Fußball WM 2026

Auch wenn es Off-Topic ist:

Keine schlechte Doku, vor allem wenn man sich für das dafür interessiert wie Medien und Fussball zusammen "funktionieren". Mich stört nur, dass sie mir insgesamt zu sehr den Eindruck erweckt, dass die "Anti Vogts" Stimmung auf dem Mist der BILD und Franz beruhen würde. Nicht das die BILD kein ekelhaftes Blatt wäre, aber in meiner Erinnerung hat fast Gesamt-Deutschland kräftig und gerne auf Vogts drauf geprügelt, zum Teil bar jeglichen Anstands. Die BILD hat sich dbzgl zwar, fast schon aufgrund des eigenenen Selbtsverständnisses, besonders hervor getan, aber mitgemacht haben meiner Erinnerung nach alle gerne. Man muss sich daran erinnern dass die WM 1994 die erste war, in der das "Privatfernsehen" flächenmässig in Deutschland verbreitet war, gerade RTL hat die Bälle von BILD sogar in deren Nachrichten aufgenommen und weter gesponnen. Dies deutet die Doku mMn nur an.

Stefan Raab hat sich hier mit seinem unter jeglicher Gürtellinie zielenden "Börti Bashing" 1994 den Sprung vom Musiksender Viva in die grossen Sender geschafft und damit quasi den Grundstein seiner Karriere gelegt. Er hat damit Humor, der darauf basiert andere öffentlich zur Schau zu stellen, quasi im Alleingang ins Deutsche Fernsehen gebracht. Auch Harald Schmitt hat (wenn auch erst nach der EM 1994) über einen längeren Zeitraum dasselbe in seiner Abendsendung betrieben; zwar weniger plumb sondern eher verpakt für ein Publikum, das sich als "Bildungseliute" sieht, aber trotzdem zumeist unter der Gürtellinie.

Und wenn Marcel Reif in der Doku mehrfach sein eigenes Handeln hinterfragt (Reif war damals bei ZDF) oder wenn man einen Ausschnitt von Waldemar Hartmann sieht, wie er eine Absetzung Vogts WÄHREND der WM durch den Experten Beckenbauer tatsächlich ins Spiel bringt, sieht man ja dass auch der ÖRR nicht frei davon war.

Das Grundproblem war, und das hat die Doku mMn vor allem zum Ende gut rausgearbeitet, das Berti Vogts der richtige Mann für den Job zur FALSCHEN Zeit war. Ein introvertierter, mit einem aus der Zeit gefallenen Wertesystem als "Deutschland erster Trainer" zu einer Zeit, in der der Fussball sich "boulevardisierte" und mehr als "Unterhaltung" in der Öffentlichkeit stattfand. Und genau wie heute finden dort eben vor allem die Anklang, die wie Franz Beckenbauer stets noch härter drauf prügeln, stets noch polemischer sind. Ein Mann wie Berti Vogts, der eben wenig Ausstrahlung hat und glaubt, dass man Diskussion und öffentliche Anerkennung über der Kraft der Argumente gewinnt, verlot diesen Kampf aber schnell und wurde zur "Witzfigur" degradiert das hatte was von dem "Lamm und den Wölfen". Diesen Effekt arbeitet die Doku wie ich finde gut heraus.

In dieser Hinsicht zeigt die Doku auch schon auf, warum heute ein zumindest einigermassen sourveränes Auftreten in den Medien als Grundskill einers Profitrainers gelten muss, ohne das man zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist.
So sehr Off-Topic ist deine (sehr gute) Analyse gar nicht, wie ich finde.

Allerdings hast du vergessen, dass auch Matthäus (berechtigterweise) sein Fett in der Doku wegbekommen hat. Der hat ebenfalls zusammen mit dieser Möchtegern-Zeitung - quasi als Maulwurf - versucht Vogts abzusägen.
 
Auch wenn es Off-Topic ist:

Keine schlechte Doku, vor allem wenn man sich für das dafür interessiert wie Medien und Fussball zusammen "funktionieren". Mich stört nur, dass sie mir insgesamt zu sehr den Eindruck erweckt, dass die "Anti Vogts" Stimmung auf dem Mist der BILD und Franz beruhen würde. (...)
Ich gehe mit allen deinen Ausführungen mit. Ich glaube allerdings schon, dass die Bild da sehr extrem vorgelegt hat. Mit Beckenbauer und Matthäus als integrante Lichtgestalten. Und viele andere haben da einfach mitgezogen (ich habe z. B. Marcel Reif durchaus abgenommenen, dass er sein damaliges Verhalten bereut). Die Bild war halt damals der Meinungsmacher und Vogts hat sich geweigert, sie wie sein Vorgänger mit Extras zu versorgen. Bei Klinsmann hat sie ja ähnlich agiert (bis Merkel interveniert hat).
 
Als Nachrücker hat Nagelsmann jetzt Assan Ouédraogo von RB Leipzig nominiert.
Hätte man auch Anton Stach oder Kevin Schade holen können den Ouedraogo ist genauso ein anderer Spielertyp.
Dazu war der auch lange Verletzt und hat bisher auch erst ein Länderspiel.

Werde das Spiel heute Abend mal gucken, aber die Vorfreue ist bei mir nicht da auch wenn ich die Spiele von Deutschland wie immer verfolgen werde.
 
Ouédraogo ist ja bestimmt kein schlechter. Aber den als Karl Ersatz, und nicht El Mala, nachzunominieren, darauf muss man auch erstmal kommen.
Da sieht man halt, das der immer noch viel zu viel von dieser Bullen-Pisse im Körper hat.
Wäre El Mala bei Bayern oder Dortmund usw, wäre der längst in Amerika dabei.
Eine weitere mehr als unverständliche Personalentscheidung vom BT, die die Vorfreude definitiv nicht steigen lässt.
Von seinen ursprünglichen Ankündigungen 2024, nur nach Leistung zu gehen, ist aber mal so gar nichts übrig geblieben.
Hätte mich ehrlich gesagt nicht gewundert, wenn der den Müller nachnominiert hätte, weil der das Klima da ja schon kennt ...
 
So langsam spüre ich doch ein wenig WM-Vorfreude.
(Infantino/Kommerz/Trump/Drogenkartelle mal ausgeblendet)
Heute abend ein spannender Gegner USA. Ist als Gastgeber bestimmt ambitioniert und wird ein guter Prüfstein dafür, was wir so drauf haben.
Auf geht´s, schwarz-rot-gold!
 
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