Umfrage - Was würde eine Abhängigkeit des MSV von einzelnen Investoren für mich persönlich bedeuten?

Was würde eine Abhängigkeit des MSV von einzelnen Investoren für mich persönlich bedeuten ?

  • Einen Investor mit Einflussnahme möchte ich hier nicht mehr sehen

    Stimmen: 167 29.6%
  • Normales Sponsoring wäre noch ok, ohne Einflussnahme des Investors

    Stimmen: 332 58.9%
  • Wir werden uns nicht gegen eine solche Entwicklung wehren können

    Stimmen: 109 19.3%
  • Ich bin für alles offen, Hauptsache wir spielen bald wieder in Liga 2 oder 1

    Stimmen: 80 14.2%
  • mir reichen Traditionsduelle in unteren Ligen

    Stimmen: 42 7.4%

  • Umfrageteilnehmer
    564
Ich bin pro Investor. Möchte den maximalen ERFOLG für den MSV. Meist möchten Investoren aber Einfluss nehmen auf den Verein und das ist nicht ohne Risiko, geht dementsprechend öfter schief, als es gut geht. Ein Wohltäter (ohne bipolare Verhaltensstörung der nach einem Jahr kein Bock mehr hat) der den Verantwortlichen die Lanze in die Hand drückt (und nicht in den Rücken a la Ismaik) wäre mein Traum :D Mir ist aber auch klar, dass es gerade in Deutschland viele gibt, die gegen eine Kommerzialisierung sind.. daher schwer es jeder Seite Recht zu machen. So wie es jetzt ist, ist doch auch schön.
 
Kann mir mal jemand die ganzen "erfolgreichen" Investoren Vereine nennen, die jetzt statt in der Landesliga im Europapokal kicken?

Ja, ich :old: Ich meine hier um die Ecke den VfB Stuttgart.

Der VfB hat 2017 den Profifußball inklusive der Frauen aus dem Gesamt e.V. in einer AG ausgegliedert.

Stand jetzt ist die Verteilung der Investorenanteile so:

VfB Stuttgart 1893 e.V. 78,2 %
Mercedes Benz Group AG 10,4 %
Porsche AG 10,4 %
Jako AG 1 %

Die oft angeführte "Einflußnahme" der Investoren ist in der Theorie auf den Aufsichtsrat beschränkt.

Dieser ist im Moment wie folgt zusammengesetzt:


Dietmar Allgeier VorsitzenderPräsident, VfB Stuttgart 1893 e. V.
Landrat des Landkreises Ludwigsburg
Andreas Grupp
Stellvertreter
Präsidiumsmitglied, VfB Stuttgart 1893 e. V.
Robert AderVorsitzender der Geschäftsführung, Porsche Deutschland GmbH
Michael René EisenmannVice President Sales Controlling, Mercedes Benz Cars
Tanja GönnerHauptgeschäftsführerin, Bundesverband der Deutschen Industrie
Stefan JungPräsidiumsmitglied, VfB Stuttgart 1893 e. V.
Alexander KlägerPräsident Region Mittel- und Osteuropa, SAP Deutschland
Bernadette MartiniHoteldirektorin, Hotel & Restaurant Lamm Mosbach
Klaus RehkuglerVice President Product Management & Global Training, Mercedes Benz Group AG
Albrecht ReimoldVorstand Produktion und Logistik, Porsche AG
Tobias RöschlVorstand Vertrieb und Marketing, Jako AG
Serdar Tasciehemaliger Junger Wilder und Meister 2007 :boris:

Meine (sehr) grobe Beurteilung:

Der Einstieg der Investoren Mercedes-Benz und Porsche war ein einmaliger Boost in Höhe von ca 100 Mio €, der seinerzeit m3ehr als nur hilfreich gewesen ist. Nach den vergangenen unglaublichen sportlichen Erfolgen bis heute, stellt diese Summe ein Schnäppchen dar. Der Invest hat sich daher auf jeden Fall für alle Beteiligten gelohnt.

Weitere Pluspunkte:

1. Die Regionalität der Beteiligten, die trotz ihrer weltweiten Performance nach wie vor sehr ausgeprägt ist ("I schaff beim Daimler", "I ben Porscheaner"). Der weitaus überwiegende Teil der jeweiligen Beschäftigten ist deckungsgleich auch emotional dem VfB verbunden.

2. Der einmalig investierende Investor ist zugleich auch zuverlässiger jährlicher Sponsor. Das Investment ist gleichzeitig ein glaubhaftes Bekenntnis zu Verein und Region.

3. Die Stimmenmehrheit in den Gremien (in der Hauptsache dem Aufsichtsrat) liegt ausnahmslos beim e.V. Die Einflussnahme der Investoren auf das operative Geschäft ist überschaubar. Das war übrigens auch in den anfänglich noch sportlich mäßigen Zeiten der Prä-Hoeneß-Epoche so.

4. Die kritische Begleitung der Vorgänge ist durch die wirklich sehr mitgliederstarke und sehr traditionsbewusste Organisierte Fanszene (in der Hauptsache Commando Cannstatt) gegeben. Mittlerweile herrscht weit überwiegend eine "wohlwollende Koexistenz" und die Balance zwischen Tradition und Moderne ist im Lot. Geringste Veränderungen, die möglicherweise auf aktive Einmischung der Investoren in das operative Geschäft schließen lassen, werden meinungsstark diskutiert. Ausdiskutierte Ergebnisse, Beschlüsse und sonstiges zu diesen Themen werden dann auch gemeinsam getragen. Es existiert eine Vielzahl von Barrieren und Schranken, die Auswüchse ungemein erschweren würden, wenn es sie denn einmal gäbe.

Mit dieser naturgemäß nur oberflächlichen Zusammenstellung im Rücken, bekenne ich mich durchaus zu Offenheit, was Investoren betrifft. Klar, die vielen Negativbeispiele sind mir bekannt. Aber es gibt für mich halt auch tragfähige Allianzen, wie diese. Die Kunst ist eben den oder die "Richtigen" zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht, ob es schon im Thread steht, aber wir haben den Investor bereits. Capelli mit 40%. Viel an Anteilen kann man gerade nicht mehr verkaufen.
This! Wobei natürlich unklar ist, ob Capelli die Anteile nicht doch mal auf den Markt wirft.

Investoren sind halt gerade für Vereine problematisch, die nicht wirklich lukrativ sind. Bei Bayern, Stuttgart& Co. kannst du als Investor halt auch ohne Einfluss Gewinne erwarten, während ein Investment in einen Verein in unteren Ligen deutlich riskanter ist.

Der ein oder andere Emmes Fan müsste sich mal opfern und eine sehr reiche, hoch betagte Witwe (ohne Ehevertrag) heiraten.
 
Ich bin für Investoren, wenn ich der Investor bin und biete Capelli hier und jetzt 1.902 Euro für ihre Beteiligung! (Sofortüberweisung!)

Aber mal im Ernst, Das Thema ist müßig: Solange der MSV weiter "aufblüht" und die "Marke stärker wird" - also auch der Wert der Anteile steigt - wird CAPELLI nicht verkaufen. Das Angebot, das CAPELLI akzeptieren würde würde niemand ernsthaft abgeben wollen, denn da müsste ein Zweitligaaufstieg definitiv schon mit eingepreist sein und das wird niemand tun bevor es ihn nicht gab.

In anderen Worten: Der MSV ist gerade vielleicht 10 Mio. Euro wert, also lägen die CAPELLI-Anteile bei 4 Mio. Euro, mit einem Zweitligaaufstieg steigt der Wert sofort auf 20 Mio. Euro, die Anteile von CAPELLI sind dann 8 Mio. Euro wert - und diesen Geld müsste halt jemand jetzt schon hinlegen, damit CAPELLI gesprächsbereit wäre & das wird kein vernünftiger Investor tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin per se kein Gegner Investoren, was mich nur stört sind Investoren die halt 0 was mit dem Verein zutun haben. Wenn aus irgendeinem Grund ein Duisburger Hardcore MSV Fan morgen Milliardär wird und Bock hat Geld in den MSV zu stecken und die 40% von Capelli kaufen will, dann fände ich das mega und würde das auch Unterstützen, ich habe halt nen Problem damit, wenn du Leute hast die wirklich nix mit dem Verein und der Region zutun haben.

Von mir aus darf Hellmich auch wieder Sponsor werden (ohne Einfluss) und SLR, KöPi, von mir aus auch weitere lokale Unternehmen können sehr gern beim MSV Einfluss nehmen und gern auch mitreden solange die 50% + 1 Stimme dem Verein gehören. Sowas wie der Chef von Naketano z.B. bei RWE finde ich eigentlich cool.
Hellmich darf wieder Sponsor werden?
Die „Marke“ Hellmich ist beim MSV wieder ganz dick im Sponsoring vertreten.
So präsent , wie die Firma Hellmich momentan durch Werbung im Stadion ist, kann man schon fast von einem "Hauptsponsor" sprechen.
Wenn man die Werbung von Hellmich vor Ablauf der Hinrunde mit dem heutigen Auftritt vergleicht, liegen da Welten zwischen.
Auf jeder LED Bande bei Magenta etc.
Ich denke, dass Hellmich einen großen Anteil daran haben wird, welche Kaliber zur neuen Saison verpflichtet werden.
 
Im Zuge der damaligen Bemühungen von Ingo Wald an Michael Preetz war schon das Interesse an einen (weiteren) Investor vorhanden...

Ein weiteres Thema, das dieser Tage aufkam, ist der mögliche Einstieg eines Investors beim MSV. Ein Exposé, das von einem möglichen Verkauf der Capelli-Anteile handelte, ging herum. Wald erklärte, dass ein neuer Investor zwar durchaus Thema sei...
Von 49 Prozent liegen zurzeit 40,1 Prozent bei Capelli. „In dieser Diskussion haben wir dann auch ein Signal von Capelli bekommen, dass sie beispielsweise bereit wären, elf Prozent weiterzugeben, sollte ein Investor sagen, dass ihm die neun Prozent, die ohne Mitgliederversammlung noch zu verkaufen sind, zu wenig sind und er wenigstens 20 Prozent haben möchte.“ Noch sei jedoch nichts entschieden...
(Quelle RS vom 20.12.2023)
 
Korrekt, wobei der MSV diese Anteile dann natürlich aber sicher günstig via @Blue Bally zurückkaufen kann, sobald der endlich fündig geworden ist. Daumen sind gedrückt!
Würde die dem Verein natürlich schenken, Allerdings mit der Prämisse das die nicht verkauft werden dürfen und immer in Vereinshand bleiben oder einen von MSV Anhängern geführter Verein der diese Anteile verwaltet falls der Rest doch in Investorenhand geht. Das würde ich dann schauen.
 
Das Thema Investor ist primär deswegen problematisch, weil ein Investor Wachstum braucht.

Das ist ausgehend von der 3. Liga aber ziemlich zuverlässig realisierbar.

Bedingung:

Keinen fachlichen Einfluss. Und zwar NULL!

Alles andere ist Kappes.

Wenn es dann in die 1. Liga geht, wird das mit dem Wachstum in unserer Ligenstruktur schwieriger - wobei ein ROI auf vorher geleistete Investments durchaus dauerhaft denkbar ist.

Lange Rede kurzer Sinn: Ein Investor, der den Push in Liga 1 finanziert, um sich über die dortigen Einnahmen einen Return sichert finde ich ok.

In den dauerhaften Money-Wettlauf einzusteigen, um irgendwann Menschen wie Trump Preise verleihen zu müssen, um die wohlgesonnen zu stimmen, habe ich garkeinen Bock.
 
Wenn es dann in die 1. Liga geht
Realistisch betrachtet muss man sehen, dass es da wohl höchstens mal für 1 Jahr hin gehen kann, wenn eine Wunder-Zweitligasaison passiert, eine dauerhafte Etablierung dort ist absolut ausgeschlossen mit unserem Gesamtpotenzial (regional wie finanziell wie strukturell).

Das ist selbst für (strukturell wie finanziell wie regional) größere Vereine wie Nürnberg, Hannover, St. Pauli, Kaiserslautern etc. nicht möglich solange Vereine wie Hoffenheim, Leverkusen, Augsburg oder Leipzig die Plätze blockieren. Selbst ein Verein wie SO4 schafft es derzeit nicht sich in der Bundesliga zu etablieren. Der HSV und der Effzeh schaffen es vielleicht gerade.

Das Potenzial beim MSV liegt für Investoren bei 2. Liga mit einem Schnitt von max. 30.000 Zuschauern, die eher regional als national und schon gar nicht international sind & die keine enorme Kaufkraft haben (wie z.B. die Fans bei St. Pauli).

Als reiner Finanzinvestor hätte ich kein Interesse am MSV - so Leid es mir tut das so zu schreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir sind doch gerade erst aus dem Dornröschenschlaf erwacht.Warten wir doch ab wie sich alles entwickelt.Wir hatten selbst diese Saison mehr Merchandising Erlöse als einige Erst und Zweitligisten.Wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind und hier liegt noch eine Menge Potenzial brach.Ich blicke das erste Mal seit Jahren optimistisch in die Zukunft.
 
Merchandisingerlöse sind leider das kleinste Stück der Torte und da kommen wir auch gerade an eine gläserne Decke. Zuschauereinnahmen sind bei uns auch arg gedeckelt mit dem 30.000er Stadion und der potenziell ärmeren Bevölkerung in der Gegend/Fanschaft, Sponsoring bei der regionalen Wirtschaftsschwäche leider auch nicht unendlich zu steigern und naja - Investoren (sollte es denn Interessierte geben) müssen sich mit CAPELLI einig werden oder sich mit 9 % zufrieden geben - beides ist schwierig bis teuer. Das NLZ wird uns auch keine Millioneneinnahmen generieren und bleibt Kostenfaktor.

Da sind uns leider nicht nur 18 Vereine in Deutschland strukturell überlegen. So ehrlich muss man sein.

Aber eine dauerhafte Etablierung in der 2. Liga ist sicherlich möglich & wäre schön <3
 
Als reiner Finanzinvestor hätte ich kein Interesse am MSV - so Leid es mir tut das so zu schreiben.
Ich wiederum denke weiterhin, dass der größte ROI zwischen Liga 3 und 1 liegt - man muss Investitionen nicht auf Lebenszeit machen und wir brauchen keinen Globalen Investmentfonds.

Ein reiner Investmentbanker sollte die Finger eh vom Fussball lassen, ausser er braucht ne Geldwaschmaschine.
 
Ich wiederum denke weiterhin, dass der größte ROI zwischen Liga 3 und 1 liegt
Ne, der liegt zwischen Liga 3 und dem FIFA-Club-World-Cup-Sieg als CL-Sieger, aber Spaß beiseite.

Natürlich ist der MSV in dem Moment am wertvollsten, wo wir als etablierter Erstligist mit dauerausverkauftem Stadion im Pokalfinale stehen, aber dann musst du halt auch einen Käufer für deine Anteile finden, denn darin liegt ja der wahre, realisierbare Gewinn in diesem Investment - und wie wahrscheinlich das ganze Szenario ist dürfte klar sein.
 
@STZ11
Zuschauereinnahmen spielen heutzutage keine so große Rolle mehr und beim Sponsoring sind wir noch lange nicht am Ende.Wir können uns wenn wir uns weiter so entwickeln auf lange Sicht mit Vereinen wie Freiburg,Pauli oder Bremen messen.Die Bundesliga ist mittlerweile so beliebt und nicht alle Sponsoren wollen bei den großen Vereinen an Fünfter oder sechster Stelle stehen.Man muss Sponsoren nur einen Weg zeigen und den dann mit Leben füllen.Natürlich nicht sehr einfach aber auch nicht unmöglich.Wer hätte gedacht das wir innerhalb von zwei Jahren in allen relevanten Punkten so große und schnelle Schritte machen.Ich auf jeden Fall nicht.Es bleibt spannend.
 
Wir können uns wenn wir uns weiter so entwickeln auf lange Sicht mit Vereinen wie Freiburg,Pauli oder Bremen messen.
Nein. Einfach nein. Also klar, wenn wir aufsteigen und der FC St. Pauli nicht dann "messen" wir uns in der übernächsten Saison sportlich mit ihnen, klar. Aber strukturell und in allem Anderen auch sind uns diese 3 Vereine meilenweit enteilt.
 
Warum nicht?Freiburg war mal viel kleiner als wir.Keiner weiß was in 10 oder 15 Jahren passiert.
Das stimmt sogar. Damals war Freiburg auch noch die Aussteiger- und Hippiestadt in der Landwirtschaftsregion Schwarzwald und wir waren der Verein in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Dann kamen die 80er und 90er und der Fussball wurde vom Sport zum Business und Freiburg zur Hightech- und Wissenschaftsstadt während Duisburg und die Region komplett verarmt sind. Dazu haben wir zig andere Vereine als direkte Konkurrenz vor der Haustüre, die nicht. Das nur mal von der Region her betrachtet - dazu kommt dann noch das ganze Sportliche und die individuelle Entwicklung der Vereine.

Aber immerhin haben beide Vereine zuletzt mal wieder ein Finale gespielt 👍🏻
 
Wir müssen uns doch nicht nur auf unsere Region konzentrieren.Wir müssen einfach nur mal Erfolg über mehrere Jahre haben und wir sind gerade dabei sexy zu werden.Das alles wird wahrscheinlich alles viele Jahre dauern.
 
Wir müssen uns doch nicht nur auf unsere Region konzentrieren.Wir müssen einfach nur mal Erfolg über mehrere Jahre haben und wir sind gerade dabei sexy zu werden.Das alles wird wahrscheinlich alles viele Jahre dauern.

So ist es.

Ich erinnere mich da an ein Zweitligaspiel von uns bei Union Berln damals in der Saison 2018/19. Also 8 Jahre her.

Eigentlich waren wir den Eisernen von der Entwicklung und Infrastruktur deutlich voraus.
Aber sportlich haben die uns damals überholt und sind dann - auch durch den Aufstieg in Liga 1 - peu á peu davongezogen.
Sogar mal mit europäischem Fussball zwischendurch.

Wenn man seitdem den Werdegang beider Clubs und dabei einfach nur die TV-Einnahmen gegenüber stellen würde, dann sieht man schnell wie die finanzielle Schere krass auseinander gegangen ist.

Ich halte durch gute Planung, etwas Glück und eine nachhaltige Entwicklung durchaus einen ähnlichen Weg des MSV auch heute noch für möglich, wage aber die These, dass dieser Weg mit all den ungenutzten Jahren heutzutage immer schwerer wird zu gehen.

Denn viele Teams haben uns in den letzten 15-20 Jahren nach unserer letzten Bundesliga-Zeit nicht nur überholt, sondern deutlich abgehängt.
Ob St. Pauli, Union, Heidenheim, Freiburg, Mainz, selbst Bochum: die wieder einzuholen wird sich sehr schwierig gestalten.
 
Ja, ich :old: Ich meine hier um die Ecke den VfB Stuttgart.

Der VfB hat 2017 den Profifußball inklusive der Frauen aus dem Gesamt e.V. in einer AG ausgegliedert.

Stand jetzt ist die Verteilung der Investorenanteile so:

VfB Stuttgart 1893 e.V. 78,2 %
Mercedes Benz Group AG 10,4 %
Porsche AG 10,4 %
Jako AG 1 %

Die oft angeführte "Einflußnahme" der Investoren ist in der Theorie auf den Aufsichtsrat beschränkt.

Dieser ist im Moment wie folgt zusammengesetzt:


Dietmar Allgeier VorsitzenderPräsident, VfB Stuttgart 1893 e. V.
Landrat des Landkreises Ludwigsburg
Andreas Grupp
Stellvertreter
Präsidiumsmitglied, VfB Stuttgart 1893 e. V.
Robert AderVorsitzender der Geschäftsführung, Porsche Deutschland GmbH
Michael René EisenmannVice President Sales Controlling, Mercedes Benz Cars
Tanja GönnerHauptgeschäftsführerin, Bundesverband der Deutschen Industrie
Stefan JungPräsidiumsmitglied, VfB Stuttgart 1893 e. V.
Alexander KlägerPräsident Region Mittel- und Osteuropa, SAP Deutschland
Bernadette MartiniHoteldirektorin, Hotel & Restaurant Lamm Mosbach
Klaus RehkuglerVice President Product Management & Global Training, Mercedes Benz Group AG
Albrecht ReimoldVorstand Produktion und Logistik, Porsche AG
Tobias RöschlVorstand Vertrieb und Marketing, Jako AG
Serdar Tasciehemaliger Junger Wilder und Meister 2007 :boris:

Meine (sehr) grobe Beurteilung:

Der Einstieg der Investoren Mercedes-Benz und Porsche war ein einmaliger Boost in Höhe von ca 100 Mio €, der seinerzeit m3ehr als nur hilfreich gewesen ist. Nach den vergangenen unglaublichen sportlichen Erfolgen bis heute, stellt diese Summe ein Schnäppchen dar. Der Invest hat sich daher auf jeden Fall für alle Beteiligten gelohnt.

Weitere Pluspunkte:

1. Die Regionalität der Beteiligten, die trotz ihrer weltweiten Performance nach wie vor sehr ausgeprägt ist ("I schaff beim Daimler", "I ben Porscheaner"). Der weitaus überwiegende Teil der jeweiligen Beschäftigten ist deckungsgleich auch emotional dem VfB verbunden.

2. Der einmalig investierende Investor ist zugleich auch zuverlässiger jährlicher Sponsor. Das Investment ist gleichzeitig ein glaubhaftes Bekenntnis zu Verein und Region.

3. Die Stimmenmehrheit in den Gremien (in der Hauptsache dem Aufsichtsrat) liegt ausnahmslos beim e.V. Die Einflussnahme der Investoren auf das operative Geschäft ist überschaubar. Das war übrigens auch in den anfänglich noch sportlich mäßigen Zeiten der Prä-Hoeneß-Epoche so.

4. Die kritische Begleitung der Vorgänge ist durch die wirklich sehr mitgliederstarke und sehr traditionsbewusste Organisierte Fanszene (in der Hauptsache Commando Cannstatt) gegeben. Mittlerweile herrscht weit überwiegend eine "wohlwollende Koexistenz" und die Balance zwischen Tradition und Moderne ist im Lot. Geringste Veränderungen, die möglicherweise auf aktive Einmischung der Investoren in das operative Geschäft schließen lassen, werden meinungsstark diskutiert. Ausdiskutierte Ergebnisse, Beschlüsse und sonstiges zu diesen Themen werden dann auch gemeinsam getragen. Es existiert eine Vielzahl von Barrieren und Schranken, die Auswüchse ungemein erschweren würden, wenn es sie denn einmal gäbe.

Mit dieser naturgemäß nur oberflächlichen Zusammenstellung im Rücken, bekenne ich mich durchaus zu Offenheit, was Investoren betrifft. Klar, die vielen Negativbeispiele sind mir bekannt. Aber es gibt für mich halt auch tragfähige Allianzen, wie diese. Die Kunst ist eben den oder die "Richtigen" zu finden.
Es ist wie bei Bayern für mich kein Investment, sondern ein erweitertes Sponsoring.
Hier gibt es keine formelle Einflussmöglichkeit, nur eine (Mit-) Aufsicht durch einen Aufsichtsratsposten. 50+1 wird nicht einmal ansatzweise berührt.

Es könnte höchstens verdient werden, wenn ausgeschüttet wird - das ist aber nicht vorgesehen. Auch ein Wiederverkauf der Anteile mit entsprechendem Mehrwert ist nicht vorgesehen. Das Geld ist quasi weg und nicht im Sinne eines Unternehmens investiert.

Der einzige Nutzen für die "Investoren" hier ist der Marketingeffekt. Daher ist es kein Investment, sondern eher ein erweitertes Sponsoring.
 
Im Zuge des 1860er Zwangsabstieg sehe ich meine Einstellung zu "Investoren" mittlerweile auf Beton gebaut.
Da wird im eigenen Interesse gehandelt, sicherlich nicht im Sinne des Vereins. Man stelle sich vor 50+1 würde fallen, da wäre der Ismaik bestimmt mit dem (seinen) Club umgezogen, vielleicht nach Bayreuth oder doch besser nach Kassel?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Investoren an die wir uns orientieren müssten, sind 60 udn Uerdingen. Beides sind so riesengroße Red Flags, dass ich wirklich nicht verstehen kann, wie irgendjemand sagt "Ich will investoren beim MSV". Und auch Capelli war damals, als sie noch Einfluss hatten, nicht gut für diesen Verein.
 
Nur mal zur Einordnung, da einige das falsch zu verstehen scheinen: es müssen mindestens 50%+1 Stimm(!)anteile beim Verein bleiben, Anteile ohne Stimme dürften bis 100% verkauft werden, es sind also noch 59% MSV zu verscherbeln, nicht 9%.

(und dank der MSV Verwaltungsgesellschaft mbH liegen die Stimmen in unserem Fall eh nicht in der Profispielabteilung aka KGaA aka Kommanditisten, sondern bei eben jener Komplementärin)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht ob das noch aktuell ist, aber die Firma Naketano bzw. Sascha Peljhan ist vor einigen Jahren komplett raus bei RWE. Ich meine mich erinnern zu können das dies auch nicht so locker flockig ablief.

Sonst aber keine Kritik an deinem Beitrag. Nur dein Beispiel ist (meine ich) nicht so passend.

Nein alles gut ist ja ein fairer Einwand, aber du weißt ja wie ich das Argument meine.
 
Alleine so ein Thread suggeriert schon wohin die Reise gehen wird.
Und diese Diskussionen gibt es nicht nur bei uns.

Ich beobachte auch, dass die Ascheplatzgemeinde mit Bierchen immer kleiner wird.

Auch bei 49+1 denke ich, haben Investoren bereits ein riesen Mitspracherecht, auch wenn es nicht offiziell ist.

Die Bundesliga ist mit ihrer Infrastruktur und der Kaufkraft der Menschen hier, ein sehr potentieller Markt für große Investorenkonglomerate.
Und dass diese bereits Fussball können, zeigen Meisterschaften und internationale Titel.

Und ich rede jetzt nicht von irgendwelche Dullis, wie bei 1860 oder KFC
Oder letztendlich bei uns von Capelli, die fragwürdige Entscheidungen beeinflusst haben und sonst eigentlich nur noch von Lizenzen für Alltagsartikel leben.

Was nun auch immer häufiger passiert, ist dass nicht nur Spieler nicht kommen sondern, auch die guten Trainer weg bleiben und andere Länder bevorzugen.
Das wird in Zukunft noch viel spürbarer.
Alleine wer alles bei Leverkusen abgesagt hat an Trainern für die neue Saison, zeigt die aktuelle Tendenz.

Es öffnen sich immer mehr Märkte und immer mehr Vereine bieten sich an.
So ein solides und strukturiertes Invest benötigt auch Zeit und Jahre, um eine konkurrenzfähige Mannschaft zu etablieren.

Ich denke, dass es so oder so zu Großinvestoren in der Bundesliga kommen wird.
Nur die anderen Ligen schlafen nicht und haben jetzt schon große strukturelle Fortschritte in deren Vereinen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Rad der Zeit wird sich wahrscheinlich immer weiter drehen und immer wenn man meint, jetzt ist es aber zu Ende öffnet sich woanders eine neue Tür und es geht weiter.
 
Was hat Michael Preetz denn Anderes erzählt, was Ingo Wald nicht schon mal erwähnt hätte?
Ob Preetz das so super explizit gesagt hat weiß ich jetzt nicht mehr sicher, aber er hat auf einer (der letzten? vorletzten?) JHV mit nem ganzen Zaun gewunken dass er auch mehr als 50% weghauen würde wenn die Mitglieder ihn lassen (und er nen Käufer findet) bzw. das perspektivisch sogar für unvermeidbar hält.
Für Wald ist das laut offiziellen und inoffiziellen Aussagen immer ein absolutes No-Go gewesen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mein Freund in München trauert, ich fühle mit ihm.
Das Ganze war ein Riesenmissverständnis. Investieren: heißt doch, dass man Geld gibt, um später alles plus Zinsen zurück zu bekommen. Oder man ist mit "Zinsen" in Form von sportlichem Erfolg zufrieden, dann ist man aber ein Mäzen. 1860 e.V. ist wohl eher davon ausgegangen, dass Ismaik brav immer die Fehlbeträge ausgleichen würde, während Ismaik von Anfang an schlecht beraten bzw. in Unkenntnis (50+1) gehandelt hat, zudem sprunghaft war und ständig das Personal gewechselt hat. Er hat 80 Millionen seit 2011 "investiert" und hat wohl erwartet, dass es sich rentieren würde, zumindest bei einem Verkauf seiner Anteile. Das war ein Trugschluss, und wenn man nun bis in die Bayernliga Süd fällt (heute Rückzug des Hauptsponsors), hat er eigentlich alles verloren.
Meine Meinung: es gibt Vereine, bei denen sich ein "Investment" im wirtschaftlichen Sinn nie auszahlen wird. Dazu gehören z.B. 60 und der MSV. Geld verdient man in ganz anderen Klassen. Beim Rest geht es um relativen sportlichen Erfolg und ums Prestige.
Aber selbst bei einem Verein der deutschen Spitzenklasse, nämlich dem BVB, ist es beinahe schief gegangen seinerzeit: ohne Forderungsverzicht der Gläubiger wäre man damals Pleite gegangen. Dem Vorsitzenden Niebaum, zusammen mit Michael Meier ein Hauptverantwortlicher, ist schon vor Jahren wegen Vermögensverfalls die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen worden. Ein Menetekel für alle im Verein Verantwortlichen.
 
Meine Meinung: es gibt Vereine, bei denen sich ein "Investment" im wirtschaftlichen Sinn nie auszahlen wird. Dazu gehören z.B. 60 und der MSV. Geld verdient man in ganz anderen Klassen. Beim Rest geht es um relativen sportlichen Erfolg und ums Prestige.

Es kommt halt drauf an was dein Ziel ist. Du kannst schon nen Team kaufen, 49,9% der Anteile besitzen, richtig Geld in den Verein pumpen, ihn in die erste Liga bringen, vll. sogar in den Europapokal, dann hast du vll. 100 Mio. investiert deine 49,9% Anteile sind aber vll. irgendwann 150 Mio. wert. Das ist schon möglich. Es ist halt nur maximal Unsexy, plus die Frage willst du all das Risiko eingehen für am Ende 50% Rendite wo du jahrelang das Geld nicht hast, da ist am Ende selbst ne Staatsanleihe ne sicherere Sache.

RasenBallsport wird mit RB auch nicht das Ziel haben Geld zu verdienen, am Ende ist das Werbung dafür, dass wir uns in Clubs nen Wodka RasenBallsport reinzischen statt nen Wodka Effekt.
 
Man kann aber mit einem Investor auch vertrauensvoll zusammenarbeiten und nicht nur das Geld einfach für Gehälter und Ablösesummen verprassen.Es sollte im besten Fall immer ein vernünftiger Plan dahinter stehen und ein Investor ist eigentlich nicht dafür da,das jährliche Defizit auszugleichen.

Union Berlin könnte dafür ein sehr gutes Beispiel sein.
 
Es kommt halt drauf an was dein Ziel ist. Du kannst schon nen Team kaufen, 49,9% der Anteile besitzen, richtig Geld in den Verein pumpen, ihn in die erste Liga bringen, vll. sogar in den Europapokal, dann hast du vll. 100 Mio. investiert deine 49,9% Anteile sind aber vll. irgendwann 150 Mio. wert. Das ist schon möglich. Es ist halt nur maximal Unsexy, plus die Frage willst du all das Risiko eingehen für am Ende 50% Rendite wo du jahrelang das Geld nicht hast, da ist am Ende selbst ne Staatsanleihe ne sicherere Sache.

RasenBallsport wird mit RB auch nicht das Ziel haben Geld zu verdienen, am Ende ist das Werbung dafür, dass wir uns in Clubs nen Wodka RasenBallsport reinzischen statt nen Wodka Effekt.
Das ist ein wichtiger Punkt. Du kannst dein Geld wesentlich risikoärmer und mit besserer Rendite einsetzen. Was also bezweckt jemand damit, in einen Fußballverein zu investieren? (Wobei schon der Begriff "Fußballverein" die Entwicklung der vergangenen Jahre romantisiert. Das sind heute alles "Fußballunternehmen".) Ich sehe da einige, ganz unterschiedliche Motive. Marketing, Geldwäsche, Identifikation mit einer Stadt/Region und dem "Verein". Wenn ich über die Grenzen hinausschaue, sehe ich auch steinreiche Personen mit Egomanie. Und auch welche, denen anscheinend das Monopoli-Spiel mit der Familie am Abend nicht den nötigen Kick gibt. Allein schon deshalb muss man differenzieren. Für mich gibt es da Schwarz und Weiß und kaum Grau.

Aus Sicht der Vereine muss man ganz klar festhalten: Du hast heute keine Chance mehr, im Konzert der Top Ten mitzuspielen, wenn du nicht das notwenige Kapital hast. Natürlich ist es möglich, mal ein Jahr oder auch zwei Jahre mit viel Glück und Kompetenz in diese Elite einzudringen und sie ein bisschen aufzumischen. Auf Dauer aber gewinnt das Kapital.

Wenn du jahrelang Zweit- oder Drittligist bist, ist jeder Bundeligist, finanziell gesehen, Lichtjahre entfernt. Die Distanz wird von Jahr zu Jahr größer. Gelsenkirchen, Köln, Mönchengladbach und der HSV sind Schwergewichte in puncto Fans und Mitglieder, können aber mit der Finanz-Elite sportlich nicht mehr mithalten. Es zeigt sich: Selbst in der Bundesliga hat sich eine Zweiklassengesellschaft zementiert, die ohne Investoren kaum noch aufzubrechen ist.

Wenn ein Zweit- oder Drittligist nach oben in die Bundesliga strebt und sich dort dauerhaft etablieren will, geht das in 99 von 100 Fällen nur noch mit viel, viel Kohle. Und die gibt es nur mit Investoren. Da sollte sich niemand etwas vormachen. Für mich gilt: Wenn wir keinen Investor mit redlichen Absichten finden, verzichte ich lieber. Ich hätte nichts gegen einen Aufstieg in die 2.Liga, kann aber auch mit der 3.Liga gut leben.
 
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