D. Hirsch hat bisher alle seine an ihn gesetzten Ziele erreicht... und wenn - wovon man durchaus ausgehen kann - das Endspiel im NRP gewonnen wird, sogar zu 1902%. Jetzt kann man bemängeln, dass man Niederlagen erleiden musste, sogar Heftige. Aber auch das gehört zu einem Prozess
dazu.
Ich zitiere in der ganzen Diskussion hier nur mal diese Passage, auch wenn viele andere es mMn ebenfalls wert wären - sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Was du schreibst, stimmt zu 100 Prozent. Deshalb hat Hirsch, dessen Fußball ich schon bei seiner Verpflichtung kritisch gesehen hatte, bei mir einen Kredit dahingehend, dass ich ihn in dieser Saison auf keinen Fall austauschen würde. Dass es nicht sein Job war, etwas "spielerisch Größeres, Schöneres" zu entwickeln, sehe ich daran, dass frühzeitig sein Vertrag verlängert wurde. Die Ergebnisse zählen offenbar allein, was meine schon immer vorhandene Vermutung stützt, dass es nur um den Erfolg ging und geht. Preetz will so schnell wie möglich hoch - egal wie.
Sollte das in dieser Saison nicht gelingen, stehen wir allerdings vor einem Problem. Beim Hirsch-Fußball geht es vor allem um Intensität. Den Gegner im Ballbesitz bearbeiten, ihm den Ball klauen und ab nach vorne. Gerne hoch und weit. Hauptsache schnell. Kann man, je nach Gegner, mal machen, ist aber, ohne spielerische Optionen zu entwickeln, nicht nachhaltig. Die Wucht, die wir in den Heimspielen auf den Platz bringen, hat uns viele 50-zu-50-Spiele knapp gewinnen lassen. Dieser Ansatz wird nicht ewig gut gehen; in der Startphase waren wir als Aufsteiger in vielen Spielen der Underdog, das hat uns geholfen. Vom 7. Spieltag an haben wir einen 1,44-Punkteschnitt. Das reicht für Platz 10. Dass wir noch mit um den Aufstieg spielen, ist allein dem grandiosen Start zu verdanken.
Geht es mit diesem Fußball so in die nächste Saison, sind wir Mittelmaß. Die Euphorie, die uns alle - auch die Mannschaft - trägt und von der wir seit zwei Spielzeiten durch Erfolge leben, wird verfliegen. Ich sehe das Umfeld (Stimmung der Fans, Zuschaueraufkommen) als volatil und nicht als gefestigt an. Dafür reichen zwei Jahre nicht. Wir sind nicht z.B. der 1. FC Kaiserslautern, der nur das Stadiontor öffnen muss, und schon sind 20.000 da, egal wo der Verein in der Tabelle steht. Wenn die Euphorie bei uns schwindet, wird der finanzielle Druck schnell wieder größer werden, aufsteigen zu müssen.
Wenn der Aufstieg misslingt, bin ich sehr dafür, den Trainer (trotz Vertragsverlängerung) zur neuen Saison zu wechseln (auch wenn ich das im Moment noch nicht erwarte).