Diskussion zur taktischen Ausrichtung und Spielanlage

Die taktische Ausrichtung ist seit Osnabrück richtig gut. Zudem sieht man wesentlich mehr spielerische Anteile. Als Casar die rote Karte bekommen hat gegen Essen, habe ich mir Viet und Bulic in dieser Kombination gewünscht. Auch bringt Krüger spielerisch einiges mit, um das Spiel zu gestalten. Hinten haben wir ein neues Juwel mit Schlicke der alles raus köpft. Jessen mit 22 Jahren muss auch positiv erwähnt werden. Da standen gegen Osnabrück, aber auch gegen Mannheim elf Spieler auf dem Platz, die sowohl nach vorne als auch nach hinten, alle gearbeitet haben.
Wird der Ball verloren, wird direkt versucht, schnell wieder hinter den Ball zu kommen.

Symbolisch macht es aktuell Sussek leider nicht. Auch gegen Mannheim war dies zu erkennen. Er dribbelt sich fest und schaltet ab und nimmt Tempo raus, bevor er erkennt ach ja ich soll auch nach hinten mitarbeiten, das sind dann oft genau die 1- 2 Sekunden, wo er dann nicht mehr hinter dem Ball kommt.

Ebenfalls verschieben alle Reihen in den beiden letzten Spielen sehr gut. Man hat nicht das Gefühl, wir werden überspielt.
Der Schlüssel um oben mitzuspielen, ist das Gesamtpaket, dass alle mitmachen und Schnelligkeit. Da hat unsere Innenverteidigung mit Schlicke mehr Speed, als mit Ali. Ich mag Ali sehr, er ist ein Leader, aber um aufsteigen zu wollen, fehlt es hier leider an Schnelligkeit etwas.
Hätte er gegen Osnabrück auf dem Platz gestanden, wären die beiden schnellen Spieler von Osnabrück, sicherlich öfters gefährlicher vors Tor gekommen. Osnabrück hat Schnelligkeit und steht nicht umsonst da oben.

Ich würde genauso jetzt, das Team weiterspielen lassen.

Was ich aber auch noch erwähnen muss, ist Thilo Töpken, ein wirklich sehr sympathischer Junge, obwohl es ab und an so aussieht, als würde er über seine Beine fallen, macht er seine Tore geil und gibt immer Vollgas.

Generell ist anzumerken, dass unser Team ein hohes Fitness Level hat, das hatte ich schon mal erwähnt, ganz am Anfang der Saison und auch letzte Saison.
Ebenfalls ist es seit zwei Jahren so, dass viele Spieler bei uns sich positiv weiter entwickeln und nicht schlechter werden. Hat meines Erachtens ebenfalls auch was mit dem Fitness Level zu tun und dass jeder bereit ist, dem anderen zu helfen, sich weiterzuentwickeln.
 
Hat die neue, gute Anlage mit dem Fehlen von Casar zu tun?
Das ist nicht die Frage, die Dietmar Hirsch stellt - wie @Schimanski schon mehrfach gesagt hat agiert der sehr pragmatisch: Die letzten zwei Erfolge haben offensichtlich mit Viet zu tun: So lange das so funktioniert ist der gesetzt.

Aber kommt da irgendwo Sand ins Getriebe, haben wir da dann wieder einen Casar - oder um in einem engen Spiel die Intensität im Zentrum noch einmal zu erhöhen - Luxus pur - wir gehen „pumperlgesund“ in diesen Endspurt. Hammer.
 
Haben wir systemtechnisch etwas gelernt?

Wir sind weiter sehr abhängig von der Passgenauigkeit in den Umschaltmomenten - stimmt die, ziehen wir auch die Spiele. Ist da auch nur wenig Sand im Getriebe, wird es eng. Dass diese Pässe nicht kommen spricht eher für Hektik, als für mangelnde Motivation.

Weiterhin war es wieder ein Spiel wo Lobinger auf einen ebenbürtigen Gegenspieler getroffen ist - passiert nicht oft, aber wenn schmerzt es ebenfalls.

Zu guter Letzt war Viet gefühlt weniger verfügbar zur Ballbesitzsicherung - um da über die Gefühlsebene hinaus zu kommen, müsste ich es mir aber nochmal ganz anschauen.

Aachen hat unseren Gegnern leider eine neue Blaupause geliefert, die es so radikal bisher nicht gab: Im letzten Zeit-Drittel Tempoverschleppung um jeden Preis. Das tut uns tatsächlich richtig weh. Mit dieser Variante im Raum, müssen wir eigentlich schauen, zu früheren Toren zu kommen - denn das kann jetzt jeder so machen.

Das 1 : 0 habe ich persönlich Flecki angekreidet, und ich glaube noch immer, dass er mit 3 gelben Karten gegrätscht hätte, aber das Ding ist letztlich ein schönes Beispiel, dass Tore meistens Fehlerketten sind.

Systemisch ist für mich dabei verheerend, dass bei dem Ballverlust BEIDE AV zentral vor dem Ball sind. Die Situation, dass Bitter so hoch zentral vor der Mittellinie auf Coskun spielt, und das auch noch schlecht, ist verrückt. DAS hätte für mein Gefühl speziell gegen Aachen so nie passieren dürfen. Wie soll das denn abgesichert werden? Nun, wurde es ja auch nicht... . Auch Coskuns Entscheidung, als tendenziell schnellster Mann dann nicht mehr mitzugehen und ggf. noch ein Tackling zu suchen, sondern zu stellen, war aus meiner Sicht falsch, da die ganze Situation so luftig war, dass er da von vorne herein sehr geringe Chancen hatte. Schlicke pennt im gleichen Moment - aber ich denke auch, weil ihn Coskuns Move irritiert.

Beim zweiten Tor sind wieder alle in der Verlosung: Schlicke bekommt keinen Zugriff, Jessen hat seinen Mann eigentlich und lässt ihn dann im entscheidenden Moment wieder weg und dann kannste vielleicht noch diskutieren, ob Bitter früher Richtung Mann statt in den Raum gehen muss, da der Aachener durch Jessen ja nur in eine Richtung gehen kann, aber das war schon auch ein bärenstarker Abschluss.

Das letzte hat keine echte Systemkomponente, das ist einfach nur ein kapitaler Bock von Flecki - aber das war auch nur der letzte Sargnagel.
 
Personaltechnisch vollkommen unabhängig, halte ich für die letzten 3 Spiele die Rückkehr zu einem 4-3-3 für unabdingbar.

Ob das 4-3-3 in einem 4-2-3-1 oder 4-1-3-2 mit einer einem 2. Stürmer der überall herumwuselt umgesetzt wird, muss man von Spiel zu Spiel schauen.

Um konkret zu Cottbus zu werden. Da Cottbus, nur mit einem Stürmer spielt, müssen dort 2 IV‘s reichen. Dazu ist der Stürmer kein unfassbar schneller Spieler, sondern einer der bulligen Art.

Das 4-2-3-1 bietet einem die Möglichkeit, einen Spieler abzustellen, der T. Cigerci, dauerhaft folgt. Wäre das beispielsweise Bulic, könnte sich ein 10er immer noch auf die 6 fallen lassen und man könnte immer noch kompakt über zwei enge 4er Ketten verteidigen.

Bei einem, in der Defensive, 5-4-1/ 5-2-3, reist eine enge Verfolgung Lücken auf der 6 oder sollte ein IV mitgehen, in den Zwischenräumen der 5er Kette. Kann Cigerci dann das 1zu1 für sich entscheiden, hat er die Qualität die Zwischenräume sehr einfach zu bespielen.

Was mir außerdem ein wenig fehlt, sind die offensiven Aktionen von Bitter gemeinsam mit einem klassischen 1gg1 Flügelspieler wie Symalla und co.

Krüger ist von der Art nicht so ein Spieler, was auch überhaupt nicht schlimm ist. Ich würde mir wünschen wieder mehr 1gg1 auf außen zu sehen, immer mit der Möglichkeit mit Tempo in die Mitte zu gehen und einen Abschluss zu generieren.
 
Was mir außerdem ein wenig fehlt, sind die offensiven Aktionen von Bitter gemeinsam mit einem klassischen 1gg1 Flügelspieler wie Symalla und co.

Krüger ist von der Art nicht so ein Spieler, was auch überhaupt nicht schlimm ist. Ich würde mir wünschen wieder mehr 1gg1 auf außen zu sehen, immer mit der Möglichkeit mit Tempo in die Mitte zu gehen und einen Abschluss zu generieren.
Ich denke, da kommen wir immer wieder auf den Punkt, dass die einfach fast immer gedoppelt, teils getripelt werden - und sich Symalla gerade noch schwer tut, sich gegen diese massive Bewachung durchzusetzen. Das ist denke ich ein Grund warum Bitter und Coskun jetzt teils weit nach innen ziehen, um Spieler mit zu ziehen und dann wieder ablegen zu können - aber das hat, wie wir erlebt haben, seine Risiken, wenn es nicht als eindrehen der Formation passiert, sondern es beide gleichzeitig tun und so die Absicherung weg ist.
 
Heute fand ich taktisch sehr interessant und positiv, dass wir im Mittelfeld öfter den flachen Pass ins Zentrum gesucht haben, auf Viet oder die zurückfallenden Kother/Krüger. Häufig haben wir aus der IV erstmal wie gewohnt zur Außenlinie (auf Jessen/Göckan) gespielt und dann aber von da aus ins Zentrum. Dadurch gingen immer wieder Räume auf und wir konnten mit Ball am Fuß Richtung gegnerisches Tor andribbeln. Leider war die Umsetzung meist ungenau und die weiteren Pässe in die Schnittstellen kamen dann nicht an. Aber dass wir in diesen Räumen zocken können, zeigte das 2:0, wo Viet auch aus dem Sechserraum kam und flach auf Töpken spielte. Zwei schnelle Pässe und Kother frei vor dem Tor.

Mit Noß/Krüger/Kother auf den Halbpositionen und vor allem Viet aus der Tiefe kannst du aus diesen Ansätzen noch mehr rausholen. Bookjans passt dazu auch hervorragend, würde ich vermuten.

Symalla und Sussek "leiden" unter dieser Veränderung, weil wir eben nicht nur noch das Spiel an der Außenlinie (ihre Stärke) bevorzugen.

Da sehe ich tatsächlich die größte spielerische Weiterentwicklung bei uns, die quasi aus der Not geboren wurde, weil wir für mehr defensive Stabilität die Fünferkette ausgepackt haben. Somit fiel die doppelte Besetzung der Außen weg und wir mussten automatisch mehr Lösungen in den Halbräumen suchen.

Bloß weiter so!
 
Die Zahlen sprechen dafür, dass wir wenig wirklich falsch gemacht haben.

Wir haben das Spiel beherrscht und Abschlüsse erzeugt.

Warum gewinnen wir nicht?

Systemtechnisch auffällig fand ich, wie wenig echte Pressingphasen wie hatten. Die wurden zudem aus sehr großen Abständen heraus gestartet die allerdings Aue auch erzeugt hat, in dem sie sehr weit gefächert standen. Fehlen diese Phasen, fehlt uns unsere stärkste Waffe, die hohen Ballgewinne.

Zweiter auffälliger Punkt war die dramatische Linkslastigkeit.

Dritter Punkt war, dass die Sechser sich kaum wirksam Bälle hinten abgeholt haben - offensichtlich war das Kernprinzip locken und schlagen oder ein langsames rausschieben über die letzte Kette.

Pressingverzicht und Betonung der Ballsicherung waren so gewollt und haben uns unsere vermutlich höchsten Ballbesitzwerte gebracht und ein dramatisches Abschluss-Übergewicht.

Ich persönlich hätte für diesen Ansatz aber Lobinger gebracht: Ich bleibe weiter dabei, dass Töpken nur wie ein Brecher aussieht, im Kern aber ein Schleicher ist, der Räume sieht wo etwas gehen könnte: Diese Räume
gab es gestern nicht - gestern ging es um Durchsetzungsfähigkeit.

Rechts ist Bitter deutlich angeschlagen, also muss Jessen absichernder denken, bzw. war offensiv zuweilen völlig auf sich gestellt - das hat ihm nicht behagt. Seine Stärke ist das Passpiel, dazu braucht er Anspielstationen - und sei es ein Lobinger im Gewühl.

Hier hätte ich alternativ früher Noss, aber tatsächlich noch eher Sussek gebracht - und Kother und Sussek rochieren lassen.

Für mein Gefühl musstest Du gestern 1 gegen 1 Situationen gewinnen.

Fakt ist: Noss hatte auch schwache Defensivphasen und Günther Schmitt hat richtig Gas gegeben. Sussek fehlte zuletzt der letzte Punch.

Ich kann also nachvollziehen, warum Hirsch und Höner entschieden haben, wie sie entschieden haben. Nur bei Lobinger tue ich mir schwer - zumal ja jetzt die Destruktivitätsblaupause für unsere Druckphase existiert, also ein hohes Risiko besteht, dass in dieser Phase kaum noch echter Spielfluss entsteht. Da finde ich, hätten wir früher reagieren müssen.
 
Zweiter auffälliger Punkt war die dramatische Linkslastigkeit.

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Rechts ist Bitter deutlich angeschlagen, also muss Jessen absichernder denken, bzw. war offensiv zuweilen völlig auf sich gestellt - das hat ihm nicht behagt. Seine Stärke ist das Passpiel, dazu braucht er Anspielstationen - und sei es ein Lobinger im Gewühl.
Die Krux an dem "neuen" Ansatz sehe ich ehrlich gesagt eh in einer "Unwucht" der Seiten. Kother bespielt die linke Aussenseite, daher ist es OK wenn der linke Schienenspieler sich offensiv etwas zurücknimmt. Ehrlich gesagt würde ich mir hier aber auch etwas mehr Offensivdrang wünschen; Gökhan kann das eher nicht so gut, aber Coskun wäre dafür prädestiniert, nimmt sich seit der 3er Kette offensiv meines Befindens nach aber deutlich zurück. Muss mMN Anweisung sein.

Auf der rechten Seite haben wir aber nominell gar keine echte Offensivbesetzung, weil Krüger ja eher einen rechtslastigen hängennden 9er oder 10er (wie immer man das kategorisierren will) gibt. Daher ist die rechte Seite oft offensiv verwaist. Hier müsste Jessen die Schiene deutlich höher bespielen, scheut hier aber zu sehr das Risiko. Bitters Angeschlagenheit könnte der Grund dafür sein, vielleicht fehlt ihm dafür aber das Selbstvertrauen. Oder DH hält ihn zurück, weil ihm das Risiko zu gross ist. Am Ende ist DH ja immer noch DH, Risikovermeidung ist ja auch beim neue Ansatz mit der 3er Kette Trumpf, wenn auch nicht mehr in absouter krasser Ausführung. Optimalerweise müsstest du einen Bitter in der Form der Hinrunde als rechten Schienenspieler bringen, der mit seiner Dynamik die Seite quasi alleine beackert und auch die Benöigte Ausdauer hat. Bitter ist aber entweder nicht voll da wie du schreibst oder aber zu wichtig als IV. Ob ich Fleckstein, Hahn und Schlicke die IV in der 3er Kette zutraue, müsst ich mir nämlich auch noch überlegen.

Ich persönlich hätte für diesen Ansatz aber Lobinger gebracht: Ich bleibe weiter dabei, dass Töpken nur wie ein Brecher aussieht, im Kern aber ein Schleicher ist, der Räume sieht wo etwas gehen könnte: Diese Räume
gab es gestern nicht - gestern ging es um Durchsetzungsfähigkeit.

Da stimme ich Dir zu, ich sehe Lobinger auch eher als unseren Startstürmer, Töpken als "Edeljoker", weil Lobinger insgesamt das rundere Paket ist. Aber Töpken hat stark gespielt gegen Cottbus, ein Tor gemacht. War daher so eine 50:50 Entscheidung bei der du nacher schlauer bist.
 
Wir haben das Spiel beherrscht und Abschlüsse erzeugt.

Warum gewinnen wir nicht?
Beim Spiel in Aachen sagte der TV-Kommentator neulich, dass wir nach Schweinfurt die wenigsten Großchancen in der Liga kreieren. Didi hat uns im Magenta-Interview (Aue, gestern) ebenfalls zu wenig zwingende Torchancen attestiert.

Vor Lobingers Verpflichtung wurde, auch während der Regionalliga schon, kritisiert, dass die Mittelstürmer nicht richtig in unser Spiel eingebunden wurden. Hier ebenfalls wieder der Punkt, dass zu wenige (Groß-)Chancen für diese Position herausgespielt werden konnten.

Hat der Transfer vom Tyger dieses Problem eigentlich gelöst oder wird es "nur" durch dessen individuelle Klasse ein stückweit kaschiert?
 
Hier müsste Jessen die Schiene deutlich höher bespielen, scheut hier aber zu sehr das Risiko. Bitters Angeschlagenheit könnte der Grund dafür sein, vielleicht fehlt ihm dafür aber das Selbstvertrauen. Oder DH hält ihn zurück, weil ihm das Risiko zu gross ist. Am Ende ist DH ja immer noch DH, Risikovermeidung ist ja auch beim neue Ansatz mit der 3er Kette Trumpf, wenn auch nicht mehr in absouter krasser Ausführung.

Bitter ist aber entweder nicht voll da wie du schreibst oder aber zu wichtig als IV. Ob ich Fleckstein, Hahn und Schlicke die IV in der 3er Kette zutraue, müsst ich mir nämlich auch noch überlegen.
Das war seine Entscheidung - und ich hatte den Eindruck, dass Collins ihm ein wenig dne Schneid abgekauft hat - dabei ist der ihm körperlich garnicht so über - hat aber mächtig Präsenz. Aber sobald der Collins rausgezogen ist, hat Jessen zu gemacht.

Bitter ist nicht nur nicht voll da, Bitter ist massivst angeknockt - er kann im Moment nicht sein normale Intensität gehen - dafür macht er schon noch nen Mörderjob.

Jessen ist der Partner, der ihn am meisten entlastet, weil er eben auch RV kann.

Wie gesagt. Die Entscheidungen kann ich alle nachvollziehen. Es ist am Schluss einfach nicht völlig aufgegangen.
 
Für mich war das ganz klar Lobingers Klasse.

Deswegen finde ich weiterhin, dass er früher hätte kommen müssen.
Mindestens genauso wichtig (wenn nicht sogar entscheidender) finde ich momentan die Frage, wer neben unseren Stürmer spielt.
Kother und Krüger beleben unser Offensivespiel immens. Als beide vom Platz waren, war bei uns offensiv der Ofen aus. Nicht zum ersten mal.
 
Für mich war das ganz klar Lobingers Klasse.

Deswegen finde ich weiterhin, dass er früher hätte kommen müssen.

Im Nachgang denke ich, dass eine Umstellung auf ein 442 und gestern gut getan hätte.

So hätten wir die Box mit 2 Türmen (Lobinger und Töpken) besetzt und hätten über Außen mit Flanken punkten können.

Ob wir dadurch nach hinten zu anfällig geworden wären vermag ich nicht zu beurteilen.
 
Mindestens genauso wichtig (wenn nicht sogar entscheidender) finde ich momentan die Frage, wer neben unseren Stürmer spielt.
Kother und Krüger beleben unser Offensivespiel immens. Als beide vom Platz waren, war bei uns offensiv der Ofen aus. Nicht zum ersten mal.
Ja - aber die waren ja da - deswegen fehlte Lobinger :).

Bei beiden, bei Kother noch ausgeprägter, siehst Du dieses "der hat höher gespielt". Da geht der Kopf mit Ball nochmal hoch, beide haben in der Regel eine gute Vororientierung und können Ihre Aktionen dadurch überzeugt durchziehen.

Ich finde, von unseren klassischen Außenwirblern wird trotzdem Sussek gerade unterschätzt, zahlt ein wenig den Preis dafür, dass er schließlich doch bereit war, konsequent nach hinten zu ackern.

Rechts hätte man auch noch Heike, um hier mehr defensive Physis vorzuhalten - denn dass der bereit ist zu ackern, steht wohl außer Frage.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir müssen halt einfach lernen, dass wir nicht mehr kontern können, weil unsere Gegner uns ja auch scouten und merken, dass Duisburg dann gefährlich ist wenn wir hinten Kompakt stehen, den Gegner kommen lassen und ihn dann auskontern.

Wenn wir das Spiel machen sollen, was gegen Aue ja der Fall war ist es gefühlt immer das gleiche Muster, Pass nach Außen, dort entweder ne Anspielstation in der Mitte suchen und Passen bis man am Strafraum ist und schießen oder von der Seite hoher Ball rein und hoffen, dass der Ball irgendwem auf die Füße fällt.

Versteht mich nicht falsch die Taktik ist nicht so schlecht sonst hätten wir keine 67 Punkte geholt als Aufsteiger, aber die Taktik ist mit der Grund warum wir nie nen Elfmeter hatten, weil wir nie wirklich lange im Strafraum sind. Dazu kommt, dass Lobinger und Kother eine Eigenschaft haben die uns enorm hilft es sind beides Leute die auch mal außerhalb des 16ers drauf schießen, was viele in der Liga nicht riskieren, das hilft uns schon massiv, selbst wenn der Ball nicht reingeht kommt es vielleicht zu Abprallern die dann rein gehen.

Aber für mich wirkt es so als sei das gegenwärtig unsere taktische Schwäche, die halt die Mittelklasse bis oberen Teams wie Aachen, Wiesbaden oder auch Rostock halt ausnutzen können oder Teams wie Ulm und Aue die sich dann hinten reinstellen. Die Taktik kann natürlich auch mal Erfolg bringen wie gegen Verl wo wir klar die schlechtere Mannschaft waren, aber sie hat ihre Schwächen.

Die Lösung müsste sein, für Situationen in denen wir merken, dass wir das Spiel machen müssen, dass wir dort eine andere Taktik spielen, welche das sein könnte und welche dort am effektivsten wäre weiß ich aber auch nicht dafür bin ich kein Taktikfuchs.
 
Ja - aber die waren ja da - deswegen fehlte Lobinger :).

Bei beiden, bei Kother noch ausgeprägter, siehst Du dieses "der hat höher gespielt". Da geht der Kopf mit Ball nochmal hoch, beide haben in der Regel eine gute Vororientierung und können Ihre Aktionen dadurch überzeugt durchziehen.

Ich finde, von unseren klassischen Außenwirblern wird trotzdem Sussek gerade unterschätzt, zahlt ein wenig den Preis dafür, dass er schließlich doch bereit war, konsequent nach hinten zu ackern.

Rechts hätte man auch noch Heike, um hier mehr defensive Physis vorzuhalten - denn dass der bereit ist zu ackern, steht wohl außer Frage.
Bin ganz bei dir. Auch für mich hätte Lobinger beginnen oder wenigstens eher kommen müssen.

Das Gleiche sieht man bei Krüger meiner Meinung aber auch, ist eben nur nicht ganz so sehr Dribbler. War gestern offensiv fast immer anspielbar, hat viel initiiert, u.a. auch Töpkens Großchance mit einer Einzelleistung in HZ 1 vorbereitet.

Ich unterschätze Sussek nicht, viel mehr schätze ich ihn und seine gezeigten Leistungen, nur passt er leider aktuell nicht ins System. Wenn dann am ehesten noch auf der Schiene.

Und zu Heike habe ich mir erst geäußert. Wäre für mich rein vom Profil der erste Wechsler für Kother / Krüger. Wirkt für mich, als wäre man ein nachtragend, weil er nicht wechseln wollte.
 
Im Nachgang denke ich, dass eine Umstellung auf ein 442 und gestern gut getan hätte.
Intuitive Reaktion: Nein.

Dann aber vielleicht doch:

Noss vor Jessen, Sussek vor Coskun - der mir persönlich gut gefallen hat, nachdem er kam, und Töpken neben Lobinger - eben nicht als zwei Türme, sondern Lobinger als der Fixpunkt, der Töpken dadurch, dass er die Leute einfach auf sich zieht, genau die Räume schafft, die er braucht - oder eben selbst abschließt.

Wo ich ins Schleudern komme wäre die Sechserkombi - tendenziell hätte ich im 442 aber dann Viet runter genommen.
 
Intuitive Reaktion: Nein.

Dann aber vielleicht doch:

Noss vor Jessen, Sussek vor Coskun - der mir persönlich gut gefallen hat, nachdem er kam, und Töpken neben Lobinger - eben nicht als zwei Türme, sondern Lobinger als der Fixpunkt, der Töpken dadurch, dass er die Leute einfach auf sich zieht, genau die Räume schafft, die er braucht - oder eben selbst abschließt.

Wo ich ins Schleudern komme wäre die Sechserkombi - tendenziell hätte ich im 442 aber dann Viet runter genommen.

Ich finde, wenn du Sussek und Noß bringst, muss (!) auf 442 oder 451 gewechselt werden. Sussek ist auf der Halbraum-Position genauso verloren wie Kother es vorher auf der Linie war. Selbst Noß liegt die Position nicht. Für ihn wäre die 10 am besten.
Meiner Meinung nach musst du andere Spieler bringen für den Halbraum (z.B. Heike, Bookjans, selbst Viet traue ich es zu) oder du musst eben umstellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Intuitive Reaktion: Nein.

Dann aber vielleicht doch:

Noss vor Jessen, Sussek vor Coskun - der mir persönlich gut gefallen hat, nachdem er kam, und Töpken neben Lobinger - eben nicht als zwei Türme, sondern Lobinger als der Fixpunkt, der Töpken dadurch, dass er die Leute einfach auf sich zieht, genau die Räume schafft, die er braucht - oder eben selbst abschließt.

Wo ich ins Schleudern komme wäre die Sechserkombi - tendenziell hätte ich im 442 aber dann Viet runter genommen.

Viet hätte ich nicht runter genommen, da er derjenige ist, der überhaupt mal eine Idee im Spielaufbau hat.

Ich hätte auch Rasko nicht in die IV gezogen, sondern Casar oder Becker. Aber nachher ist das natürlich immer einfach.
 
Dritter Punkt war, dass die Sechser sich kaum wirksam Bälle hinten abgeholt haben - offensichtlich war das Kernprinzip locken und schlagen oder ein langsames rausschieben über die letzte Kette.

Pressingverzicht und Betonung der Ballsicherung waren so gewollt und haben uns unsere vermutlich höchsten Ballbesitzwerte gebracht und ein dramatisches Abschluss-Übergewicht.
Das waren die Missverständnisse mal wieder in der Hirsch Welt.

Aue hat abgewartet und sich immer neu geordnet, da wir immer schön die Bälle über die letzte Kette geschoben haben und gewartet, dass Aue kommt und Räume bietet.

Leider kam Aue nicht. Verständlich!

Wir haben schnelle Umschaltphasen mit Überzahlmöglichkeiten zig mal abgebrochen und wieder das hintenherum Spielen der Neunziger Jahre praktiziert.

Aber Aue kam immer noch nicht.

Die 6er hatten zu wenig die Räume zwischen letzte Kette und vorne geschlossen so, dass wir immer sehr lange Wege mit sehr vielen Ballkontakten nach vorne hatten, bis wir mal am 16er angekommen sind.
Und dann fanden wir eine Mauer von 9 Spielern vor, die sich in jeden Ball reinwarfen.
Aktion zu Ende.

Unser Steckenpferd diese Saison war tatsächlich das hohe Pressing.
Damit konnten wir, bei der „Drittligaqualität“ der gegnerischen Mannschaften, immer sehr gute Umschaltsituationen erzwingen.
Es hätte zwingend statt finden müssen, als man gesehen hatte wie Aue sich auf uns eingestellt hatte.

Es ist natürlich jammern auf hohem Niveau, bei dem Hintergrund, dass wir als Aufsteiger überhaupt so weit gekommen sind, aber Preetz hat mit den Wintereinkäufen das Ziel Aufstieg vorgegeben.

Und da finde ich schon, dass besonders dieses Spiel vercoacht wurde!
 
Zuletzt bearbeitet:
(..) Unser Steckenpferd diese Saison war tatsächlich das hohe Pressing.
Damit konnten wir, bei der „Drittligaqualität“ der gegnerischen Mannschaften, immer sehr gute Umschaltsituationen erzwingen.
Es hätte zwingend statt finden müssen, als man gesehen hatte wie Aue sich auf uns eingestellt hatte(..)
Aue hat uns doch selten überhaupt die Gelegenheit gegeben und in Drucksituation den Ball recht schnell lang geschlagen.
 
Aue hat uns doch selten überhaupt die Gelegenheit gegeben und in Drucksituation den Ball recht schnell lang geschlagen.
stimmt, unser System, ist ideal für unsere Aufstiegsmannschaft, und minimiert die spielerischen Defizite vieler unserer Spieler. Ballzirkulation, Ballbesitz ist eigentlich nicht unsere Stärke. Sowas muss aber eine Mannschaft aber eigentlich können, wenn sie aufsteigen will, denn viele Mannschaften spielen gegen Spitzenmannschaften so, wie Aue es getan hat. Ansonsten wird man immer 3. 4. 5. in der Tabelle. .... Wie Dortmund früher
 
stimmt, unser System, ist ideal für unsere Aufstiegsmannschaft, und minimiert die spielerischen Defizite vieler unserer Spieler. Ballzirkulation, Ballbesitz ist eigentlich nicht unsere Stärke. Sowas muss aber eine Mannschaft aber eigentlich können, wenn sie aufsteigen will, denn viele Mannschaften spielen gegen Spitzenmannschaften so, wie Aue es getan hat. Ansonsten wird man immer 3. 4. 5. in der Tabelle. .... Wie Dortmund früher
Das sind ja Dinge die man im Sommertransferfenster beheben kann. Das Grundgerüst vom Kader ist gut! Alleine Lobinger garantiert 12+ Saisontore.
Sollte der Aufstieg dieses Jahr nicht gelingen bin ich felsenfest davon überzeugt dass durch Sponsoren und Gönner weiteres Geld investiert wird um den Wurf nächstes Jahr zu schaffen, eben weil man eine gute Grundlage geschaffen hat und der Kader durch punktuelle Verstärkungen und minimale Anpassung des Spielsystem weiter verbessert werden kann.
 
Siehst du irgendwo ein Zitat von mir wiedergegeben?
Es geht nicht um Zitat,
Du behauptest, Preetz hat mit den Wintereinkäufen das Ziel Aufstieg vorgegeben.
Woher stammt diese Aussage? Wie kommst Du zu diesem Schluss?
Nach meinem Empfinden ist das eine glatte Lüge.
Von Preetz selbst hat es nie eine Aussage gegeben, dass der Aufstieg durch die Winterverpflichtungen nun Ziel ist.
 
Wenn die lang schlagen, suchen sie ihre Ankerspieler und die musst du pressen, bzw. mit dem pressen das Langschlagen stören. Funktioniert weltweit hervorragend!
Ah, du meinst mit Pressing hier also die Staffelung/ den Zweikampf um den zweiten Ball. Einen langen Ball nach einem Abstoß kann man schließlich nicht verhindern.

Da fand ich Aue eigentlich auch nicht so gefährlich. Bis zur Endphase haben die prinzipiell gar nicht statt gefunden.

@Robbe1967 Ich meine, taktisch auch Freitag schon im Ballbesitz wieder einige Variationen beobachtet zu haben (wobei ich da nach der überschaubaren Hintertor- Perspektive gerne noch aus der TV Sicht schauen möchte) aber ich gebe dir recht - ob das dann kommende Saison als Favorit reicht, wird man sehen müssen, wobei wir ja mit etwas Glück kommende Saison noch mal in die Underdog Rolle als Aufsteiger schlüpfen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht nicht um Zitat,
Du behauptest, Preetz hat mit den Wintereinkäufen das Ziel Aufstieg vorgegeben.
Woher stammt diese Aussage? Wie kommst Du zu diesem Schluss?
Nach meinem Empfinden ist das eine glatte Lüge.
Von Preetz selbst hat es nie eine Aussage gegeben, dass der Aufstieg durch die Winterverpflichtungen nun Ziel ist.
ja er hat mit den Einkäufen dem Ziel Aufstieg Nachdruck verliehen.
Es war für den MSV ein finanzieller Kraftakt sowas zu stemmen und diesem finanziellen Egagement wird ein gewisser Sinn vorgegeben.

Natürlich stellt sich Preetz im Januar nicht öffentlich vor die Mikrofone und erzählt was von Aufstieg. Das wäre für ihn selber ein viel zu großes Risiko gewesen, da viel zu früh!
 
Das sind ja Dinge die man im Sommertransferfenster beheben kann. Das Grundgerüst vom Kader ist gut! Alleine Lobinger garantiert 12+ Saisontore.
Sollte der Aufstieg dieses Jahr nicht gelingen bin ich felsenfest davon überzeugt dass durch Sponsoren und Gönner weiteres Geld investiert wird um den Wurf nächstes Jahr zu schaffen, eben weil man eine gute Grundlage geschaffen hat und der Kader durch punktuelle Verstärkungen und minimale Anpassung des Spielsystem weiter verbessert werden kann.
Zumal mit Münster und ich behaupte mal wahrscheinlich
Fürth, keine Schwergewichte in die 3.Liga stossen.
 
Die Taktikanalyse von @Schimanski zum Aue Spiel:
...
"Letztlich waren der Mangel an Großchancen beziehungsweise die fehlende Effizienz beim Verwerten der kleineren Möglichkeiten das Einzige, was einem Sieg im Erzgebirge im Weg stand."

 
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