Puh, das war harte Kost - wenn auch wenig überraschend.
Bevor wir zum System kommen:
Bocholt war einfach Bocholt: das ist physisch schon eine beeindruckende Mannschaft. Die Karte haben sie konseuqent gespielt und der Schiri hat ihnen eine Linie gegeben, die sie da nur wenig einschränkte. Und wie schon letztes Jahr sind sie in der Lage sehr ansehnlich Offensivbewegungen auszulösen.
Dann: Nach meinem Eindruck etwas zu langer und dabei welliger Rasen, der flaches Passpiel wirklich schwer machte - ist legitim, aber macht es eben nicht leichter. Das traf aber auch Bocholt, weil ein Frey oder ein Dörfler sind durchaus auch zu klasse Bällen in der Lage, die Abschlussstreuung auf beiden Seiten, die Bocholt aber härter getroffen hat, liegt auch da mit begründet.
Wie im Spielethread gesagt: Im Pokal hat der Recht, der weiter kommt. Dabei bleibe ich.
Ich fand Aufstellung und den gewählten Ansatz den Fähigkeiten des Gegners angemessen.
Nicht angemessen fand ich die Prösenz von Minute 50 bis fast Abpfiff reguläre Spielzeit - da fehlte immer wieder eine Spur Aufmerksamkeit/Präsenz. Mit dem System hat das in sofern was zu tun, dass eine so betont passive Ausrichtung auch Spannung kosten kann.
Gefühlt standen wir auch eine Spur zu tief, hatten nur eine einzige überzeugende Pressingphase relativ kurz vor der Pause - sonst waren die Anlaufwege zu lang.
ABER: Wir schiessen 2 Kontertore, und auch die 3. Situation von Jessen beruht auf einer Umschaltbewegung aus genau dieser Tiefe.
Will sagen, wir haben letztlich genau auf Basis dieses Ansatzes gewonnen.
Ich hatte wie in der Shoutbox schon geschrieben, den Eindruck, dass man Bocholt wirksamer hätte pressen können - so ballsicher wirkten die in der letzten Kette nicht.
Allerdings muss man da fairerweise eingestehen, dass wir auf einigen Positionen Geschwindigkeitsnachteile, hatten - also ein real hohes Umschaltrisiko Bocholts.
Und so ist mein Fazit: Wie haben mit sehr hohem Ergebnisdruck gemacht, was notwendig war, um dieses Ergebnis zu bekommen. Das war wichtig, und ist gut.
Es wurde in der Shoutbox immer wieder gesagt, das Spiel sei schlecht für das Selbstvertrauen. Selbstvertrauen ist das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit. Und da gilt uneingeschränkt Hirschs Satz: Nichts ist so gut fürs Selbstvertrauen, wie Siege

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