Hirsch wird Ali ja nicht ohne Gespräche und gegen seinen Willen zum Kapitän gemacht haben. Man darf sich ja daher also ziemlich sicher sein, dass die Perspektive (IV Nr.4) klar kommuniziert war und auch was das, mit allen anderen Anforderungen (Anzahl Auswechselspieler, U23-Regel, etc.) für die Sitzwahl (Bank oder Tribüne) bedeutet hat. Zudem kann man wohl auch sicher sagen, dass es vorher keinen Wechselwunsch von Ali gegeben hat, denn sonst hätte ihn Didi wohl kaum zum Kapitän gemacht und weder er, noch irgendein anderer Offizieller, hätten sich bei irgendwelchen Gerüchten, so vehement verneindend geäußert.
Obwohl absehbar die sportliche Perspektive für Ali nicht rosig aussah, hat Didi zu ihm gehalten und ihn zum Kapitän in einer Art "Teammanager" gemacht. Auch der Verein hat hinter Ali gestanden und nicht öffentlich verkündet "Keine sportliche Perspektive mehr", sondern diese Rolle, trotz sicherlich gutem Gehalt, mitgetragen. Auch hat man sich daher wohl nicht mehr mit einem Nachfolger beschäftigt und in der Planung die Abteilung IV als erledigt markiert. Nun, knapp eine Woche vor Toreschluß, kommt Ali um's Eck und sagt "Ich bin unzufrieden und möchte weg".
Das ist sportlich und menschlich verständlich, aber auch von ihm unglücklich gemacht. Nochmals: über seine Rolle wird für ihn und den Verein Klarheit geherrscht haben und er dem sicherlich zugestimmt haben. Sonst hätte ihn keiner zum Kapitän gemacht und ihn auch ziemlich schnell "ins Schaufenster gestellt".
Bleibt also nun ein Trainer, der sich für diese Konstellation stark gemacht hat, weil er Ali im Verein halten wollte und der nun "dumm" dasteht, ein Teamplaner, der nun ganz hektisch sich Gedanken darum machen muss, wie und ob er noch tätig werden muss und eine Vereinsführung, die nach außen hin auch dumm da steht.
Man wollte einem verdienten Spieler im Sinne von "MSVereint" die Möglichkeit geben hier zu bleiben und der hat das ganze nun, kurz vor knapp, gekippt.
Nicht falsch verstehen: Keine bösen Vorwürfe an Ali! Unglücklich ist es halt aber alle mal und sich dann an einer "neutralen Formulierung" abzuarbeiten, die Didi direkt nach Abpfiff getätigt hat und vermutlich auch lieber "neutral" bleibt, als da irgendeine Enttäuschung ggü. der Presse zu kommunizieren, halte ich doch für arg "drüber".
Frage sich jeder Mal selbst, ob er die Größe hat in so einer emotionalen Situation so korrekt zu bleiben, oder vor Dritten und der Welt, seiner Enttäuschung nicht auch Ausdruck verleiht. Es ist wohl alle mal besser und zeugt eben von Charakter und nicht dessen Abstinenz, wenn man es schafft hier so neutral zu bleiben und dem Thema auch erstmal ein paar Tage Zeit zum Sacken gibt. Entscheidend wird sein, wie man nun mit der Situation umgeht und das abarbeitet, inkl. einer würdigen Verabschiedung von Ali!