Ich kopier das mal aus dem Löwenforum, damit ihr Bescheid wisst, wie es zu der Situation gekommen ist:
Ich hole diesen Thread mal wieder hervor, da es gerade glaub ich akuten Bedarf für eine übersichtliche Darstellung der Fakten braucht. Darum hier mal eine Chronologie der Ereignisse, jeweils mit klaren Quellen (wo möglich solche, die nicht einem "Lager" zugeordnet werden können, also im Normalfall die SZ):
Das Urübel
Im Juni 2025 wurde im Aufsichtsrat eine Budgeterhöhung für die gerade zurückliegende Saison 2025/26 beschlossen. Diese Budgeterhöhung wurde auf Initiative der Vertreter Hasan Ismaiks beschlossen. Die e.V.-Vertreter haben geschlossen dagegen gestimmt, wurden aber durch das doppelte Stimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden überstimmt. Die zusätzlichen Ausgaben waren nicht durch eigene Einnahmen gedeckt, allerdings wurde durch die Ismaikvertreter zugesichert, dass Darlehen der HAM (Beteiligungsgesellschaft Ismaiks) diese Lücke schließen würden.
Die Investorenvertreter des TSV 1860 erhöhen den Etat, dabei ist eine Unterdeckung von mehr als fünf Millionen Euro nicht gegenfinanziert.
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Warum hat der e.V. diese Budgeterhöhung nicht per 50+1 verhindert?
Der e.V. wäre prinzipiell dazu berechtigt gewesen, der Geschäftsführung zu verbieten, das vom Aufsichtsrat genehmigte Budget auszuschöpfen. Allerdings hätte dann das Risiko bestanden, von der Ismaik-Seite (auch rechtlich) belangt zu werden, dass man gegen das beste Interesse der KGaA (also der Spielbetriebsgesellschaft, von der Ismaik 60 Prozent besitzt) handelt.
Warum kam die Liquiditätslücke so überraschend?
Noch Mitte Februar wurde schriftlich (!) von Ismaiks Aufsichtsrat Biel Ballester Relat erklärt, er könne „als Vertreter von HAM bestätigen, dass wir unseren Verpflichtungen als Darlehensgläubiger wie bisher auch weiterhin nachkommen werden. Tatsächlich kam allerdings am 21.Mai, also genau 13 (!) Tage vor Ablauf der Frist zur Abgabe der Lizensierungsunterlagen die Kündigung ebendieses Darlehens über 2,7 Millionen Euro, was Ursache des Zwangsabstiegs ist. Angeführt wurden vermeintliche Verfehlungen bezüglich der Rechnungslegung gegenüber ihm als Mitgesellschafter. Diese Vorwürfe entbehren bisher jeglicher Substanz, insbesondere vor dem Hintergrund, dass er seit seinem Einstieg die Mehrheit des Aufsichtsrats (!) besetzt.
Hasan Ismaik kündigt kurzfristig seinen Darlehensvertrag. Jetzt fehlen den Löwen zum 3. Juni 2,7 Millionen Euro für die Drittliga-Lizenz.
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Warum kam man nicht zu einer Einigung über einen neuen Darlehensvertrag?
Im Zuge der Darlehenskündigung wurden von Ismaik sieben Forderungen gestellt:
- ordnungsgemäße Finanzberichterstattung und Aufbau eines Compliance- und Finanzberichterstattungssystems bis zum 30. September 2026“
- „Beauftragung eines neutralen externen Finanzexperten bis zum 30. Juni 2026“
- „Ausgabebeschränkungen zur Gewährleistung einer strikten Zweckbindung neuer Mittel“; „strikte Einhaltung des genehmigten Budgets“
- „Verzicht auf Herabwürdigung“
- „Umstrukturierung der KGaA bis zum 31. Oktober 2026 auf der Grundlage eines vereinbarten Umstrukturierungsplans, der bis zum 30. Juni 2026 fertiggestellt werden soll.“
- „Verzicht auf Vorkaufsrecht des e.V.“ (wurde recht schnell wieder einkassiert)
Einige dieser Punkte sind tatsächlich Standard im Kontext von Unternehmen und hätten bereits in den zurückliegenden Jahren jederzeit von den Vertretern Ismaiks eingefordert werden können, falls sie tatsächlich nicht eingehalten worden waren, andere sind entweder nicht umsetzbar ("Verzicht auf Herabwürdigungen" -> es gibt Gerichtsurteile, dass die dadurch implizierten Herabwürdigungen, bspw. die Fahne mit Ismaiks durchgestrichenem Gesicht von der Meinungsfreiheit gedeckt sind) oder stehen eindeutig im Widerspruch zur 50+1 Regel. Insbesondere die "Beauftragung eines Finanzexperten" wurde so interpretiert, dass ein zusätzlicher Geschäftsführer mit Vetorecht eingesetzt werden sollte. Somit wäre die Weisungsbefugnis des e.V. gegenüber der Geschäftsführung hinfällig gewesen. Eine zentrale Bedingung von 50+1
60-Investor Ismaik stellt Forderungen für die Sicherung der Drittligalizenz. Geschäftsführer Paula erklärt die Kündigung der Darlehen für unwirksam.
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Herzlich willkommen zum Liveticker mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München e.V. und der HAM International Limited!
sechzger.de
Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA wird aufgrund eines nicht fristgerecht erbrachten Liquiditätsnachweises die erforderliche Zulassung für die 3. Liga nicht erhalten. Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm...
www.tsv1860.de
Wie liefen die Verhandlungen ab?
Bereits seit der Kündigung des Darlehensvertrag wurde nach Angaben aller Beteiligten intensiv verhandelt (daher bspw. auch der Wegfall der Forderung über das Vorkaufsrecht des e.V.). Nach Aussage der Beteiligten gab es grundsätzlich zwei Vertragsentwürfe. Der aktuelle Stand ist am ehesten dem heutigen SZ-Artikel zu entnehmen:
"Am Dienstagvormittag hatten die e.V.-Vertreter eine Vertragsversion ausgearbeitet, in der sie Ismaiks Forderungen akzeptierten, sofern sie verbandsrechtlich zulässig seien."
Darauf die Anwälte Ismaiks: „Leider sind die Unterlagen für HAM (Ismaiks Firma; d. Red.) nicht akzeptabel und müssen überarbeitet werden. Insbesondere können wir den Vorbehalt ,soweit verbandsrechtlich zulässig’ nicht akzeptieren. Wir brauchen eine klare Zusage aller Beteiligten, dass wir diese Lösung ohne Schlupflöcher wollen, damit es keine Ausreden gibt, nicht mitzuspielen, nachdem die Gelder gezahlt wurden." Das sei „zumindest die klare Vorgabe, die wir von HAM erhalten haben. Entweder stimmen alle diesem Rettungsplan zu, oder wir können den Verein nicht retten.“ Das Schreiben schließt mit der Aufforderung: „Können Sie bestätigen, dass der e.V. den Verein nicht in die vierte Liga absteigen lässt, weil er auf diesem Vorbehalt besteht? Wir benötigen kurzfristig eine Bestätigung.“
Das heißt konkret und wurde laut SZ auch von e.V.-Seite kommuniziert, dass Ismaik dem Mitgesellschafter e.V. die Wahl ließ, ob die Lizenz aufgrund einer Liquiditätslücke verweigert wird, oder ob sie aufgrund eines klaren Verstoßes (alle Punkte wurden auch im Vorfeld mit dem DFB abgestimmt) gegen die 50+1-Regel verweigert wird. Dazu auch nochmals in der SZ: "Dass eine Schuld ausschließlich HAM und nicht die KGaA oder gar den Stammverein beträfe, war nach SZ-Informationen auch das Ergebnis von eingehender insolvenzrechtlicher Beratung."
Weil Hasan Ismaik eine Vertragsversion vom e.V. ablehnt, fehlen dem TSV 1860 München am Stichtag 2,7 Millionen Euro für die Drittliga-Lizenz.
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Zusammengefasst:
Ismaik hat mit seinen Stellvertretern gegen den Willen des e.V. eine Budgeterhöhung veranlasst. Das zur Deckung dieser Lücke fällige Darlehen hat er mit 13 Tagen Vorlauf unter Anführung fadenscheiniger und/oder nicht erfüllbarer Bedingungen gekündigt. Erwiesenermaßen war der e.V. explizit dazu bereit, alle Forderungen zu erfüllen, die mit den lizenzrechtlichen Anforderungen im Rahmen der deutschen 50+1-Regel und damit einer Lizenz für die 3. Liga vereinbar waren. Einzig und allein Hasan Ismaik ist verantwortlich für das Ausbleiben einer Einigung, da seine Forderungen in jedem Fall dazu geführt hätten, dass keine Lizenz erteilt worden wäre. Stand jetzt bleibt er auch in der Regionalliga weiterhin Mitgesellschafter, wird sich allerdings rechtlichen Konsequenzen stellen müssen, da er mit der einseitigen Kündigung des Darlehensvertrags vertragsbrüchig geworden ist
Warum hat Ismaik das gemacht?
Gibt es einen Gott? Wer bin ich und wenn ja wie viele? Hat das Leben einen Sinn? Diese Fragen sind vermutlich leichter zu beantworten. Stand jetzt gibt es ausschließlich Verlierer dieser Aktion, die einzige Hoffnung bleibt, dass es vllt. doch noch (evtl. auch aufgrund der Vertragsbrüchigkeit Ismaiks) irgendeine Möglichkeit gibt, sich irgendwie zu lösen. Oder er gibt sich doch noch einen Ruck und verkauft seine Anteile endlich, auch wenn er gerade quasi jeden Wert vernichtet hat.