Tansanische Hochzeit

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Deepsky

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Hallo Fans,

Don und Judy, die beiden Frontleute unserer Zebraherden-Partnerorganisation "Planet of Hope Org. (POH)" in Daressalam/Tansania haben sich im November das Ja-Wort gegeben.

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Nicki hat sich zu diesem Anlass mutig alleine auf den Weg nach Tansania gemacht, um die mittlerweile zu Freunden gewordenen beiden anlässlich dieses wichtigen Termins zu besuchen. Schmattes, uns allen bekannt als "das Sakko", stieß später auch noch hinzu, so dass eine illustre germanische Gesellschaft zur Hochzeit ihre Aufwartung machte.

In den kommenden Tagen werden wir hier, in alter Tradition, Nickis Reisetagebuch veröffentlichen. Da wir schon in der Voradventszeit sind, öffnen wir hier analog dazu täglich ein Türchen in die Erlebniswelt von Nicki. Morgen werden wir also Tag 1 ihrer Reise hier posten.
 

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Reisetagebuch Nicki - Anreise und Tag 1

Anreise .........

Da stand ich also in Düsseldorf am Flughafen und das Abenteuer konnte beginnen. Spannend war das Aufgeben der Koffer. Von erlaubten 30 Kilo haben wir 29,8 Kilo ausgeschöpft. Da hat sich das mehrfache Umpacken ja echt gelohnt.

Der Flug nach Instanbul verlief ohne Probleme. Ich wurde gut mit Futter versorgt und im null Komma nix waren wir auch schon wieder gelandet.

Das Warten und Suchen, an welchem Gate es schlussendlich weitergehen würde, ließ auch hier die Zeit schnell umgehen. Allerdings machte mir hier die Zeitverschiebung ein wenig zu schaffen denn an Zeitgefühl war hier nicht mehr zu denken .

Der zweite Flug verging auch für die Umstände recht zügig, da ich die gesamte Sitzreihe für mich hatte und somit auch ein Schlaf möglich war.

In Dar angekommen ging es dann darum, das Visa besorgen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten die Herren und Damen in Uniform aber nicht mehr die Angst einflößende Wirkung.
Hatte ich mir doch Vorfeld so meine Gedanken gemacht, so war es jetzt ja schon "normal", fotografiert zu werden und seine Fingerabdrücke abzugeben. Beim Durchleuchten der Koffer stockte mir dann noch mal ein wenig der Atem, aber ein sehr tiefenentspannter Beamte ließ mich problemlos passieren.

Draußen warteten dann schon Don und Judy und nach einem herzlichen "Jambo" ging es dann zum Parkplatz und zu Judy nach Hause. Hier wurde ich dann recht zügig ins Bett gepackt, da Judy nur noch zwei Stunden zu schlafen hatte, denn schließlich musste sie in dieser Woche noch arbeiten .

Fazit der Anreise
-drei Sitze für mich alleine ist purer Luxus
- ich spreche Englisch wie ein Wasserfall, aber ob man mich versteht, ist hier die Frage
- das Gefühl ein bisschen wie nach Hause kommen


Tag 1

Nach ein paar Stunden Schlaf war ich um 8.30 Uhr wieder wach und voller Tatendrang. Anne ,die in den nächsten 14 Tagen auch hier wohnte , hatte mich mit Toast, Eiern und Tee verwöhnt. Danach war sie mir sehr behilflich, eine Karte für mein Handy zu organisieren, damit ich mich zuhause melden konnte .

Dann habe ich auf Don gewartet und um 12.30 ging es dann los, zu dritt (!) auf einem Motorrad Richtung Flughafen, um Geld zu wechseln. Die Fahrt war aufregend, aber auch sehr schnell, denn da wo Autos in den Stau geraten, macht ein Zweirad mal eben einen neuen Fahrstreifen auf. Nachdem die Kröten problemlos getauscht waren, ging es dann zum Office der POH. Zuerst mit dem Bus und dann mit einem Dreirad, wo man sich jedoch wundern musste, das dieses Vehikel fünf Personen transportiert und bei diesen "Nebenstraßen " nicht umkippt .

Am Office traf ich auf die ersten TanZebras, denn heute war großer Waschtag. Nach vielen guten Gesprächen und einem leckeren Essen ( Pommes mit eiern und Salat ) ging es dann wieder mit dem Motorrad zurück zu Anne. Hier hatte ich dann noch mein erstes Einkaufserlebnis. Da ich mich hier in unserem Distrikt alleine rumtreiben durfte, habe ich erfolgreich Spaghetti und Moskitospray eingekauft.

Weil ich beim Kochen nicht helfen durfte, nutzte ich die Zeit, mein Erlebtes aufzuschreiben. Jetzt warteten wir auf Don und Judy um den Abend ruhig ausklingen zu lassen.

Fazit von heute
- Motorradfahrer sind hier sehr schmerzfrei
- bei Freunden fühlt man sich zuhause
- wie gut, das es das Internet gibt denn der Kontakt nach Hause ist schon beruhigend
 
Tag 2

Nach dem ich es nun geschafft hatte, ein wenig Schlaf aufzuhole,n gab es wieder ein leckeres Frühstück von Anne und die nächste Herausforderung . Ich brauchte neues Guthaben für mein Handy diesmal direkt für eine Woche .
Also ging es guter Dinge zu den kleinen Läden an der Straße und zu meinem Guthaben ergatterte ich noch vier kalte Flaschen Fanta ....... Na bitte, es geht doch .

Don holte mich dann ab und wir fuhren mit dem Motorrad erst einmal Richtung Waisenhaus . Auf dem Weg hielten wir an einem Laden wo es Baustoffe zu kaufen gibt. Wir machten uns im groben schlau, was man alles kaufen kann, wenn man ein "duckhouse" bauen möchte. Dann ging es weiter zu Veronika und den Kindern .
Ich staunte nicht schlecht was sich hier in einem Jahr alles entwickelt hatte. Wo letztes Jahr noch unter freiem Himmel gekocht wurde, gibt es heute eine Küche. Angrenzend daran der Raum in dem die Jungen jetzt untergebracht sind . Die Enten haben sich prächtig entwickelt. Zur Zeit gibt es hier acht ganz leine Enten und auch die Ziegen grasen vergnügt und meckernd am Straßenrand .

Stolz wurde mir alles gezeigt. Dann sprach Don mit einem Mann der uns eine Materialliste erstellt hat . Wir spielten noch etwas mit den Kindern und verabschieden uns dann, um mit der Liste wieder im "Baumarkt" aufzuschlagen. Mit den neusten Erkenntnissen ging es dann im Office ans große Rechnen . Wir stellten fest, dass unser Budget reichen würde und wir morgen mit dem Projekt beginnen könnten.

Ich erzählte Don, dass in Deutschland gelesen habe, dass es von den Schalken auch ein Afrika Projekt gibt und dieses in Dar Es Salaam zu finden sein muss . Ich erklärte groß und breit die Bedeutung eines Derbys und dass sie Schalker "doof" sind . Wir beschlossenen ganz spontan "da müssen wir hin ......die müssen gegen unsere TanZebras spielen "!
Leider finden wir im Internet nur den Stadtteil aber das schreckt uns nicht ab . Wir suchen uns einen Fahrer und ab geht es mit dem bike in die Stadt .

Es war unglaublich, aber der Fahrer fuht zwischen den Autos und Bussen durch, als wäre ihm der Bock am Hintern angewachsen . Wir fuhren durch kleine Straßen , Nebenstraßen und Straßen, die man garnicht Straßen nennen konnte . Wieder auf einer Hauptstraße stoppte uns dann die Polizei, indem sie an einer Ampel einfach den Schlüssel aus dem Motorrad zog .
Das Motorrad wurde mitgenommen und die Jungs diskutierten lautstark mit den Polizisten . Warum? Genau weiß ich bis jetzt nicht , ich vermute, dass es an meiner Hautfarbe lag. Weiß bedeutete Dollars und wer mit Weißen zusammen ist, der kann auch bezahlen ..... So also geht Korruption in der Praxis ? Don und ich gingen dann zu Fuss weiter. Wir waren ja im Namen der TanZebras unterwegs .

Nach weiterem Hinterfragen und gefühlten 10 Straßen, die keine Straßen sind, kamen wir an unserem Ziel an . Das Children-House ist eine megagroße und tolle Einrichtung. Hier wohnen ca 80 Kinder es gibt einen Garten, wo Gemüse angebaut , einen Bereich wo Tiere untergebracht sind und viele weitere Gebäude sowie einen eigenen Fußballplatz. Wir wurden zur Heimleitung gebraucht, eine sehr sympathische ältere Frau . Sie empfing uns sehr herzlich und war begeistert von der Idee, ein Match gegen uns zu veranstalten . Auch wollen sich die beiden Organisationen in Zukunft austauschen. Ich denke, hier kann Planet of Hope eine Menge lernen und wir sind sehr dankbar für das Interesse und die Freundlichkeit die uns entgegengebracht wurde .Auf dem Weg nach draußen klebten wir heimlich noch schnell einen MSV Aufkleber an die Wand ........eine Frage der Ehre, schließlich muss man ja zeigen, dass die Zebras hier waren :D

Der Rückweg war dann, wie schon mal erlebt. Keine fünf Minuten gefahren, wieder Polizei . Das Motorrad wurdd mitgenommen und das ganze Theater ging von vorne los. Ein anderer Fahrer brachte uns dann zu Isack, einem Ingenieur, der auch für Planet of Hope arbeitet . Hier sah ich jetzt zum ersten mal die Seite des Mittelstandes . Eine wahnsinns Gastfreundschaft und ein Essen, das mich anguckt , aber ich muss sage,n der Fisch war wirklich lecker . Isack überprüfte die Kalkulation für das Entenprojekt und war sehr zufrieden .

Um mich drumherum wurde viel erzählt und gelacht .....leider verstand ich nichts .Ich spielte mit der kleinen einjährigen Tochter von Isack , die Kleine konnte ich auf Deutsch zutexten und sie freute sich und brabbelte auf ihre Weise zurück , wir beide verstanden uns trotz Sprachbarriere .

Isack brachte uns später heim und wir warteten noch bis Mitternacht, um Judy zum Geburtstag zu gratulieren .

Fazit
- im Waisenhaus geht es gut voran
- :kacke: in Tansania suchen hat was von "wilde Kerle spielen" .
- wichtige Kontakte geknüpft ........aber trotzdem ist :kacke: doof ;)
- wenn die Polizei mit Maschinengewehr vor einem steht, geht einem der A...... auf Grundeis
 
Tag 3

Heute war ein ruhiger Tag. Nach dem Wachwerden habe ich mir gedacht, ich gönne mir mal eine "Dusche" und nach den letzten Tagen wäre Haarewaschen auch nicht schlecht .
Gedacht, getan ...... Wasser in den Eimer einen guten Schwung über den Kopf und Schaum .....zu viel Schaum für hier .......also den Eimer nochmal nach füllen ....... Nix, aus dem Wasserhahn kam nix !!!!! Mit dem noch vorhandenen Wasser bekam ich mit Mühe den letzten Schaum aus meinen Haaren und das war es dann auch . So sollte ein Tag vielleicht lieber nicht anfangen .

Nach einem leckeren frühstück ging es dann wieder zum Baumarkt, wo Don unsere Bestellung aufgab und wir fuhren zum Waisenhaus wo wir schon erwartet wurden . Heute stellte ich dann fest, das es nicht nur kleine Enten sondern auch kleine Hühner gibt . Mir wurde nochmal erklärt, dass die Enten ein Gehege brauchen, da sie fleißig das angebaute Gemüse anfressen , die Hühner hingegen dürfen frei rumlaufen weil sie keine Gemüsekiller sind . Der Bau würde morgen beginnen.

Dann ging es zurück zum Baumarkt, wo wir zuschauen konnten, wie die Materialien zusammengezurrt und per Motorrad weggebracht wurden. Unglaublich, wie das hier gehandhabt wird.

Don hat mich dann wieder heim gebracht.Ich habe mir an einem Straßenverkauf Pommes mit Salat zum mitnehmen gegönnt.In der Tüte sah es ein wenig gewöhningsbedürftig aus was dem Geschmack jedoch nix getan hat. Den weiteren Nachmittag habe ich mit Lesen und Schlafen verbracht , ich hatte einen mächtigen Sonnenbrand und ich glaube gestern war ein bisschen zu viel Sonne.

Jetzt wartete ich auf Judy und dann konnte der Abend ruhig ausklingen.

Fazit
- ohne Wasser ist doof
- Materialtransport der anderen Art
- manchmal ist es schwer, wenn einem die Worte fehlen und man nichts versteht
 
Tag 4
Heute liegt ein wirklich aufregender Tag hinter mir.
Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück wurde ich von einem Fahrer abgeholt, den Don mir geschickt hatte.
Ich freute mich, dass es ein mir bekanntes Gesicht war und los ging die Fahrt mit dem Motorrad zu Isack, der in seinem Büro auf mich gewartet hatte.
Das Büro liegt in einem kleinen Industriegebiet vor der Stadt. Seine Firma stellt unter anderem Schub- und Sackkarren her.
Nach einer kurzen Firmenführung ging es mit einem "Dreirad " weiter in die Stadt, wenn der Verkehr zu dicht ist benutzt man auch gerne mal den Standstreifen, was wieder eine Polizeikontrolle zur Folge hatte. Naja man gewöhnt sich an alles ;)
In der Stadt waren wir auf der Suche nach einem großen Bilderrahmen, um das Trikot zu rahmen welches meine Beiden von mir zur Hochzeit bekommen sollten. Geld wechseln stand auch auf unserem Plan .
Die Stadt war sehr voll nach einigen Erklärungen wär dann auch schnell klar , es ist Freitag und ein Großteil der Bevölkerung war auf dem Weg zur Moschee.
Das Geldwechseln klappte problemlos und Isack ließ es sich nicht nehmen, den Taschenrechner zu zücken und mein Geld nachzuzählen :) Er schlenderte danach weiter zum Teil quer über die Straßen, so dass ich schon fast Angst haben musste, man würde mir den Hintern abfahren. Allerdings gaben wir nach 1,5 Stunden in etlichen Geschäften und gefühlten 40 Grad auf . Jetzt ging es zur Busstation um den Weg zurück zu seiner Firma anzutreten. Wieder im Industriegebiet angekommen, bestellten wir dann in einer Schreinerei den Rahmen zu einem angemessenen Preis. Warum einfach, wenn es auch schwer geht, aber der Trip durch die Stadt war anstrengend aber auch durchaus interessant.

Nachdem wir in der Kantine Mittag gegessen hatten fuhren wir zu Don ins Office. Nach einem kurzen Plausch ging es dann weiter zum Training der TanZebras. Es wurden vier Mannschaften gebildet und dann spielte jeweils "Oberkörperfrei gegen bunte Trikots ". Die Mannschaft, die ein Tor kassierte, wurde dann gegen die nächste ausgetauscht. Allerdings weckte dann ein für meine Ohren mächtiger Lärm mein Interesse . Es klang wie ein Duell von Marktschreiern auf dem Fischmarkt. Bei Don hinterfragt, erfuhr ich, dass es sich um eine Kirche handelte die direkt hinter dem Sportplatz liegt. Natürlich musste ich da wenigstens mal vorsichtig gucken gehen. Eine junge Frau, die mich sah, kam heraus und fragte ob ich nicht reinkommen wolle. Sie erklärte mir, dass ein Pastor aus einem afrikanischen Nachbarland hier ein Seminar abhält. Ich wurde in die zweite Reihe gesetzt und die Dame neben mir bekam die Aufgabe für mich zu übersetzten. Das Erlebte kann ich kaum in Worte fassen, die gute übersetzte mit der gleichen Leidenschaft die vorne mit dem Mikro gepredigt wurde.
Ich fühlte mich wie im Blues Brothers Film, es war wirklich sehr ergreifend mit welcher Leidenschaft , Hingabe und Körpersprache hier eine ganze Gemeinde betete.

Als ich merkte das ein Spieler der TanZebras an der Tür auf mich wartete gab ich zu verstehen, das meine Freunde auf mich warten und ich nun leider gehen müsse .
Daraufhin holte mich der Pastor nach vorne, drückte mir ein Mikro in die Hand und ich durfte erzählen, wer ich bin und was ich im Tansania mache, es wurde dann für die Gemeinde auf swahili übersetzt die sichtlich ihre Freude an dem Besuch aus Deutschland hatte. Die beiden jungen Frauen brachten mich dann noch nach draußen, wo wir unsere Nummern austauschten. Ich wurde für Sonntag herzlich zum Gottesdienst eingeladen und werde wenn möglich dieser Einladung auch nachkommen . Es war ein unbeschreibliches Erlebnis das mir mehr als eine Gänsehaut beschert hat.

Zuhause angekommen wurde ich von Anne gut bekocht, wir hatten noch einen kleinen Stromausfall und konnten nun den Abend ruhig ausklingen lassen

Fotos habe ich heute leider kaum, da es weder in der Stadt noch in der Kirche angemessen war zu fotografieren .

Fazit
- so ein Chaos auf den Straßen ist unglaublich
- noch nie hat Kirche so gerockt
- vor einer Gemeinde die passenden englischen Worte finden, ist garnicht so einfach
- ich freu mich wie Bolle auf Sonntag :)
 
Tag 5

Ohne strom

Mein Vormittag war ruhig, da die Mädels in der Stadt waren und sie mir eine Auszeit gegönnt haben, die ich mit Duschen verbracht habe, nachdem ich erstmal gute 40 Minuten warten müsste, da das Wasser uns mal wieder verlassen hatte . Don holte mich dann mittags ab und wir fuhren zum Waisenhaus. Auf dem Weg kauften wir noch einen Gaskocher, der den Alltag erleichtern soll.
Auch das Stallprojekt ist abgeschlossen und es hat sogar für beide Ställe gereicht, so dass Hühner und Enten jetzt gut geschützt sind. Auf dem Rückweg hielten wir noch auf dem Markt an um ein paar Sachen für die Küche und die Kinder zu kaufen . Dann ließen wir den Abend mit guten Gesprächen ruhig ausklingen.

Fazit
- ohne Wasser ist doof
- eine überraschte Waisenhausmama macht glücklich
 
Reisetagebuch Nicki

Tag 6

Der Wecker klingelte um 6 Uhr. Allerdings übernahm der Hahn eine halbe Stunde das Beenden der doch sehr kurzen Nacht. In unserer WG herrschte eine Menge Chaos, denn schließlich musste man sich ja für die Kirche fein machen .
Um 6.45 Uhr nahmen Judy und ich dann den Bus, um uns auf den Weg zu der Kirche zu machen in der die beiden nächsten Samstag getraut werden sollten. Wie ja schon langsam zur Gewohnheit wird, wurde unser Bus angehalten und von der Polizei kontrolliert. Der Fahrer stieg aus und nach ca fünf Minuten konnte die Fahrt dann weitergehen. In der Kirche von Don, der Gottesdienst hatte schon angefangen, ging es recht traditionell zu. Es wurde gepredigt und gesungen, schon munterer als bei uns, aber auch mit ernsten Mienen. Um 8.15 verließ ich die Kirche und wurde von meinem Motorradfahrer, mittlerweile kennt man sich ja schon, abgeholt, und zu der Kirche gebracht, wo Irene schon mit ihrem Mann auf mich wartete.
Wir saßen wieder in der zweiten Reihe, direkt hinter dem Pastor, der mich freudig per Handschlag begrüßte :) Diese Kirche war wesentlich lebhafter und ich bekam wieder alles übersetzt, selbst die auf Swahili gesungenen Lieder trällerte Irene für mich auf englisch :) Es gab viele musikalische Beiträge, zu denen in allen Reihen getanzt und geklatscht wurde.
Hier sprühte es nur so vor Lebensfreude als man sich dann untereinander für seine "Kontakte und Visionen zu Gott " ein freudiges "High Five " gab, war ich schon recht begeistert.
Viele Sätze begannen mit "Hey man ......Halleluja" und zwischendurch gab es immer wieder einen "Applaus for Jesus " Die 2,5 Stunden vergingen wie im Flug und ich wurde netter Weise von Irene zum Office gefahren.

Von hier aus ging es dann zum offiziellen Teil meiner Reise, die feierliche Übergabe der Trikots für die kleinen TanZebras in einer Art Gartenrestaurant. Hier wurden viele kleine Hände schüttelt und jede Menge Fotos gemacht . Die Kleinen sehen zwar in den viel zu großen Trikots für meinen Geschmack etwas verloren aus , aber sie sind happy und man kann ja auch da reinwachsen ;)
Eine kleine Story am Rand
Zu den Bällen habe ich eine einfache Ballpumpe mitgebracht. Über diese hat man sich mächtig gefreut, da man hier tatsächlich bisher für das Aufpumpen von Fußbällen Geld bezahlen musste. Ich habe nicht damit gerechnet das dies ein so wichtiges Mitbringsel sein würde.

Nach dem offiziellen Teil wurde ich dann von dem netten Biker wieder eingesammelt und heim gefahren. Judy hatte noch Meeting für die Hochzeit und Anne war auf einem Fest .
Ich freute mich darauf, den MSV im Internet zu verfolgen und zu duschen. Pustekuchen; mich erwarteten 6 Stunden Strom und eine wasserlose Zeit. Mein Handy ließ ich brav in Ruhe, schließlich wusste ich ja nicht, wann es wieder Strom geben würde und ich wollte ja auch meine Erreichbarkeit nicht aufs Spiel setzten.
So wird man einfach mal zur Ruhe gezwungen. Mein erstes Buch hatte ich fast durch. Allerdings war es schon ein recht merkwürdiges Gefühl, denn so lange war ich hier noch nie ohne Strom ...... Aber es ist ja schließlich Sonntag ;)

Mit Anne kam dann gegen 20.30 auch der Strom wieder und ca 30 Minuten später auch das Wasser.

Und nachdem ich mir doch am Mittag so sehnlichst eine Dusche gewünscht hatte, regnete es jetzt auch noch in Strömen ;)
Meine Bestellungen kamen halt einfach ein wenig zeitverzögert;)

Fazit
- Kirche rockt hier Mega
- Ruhe tat gut, allerdings ist die Ungewissheit ohne Strom nervenaufreibend
- lesen mit Taschenlampe ist wie früher ;)
 
Mit Anne kam dann gegen 20.30 auch der Strom wieder und ca 30 Minuten später auch das Wasser.

Wir haben am gestrigen Tag auf der Arbeit einen Wasserrohrbruch gehabt, der u.a. Rund um unsere Niederlassung für ein großes Verkehrschaos gesorgt hat, aber auch einen "normalen" Arbeitstag komplett durcheinander wirft.

Es gab im gesamten Haus (inkl. angrenzendes Lager) kein Wasser ab dem frühen morgen. Dieses betraf ca. 400-450 Leute, keine Toilette, kein Kaffee, keine Kantine. Notdürftig wurden Eimer von der technischen Abteilung gefüllt und eine Toilette so "begehbar" gemacht, die meisten Reaktionen waren jedoch "angewidert" von dieser Situation, zum späteren Zeitpunkt gab es dann auch noch Ersatzweise Dixitoiletten.

Auch heute bekommt man in Gesprächen einige Reaktionen mit, wo man sich nur an den Kopf packen kann, wie selbstverständlich doch fließendes Wasser für uns geworden ist und wie "hilflos" und "kopflos" wir agieren, wenn es mal einen Tag ausfällt. Seit 2 Stunden haben wir nun wieder Wasser und die Leute kommen langsam wieder etwas runter.

Ich bin sehr dankbar über deine Berichte Nicki, diese sind unglaublich Informativ und machen mich an vielen Stellen einfach "demütig" und "nachdenklich". Dadurch wird mir persönlich klar, wie gut es mir/uns doch eigentlich geht, doch wir dieses einfach gar nicht mehr zu schätzen wissen.

Dieses musste ich jetzt einfach los werden, auch wenn es nicht zum Ursprungsthema einer Hochzeit hier passt!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich hier eine kleine Korrektur anbdringen dürfte: in der Kirche beginnen oder enden die Sätze nicht mit "Hey man", sondern mit "Amen". Was aber ähnlich ausgesprocheen wird. ;)

Nein Jörg die Korrektur darfst du nicht anbringen da sie hier nicht angebracht ist.
Es heißt in dieser Kirche tatsächlich " hey man" als Redewendung. Da ich dies hinterfragt habe dürft ihr mir das gerne glauben ;)

Lieber Patrik,
Vielen Dank für deinen Beitrag
Ich finde schon das es passt und freue mich über deine Reaktion.
Die Hochzeit ist der Hauptgrund meiner Reise gewesen,aber dennoch erlebt man viel das zum nachdenken anregt.
Ich schreibe das alles nicht nur zum "bespassen" es ist auch ein Festhalten von erlebten und gefühltem.
Wenn es irgendwelche Fragen geben sollte immer gerne hier oder per PN

Liebe Grüße
Nicki
 
Tag 7

Heute morgen um 5 Uhr war die Nacht für mich erstmal vorbei . Warum ? Da muss ich ein wenig auf gestern zurück kommen. Unser direkter Nachbar hat einen Hahn und mehrere Hühner die bisher im weiteren Umkreis ihr Leben genießen durften. Gestern verbrachte der Herr dann damit einen Hühnerstall zu bauen der direkt " Face to Face " zu unserem Schlafzimmerfenster war . Damit die lieben Tierchen jetzt sicherer sind und nicht auf die Straße laufen, wurden sie eingesperrt . Was er davon hält, gab der Hahn dann heute morgen lauthals zu verstehen und ihr könnt mir Glauben, der findet das echt *******.

Nachdem ich versucht hatte, das Gekrähe zu ignorieren, konnte ich noch ein wenig liegenbleiben und bin dann um 9 Uhr aufgestanden.

Nach dem Frühstücken und Duschen ging es dann mit Don und Judy in die Stadt zum Ringe kaufen.
Ich fand, dass die Stadt heute voller war als am Freitag zuvor. Von den beiden in die Mitte genommen ging es dann von Laden zu Laden .
Wir fanden recht schnell zwei einfache Goldringe, die auch bezahlbar waren .
Wir durchkreuzten noch ein paar übervollen Seitenstraßen, bevor es nach einem schnellen Mittagessen dann mit dem Bus wieder Richtung Kirche ging.

Hier bekommen Judy und Don Unterricht, wie sich die Kirche das Eheleben so vorstellt.
Es sollte eine Stunde dauern und dachte ich mir, ich verbringe die Zeit im Kirchenhof, gut bewaffnet mit einem Buch und einer Wasserflasche.
Im Hof sprangen ein paar Kleine rum die versuchten mir etwas zu erzählen.
Ein paar andere grüßten freundlich über die Kirchenmauer, es hatte etwas von Don Camillo.
In der Kirche übte der Chor und auch lautes Beten erreichte meine Ohren .
Zur afrikanischen Zeitrechnung sei erwähnt, dass aus einer Stunde auch schnell mal 2,5 Stunden werden können. So auch an diesem Tag und damit ist der Tag dann auch schon um.
Aber ob man nun im Liegestuhl oder im Kirchenhof sein Buch genießt, ist ja auch eigentlich egal, solange dieses spannend ist .

Es ging dann mit dem Motorrad wieder heim wo wir dann wieder ca. zehn Minuten vor dem verschlossenen Tor warten musste,n da unser schwangeres Küken eingeschlafen und nur schwer wach zu bekommen war.

Jetzt ließ ich den Abend auf den Stufen ausklingen und bestaunte den Mon,d der an diesem Abend wirklich herrlich anzusehen war :)

Fazit
- Ringe sind gekauft
- es wird langsam hektisch
- dem Gockel dreh ich morgen früh den Hals um
 
Zuletzt bearbeitet:
Tag 8
Reisetagebuch Nicki

Es gibt Vorkommnisse, die sind echt unglaublich.
Dieser blöde Gockel hat doch tatsächlich eine innere Uhr und die steht genau auf 5.00!
Allerdings scheint er zu glauben, dass um 5.30 alle wach sind, denn dann hatte er mich noch bis 9.00 schlafen lassen.

Ich ging fürs Frühstück einkaufen und nach einer ausgiebigen Dusche wurde ich um 13.30 von meinem Lieblingsfahrer eingesammelt. Wir kamen auch ein paar Kilometer weit, bis mitten im Niemandsland das Motorrad nicht mehr weiter wollte . Nach einem kurzen Check stellte mein Fahrer achselzuckend fest, dass der Tank leer sein. Für mich war hier guter Rat teuer, für meinen Fahrer jedoch nicht. Er sprang winkend auf die Straße als dort ein Motorrad lang fuhr. Der andere Biker drehte auch sofort. Man suchte im Straßengraben nach einer leeren Flasche und im null Komma nix wurde dem einen bike Sprit entzogen und dem anderen eingefüllt. Ein Geldschein wechselte den Besitzer und schon konnte die Fahrt weitergehen . So einfach geht das ;)
Wir fuhren weiter zum Office und nach einem kurzen Plausch mit Don (der heute Waschtag hatte) ging es dann weiter zu Kirche, wo ich mit Irene verabredet war.

Hier lernte ich heute Gertrude kennen, die schon in Deutschland war und auch wirklich schon ganz gut Deutsch kann. Sie wird auf Grund des Lutherjahres im nächsten Jahr wohl, wenn alles klappt, nach Unna kommen. Auch diese Begebung ist eine echte Bereicherung gewesen.
Auch mit dem netten Pastor wechselten wir wieder ein paar Worte :)

Mit Irene, die mit dem Auto im Sand stecken geblieben war, verbrachte ich dann einen wirklich schönen Tag. Wir unterhielten uns viel gingen ein wenig Geschäfte gucken und ich konnte die Dinge kaufen, die mir hier noch fehlten. An der Hauptstraße angekommen, rief Irene für mich meinen Fahrer an und dann ging es mit dem Bike in der Abenddämmerung nach Hause. Diese Fahrt habe ich vollen Zügen genossen.

Jetzt ließen wir diesen tollen Tag hier noch mit einem leckeren von Anne gekochtem Abendessen ausklingen.

Fazit
- ich habe mega tolle Leute kennengelernt
- man muss sich nur zu helfen wissen ;)
- bei Strom sollte man das Handy aufladen, denn man weiß nie wann der Strom einen wieder verlässt ;)
 
Tag 9
Reisetagebuch Nicki

Heute habe ich es endlich geschafft ..... Ich habe den Gockel einfach ignoriert ..... Ich wollte ihn nicht hören und habe mich direkt wieder umgedreht .... So mein Lieber, das hast du jetzt davon, ich lasse mich von die doch nicht kleinkriegen ;)

Nach einer schnellen Tasse Kaffee fuhr ich mit Don zum Childrenhouse um nach den Enten zu schauen , die letzten Einkäufe abzugeben und mich im inneren schonmal zu verabschieden. Ob mir die Zeit bleibt die Kids nochmal zu besuchen weiß ich noch nicht .

Den Rest des Tages würde ich hier alleine und in Ruhe verbringen da mein Rest fleißig in den Hochzeitsvorbereitungen steckte.
Heute kam Judys Familie hier an, die in einem Hotel untergebracht wurde. Auch für die Sendoff-Party morgen gab es noch eine Menge zu klären.
Sendoff bedeutet, dass hier in diesem Fall Judys Familie einlädt und in einer Zeremonie die Braut aus dem Kreis der Familie "entlässt".
Das fand am nächsten Abend statt.

Jetzt war es für mich auch an der Zeit, mir mal über das hier Erlebte Gedanken zu machen.
Ich glaube, ich habe dieses Jahr viel für mich mitgenommen . Letztes Jahr war alles was wir hier erlebt haben neu, und man musste viele Situationen sacken lassen und verarbeiten.
Dieses Jahr konnte ich viel gezielter an meine Pläne gehen da ich ja wusste was auf mich zukommt.
Diesmal jedoch war vieles anderes wenn man alleine unterwegs ist. Es wurde zu jeder Zeit immer auf mich aufgepasst. Ich weiß genau was ich als "Weiße" alleine darf und was nicht.
Eine gute Portion Skepsis gegenüber Fremden gehört ganz klar dazu. Wenn hier jemand plump über die Straße ruft "Hello My Friend " , weil ich für ihn nach Dollars aussehe, ist meine Antwort ein patziges "i am Not your Friend " !
Auf ein freundliches "jambo" oder "your wellcome" reagiert man selbstverständlich genau so freundlich. Da verlasse ich mich auf mein bauchgefühl.

Auch war es wieder eine Freude mit den Spenden von Zuhause im Waisenhaus helfen zu können. Ich glaube wir haben über unsere Projekte gut nachgedacht und alles nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe und Erleichterung im Alltag " gut und preislich angemessen angelegt und umgesetzt.

Mit dem Gefühl fremd zu sein und viele Dinge alleine sprachlich nicht zu verstehen musste ich erstmal lernen umzugehen. Das war nicht immer einfach, aber durch whatsapp und Familie und freunde Zuhause die immer ein Ohr für mich hatten und die ich jetzt teilweise auf englisch anspreche weil mir die deutschen Worte entfallen,lassen den Anflug von Heimweh schnell wieder verschwinden.

Auch habe ich hier viel über ein neues abgedachtes Projekt von plant of Hope gelernt das ich euch gerne vorstellen werde wenn ich wieder zuhause bin. Denn planet of Hope ist mehr mehr als nur das Supporten des childrenhouse , es ist eine Organisation mit Visionen die mein Herz erobert haben und die ich gerne unterstützen werde. Man hat dich in einem Jahr so weiter entwickelt das ich gespannt darauf bin was die Zukunft bringt.

Jetzt werde ich alles weitere in meinem Kopf abschalten und auf Hochzeit umschalten.
Das große high light von meinem Besuch hier.
Ich glaube wir werden in den nächsten Tagen hör in eine Welt ein tauchen die ganz anders sein wird als das normale Leben hier.
Zwei Familien sparen hier wirklich jeden Schilling um an so einem Tag alles in den Schatten zu stellen was das normale Leben hergibt. Es ist mir eine Ehre das alles miterleben zu dürfen.

Fazit
- heute etwas nachdenklich
- ich bin zufrieden mit erreichten
- gespannt auf die nächsten Tage
 
Tag 10
Reisetagebuch Nicki

Sendoff 1.Teil


Lassen wir den Vorhang das erste mal aufgehen :)

Bühnenbild : Judys zuhause
Ein völlig chaotisches Wohnzimmer in dem jede menge Tüten und Kartons stehen. Dazwischen Judy, die Brote für uns zum Frühstück macht.

Ich wurde um 8 Uhr geweckt und bekam mitgeteilt, dass es um 9 Uhr losgehen solle, der Fahrer sei bestellt.
Ich packte alles zusammen, was ich für den Abend brauchte und bekam einen Kaffee, den ich nach dem Überfall auch dringend brauchte .
Dann erschien Don auf der Bildfläche, er wollte aber nur etwas abzuholen, bekam auch ein Brot und einen Kaffee und weg war wieder.
Dann kam eine Freundin von Judy, die auch mit uns fahren wollte.
Der Fahrer hatte eine gute halbe Stunde Verspätung, in der afrikanischen Zeitrechnung also voll im Soll!

Ortswechsel : die Fahrt dauerte gut 1,5 Stunden und ging quer durch die Stadt . Unterwegs hielten wir an, um das Brautkleid abzuholen.

Bühnenbild: ein Hotelzimmer, wir befinden uns in dem Hotel in dem auch Judys Eltern seit gestern wohnen. Hier wird am Abend die Zeremonie stattfinden.

Im Hotel angekommen checkten wir im Zimmer ein. Ob wir heute Abend hier bleiben oder nicht stand noch nicht fest. Dass so was überhaupt geplant war,war mir nicht bekannt.
Ich lernte kurz Judys Eltern kennen.
Ihr Papa hat einen freundlichen Humor und ihre Mutter ist eher die freundliche im Hintergrund.
Ich machte mich danach alleine auf den Weg um mich ein wenig umzuschauen und Fotos vom Hotel zu machen.
Zurück bei Judy "stürmten" zwei Damen das Zimmer ...... Das Schmink-Team
Sie versuchten sich auch mit mir zu unterhalten bzw. Die eine wollte mich in Swahili unterrichten, was das Chaos in meinem Kopf noch größer werden liess ...... Habe ich doch mit meinem Englisch schon genug zu kämpfen ;)

............warten wir mal ab wie es weitergeht

Der Vorhang fällt

PAUSE

Der Vorhang hebt sich wieder

Bühnenbild :
Ich sitze in einem Auto auf dem Hotelgelände neben Don

Don durfte das Auto nicht verlassen, bevor seine Braut da war .
Judy saß oben im Hotelzimmer, sie war bereits komplett fertig
Worauf wir eigentlich wirklich wartete,n weiß ich nicht.
Matthias und ich hatten erstmal etwas zum Trinken im Laden gegenüber vom Hotel gekauft .
Die Gäste waren da aber Getränke schien es erst zu geben, wenn hier alles anfängt und das schien noch zu dauern.
Don hatte sich sichtlich über die Nachricht gefreut, dass mein Flug gecancelt wurde und ich einen Tag länger in Tansania bleiben werde :)
Ich vermisste zwar langsam die Heimat aber zu einem geschenkten Tag hier sagte ich natürlich nicht nein ........na und eine Wahl hatte ich ja eh nicht ;)
Jetzt warten wir mal auf das was uns erwartet

De Vorhang schließt sich wieder

Der Vorgang öffnet sich wieder

Bühnenbild : der Raum für die Zeremonie

Don wurde im Raum an einen Tisch gesetzt .
Jetzt zog Judys Vater mit seiner Familie in den Raum ein. Sie verteilten sich an den Tischen auf der linken Seite. Danach folgte die Familie.
Die Freunde saßen an Tischen außerhalb, wo das alles gut sichtbar auf zwei Leinwänden übertragen wurde .
Matthias und ich bekamen Plätze drinnen am Tisch von Don.
Jetzt war der große Moment gekommen, Judy kam, gefolgt von ihrer besten Freundin, in den Raum.
Die beiden wurden von einem Moderator , der durch den ganzen Abend führte , begrüßt und sie nahmen auf den beiden Plätzen vor Kopf des Raumes platz.
Judys Tante eröffnete den Abend mit einer Rede .
Jetzt wurde Judy aufgefordert, ihren Bräutigam zu suchen, sie tanzte mit einem Geschenk für ihn in der Hand durch die Reihen, bis sie ihn fand .
Danach musste er wieder an unserem Tisch Platz nehmen .
Den ganzen Abend wurden Geschenke zum Teil mit viel Symbolcharakter gebracht.
Die Familien näherten sich an .
Mal die eine, mal die andere Seite . Eine Torte wurde angeschnitten und verteilt neben einer gebratene Ziege .
Nach gut 1,5 Stunden ging es dann zum Essen.
Wieder zuerst die Familien, wir wurden von Judys Mutter aufgefordert, uns hinter der Familie einzureihen. Ich denke, das war eine echte Ehre.
Nach dem Essen ging die Zeremonie weiter. Und Freunde brachten Geschenke zu Judy. Um ca 24 Uhr war die Feier beendet.
Judy blieb bei ihren Eltern im Hotel und ich wurde von Don nachhause gebracht. Mittlerweile war es 2.15 Uhr und der Vorhang schließt sich für heute zum letzten mal

Fazit
- es war ein großartiges Erlebnis, bei dieser Zeremonie dabei zu sein
- auch wenn wir nicht viel verstanden haben konnte man den Gesten viel entnehmen
- hier finden zwei super herzliche und freundliche Familien zueinander
- der Moderator hatte was von Roberto Blanco ;)
 
Tag 11
Reisetagebuch Nicki

Mein heutiger Tag stand unter dem Motto
"Ich bin dann mal weg "

Um 12 Uhr wurde ich von meinem Biker abgeholt und es ging zur Kirche, wo Matthias und ich uns mit Irene und ihrem Mann getroffen haben.
Die beiden haben uns einen total schönen Tag am Strand geschenkt. Dieser liegt an einer Halbinsel vor der Stadt .
Natürlich durfte die mir wohl bekannte Polizeikontrolle nicht fehlen ....... Aber das war bestimmt nur, damit Matthias das auch mal miterlebt ;)

Fazit
- das Wasser ist wie in der Badewanne
- einfach mal die Seele baumeln lassen
- ein toller Tag mit netten Gesprächen und netten Leuten
 
Tag 12
Reisetagebuch Nicki

Der grosse Tag war endlich gekommen.
Judy hatte im Hotel übernachtet und Anne und ich machten uns um 10 Uhr mit dem DalaDala auf dem Weg zum Hotel, unsere Sachen zum Umziehen im Gepäck .

Das Hotel lag in der Nähe vom Bezirk Mombasa. Im Hotel trafen wir auf eine nervöse Braut, eine Trauzeugin und drei Mädels, die allesamt hier "fein" gemacht wurden.
Das brauchte natürlich alles seine Zeit und nach meinem Kenntnisstand sollte die Trauung um 15 Uhr sein.
Es machte mich schon ein wenig stutzig, dass ich erst um 14.30 uhr von Matthias und Ibrahim abgeholt werden sollte, aber ein wenig afrikanische Zeitverschiebung ist man ja gewohnt. Auf dem Weg zur Kirche kamen wir Don vorbei, der im Trikot aus der Tür schaute .......hey Leute, wir hatten zwei Minuten vor drei !

An der Kirche angekommen verabschiedete sich Ibrahim , er müsse jetzt nach Hause, sich umziehen. Und Matthias und ich standen alleine in dem mir schon bekannten Kirchenhof und ausser dem Kirchenchor der fleißig probte, war niemand vor Ort .Die Uhr zeigte drei und die einzigen die pünktlich da waren, waren die "Deutschen "
Gute zwanzig Minuten später kamen die amerikanischen Gäste .......Jetzt waren die "Weißen " komplett, aber von den Afrikanern war weit und breit niemand zu sehen .....Ausser dem Kirchenchor, der immernoch fleißig probte ;)

Um ca 16.10 uhr kam dann langsam Bewegung ins Spiel . Der Wagen mit der Braut fuhr vor, vom Rest ist immernoch nix zu sehen. Also saß diesmal Judy im Wagen fest, zwei Tage zuvor war es Don ;)

Die Kirche füllte sich langsam und endlich erschien auch Don mit Isack. Nun konnte es eigentlich losgehen, wenn nicht die Braut Eltern im Stau gestanden hätten. Sie kamen mit ca 20 Minuten Verspätung, hatte aber soweit nicht viel Wichtiges verpasst .Man wartete noch etwas und begann dann mit dem Einzug in die Kirche.
Die Messe dauerte ca 1,5 Stunden . Es wurde viel gesungen und die Predigt des Pastors zog sich auch mächtig in die Länge.
Nach der Zeremonie wurde dann vor der Kirche viel gratuliert und die ersten Fotos des frisch vermählten Paares wurden geschossen.

Jetzt ging es zügig in die Autos und wir fuhren zu einem Restaurant mit Garten wo eine weitere Fotosession stattfand.

.........Teil zwei folgt ......
 
Tag 12/2
Reisetagebuch Nicki

Nachdem die Fotos in der Dämmerune gemacht wurden,was wir sehr schade fanden, ging es weiter zur "Hall" in der die eigentliche Feier stattfinden sollte.
Freunde und Bekannte verteilten sich schon in dem Saal, während die Familien draußen blieben.
Es dauerte eine ganze Zeit bis alle eingetroffen waren und ich freute mich darüber auf die beiden Mannschaftsführer der TanZebras Junior und Senior zu treffen. Auch Veronika und andere mir bekannte Personen waren jetzt anwesend.

Dann ging es endlich los. Zuerst zog Dons Familie feierlich in den Saal ein und nahm auf der rechten Seite Platz, danach folgte Judys Familie, die die linke Seite bekam.
Danach folgten die Brautjungfern mit Begleitung, dann die Trauzeugen und zum guten Schluss die frisch Vermählten .
Natürich alles wieder tanzend.

Auch dieser Teil der Feier wurde moderiert.
Das Brautpaar und die Familien wurden vorgestellt und begrüßt.
Es wurden viele Reden gehalten und dann wurde die Hochzeitstorte angeschnitten.
Wie die Tradition es vorsieht fütterte sich das Paar gegenseitig, danach die Trauzeugen .........und dann holte man mich nach vorne.
Ich war etwas perplex denn schließlich hatte ich damit gerechnet, dass doch jetzt die Familie dran sei.
Ich bekam mein Stück der Torte von Judy ,danach bedankten sich Judy und Don für meine Anwesenheit und dann wurden die restlichen Torten an die Familien und Freunde verteilt.
Die Amerikaner bekamen eine kleine "Familientorte", eine wirklich rührende Geste für unsere weiten Anreisen.

Jetzt ging es weiter mit einem Tanz der von den Familien angefangen wurde und man das Brautpaar in die Mitte nahm.
Eh ich mich versah wurde ich auch hier einbezogen und war selbst auf der Tanzfläche ein beliebtes Fotoobjekt ;)
Plötzlich standen wir im Dunkeln, denn auch für einer Hochzeitsfeier macht der Stromausfall keine Ausnahme und bis der Notstrom geschaltet ist muss man halt ein wenig improvisieren.

Nach weiteren Reden und Tanzeinlagen gab es endlich etwas zu essen. Wir hatten ja erst 22.00 Uhr und dementsprechend auch langsam Hunger.

Nach dem leiblichen Wohl ging es dann an die Geschenke.
Geschenke wurden in Gruppen zum Brautpaar gebracht und überreicht, auch hier ist zu erwähnen, dass es selbstverständlich tanzend passiert und das einmal quer durch den ganzen Saal.
Die Gruppen ordneten sich dann zu einem Erinnerungsfoto und dann ginges mit der nächsten Gruppe weiter.
Auf diese Weise überbrachten wir dann auch unsere Geschenke und Glückwünsche.
Dies war jetzt der letzte Teil des Tages.
Nachdem jeder sein Geschenk und seine guten Wünsche losgeworden war, zog man feierlich aus dem Saal aus.
Diesmal das Brautpaar an der Spitze, dann die Familien und danach der Rest.
Im Hof wurde sich nochmal herzlich verabschiedet bevor Inrahim Anne und mich nach Hause brachte.

Es es war ein tollles Erlebnis an dieser Hochzeit teilnehmen zu dürfen :)

Fazit
- auch ohne der Sprache mächtig zu sein versteht man sehr viel
- Stromausfall ist überall
- ein langer Tag , viel Tradition und Eindrücke die man nie vergisst
 
Tag 13
Reisetagebuch Nicki

"The day after ........."
Heute ging der Tag nach 3,5 Stunden Schlaf mit dem ersten Handyklingeln los. Nicht wirklich erfreut drehte ich mich um als ich feststellte das es sich nicht um meinen Wecker handelt.
Anne erinnerte mich daran, das, ich doch etwas vorhätte ........aber doch bitte nicht so früh. Gerade wieder eingeschlafen, klingelte das Handy erneut und ich bekam es rüber gehalten. Don wollte mich sprechen, um zu klären, wann er mir den Fahrer schicken sollte . Verrückt, alle feiern wie blöde, um morgens aus dem Bett hüpfen wie aus dem Toaster ;)
Aber alle Welt denkt hier für mich mit, das hat doch auch was. Wieder gerade im Land der Träume teilte Anne mir mit, dass sie zum Krankenhaus müsse, weil es ihr nicht so gut ging.
Leider konnte ich nicht so schnell schalten wie sie die Wohnung verlassen hatte.

Ich ging also meinen Plänen nach und traf mich mit Irene nochmal in der Kirche. Es war auch wirklich sehr schön. Wieder zurück zuhause, fand ich eine schlafende Anne vor. Sie machte wirklich einen sehr angeschlagenen Eindruck , die letzten Tage waren wohl einfach zuviel. Der Arzt habe etwas von Bett und heute Abend nochmal wiederkommen gesagt, mehr bekomme ich aus ihr nicht raus.

Don und Judy Kommen rum und machen Essen danach fahren wir ins Krankenhaus. Um in der Schwangerschaft den richtigen Service zu erwischen fährt man ein wenig länger und sehr holperig. Im Krankenhaus waren wir dann recht schnell dran. Anne musste ins Bett und war erstmal nicht "reisefähig", was sie um so trauriger machte, da sie morgen wieder heim zu ihrem Mann wollte.

Beim Einsteigen ins Auto hatte ich mich dann total verschätzt und mir so richtig den Kopf angeschlagen. Egal, Judy lachte herzlich über meine Auslegung, ich hätte Sterne gesehen und schließlich sind in einer guten Reiseapotheke Kopfschmerztabletten. Jetzt gab es noch bzw. schon wieder etwas zu essen und dann ging es ins Bett . Da Don und Judy im Hotel schliefen, musste ich ein Auge auf Anne haben .

Fazit
- Krankenhaus hier sieht aus wie ich es aus Vorkriegsfilmen kenne
- es war ein typischer Tag danach ;)
 
Tag 14
Reisetagebuch Nicki

Heute ist mein letzter Tag hier
Eigentlich ein geschenkter Tag .....aber man fragt sich schon was Leute machen die nicht das Glück Haben privat zu wohnen und mal eben 24 Stunden länger vor Ort sind.

Ich habe auf jedenfall gut geschlafen habe dann in Ruhe meinen Koffer gepackt und mir ein letztes mal die plastikschüssel voll Wasser über den Kopf geschüttet.

Ich habe den Tag alleine und mit Ruhe verbracht bis im Nachmittag Judy , Anne und Don zusammen auf der Matte standen.

Wir haben fleißig Fotos ausgetauscht und Wassermelone gegessen.
Es gibt hier noch jede Menge zu erzählen und ein paar neue deutsche Worte dürfen auch nicht fehlen. Don kennt jetzt die Bedeutung von "hetz mich nicht" und spricht es auch sehr schön aus ;)
Auch mein Wörterbuch hat den Besitzer gewechselt.
Judy hat mir und Vivi aus den Tüchern die sie zur Hochzeit bekommen hat "Kleider " nähen lassen , ein unheimlich traditionelles Geschenk über das ich mich riesig gefreut habe.

Auch mein Koffer ist wieder gut gefüllt und ich hoffe, dass ich mit dem Gewicht auskomme!
Mal schauen ob ich mit meinen 10 Fantaflaschen auch wirklich durch den Zoll komme.
Wir werden jetzt die letzten Stunden zusammen genießen bevor es dann um 1 Uhr Richtung Flughafen geht !

Fazit
- ein wunderschöner Urlaub neigt sich dem Ende
- es war mir eine Ehre ...........
 
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