Beispiele:
Der Hahn muss laufen! Und damit ist hier mal ausnahmsweise nicht unser Capitano gemeint. Jede Bierbestellung wurde an meiner Bude mündlich vom Boten, der die Bestellung annahm, überbracht. Bestellung aufgegeben, Verkäufer geht 5 Meter durch die Bude und sagt: Cordula, du, ich will dich nicht stören. Aber ein Kunde dort vorne verlangt einen Krug güldenes Pils. Cordula sucht unmotiviert ein passendes Gebinde und wirft zögerlich den Hahn an. Und so lief das mit allen Bestellungen und Verkäufern. Das ist doch quatsch. Eigentlich darf doch der Zapfhahn gar nicht in den Ruhemodus kommen, der müsste bei so einem Andrang doch aufgedreht bleiben und ein Pils nach dem nächsten abgefüllt werden. Ich versteh das nicht! Man weiß doch, dass die Leute i.d.R. ein bis fünf Bierchen wollen. Wie kann man man von der Bestellung dann so überrascht sein? Das war bei Kersten aber auch schon so. Da fass ich mir an den Kopf. Und die Getränke müssen doch so sehr in Reichweite sein, dass der/die/das Verkäufer:in (m/w/d) nur noch hinter sich greifen muss und den Gerstensaft nach vorne stellen muss. Da muss ich aber doch kein Systemgastronom für sein, um das zu schnallen. Mann!
Absolut korrekt.
Dieses ineffiziente Zapfverhalten kostet so unglaublich viel Zeit und ist vollkommen unnötig.
Es muss beim Caterer ja jemanden geben, der dort das Sagen hat.
Nennen wir ihn Vorarbeiter, Teamleiter oder was auch immer.
Beim Startschuss müssen von ihm zum einen die Aufgaben klar verteilt sein, zum anderen muss klar sein, wie diese Aufgaben optimal auszuführen sind.
Und da kennt bezüglich der Bierversorgung jeder Halbdepp den Grundsatz, dass der Hahn
immer laufen muss, solange der Andrang dies nötig macht.
Bei Großveranstaltungen mit diesem hohen Andrang an den Versorgungsständen macht es null Sinn, auf Zuruf nach jeder Kundenbestellung zu zapfen. So etwas sollte eigentlich strafbar sein!
Genau so muss jedem klar sein, wie hoch ein Becher mit Bier befüllt sein muss. Einen halben Schaumbecher oder einen zu niedrig gefüllten Becher an einen Kunden raus zu geben ist eigentlich unfassbar.
Ich habe zu Unizeiten selber in einer Kellnervereinigung gearbeitet, wir waren beispielsweise auf Schützenfesten im Einsatz.
Ähnlicher Andrang an den Getränkeständen wie beim MSV. Da wusste aber jeder, was er macht. Unsere Zapferin, kurz vor dem Rentenalter, hat stundenlang durchgezapft. Der Hebel ging nur nach oben, wenn das Fass gewechselt wurde.
Rein schätzungsweise wurde dort an der Bierausgabe mindestens 5 mal schneller gearbeitet, wahrscheinlich sogar noch mehr. Jeder kannte seine Aufgabe und das Ding hat geflutscht.
Lange Rede - kurzer Sinn:
So lange es beim Caterer niemanden oder niemand fähigen gibt, der dem jeweiligen Team in den Buden die Basics erklärt und der diese Teams organisiert, wird das nix.
Die Jungs und Mädels dort sind ja zum Großteil sicher nicht minderbemittelt sondern wissen einfach nicht, wie der Hase läuft. Wüssten sie es, würde der Laden besser laufen und das Arbeiten auch mehr Spaß machen. Denn es ist sicher nicht so motivieren, andauernd in gefrustete Fanfressen zu schauen, die aufgrund der unbefriedigenden Situation kurz vor dem Austicken sind.