Ich übertrage die Sichtweise von DH zu einer möglichen Gesamtbewertung der Saison (so wie ich sie zu verstehen glaube) für mich mal auf das uns allen bekanntere Berufsleben:
Nehmen wir als Beispiel eine Bank, ein Versicherungs- oder Telekommunikationsunternehmen, eine Baufirma, whatever, irgendwas Mitten aus dem Berufsleben...
Auftrag und Ziel für das jeweilige Mitarbeiterteam: Verkaufe in 2026 100 Bausparverträge oder 100 Handyverträge oder baue die Brücke in 12 Monaten fertig!
Zwischenstand im August des Jahres: Zack, erldigt, 100 Verträge verkauft. Bauingenieur meldet zudem zurück: Brücke bereits zu 75% erstellt…
Mitarbeiter haben Vollgas gegeben, Stimmungsindex war gut, dankbare Kunden, gute Lieferketten, geiles Wetter, alles bestens, alles deutlich besser als erwartet!
Wow, mega Leute, dann hauen wir doch einfach ein neues (Bonus)Ziel raus:
Wenn wir bis Ende des Jahres sogar 150 Verträge verticken oder die Brücke sogar einen Monat früher fertigstellen, dann gibt es eine mega fette Bonuszahlung fürs Unternehmen, eine riesige Chance für uns alle. Aus diesem Grunde stellen wir auch noch ein paar neue Kräfte ein…
Ergebnis: Am Ende werden es leider „nur“ 135 Verträge und die Brücke ist auch nur 2 Wochen vorher fertig, das Tempo und der Ertrag der ersten Monate konnte leider nicht gehalten werden. Bonusziel nicht erreicht…
Bewertung: Kacke, der große Wurf wurde „verspielt“, Jahr ist eine „Niederlage“, schlechte Stimmung breitet sich aus, statt „Mitarbeiter des Jahres“ werden die „Deppen des Jahres“ gekürt.
Wie würde meine 17-jährige Tochter wahrscheinlich so neudeutsch darauf antworten: „Dein ernst???“
Wahrscheinlich würde sich die „alte Mitarbeiterweisheit“ durchsetzen, die da heißt: Blöd ist, wer mehr tut als er tun muss oder schneller die Dinge tut, die er tun soll, weil ihm anschließend womöglich der Umgang mit der restlichen Bonuszeit um die Ohren gehauen wird. Demgegenüber werden die „Cleveren“ für eine ordentlich Punktladung gelobt…
Kurzum: Ob das Bonusziel erreicht wird oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass es sich in der Gesamtbewertung immer noch um einen Bonus handelt. Und das sage ich tatsächlich als AG und bin mir 100% sicher, dass meine MA mir für diese Sichtweise höchst dankbar sind!
Das dennoch einzelne Tage, Abschnitte oder Inhalte womöglich unzufrieden machen, zu diskutieren sind, Fehler beinhalten, die Nichterfüllung eines Traums oder einer Hoffnung zudem emotional „hart“ und „frustrierend“ ist, selbstredend!
Aber ich werde deshalb in der Bewertung gewiss nicht aus einem „Bonusjahr“ ein „Kackjahr“ machen…
In diesem Sinne, schöne Arbeitswoche... :-)