Zurück aus dem Urlaub, und dort, wo ich war, gab es kein bzw. schlechtes Internet und kaum Handyempfang. Deutschland im Jahr 2026...
Ich hatte in der Woche vor dem ersten Spieltag eine Vorausschau auf den Saisonausgang gewagt, wie jedes Jahr. Die macht mir einfach Spaß, immer wieder, auch wenn ich zu oft ziemlich daneben liege. Ich möchte sie hier teilen, man darf gerne darüber diskutieren und mir auch vor den Latz knallen, dass ich keine Ahnung habe.
Für mich spielen fünf Teams um den Aufstieg. Eine Überraschung erwarte ich in der Spitzengruppe nicht. Meine Top-Favoriten sind der MSV und Hansa. Für sie spricht mMn die relativ geringe Fluktuation, was den Kern des Kaders betrifft. In der Spitze halte ich beide für etwa gleich stark, wobei ich bei uns einen großen Vorteil gegenüber allen anderen Mannschaften sehe: Alle unsere Spieler - abgesehen vom dritten Torwart - kann ich mir als Kandidaten für die erste Elf vorstellen. Das kann sich im "Marathon" (Zitat Hirsch) als enscheidender Pluspunkt herausstellen. Die Plätze eins und zwei gehen an Duisburg und Rostock.
Wenn sich die neu formierte Truppe aus Düsseldorf schnell findet, kann sie ein gewichtiges Wörtchen im Aufstiegskampf mitspielen. Allerdings sehe ich das gleiche Problem wie viele andere: Der Kader ist für nur ein Spielsystem zusammengestellt. Das kann funktionieren, wenn die Qualität der einzelnen Spieler entsprechend hoch ist. Fallen zwei oder drei Spieler ab, wird die Fortuna Schwierigkeiten bekommen, ganz oben mitzuspielen. Damit rechne ich aber nicht, zur Not sollten die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sein, um spätestens in der Winterpause personell nachlegen zu können. Am Ende werden die Fortunen die Relegation spielen dürfen - oder müssen.
Essen hat erheblich an Qualität eingebüßt. Die Abwehr wurde mMn verstärkt, das Sturmzentrum ebenfalls. Aber im Mittelfeld haben die Rot-Weissen nicht adäquat ersetzt. Deshalb wird es nur zu Rang vier oder fünf reichen.
Als fünften Kandidaten sehe ich die Saarbrücker. Ich finde, die haben aus der vergangenen Saison gelernt und ihren Kader klug umgebaut. Wohl niemand rechnet damit, dass sie noch einmal eine so bescheidene Runde spielen werden wie 2025/26. Aber als möglicher Aufsteiger werden sie, auch kaum genannt. Für mich sind sie das aber. Wenn das neue Team schnell harmoniert, sehe ich sie unter den Top 5, wenn am Ende auch nicht der Aufstieg stehen wird.
Das breite Mittelfeld bilden für mich (ungefähr in dieser Reihenfolge) Regensburg, Aachen, Waldhof, Münster, Würzburg (als bester Aufsteiger), Wiesbaden, Ingolstadt, Verl, Großaspach und Stuttgart II. Auf zwei Teams möchte ich etwas näher eingehen.
Bei Aachen rechne ich damit, dass Schroers noch geht und - wie im Sommer 2025 - spät noch Spieler verpflichtet werden, die Qualität mitbringen. Deshalb ungefähr Platz sieben. Sollte es allerdings anders kommen, sollten Bagkalianis und Schroers den Verein noch verlassen und nicht ähnliche Kaliber wie Gondorf und eben Schroers in der vergangenen Saison verpflichtet werden, wird die Alemannia gegen den Abstieg spielen. Bleiben aber Bagkalianis und Schroers (und machen keinen Stunk), wird zudem noch mit zwei oder drei Unterschiedsspielern nachgelegt, wird Aachen eventuell sogar in den Aufstiegskampf eingreifen können.
Waldhof hat ein paar (auf dem Papier) sehr interessante Spieler verpflichtet, die ich überhaupt nicht einschätzen kann. Gleiches gilt für den Trainer. Da ist für mich alles drin - von einer Top-Platzierung bis hin zum Abstieg. Ich habe sie deshalb ins Tabellenmittelfeld einsortiert. Aber Mannheim ist für mich die größte Wundertüte.
Im Abstiegskampf erwarte ich Hoffenheim II, die Fortuna aus Köln und die Viktoria, Meppen und Havelse. Havelse schätze ich stärker ein als in der vergangenen Saison, allerdings gilt das mMn für alle Mannschaften. Ein Schweinfurt ist diesmal nicht dabei. Den Meppenern würde ich den Klassenerhalt wünschen, aber die haben Substanz verloren, u.a. ihren Top-Torjäger. Das konnten sie nicht kompensieren, so dass sie für mich leider wieder runtergehen werden. Viktoria blutet seit Jahren aus und kann nicht, wie etwa Verl, immer wieder nachlegen. Finanziell sieht es dort auch nicht rosig aus, weshalb ich denke, dass es sie dieses Jahr erwischt. Den vierten Absteiger machen Hoffenheim und Fortuna unter sich aus. Obwohl aus der starken West-Regionalliga kommend, hat Fortuna mMn qualitativ nicht genug für die 3.Liga investiert (oder inverstieren können). Für sie wird es eng. Bei Hoffenheim schwingt bei mir ein bisschen der Wunsch mit, dass es wenigstens eine U23-Mannschaft treffen wird. Und da sehe ich den VfB einfach stärker, der wird es schaffen. Für Hoffenheim ging es schon in der Rückrunde nach dem Verkauf von Echghouyab steil abwärts; ich hoffe, die haben nicht wieder so ein Talent in ihren Reihen und der Trend hält an.