Naja zum einen bist du ja das Einfallstor zum Profifußball, sprich die Fluktuation nach oben und unten ist durch die Struktur der Liga natürlich hoch und ein Drittel sind halt bei 10 Feldspielern auch max. 4 Leute, das heißt noch immer, dass du in der Regel mit 7 Leuten spielst die letztes Jahr bei dir waren.
Ich finde grade wir sind ein extrem gutes Beispiel dieses Transferfenster für sog. kontinuierliche Verbesserung.
Das erklärt die hohe Fluktuation, die von den Spielern vorangetrieben wird. Aber auch die Vereine trennen sich massenhaft von Spielern. Gefühlt würde ich sagen, dass sich das ungefähr die Waage hält. Man möge mir in diesem Fall ausnahmsweise den Bezug zum MSV erlauben, weil ich nicht Personalien diskutieren will, sondern nur auf zwei Beispiele von uns zurückgreife für die generelle Diskussion über Kontinuität.
Also: Warum geben wir Töpken und Göckan den Laufpass? Beide haben, wenn sie spielen durften, geliefert. Für Töpken kommt ein U23-Spieler, bei dem auf Grund seiner Verletzungshistorie die Gefahr besteht, dass er immer wieder mal für längere Zeit im Lazarett landet und keinen Spielrhythmus findet. Wir versprechen uns von ihm eine Qualitätsverbesserung - trotz erhöhtem Ausfallrisiko. Mit Töpken hätten wir Kontinuität gehabt. Eine mögliche, nicht einmal gesicherte Qualitätssteigerung ziehen wir der Kontinuität vor. Für Göckan ist ebenfalls eine Qualitätssteigerung geplant. Auch hier scheint zu gelten: Lieber mehr Qualität als Kontinuität. Die Hoffnung auf mehr Qualität wird, zumindest auf diesen Positionen, höher bewertet als Kontinuität und Eingespieltheit.
Andere Vereine verfahren doch ähnlich. Natürlich versuchen alle, wenn möglich, absolute Leistungsträger zu halten. Aber auch da stellt sich mir die Frage: Will man das wegen der Kontinuität oder wegen der Qualität dieser Leistungsträger? Meine Meinung geht zunehmend dahin, dass die Qualität der entscheidende Faktor ist und die Kontinuität nur der Beifang ist.
Gezielt auf Kontinuität im Kader zu setzen, dachte ich früher, sei ein Wert an sich. Aber bei mir setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass das gerade in der 3.Liga, die 38 und damit vier Spieltage mehr hat als die Bundesliga und die 2.Liga, nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das liegt möglicherweise auch an der guten Ausbildung der Spieler, die sich schneller als früher in neue Teams und Spielsysteme einfinden. Ab dem sechsten oder achten Spieltag spielt es keine Rolle mehr, ob ein Kader zusammengehalten oder neu zusammengestellt wurde.