Moin zusammen,
hier mal ein paar Gedanken von mir. Zunächstmal kann man unterscheiden zwischen Offensiv und defensiv geprägten Ansätzen. Frei nach dem Motto, Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften und vermutlich Hirsch als ehemaliger Defensivspieler haben wir uns für die Defensive entschieden. Vermutlich war die Überlegung, dasswir letztes Jahr für eine neue unbekannte Liga mit neuem Kader, der Qualitativ hochwetig ist, uns durch die Defensive etablieren und nicht abgehängt werden. Gute Defensive kann in der Regel nur gepaart mit guter Fitness einherkommen. Haben wir den Ssatus gute Fitness und etablierung durc die Defensive erreicht, und zusätzlich einen qualitativ hochwertigen Kader, sind die Jungs in derLage durch einzalaktionen viele Punkte zu sammeln. Dadurch ergibt sich dann im Laufe der Zeit die Möglichkeit an der Offensive zu pfeilen. Auch wenn es mit der Offensiven Taktik hakt hat man immer doppelten Boden. Die Defensive sichert uns zu großen Teilen einzelne Punkte (gleichbedeutend mit Punkverlusten der Konkurrenz) und bei guter Fitness und frische sammelt die Offensive durch Individualität zusätzliche Punkte. Und selbt bei nicht vorhandener Frische können einige wenige Einzelaktionen sogar zu weiteren Punkten führen.
Haben wir das letzte Saison gesehen? Ja, auf jeden Fall. Haben wir eine Verbesserung unseres Spielsysems gesehen? Ja, auf jeden Fall nach Oberhausen.
Dann sind wir aufgestiegen und wieder in eine neue Liga gekommen. Im Grunde ist die Ausgangslage die gleiche, wie letzte Saison (nur ohne den Druck aufsteigen zu müssen). Wir haben wieder überproportional gutes Personal für die angestrbte Platzierung geholt und fokussieren uns erst einmal auf das Etablieren in der Liga. Also die 3 Säulen unserer Philosophie (überproportional gute Einzelspieler, Fitness, Defensive) abgearbeitet. In Spielen wie Verl hat dann in der 2. Halbzeit die Fitness, die Einstellung von Verl und die individuelle Qualität uns nen 3er beschert. Gegen Havelse fehglte nach der englischen Woche zudem die Frische, dass hier nur die Defensive zu einem Unentschieden gereicht hat (ja ich weiß, dass die Defensive uns in letzter Minute den Sieg gekostet hat, ich meine es aber über das gesamte Spiel gesehen).
Was einfach festzuhalten bleibt ist, dass wir auch einfach Glück mit dem SPielplan hatten. Stuttgart konnten wir niederkämpfen und dann über Einzelaktionen und Euphorie besiegen. Danach Regensburg, Ulm, Verl (Ausnahme, heute sicher aber anders), Wehen, Schweinfurt, Havelse, Ingolstadt, Saarbrücken sind jetzt alles keine Gegener, die sonderlich performen diese Saison. Dass wir alle (bis auf Havelse mangelr Frische) gewonnen haben, ist sicherlich der Welle, die wir geritten haben, geschuldet. Wie diese Spiele ausgehen, wenn uns diese unfassbare Euphorie und Lockerheit, die Frische und teils auch spielerische Qualität (Ausfall Symalla etc.), sieht man an den Spielen Aue und Köln. Am Anfang der Saison hätten wir die sicher gezogen (teils hat ja nicht viel gefehlt, außer die Treffsicherheit).
Jetzt stellt sich mir die Frage, wann soll Hirsch denn am Spielstil pfeilen. Wir kommen in die LIga und sammeln unsere Punkte mit dem WIssen, dass die "Brocken" noch in der 2. Hälfte jeder Serie kommen. Das heißt, jeder Punkt in den ersten 9 Spielen ist essenziell wichtig für die 45 zu erreichenden Punkte (dass es so grandios läuft weiß niemand vorher!). Dann kommst du zu den Spielen gegen Essen, 1860, Hansa, Osnabrück etc. Warum sollte man hier was ändern und ein Risiko eingehen? Auch unter dem Aspekt, dass jedes direkte Unentschieden nicht nur ein Punkt für uns sind, sondern auch 2 verlorene für die Konkurrenz, die erstmal die Lücke schließen muss. Für 2 Szenarien bedeutet das: 1. wieder ein Punkt gegen den Abstieg, 2. für das positive Szenario, dass man bis zum Ende sich oben halten kann konstanter ABstand zur Konkurrenz und 2 verlorene Punkte der Konkurrenz. Aus spieltheoretischer Sicht ist genau das das optimale Szenario. Und auf dieser Grundlage kann unsere Offensive ja noch "Sonderpunkte" sammeln. Geht man wieder zu meiner Beschreibung der Ausgangssitutation in der Regionalliga, findet ma hier für alle möglichen Spielverläufe Beispiele. 1. Defensive sichert uns einen Punkt gegen Osnabrück. 2. Defensive funktioniert nicht so ganz, aber Offensive sichert und einen Punkt gegen Rostok durch 2 Tore (gegen Cottbus fast ähnlicher Fall, leider mit negativem AUsgang). 3. Gegen Essen ist alles angerichtet, Offensive schafft die Entscheidung nicht, Defensive sichert aber unentschieden.
In der Winterpause haben wir uns weiter Qualitativ verstärkt und diesen Ansatz weiter zu verfolgen.
Wenn wir aufsteigen sollten, wird Hirsch vor der selben Situation in Liga 2 stehen und das ganze weiter genauso verfolgen. Im Laufe einer Saison werden "Mikroanpassungen" gemacht, die dem Trainerteam leichte Variabilität geben. Außerdem sind keine Anpassungen notwendig, da unsere Saisonziele zu keiner Zeit gefährdet sind. Erst, wenn wir länger in einer Liga sind wird es zu richtigen Anpassungen / Erweiterungen des Spielsystems kommen, denn dann sind die Spieler, erst richtig in der LIga angekommen. Bis auf unsere Qualitätsverpflichtungen sind unsere Spieler nämlich noch nicht auf dem jeweiligen Niveau etabliert gewesen. (Sussek sowohl in Regio als auch in der 3. Nicht, kein Symalla, kein Heike, kein Bookjans, Fleckstein vllt für die Regio, genauso wie Hahn. Kein Müller, kein Tugbenyo, kein Braune kein Coskun, und Bitter in der Verfassung vor der Region auch nicht mehr).
Ich war zudem letzten Donnerstag beim Training. Was mir da aufgefallen ist, war der Aufbau aus einem 4-3-3 mit 3 zentralen MF (und einem tiefen (Müller oder Bulic hauptsächlich) Müller hat sich oft in die IV fallen lassen. Aber dieser Tiefe 6er hat eher nur den Gegner locken sollen und klatschen lassen. Bälle dann über außen ganz durchgespielt oder auf den zentralen Stürmer, der für Casar oder den anderen offensiven MF hat klatschen lassen. Casar ist mir dort durch sehr zielstrebigen wuchtigen Zug zum Tor aufgefallen mir guten Abschlüssen. Ansonsten die, ich nenn sie mal, Hahn Bälle in den Lauf unserer offensive Außen. Ansonsten ist mir aufgefallen, dass die Flanken alle Grütze waren, was sich auch meiner Sicht nach im Saisonverlauf genauso darstellt (Jessen übrigens mit sehr guten Flankem, druckvoll und genau und mit Abstand hervorstechend). Abschlüsse haben mir von Sussek, Symalla, Casar, Tugbenyo, Töpken gut gefallen. (Tyger hab ich in der Übung nicht beobachten können).
Insofern denke ich, dass wir in Spielen, bei denen wir nicht auf dermaßen spielstarke Gegner treffen, schon eine Veränderung sehen werden und vor allem mehr selbst strukturiert Aufbauen werden. Aber rein von dem Trainingseindruck glaube ich nicht daran, dass wir zeitnah Kombinationspiel durch das Zentrum sehen werden.
Wir werden 3 SToßrichtungen beibehalten: 1. Langer Bal direkt in den Raum hinter die Ketten auf unsere schnellen Flügel. 2. Auf Außen, LInie Runter Flanke rein auf mögl. 3 Einlaufende (Siehe Tor Sussek und Tugbenyo, bezogen auf das Einlaufverhalten) 3. Auf Rv/LV und dann zwischen die Ketten auf Tyger und dann mit Wucht aus dem Mittelfeld nachrücken, Verteidiger niederrennen und Abschluss). Was auch die defensive Stabilität durch die pure Anzahl an Restverteidigern beibehält und uns SIcherheit gibt.
Ein zusätzlicher positiver EIndruck aus dem piel noch: Die Intensität unserer 2-Kämpfe fand ich unfassbar hoch. Nicht brutal oder rabiat, aber unfassbar eklig. Gerade in der 2. Hälfte waren wir dran, standen auf den Füßen, haben gezogen und gehackelt. Immer leicht getreten. So musst du als Ballführender Spieler deine fokus auf deine Stabilität legen und im wahrsten Sinne des wortes um deine Position ringen und kannst dich nicht auf die Verarbeitung des Balles kümmern. Dazu sind wir dann, sobald Stuttgart in diese Kämpfe verwickelt waren mit 1-2 weiteren Spieler zur Hilfe gekommen und haben den Gegner bearbeitet. Manchmal mit Foul, manchmal mit Rückspiel und manchmal mit Ballgewinne. Fakt ist, es gab kein Spielfluss auf STuttgarter Seite. Das war unfassbar eklig. Sicher können wir jetzt diese Intensität, weil grade Pause war. Daher ist es umsowichtiger für Topmannschaften einer Liga mehrere Arten Fußball zu spielen zu haben, um Gegen manche Gegner auch Körner zu sparen um in den wichtigen Spielen (Verl, Osnabrück, Cottbus, Essen), diese Intensität und noch ein bisschen mehr aufbringen zu können.
Um hier abschließend noch ein bisschen gegenzuwirken, dass jemand meinen Beitrag als Hirschjünger abstempeln könnte. Ich selbst denke gerne Offfensiv. Ich habe lieber ein 7:6 als ein 1:0 (wobei mir das zerstören der Gegner auch nicht ganz schlecht gefällt

). Deshalb tue ich mich als reiner Fan auch extrem schwer mit dem "Hirsch-Fußball". Mitte letzter Saison war ich selbst so kritisch mit Hirsch, dass ich mir (auch offen) einen Abgang Hirsch's gewünscht habe, weil ich mir nicht vorstellen konnte, mit dieser Eindimensionalität uns in Liga 3 etablieren zu können. Dennoch bin ich froh, glücklich und manchmal auch richtig aus dem Häuschen über unsere Situation. Als Fan freue ich mich auch über das "Märchen", dass Hirsch weiterhin teil des Vereins, und dazu ein erfolgreicher, ist. Meine Zweifel hinsichtlich des Spielsystems werden dennoch in meiner persönlichen DNA verankert bleiben.
Dennoch möchte ich mit diesem Beitrag vielleicht auch darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur so sein kann, dass Hirsch da ist und einen zwar erfolgreichen aber mittelmäßßigen Job (aus taktischer Sicht) macht und die eigentlichen Genies Schmoldt und Preetz sind, die ihm über den maßen gutes Handwerkszeug liefern. Das alles wirkt für mich wie die durchdachte Strategie des Vereins, in der man meine oben genannten Punkte als beste Möglichkeit sich höherklassig zu etablieren ausgemacht hat und nun alle Puzzlestücke zusammensammelt um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass sich die Analyse auszahlt. Und alle in diesem Verein sind Puzzlestücke, die momentan wie ein Zahnrad ins andere greifen und perfekt funktionieren. Ein Sussek funktioniert genau so, wie er es soll. Ein Bulic, ein Braune, ein Bitter ein Hahn ein Tyger. Ja und auch ein Trainerteam um Hirsch. Er soll genau so FUßballspielen und nicht anderes um aus spieltheoretischer sicht erfolg zu haben. Und genau das setzt er perfekt um. Kann er was anderes? Ich weiß es nicht. Ist das egal? Ja! Denn er soll genau eine spezifische AUfgabe erledigen. Genau so spielen zu lassen und genau so erfolg zu haben. AUfgabe mit bravour erledigt!
Hier habt ihr das Konzept des MSV.
Viele Grüße und ich würde mich freuen, darüber in konstruktive Diskussion zu kommen.