Cheftrainer Dietmar Hirsch

Wir haben eine Liga, in der jeder jeden schlagen kann.

Nur wenn wir in einem Spiel das Maximum geben, haben wir eine Chance zu gewinnen, ganz egal ob Verl, Havelse, Wehen oder Ingolstadt der Gegner ist.

Spielerisch ist es echt nicht schön.

Schön waren nur die ersten 19 Minuten gegen Havelse.

Leider fehlt aktuell das Selbstvertrauen um nach einem Rückstand wieder zurück zu kommen.

Ob es am Druck liegt, den sich die Mannschaft und der Trainer machen, kann ich nicht beurteilen.

Das, was aber vollkommen kontraproduktiv ist die Unruhe, die von Außen reingebracht wird.

Wenn wir gegen Saarbrücken gewinnen, ist die Welt wieder in Ordnung.

Hier sollte Didi und das Team die vollste Unterstützung erhalten.

Gerade wenn es nicht so läuft braucht der Verein uns.

Da ist mir auch egal, wie wir spielen.
 
Irgendwann musst du, um aufzusteigen, auch wirklich Aufstiegsfußball spielen. Oder du schaffst es halt tatsächlich auf diese Ilja-Seriös-Gruev-Art.
Was ist denn Aufstiegsfußball? Ist es der offensive Hurra-Stil mit dem Du versuchst gegen jeden Gegner ein Tor mehr zu schießen als zu kassieren wie es brasilianische Mannschaften praktizieren, das taktische Meisterwerk a la TikiTaka wie in Spanien gern gesehen, die absolute Ball-Rotation eines Pep Guardiola oder das Umschaltspiel a la Jürgen Klopp? Vielleicht ja auch der italienische catenaccio bei dem das eigene Tor mit Bus und Abwehrbollwerk dicht gemacht wird - so ist Darmstadt vor Jahren mal in die 1. BuLi aufgestiegen?
Eine Mannschaft ist doch immer nur so gut wie die Mischung aus Fähigkeiten, Taktik, Zusammenhalt und Spielglück es ermöglichen. Aber nur wenn alles zusammenpasst wird auch ein Aufstieg daraus, unabhängig von jeder Liga.
Dietmar Hirsch mag ja Abwehrspieler gewesen sein, aber seine Vorstellung von heavy-metal-Fußball ist eigentlich keine defensive Maurertaktik. Er hat nur erkannt, dass der Weg zum Erfolg über die Null hinten auch mit weniger offensiverer Qualität zu erreichen ist. Hinten zu Null kommt immer mindestens ein Punkt heraus, mit Glück und Können auch mehr. Toll anzusehender Fußball a la Brasilien oder die Niederlande macht zwar Spaß aber der Erfolg bleibt durchaus dabei öfter auf der Strecke, schön spielen heißt noch lange nicht schön gewinnen.
 
Die Probleme sind ja nicht neu, aber haben wir wirklich die richtigen Spieler dafür? Es wurden Spieler geholt die auf dem Papier diese skills mitbringen sollten, aber haben sich das auch getan? Was im Training gut funktioniert muss im Spiel dann dennoch nicht klappen. Ein Pass der zu 95% genau gespielt wird kommt im Training noch an, aber im Spiel wird er abgefangen.
Aufbauspiel über hoch und weit ist doch nie Trainingsinhalt gewesen, ist auch von Dietmar Hirsch als Lösung nur begrenzt angesehen worden. Aber wenn auf dem Platz der einzelne Spieler es als das richtige anseht, seine Mitspieler damit aber nichts anfangen können?
Aufbau über Kurzpass-Spiel funktioniert auch nur, wenn alle Beteiligten auf dem Rasen es miteinander wollen. Manchmal sieht das nicht so aus bei uns, dann drehen sich einige nicht schnell genug und der Ball ist weg.
Ich glaube schon dass die Probleme im "fussballerischen Bereich" nicht auf mangelnder individueller Qualität herrühren, sondern das Ergebnis des Spielansatzes sind. Ich erwarte ja auch keinen Fussball wie Verl.

Klar, es gibt Spieler die technisch limitiert sind und von denen wir keine 20 Meter Pässe in Risikozonen sehen werden bzw denen wahrscheinlich jeder Trainer mitgeben wird, diese zu unterlassen. Aber Spieler wie Viet, Noß, Sussek, Cazar, Krüger, Kother, Dittgen, Hahn sind doch Spieler denen man mehr fussballierische Lösungen zutrauen kann. Aber wenn im Training "Safety first" propagiert wird, ist dein erster Reflex als Spieler genau das auch im Spiel. Und ich finde man sieht es unserem Spiel schon krass an dass genau das unser Ansatz ist.

Wenn man sich unsere Spielweise mit denen anderer Mannschaften in der 3 Liga anschauen, dann fällt auf dass andere Mannschaft eher versuchen den Ball in den eigenen Reihen zu halten bzw spielerische Lösungen zu finden.
- Verteidiger anderer Mannscaften versuchen häufiger hohe bzw freie Bälle anzunehmen bzw an den eigen Mitspieler weiter zu leite. Unsere schlagen die Bälle aus Angst vor dem Gegenpressing lieber weit weg
- Im zentralen Mittelfeld dreht kaum einer unserer Spieler auf, sondern gibt den Ball selbst bei minimalen Druck wieder zurück nach hinten
- Längere Flachpässe (ca 10 Meter) findest du bei uns fast nur auf den Aussen die Linie entlangt. Selbst bei flachen Seitenwechsel auf die Aussen spielt der Innenverteiger den Ball selten direkt, sondern idR über den näher postierten Innenverteidiger

Und dabei geht es ja nicht nur im direkten Umgang mit dem Ball, sondern auch die Laufwege. Versucht ein Spieler mal auf engen Raum den eher spielerschen Ansatz (Dittgen ist in meinen Auigen so ein Typ), kommt da oft wenig bei rum weil die Mitspieler eben nicht die benötigten Laufwege haben.

Wie schon schon schrieb, diese Risikoaversion ist quasi schon ein Reflex ALLER unserer Spieler. Und das passiert nur so, wenn das im Training genau so gefordert und eingeübt wird. Es kommt also vom Trainerteam und muss daher auch von diesem geändert werden.

Ich will aber auch festhalten dass ich diese Kritik nicht abwertend gegenüber DH verstehe.

Jahrelang hiess es bei MSV, es möge doch bitte eine Handschrift erkennbar sein. Ich glaube, dass man absolut zugestehen muss, dass der aktuelle MSV eine eindeutige Hanschrift trägt.
(Neabenbei: Dass eine Handschrift aber nicht immer jedem gefällt, ist aber nun einmal auch Teil davon. Würden wir wie Verl spielen, würden wir uns wahrscheinlich darüber unterhalten warum wir permanent Gegentore fressen weil wir auch im 16er unter Druck noch versuchen, uns spielerisch zu befreien, anstatt den Ball "einfach mal wegzuhauen".)

DH hatte letzte Saison eine Mannschaft die eine überragende individuelle Qualität hatte und der Aufstieg Pflicht war. Da war dieser Ansatz in meinen Augen durchaus akzeptabel und hat auch hervorragend funktioniert. Diese Saison hat er uns damit vorzeitig die Klasse gehalten, was in meinen Augen auch keine Selbstverständlichkeit ist. Auch da war der Ansatz der Risikoaversion ein legitmes Ziel. Und der Erfolg gibt im Recht.
Aktuell habe wir noch die Möglichkeit, den Ganz grossen Wurf zu schaffen, daher ist es meiner Meinung nach auch OK noch an diesen Ansatz festzuhalten. Wenn es mit diesem Ansatz em Ende nicht reicht, halte ich ihm das nciht vor.

Ich glaube aber auch dass man mit diesem Ansatz schon das Maximum herausgeholt hat, was möglich ist. Irgendwie oben mit dabei, aber am Ende fehlt das doch etwas für den grossen Wurf. So viel individuelle Qualität kann der MSV sich nicht leisten.
Der nächste Schritt muss daher für mich keine Abkehr der bisherigen Spielphilosopie zu sein, sondern diese mehr spielerische, aber auch risikoreichere, Akzente zu geben. DAS wird DHs nächste grosse Aufgabe werden.

Solange wir aber um den Aufstieg spielen, wird und sollte er damit aber nicht anfangen in meinen Augen.
 
Wenn man ehrlich zu sich ist, kann man doch schon die ganze Saison feststellen, dass wir auswärts nur wenig bis ganz wenig auf die Kette kriegen. ich kann mich ehrlich gesagt an kaum ein Auswärtsspiel erinnern außer in Regensburg und das war den Platzverweis geschuldet, wo wir wirklich dominant über 90 Minuten waren. Wir haben eigentlich in den Auswärtsspielen nur zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Gut dass es auch eine gewisse Qualität, aber spielerisch war das nicht viel was wir geboten haben.
 
Unser Team hat keine Taktik----dafür wurde ich ja hier schon mehrfach darauf hingewiesen dass das nicht stimmt.
Ich meine doch das stimmte, ich erkenne absolut keine Fortschritte seit der Winterpause. Und vergesst mal den Traumstart mit 6 Siegen ( das machen selbst Aufsteiger in der 1.Bundesliga) und am Ende stehn sie da wo sie hingehören.
DH hat Verstärkung bekommen das war für mich das Zeichen den Durchmarsch zu probieren, aber mit solchen Leistungen, ich wiederhole mich ,am Ende Platz 4-7. Dann kommts nächste Saison drauf an, nochmal investieren, dann muss der Aufstieg her falls nicht klappt,dann die nächsten Jahre 3.liga ( siehe HSV wie lange hats gedauert bis die hoch sind) und falls es diese Saison doch klappen sollte, dann muss Neues Trainerteam her,DH und Team, da ist glaube ich 2.liga eine Nummer zu hoch bzw. kommt zu früh.
 
In Stuttgart haben wir auch gewonnen, Christoph! Weil deren Spiel uns etwas zum Pressen und Umschalten angeboten hat. U23-Fußball halt. Ausbildungsfußball. Spielerische Lösungen auch unter Druck.

Ingolstadt spielt in der Rückrunde Klassenerhaltsfußball. Gute Stabilität, vertikal, eklig im Anlaufen, sehr scharfer Übergang zwischen tiefem Block und hohem Pressing. Das Ding wurde von Wittmann taktisch komplett auf Ergebnis gedrillt. Und der MSV hat es gespiegelt. Nicht nur formativ, sondern auch vom Pressintrigger und der Entscheidungsfindung.

Sowohl der MSV als auch Ingolstadt sind am stärksten im Umschalten. Beide wussten das. Beide haben dem Gegner nicht das gegeben, was er für sein Spiel braucht.

Es lag nicht am fehlenden Aufstiegswillen. Es lag einfach daran, dass beide Teams Riskominimierung, Stabilität, Zweikämpfe und "eklig sein" als absoluten Fokus ausgegeben haben. Ich habe zu @Pawel in der Halbzeit gesagt, die Mannschaft, die zuerst anfängt etwas spielerisch zu lösen und dem Gegner etwas zum Ballerobern anbietet, das Spiel verlieren wird. Dazu kam es nicht. Deswegen blieb es beim 0:0.
In Stuttgart haben wir in der 1. Halbzeit nichts auf die Kette bekommen und viel Glück gehabt… erst nachdem die beiden top Spieler von Stuttgart zur 2. Halbzeit ausgewechselt wurden, hatten wir mehr Glück 😉
 
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