Das Interview zeigt mir, dass man intern nen klaren Blick hat.
Nein. Da halte ich klar gegen:
Es bringt 0,0 Einsicht, wenn ich mich als Kadertrainer (und/oder als Trainer) neben das Geschehen stelle und sage: Die Spieler machen nicht was sie sollen, sie sollen sich mal hinterfragen usw. usf.
Eine ehrliche und klare Kritik richtet sich doch am ehesten gegen die eigene Profession. Als Kaderplaner muss er sich die Frage gefallen lassen, warum wir mit drei Innenverteidigern - plus Becker, also seit der Winterpause mit vier Innenverteidigern - durch die Saison gehen und die Positionen dort noch nicht mal doppelt besetzt waren und es offenbar an der notwendigen Qualität dort mangelt.
Ein klarer Blick wäre, damit zu rechnen, dass Hahn und Fleckstein kein ausreichendes Spielermaterial für die 3. Liga darstellen und sich frühzeitig um eine sinnvolle und qualitativ ansprechende Kaderergänzung zu kümmern - sein Job!
An anderer Stelle herumzupoltern, nämlich bei den Spielern, zeugt eben
nicht von angemessener Kritik bzw. Selbstkritik. Sondern offenbart, dass man das eigene Handeln nicht hinterfragt. Er stellt sich damit eher hin und sagt: Ich habe den Kader gut geplant, ergo muss es an den Spielern liegen.
Unprofessionell, so läuft das nicht.
Unsere Innenverteidigung ist jetzt mit vier Personen besetzt, quasi Minimalbesetzung.
Dagegen sehe ich 19 Spieler in Mittelfeld/Angriff.
Das ist schon arg mutig auf "hinten wird's schon dicht bleiben" geplant und auf ein Feuerwerk an Möglichkeiten im Offensivbereich, die verpuffen, weil einige Spieler gar nicht mehr im Kader auftauchen und keiner weiß, warum (Bookjans, Töpken, ...).
Ich will eben
keine Handelnden in Verantwortung sehen, die nur Rumpoltern und sagen "ja Mensch, die Spieler müssen sich jetzt aber auch mal bemühen."
Im Job kann ich mich als Führungskraft auch nicht hinstellen und sagen: Nun, da hätte mein Team aber mal schneller/besser arbeiten sollen.
Das negiert die Möglichkeiten, die Personen mit den jeweiligen Aufgaben in der jeweiligen Verantwortung haben!
Das Gleiche gilt für Hirsch im Übrigen auch! Als Trainer kann ich mich nicht hinstellen und sagen: Meh, die Spieler machen nicht, wie ich will.
Dann muss ich einen anderen Ansatz, eine andere Ansprache o.ä. finden. Genau
das ist der Job und die Kunst!