht so einfach abgewiesen werden könnte. Allerdings wird das Gelände, auf dem der Drive - in stehen soll, von der Stadionbau Projekt GmbH genutzt, an der die Stadt mit 30% beteiligt ist. Also wird kein Bauantrag gestellt.
Wenn sich für das geplante Hotel ein Betreiber finden sollte, müsste der damit leben, dass die Berta - Allee hin und wieder auch für Laufveranstaltungen gesperrt wird (WLS, RRM). Insoweit soll dem Sport Priorität eingeräumt werden.
Der geplante Biergarten wird das jetzige Provisorium ersetzen. Da ein großer Teil der Plätze sich auf dem Wasser befinden wird, wird auf der Klönnewiese insgesamt mehr Platz für sportliche Aktivitäten geschaffen.
Für uns Läufer wird ein beleuchteter Weg zwischen dem neu zu errichtenden Gebäude und der Kruppstr. angelegt werden, so dass wir zwar nicht mehr unmittelbar am Wasser laufen können, aber auch nicht direkt an die Straße müssen.
Das weniger Schöne:
OB Sauerland räumte freimütig ein, dass im bisherigen Sportpark derzeit ein "Paradigmenwechsel" stattfindet. Ein Stück weit weg vom Sport hin zum Tourismus. Zwar soll der Sport bei der geplanten "Wasserwelt Wedau" immer noch eine Rolle spielen. Gewisse Einschränkungen - wie z.B. ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und Flächenverbrauch für touristische Attraktionen - müssten die Sportler allerdings hinnehmen.
Im Laufe des Abends wurden dann noch intensive Diskussionen darüber geführt, wie weit denn nun die Wasserplattform des Biergartens in den See ragen soll. Angler, Ruderer und der DSV 98 hatten erheblich Probleme damit, dass ein Teil der Wasserfläche für die Biergarten"terrasse" verbraucht wird. Das war für uns Läufer naturgemäß nicht so wichtig.
Soweit in der Presse übrigens von Pontons die Rede war, ist das unzutreffend. Der Steg wird auf Pfählen im Wasser stehen.
Interessant war noch die Antwort, warum der neue Biergarten denn wohl viel stärker frequentiert werden sollte als Theos "Campingplatz". Das erklärte der Oberbürgermeister ungefähr so: Schauen wir einmal nach München in den Englischen Garten. Dort ist der Biergarten beim ersten Sonnenstrahl sofort voll. Warum? Weil er so schön ist. Und weil unser neuer Biergarten auf dem Wasser auch ganz toll ist, wird er auch immer ganz voll sein.
Na dann...